Bildergalerie: 25. Todestag Willy Brandts

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25. Todestag Willy Brandts

Willy Brandt

Willy Brandt wird am 18. Dezember 1913 als Herbert Frahm in Lübeck geboren. Er ist der uneheliche Sohn der Verkäuferin Martha Frahm. Erst 1961 erfährt Brandt, dass sein Vater der aus Hamburg stammende sozialdemokratische Lehrer John Möller war. Brandt besucht das Johanneum-Reformgymnasium und macht 1932 sein Abitur. Er engagiert sich früh in der Arbeiterbewegung und schließt sich 1931 der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) an.

Willy Brandt

Willy Brandt wird am 18. Dezember 1913 als Herbert Frahm in Lübeck geboren. Er ist der uneheliche Sohn der Verkäuferin Martha Frahm. Erst 1961 erfährt Brandt, dass sein Vater der aus Hamburg stammende sozialdemokratische Lehrer John Möller war. Brandt besucht das Johanneum-Reformgymnasium und macht 1932 sein Abitur. Er engagiert sich früh in der Arbeiterbewegung und schließt sich 1931 der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) an.

Willy Brandt

Nach dem Verbot der SAP durch die Nationalsozialisten geht er in den Untergrund und nennt sich fortan Willy Brandt. 1933 flieht er auf einem Motorkutter über die Ostsee nach Dänemark und später weiter nach Norwegen. In Oslo studiert er Geschichte und verdient sich sein Geld als Journalist. 1938 wird er ausgebürgert und erhält die norwegische Staatsangehörigkeit. Hier ist ein 1940 ausgestellter norwegischer Reisepass von Willy Brandt, ausgestellt auf seinen ursprünglichen Namen Herbert Ernst Karl Frahm, zu sehen.

Willy Brandt

Nach Kriegsende kehrt Brandt nach Deutschland zurück und beginnt seine politische Karriere. Zunächst wird er auf Vorschlag des SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher 1948 zu dessen Vertreter in Berlin gewählt.

Willy Brandt mit Familie

Im selben Jahr heiratet er Rut Hansen. Sie bekommen die Söhne Peter (Mitte hinten), Lars (links) und Mathias (Mitte vorne). Für Willy Brandt ist es bereits die zweite Ehe. Von 1941 bis 1944 war er mit der Norwegerin Carlotta Thorkildsen verheiratet. Mit ihr hat Brandt die gemeinsame Tochter Ninja.

Willy Brandt

Die Jahre bis 1957 sind durch die enge Zusammenarbeit mit den Regierenden Bürgermeistern Berlins, Ernst Reuter (1948 - 1953) und Otto Suhr (1955 - 1957), geprägt. Nach dem Tod von Otto Suhr wird Brandt zu seinem Nachfolger gewählt. Er hat das Amt bis 1966 inne.

Willy Brandt

Im Schöneberger Rathaus hält er als neuer Regierender Bürgermeister von Berlin am 3. Oktober 1957 seine Antrittsrede. In seine Amtszeit fällt der Ausbruch der Berlin-Krise und der Bau der Mauer.

Willy Brandt

Bei zahlreichen Reisen ins westliche Ausland, insbesondere in die USA, wirbt Brandt für die Interessen Berlins. 1959 wird Brandt in New York von einer jubelnden Menge mit einer Konfetti-Parade empfangen. Die Menschen wollten ihre besondere Verbundenheit mit Berlin zum Ausdruck bringen. Ein Treffen mit dem Regierungschef der UdSSR, Nikita Chrustschow, lehnt Brandt mit der Begründung ab, dass er mit keiner Macht sprechen wolle, die den Status der Stadt zu ändern beabsichtige.

Von bewaffneten Volkspolizisten bewachte Bauarbeiter errichten die Mauer

Am frühen Sonntagmorgen des 13. August 1961 wird mit der Errichtung von Straßensperren und dem Bau einer Mauer begonnen, um den Ostteil Berlins vom Westteil abzugrenzen.

Willy Brandt, Präsident John F. Kennedy und Konrad Adenauer

Triumphfahrt durch Berlin im Konfettiregen nach New Yorker Muster: Begleitet von einer Motorrad-Eskorte fahren der US-amerikanische Präsident John F. Kennedy (links), der Regierende Bürgermeister von Berlin Willy Brandt (Mitte) und Bundeskanzler Konrad Adenauer (rechts) in einem offenen Wagen am 26. Juni 1963 durch Berlin. Rund eineinhalb Millionen Menschen säumen die Straßen und jubeln Kennedy zu. Höhepunkt seines siebeneinhalbstündigen Aufenthaltes war seine Rede vor dem Schöneberger Rathaus. Dort sprach er auch den legendären Satz "Ich bin ein Berliner".

Willy Brandt

In den Zeiten des Kalten Krieges entwickeln Willy Brandt und Egon Bahr unter den Leitgedanken einer "Politik der kleinen Schritte" und "Wandel durch Annäherung" ihre Entspannungspolitik.

Wahlplakat

1961 tritt Willy Brandt erstmals für die SPD als Kanzlerkandidat an. Geschickt nutzt die CDU ein Wahlplakat der SPD für die Bundestagswahlen für eigene Zwecke. Der SPD-Slogan "Wohlstand ist für alle da!", der neben einem Porträt des SPD-Kanzlerkandidaten Willy Brandt zu lesen ist, wird auf einem CDU-Plakat mit den Worten "...dank Erhards Wirtschaftspolitik" ergänzt. Die CDU/CSU mit Konrad Adenauer gewann die Wahl - allerdings nicht mit absoluter Mehrheit. Willy Brandt holte der SPD zwar das bisher beste Wahlergebnis bei einer Bundestagswahl. Zur stärksten Partei reichte das Ergebnis aber bei weitem nicht.

Willy Brandt

Willy Brandt, Herbert Wehner und Fritz Erler (v. l. n r.) beim Parteitag der SPD im November 1964 in der Schwarzwaldhalle in Karlsruhe. Im Februar hatten die Genossen Brandt zum Vorsitzenden der SPD gewählt.

Wahlplakat

1965 tritt Brandt erneut zur Bundestagswahl an, wieder reicht es nicht. Die Koalition von CDU/CSU und FDP unter Kanzler Ludwig Erhard (CDU) wird fortgesetzt. Das Bündnis zerbricht allerdings im Herbst des nächsten Jahres und wird von der ersten Großen Koalition der Bundesrepublik abgelöst.

Willy Brandt

Die erste Große Koalition regiert von 1966 bis 1969 unter der Leitung von Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (CDU; rechts). Vizekanzler und Außenminister wird der SPD-Vorsitzende Willy Brandt. Wichtige Ergebnisse der ersten Großen Koalition sind der Kampf gegen die Wirtschaftskrise sowie die Verabschiedung der Notstandsgesetze.

Helmut Schmidt

Nach der Wahl 1969 löst Brandt gemeinsam mit der FDP Kiesinger als Kanzler ab. Willy Brandt wird der erste sozialdemokratische Bundeskanzler nach 20 Jahren Regierungszeit von CDU und CSU. Sein innenpolitisches Motto: "Mehr Demokratie wagen".

Bundeskanzler Willy Brandt kniet am 7. Dezember 1970 vor dem Mahnmal im einstigen jüdischen Ghetto in Warschau

Vorsichtig setzte er die Politik für eine Entspannung mit dem damaligen Ostblock fort. Symbolischer Ausdruck war der Kniefall von Warschau vor dem Ehrenmal für die Helden des Ghettos im Dezember 1970.

Willy Brandt

Für seine Ostpolitik wird Brandt 1971 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Hier überreicht die Vorsitzende des Nobelpreis-Komitees, Aase Lionaes, in Oslo Urkunde und Medaille.

Demonstranten fordern vor dem Misstrauensvotum 1972 den Verbleib von Kanzler Willy Brandt

1972 versucht der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Rainer Barzel Willy Brandt mittels eines konstruktiven Misstrauensvotums abzulösen. Breite Unterstützung erfährt der Bundeskanzler in der Bevölkerung: Demonstranten fordern vor dem Misstrauensvotum, dass Brandt Kanzler bleiben muss. Am Ende scheitert das Mistrauensvotum an zwei Stimmen. Da die rot-gelbe Koalition im Bundestag aber über keine handlungsfähige Mehrheit mehr verfügt - Abgeordnete der SPD und der FDP waren zur Unionsfraktion gewechselt -, stellt Brandt im Herbst 1972 die Vertrauensfrage. Sie wird nicht positiv beantwortet und der Bundestag aufgelöst. Dies hatte Brandt beabsichtig.

Willy Brandt

Bei den Neuwahlen im November 1972 wird die Regierung Brandt bestätigt. Die SPD wird mit 45,8 Prozent und 230 Mandaten erstmals zur stärksten Partei. Die FDP erreicht 8,4 Prozent und 41 Sitze. Somit verfügt Rot-Gelb über eine handlungsfähige Mehrheit im Bundestag. Die rechte Hand zum Schwur erhoben, legt der alte und neue Kanzler Willy Brandt am 14. Dezember im Bonner Bundestag seinen Amtseid ab. Neben ihm Bundestagspräsidentin Annemarie Renger (3.v.r.).

Willy Brandt

Im Juni 1973 reist Willy Brandt als erster deutscher Bundeskanzler nach Israel. Hier ist er beim Besuch der Klagemauer in Jerusalem zu sehen.

Willy Brandt

Ein Jahr später tritt Willy Brandt als Bundeskanzler zurück. Kurz zuvor wurde sein Referent Günter Guillaume (links) als DDR-Spion enttarnt, Brandt übernimmt die Verantwortung.

Helmut Schmidt

Am 16. Mai 1974 wird Helmut Schmidt zum Nachfolger und fünften Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt.

Willy Brandt

In den folgenden Jahren engagiert sich Brandt unter anderem für den Nord-Süd-Dialog. Er zeigt den Zusammenhang zwischen Aufrüstung und Armut in den unterentwickelten Ländern auf und fordert eine gerechte und nachhaltige Weltwirtschaftsordnung. Auf diesem Foto ist er nach der Wahl zum Präsidenten der Sozialistischen Internationale (SI) im Jahr 1976 zu sehen.

Willy Brandt

1979 - nach 31 Ehejahren - trennt sich Willy Brandt von seiner Frau Rut. Seine langjährige Assistentin Brigitte Seebacher (hier rechts im Bild) wird seine neue Lebensgefährtin. 1983 heiraten die beiden in Unkel, wo er seit 1979 lebte.

Willy Brandt

Auch wenn Willy Brandt Mitte der 80er-Jahre auf dem Nürnberger Parteitag mit 92,6 Prozent der Stimmen erneut zum SPD-Vorsitzenden gewählt wurde, gerät seine Position ins Wanken. Kritisiert wird unter anderen, dass er den Kanzlerkandidaten Johannes Rau nur mangelhaft unterstützt.

Willy Brandt

Als Brandt 1987 die parteilose griechische Journalistin Margarita Mathiopoulos zur SPD-Pressesprecherin macht, bricht heftige Kritik an seinem Führungsstil aus.

Willy Brandt

Nach der heftig kritisierten Personalentscheidung tritt Willy Brandt von seinem Amt des SPD-Vorsitzenden zurück. Auf einem Sonderparteitag im Juni 1987 wird Hans-Jochen Vogel zu seinem Nachfolger gewählt. Brandt wird erster Ehrenvorsitzender in der Geschichte der SPD.

Willy Brandt

Am 9. November 1989 fällt die Berliner Mauer - was auch Brandts jahrelanger Ostpolitik zu verdanken war. Überglücklich feiert Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister und Alt-Bundeskanzler Brandt mit Tausenden Menschen vor dem Brandenburger Tor die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten.

Willy Brandt

Bei einer Freudenkundgebung vor dem Schöneberger Rathaus ist es Willy Brandt, der den zum geflügelten Wort gewordenen Satz prägt: "Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört."

Willy Brandt

Am 20. Dezember 1990 eröffnet Willy Brandt als Alterspräsident in Berlin den ersten gesamtdeutschen Bundestag.

Willy Brandt

Noch bis kurz vor seinem Tod ist Willy Brandt politisch aktiv. Sei es als Präsident der Nord-Süd-Kommission, als Friedenspolitiker, der zwischen den Supermächten vermittelt, oder als Vermittler bei der Befreiung ausländischer Geiseln 1990 im Irak. Der SPD-Ehrenvorsitzende hatte sich fünf Tage lang in Bagdad um die Ausreise der dort festgehaltenen Ausländer bemüht. Mit 175 freigelassenen Geiseln aus 15 Nationen konnte er nach Frankfurt zurückkehren. Die Ausländer waren nach dem Beginn der Golfkrise an der Ausreise gehindert worden.

Willy Brandt

Im September 1992 tritt der bereits schwerkranke Brandt von seinem Vorsitz der Sozialistischen Internationalen zurück und verabschiedet sich von der politischen Bühne. Am 8. Oktober 1992 stirbt Willy Brandt im Alter von 78 Jahren in seinem Wohnort Unkel.

Willy Brandt

Im Berliner Reichstagsgebäude findet am 17. Oktober 1992 der Staatsakt statt.

Willy Brandt

Vor dem Gebäude verfolgen trauernde Bürger die Zeremonie.

Willy Brandt

Seine letzte Ruhe findet Willy Brandt auf dem Waldfriedhof Zehlendorf in Berlin.

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