Bildergalerie: 60 Jahre Fernsehwerbung

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60 Jahre Fernsehwerbung

Der Ausschnitt aus dem ersten TV-Werbespot

Ein 1950er-Jahre-Drama. Ehepaar geht in Restaurant, und dann, Herrschaftszeiten, kleckert der Gatte auf die Tischdecke! Frau entsetzt, Gatte pikiert. Perdu die ganze Bürgerlichkeit? Nicht in der Fernsehwelt. Denn selbstverständlich wäscht das Personal mit Persil. "Persil und nichts anderes", wiederholt Schauspieler Beppo Brem kundig in die Kamera, und lässt seine von Liesl Karlstadt verkörperte Frau doch als ein wenig zänkisch darstehen. So startete das Fernsehen 1956 in die Werbung. Ob der deutsche Ehemann sich damals wirklich um Waschpulver kümmerte? Egal. Auf die Autorität des Haushaltsvorstands kam es schließlich an. | Bildquelle: dpa

Der Ausschnitt aus dem ersten TV-Werbespot

Ein 1950er-Jahre-Drama. Ehepaar geht in Restaurant, und dann, Herrschaftszeiten, kleckert der Gatte auf die Tischdecke! Frau entsetzt, Gatte pikiert. Perdu die ganze Bürgerlichkeit? Nicht in der Fernsehwelt. Denn selbstverständlich wäscht das Personal mit Persil. "Persil und nichts anderes", wiederholt Schauspieler Beppo Brem kundig in die Kamera, und lässt seine von Liesl Karlstadt verkörperte Frau doch als ein wenig zänkisch darstehen. So startete das Fernsehen 1956 in die Werbung. Ob der deutsche Ehemann sich damals wirklich um Waschpulver kümmerte? Egal. Auf die Autorität des Haushaltsvorstands kam es schließlich an.

Die Ariel-Frau Klementine

Während Persil es später auch weiter mit Männern als Werbeträgern hielt, setzte die Konkurrenz auf eine Frau. Klementine, hinter der sich die Schauspielerin Johanna König verbarg, pries über 16 lange Jahre mit ihrer weißen Latzhose die Ariel-Tonne an. Die Latzhose mochte vielleicht nicht besonders vorteilhaft sein. Aber sie zeigte, wofür das Waschmittel stehen sollte - für Kleidung, die "nicht nur sauber, sondern rein" war.

Screenshot der Palmolive-Werbung bei YouTube

Noch so eine Werbeikone, die jahrzehntelang über die Bildschirme geisterte: die Palmolive-Tante Tilly. Der überzeugende Plot: Tilly, dargestellt von Jan Miner, ist Mitarbeiterin eines Kosmetiksalons und bimst ihren Kunden die Vorteile bestimmter Produkte ein. In ihrem Fall des besagten Spülmittels. Worüber sollte man auch sonst im Kosmetiksalon plaudern.

Screenshot der Palmolive-Werbung bei YouTube

Der Clou: Die ahnunglose Kundin hatte ihre Finger während des Gesprächs schon in der unvergleichlich milden, schonenden Tunke: "Sie baden gerade Ihre Hände drin", klärte Tilly auf. Hoppla, gar nicht gemerkt! Danach muss man natürlich kaufen. | Bildquelle: YouTube

Ein Bild von Frau Antje

Nein, wir wollen an dieser Stelle nicht kalauern, obwohl wir zugeben müssen: Wir sind versucht. Schließlich müssen wir, wenn wir über die großen Werbefiguren reden, auch ein Wort über Frau Antje verlieren, die uns seit den 1960er-Jahren die vorzüglichen Käseprodukte unseres Nachbarlandes nahebringt. Die deutschen TV-Zuschauer mögen Frau Antje so sehr, dass sie aus der zwischenzeitlichen Versenkung wieder hervorgeholt wurde. Die Niederländer sehen dagegen in ihr eine ziemlich verzopfte Person. Dafür war sie aber recht erfolgreich und förderte den Boom von Gouda und Edamer hierzulande. Frau Antje, das steht zu vermuten, wird auch beim nächsten Werbejubiläum einen prominenten Platz finden.

Das jähzornige HB-Männchen

Dieser Zeitgenosse ist dagegen in der Versenkung verschwunden, und mit ihm alle seine Kollegen. Ob HB-Männchen, Camel-Mann oder Marlboro-Cowboy: aus und vorbei. Was bekanntermaßen nicht nur daran liegt, dass die Zigarette als Sedativum ausgesorgt hat. Immerhin blieb dem HB-Männchen das Schicksal des Camel-Manns verwehrt. Dieser starb an Lungenkrebs. Das HB-Männchen konnte nur in die Luft gehen.

Dr. Best

Zum Schluss unserer kleinen Umschau werden wir dann endlich seriös. Denn wir kommen zum Themenfeld "Wissenschaftler in der Werbung". Dieser Herr trat zumeist nicht in zivil, sondern trug einen weißen Kittel. Und so ein Kittel verleiht dem Träger eine unvergleichliche Aura von Erkenntnis und Zuverlässigkeit. Ganz gleich ob es, wie hier, um biegsame Zahnbürsten und den ganzen Rest der Produktpalette von Dr. Best geht, um Faltencreme, Haarshampoos, Margarine oder, oder, oder. Kleine Kinder sollen sich angeblich vor dem Mann gefürchtet haben. Die Kunden aber kauften, als ob es kein morgen gibt. Und darum geht es ja schließlich.

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