Bildergalerie: "Weit weg von Brüssel" - Ausstellung im Museum für Kommunikation Frankfurt

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"Weit weg von Brüssel" - Ausstellung im Museum für Kommunikation Frankfurt

Jurek Zajac

"Einsam ist es schon manchmal. Doch der Bär kommt ja regelmäßig, so zwei Mal im Monat, vorbei." Jurek Zajac, 60, Bieszczady (Polen)

Seit 27 Jahren lebt Jurek als Köhler in den Waldkarpaten, er produziert Holzkohle. Wenn die Öfen brennen, bleibt er für Wochen oder Monate im Wald. Mit den Gasflaschen hat er in der Nacht etwas Licht. Damit hat er gerade in nur zwei Wochen Tolstois Krieg und Frieden gelesen. | Bildquelle: St. Enders / Edition Lammerhuber

Jurek Zajac

"Einsam ist es schon manchmal. Doch der Bär kommt ja regelmäßig, so zwei Mal im Monat, vorbei." Jurek Zajac, 60, Bieszczady (Polen)

Seit 27 Jahren lebt Jurek als Köhler in den Waldkarpaten, er produziert Holzkohle. Wenn die Öfen brennen, bleibt er für Wochen oder Monate im Wald. Mit den Gasflaschen hat er in der Nacht etwas Licht. Damit hat er gerade in nur zwei Wochen Tolstois Krieg und Frieden gelesen.

Lella Pennisi mit ihrem Sohn Okada Buluma

"Seit 10 Monaten habe ich keinen Lohn mehr bekommen. Am Schluss hatten wir nicht einmal mehr Geld für das Essen der Flüchtlinge. Ich frage mich, wohin das viele Geld der EU geflossen ist. Das Ganze ist ein riesiges Geschäft!" Lella Pennisi, 42, mit ihrem Sohn Okada Buluma, 7, Acireale, Sizilien (Italien)

Als Sozialarbeiterin betreute sie für eine private Hilfsorganisation Flüchtlinge aus Nordafrika. Doch jetzt hat sie gekündigt, nachdem sie die Geschäftshintergründe der Organisation durchschaut hat. Beinahe zehn Millionen Euro seien verschwunden.

Brigada Miguel Angel Pascual Villalobos

"Seit Jahrhunderten spüren wir hier die Gefahr, die von Afrika ausgeht! Ich zweifle daran, dass der Frieden erhalten bliebe, wenn die Legión nicht da wäre." Brigada Miguel Angel Pascual Villalobos, 51, Spanische Exklave Melilla (Afrika)

Miguel ist seit 32 Jahren bei der Legión, der Eliteeinheit der spanischen Streitkräfte. Er war in Kampfeinsätzen auf dem Balkan, im Irak und zuletzt noch im Kosovo. Er stammt aus Melilla. "Seit ich sprechen kann, wollte ich zur Legión. Wenn man in solch einer militärischen Grenzsituation aufwächst, prägt einen das als Kind. Ich hatte immer schon den Wunsch, mein Land zu verteidigen."

Die legendäre spanische Legión

Die spanische Legión gilt heute als eine der besten Infanterietruppen der NATO. Eine der drei Einheiten ist in Melilla stationiert. Über dem Eingangstor prangen große Lettern: "Legionarios a luchar, legionarios a morir. Todo por la patria". (Legionäre zum Kampf, Legionäre zum Sterben. Alles für das Vaterland.) Spanische Exklave Melilla (Afrika, Spanien)

Rudolf Holke

"Meine Kinder? Die sind weder Deutsche noch Spanier, ich sage immer, die sind Europäer." Rudolf Holke, 84, San Sebastian / Donostia (Baskenland, Spanien)

Er schwimmt weit aufs Meer hinaus. An diesem Samstagmorgen im April ist das Wasser noch kalt. Holkes Großvater wanderte von Deutschland nach Spanien aus, er selbst wurde hier geboren. Mit seiner spanischen Frau hat er fünf Kinder, vier Enkel und einen Urenkel.

Stefan Dimitrov

"Seitdem ich die Wasserrechnungen nicht mehr bezahlen konnte, müssen wir das ganze Wasser für zehn Personen in Flaschen vom nächsten Brunnen holen." Stefan Dimitrov, 59, Zvezdets (Bulgarien)

Früher gab es hier eine große Militärgarnison. Die türkische Grenze ist gerade mal zehn Kilometer entfernt. In den verfallenen Mietskasernen der Soldaten leben heute viele Sinti und Roma. Stefan Dimitrovs zehnköpfige Familie teilt sich eine feuchte, verschimmelte Militärwohnung. Das Dach ist kaputt, es regnet rein. Zwei der kleinen Kinder sind krank. Eine Möglichkeit, zu einem Arzt zu gehen, gibt es nicht. Sie haben keine Versicherung und müssen den Arzt privat bezahlen - dazu fehlt ihnen das Geld.

Denkmal zu Ehren der bulgarischen Luftwaffe

Denkmal zu Ehren der bulgarischen Luftwaffe Omurtag (Bulgarien)

Die Ausstellung "Weit weg von Brüssel" mit Bildern von Stefan Enders ist vom 6. Dezember 2018 bis zum 10. März 2019 im Museum für Kommunikation Frankfurt am Main zu sehen.

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