Bildergalerie: 75. Todestag der Geschwister Scholl

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75. Todestag der Geschwister Scholl

Portraits der "Weißen Rose"

Die Widerstandsgruppe "Weiße Rose" und ihre sechs Mitglieder Willi Graf, Kurt Huber, Alexander Schmorell, Hans Scholl, Sophie Scholl und Christoph Probst (von links) verfassten, druckten und verteilten unter Lebensgefahr insgesamt sechs Flugblätter, in denen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufgerufen wurde. Sie bezahlten dafür mit dem Leben. | Bildquelle: dapd

Portraits der "Weißen Rose"

Die Widerstandsgruppe "Weiße Rose" und ihre sechs Mitglieder Willi Graf, Kurt Huber, Alexander Schmorell, Hans Scholl, Sophie Scholl und Christoph Probst (von links) verfassten, druckten und verteilten unter Lebensgefahr insgesamt sechs Flugblätter, in denen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufgerufen wurde. Sie bezahlten dafür mit dem Leben.

Gedenktafel "Weiße Rose"

In den Flugblättern, die zwischen Mai 1942 und Februar 1943 verteilt wurden, kritisierten die Widerstandskämpfer Hitlers "Diktatur des Bösen" und riefen unter anderem zur "Sabotage in Rüstungs- und kriegswichtigen Betrieben" und "auf allen wissenschaftlichen und geistigen Gebieten" auf.

Hans und Sophie Scholl

Die Geschwister Hans und Sophie Scholl waren die bekanntesten Mitglieder der christlichen Widerstandsgruppe. Obwohl Hans, der in München Medizin studierte, seine Schwester eigentlich aus dem Zirkel der Widerstandskämpfer heraushalten wollte, schloss sich die Biologie-Studentin der "Weißen Rose" im Winter 1942 an.

Lichthof der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität

Am Vormittag des 18. Februar 1943 legten die Geschwister Scholl etwa 1700 Flugblätter im Lichthof der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität aus. Dann rannten sie in den zweiten Stock, wo Sophie den Rest der Flugblätter über die Brüstung in den Lichthof warf. Dabei wurden sie von Hausmeister Jakob Schmid, der der SA angehörte, entdeckt und so lange festgehalten, bis die Gestapo eintraf.

Richterstuhl am ehemaligen Volksgerichtshof München

Nach ihrer Verhaftung wurden Sophie und Hans Scholl vom Münchener Volksgerichtshof wegen "landesverräterischer Feindbegünstigung, Vorbereitung zum Hochverrat [und] Wehrkraftzersetzung" angeklagt.

Roland Freisler

Den Vorsitz hatte Roland Freisler, der die Angeklagten bei ihren Aussagen unterbrach und erniedrigte. Für Freisler hatte der Volksgerichtshof die Funktion eines "politischen Gerichts". Die von ihm durchgeführten Schauprozesse dienten nicht der Wahrheitsfindung, sondern der Abschreckung und Demütigung der Angeklagten. (Quelle: Bundesarchiv)

Todesurteil der Geschwister Scholl

Am 22. Februar 1943 verurteilte Freisler die Geschwister Scholl sowie den Mitangeklagten Christoph Probst zum Tod durch das Fallbeil. Die Begründung des Urteils lautete wie folgt: "Die Angeklagten haben im Kriege in Flugblättern zur Sabotage der Rüstung und zum Sturz der nationalsozialistischen Lebensform unseres Volkes aufgerufen, defätistische Gedanken propagiert und den Führer aufs gemeinste beschimpft und dadurch den Feind des Reiches begünstigt und unsere Wehrkraft zersetzt. Sie werden deshalb mit dem Tode bestraft."

Sophie Scholls Grab mit weißer Rose

Das Urteil wurde noch am gleichen Tag im Gefängnis München-Stadelheim durch den Henker Johann Reichhart vollstreckt. Die Gräber von Sophie und Hans Scholl sowie Christoph Probst befinden sich auf dem Münchener Friedhof am Perlacher Forst.

Christoph Probst

Christoph Probst war Medizinstudent und Familienvater. Er selbst verfasste keines der sechs Flugblätter der "Weißen Rose" sondern lediglich einen Entwurf, den Hans Scholl bei seiner Verhaftung bei sich trug. Durch dieses Schriftstück wurde die Gestapo auf Probst aufmerksam und verhaftete ihn. Während der Verhöre und der Gerichtsverhandlung bat Probst um Gnade wegen seiner drei kleinen Kinder und wegen seiner schwerkranken Frau. (Foto: dpa)

Alexander Schmorell

Ein weiteres Mitglied der "Weißen Rose" war der Medizinstudent Alexander Schmorell, der die Gruppe gemeinsam mit Hans Scholl im Mai 1942 ins Leben rief. Schmorell wurde am 24. Februar 1943 bei einem Fluchtversuch in die Schweiz verhaftet und am 13. Juli hingerichtet. Im Jahr 2007 sprach ihn die russisch-orthodoxe Kirche als "Neumärtyrer" heilig.

Willi Graf

Willi Graf schloss sich der Widerstandsgruppe im Winter 1942 an. Ebenso wie seine Kommilitonen Scholl und Schmorell war er Mitglied der 2. Studentenkompanie der Wehrmacht und nahm als Sanitäter an zahlreichen Kriegseinsätzen teil. Er wurde am 18. Februar 1943 verhaftet und am 12. Oktober hingerichtet. (Quelle: dpa)

Kurt Huber

Das sechste Mitglied der "Weißen Rose" war der Universitätsprofessor Kurt Huber. Huber schloss sich der Gruppe im Dezember 1942 an und verfasste den Text des sechsten Flugblatts. Es endet mit folgenden Worten: "Unser Volk steht im Aufbruch gegen die Verknechtung Europas durch den Nationalsozialismus, im neuen gläubigen Durchbruch von Freiheit und Ehre." Huber wurde gemeinsam mit Graf und Schmorell am 19. April 1943 zum Tode verurteilt. Er starb am 12. Oktober durch das Fallbeil. (Quelle: Bundesarchiv)

Gedenktafel "Weiße Rose"

In den Jahren und Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die "Weiße Rose" zum Symbol des Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Im Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität, dem Ort der Verhaftung der Geschwister Scholl, wurde den Widerstandskämpfern ein Denkmal gesetzt. (Foto: Christian Papesch)

Gedenkstein "Weiße Rose"

Im Münchener Hofgarten erinnert ein Gedenkstein an den Kampf der sechs Akademiker gegen "den nationalsozialistischen Terrorstaat" und für die "Freiheit der Rede, Freiheit des Bekenntnisses, Schutz des einzelnen Bürgers vor der Willkür verbrecherischer Gewalt-Staaten".

Büste von Sophie Scholl

Insbesondere Sophie Scholl wurde schnell zur Symbolfigur des Widerstands gegen die NS-Diktatur. Etliche Schulen sowie Straßen und öffentliche Plätze wurden nach ihr benannt. Die Lebensgeschichte der Widerstandskämpferin wurde außerdem bereits mehrfach filmisch dargestellt. (Foto: Christian Papesch)

Weiße Rose auf Davidsstern

Zur Frage danach, warum die Widerstandsbewegung den Namen "Weiße Rose" trug, gibt es mehrere Theorien. Hans Scholl antwortete darauf in einem Verhör am 18. Februar: "Der Name 'Die Weiße Rose' ist willkürlich gewählt. […] Es kann sein, daß ich gefühlsmäßig diesen Namen gewählt habe, weil ich damals unmittelbar unter dem Eindruck der spanischen Romanzen von Brentano, 'Rosa Blanca', gestanden habe."

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