Bildergalerie: "Mind the gap!": Londoner U-Bahn wird 150 Jahre

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"Mind the gap!": Londoner U-Bahn wird 150 Jahre (Januar 2013)

Londoner U-Bahn

Vor 150 Jahren nimmt die Metropolitan Railway in London den Betrieb zwischen Paddington und Farringdon Street auf. Am 10. Januar 1863 ist die erste Untergrundbahn der Welt unterwegs - mit Dampfantrieb. Noch kurz vor der Eröffnung urteilte die Zeitung "The Times", die ganze Idee sei "eine Beleidigung des gesunden Menschenverstandes". Die Stimmung schwankte zwischen Skepsis und Technikbegeisterung. Schnell aber siegte die Praktikabilität über ideologische Fragen. Auf diesem Holzstich ist die erste Probefahrt auf der unterirdischen Eisenbahn in London zu sehen. | Bildquelle: picture-alliance / akg-images

Londoner U-Bahn

Vor 150 Jahren nimmt die Metropolitan Railway in London den Betrieb zwischen Paddington und Farringdon Street auf. Am 10. Januar 1863 ist die erste Untergrundbahn der Welt unterwegs - mit Dampfantrieb. Noch kurz vor der Eröffnung urteilte die Zeitung "The Times", die ganze Idee sei "eine Beleidigung des gesunden Menschenverstandes". Die Stimmung schwankte zwischen Skepsis und Technikbegeisterung. Schnell aber siegte die Praktikabilität über ideologische Fragen. Auf diesem Holzstich ist die erste Probefahrt auf der unterirdischen Eisenbahn in London zu sehen.

Londoner U-Bahn

Schon im ersten Jahr nutzen 11,8 Millionen Passagiere die "Metropolitan Line", die Pionierlinie im Londoner Untergrund. Zwar saßen in der Bahn Bürger fast aller Schichten zusammen - besonders aber bei Arbeitern war sie beliebt. Denn sie eröffnete die Möglichkeit, enge, heruntergekommene Behausungen in Londons überbevölkertem Zentrum zu verlassen und stattdessen in größere Wohnungen und Häuser mit Gärten in den Vorstädten zu ziehen.

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Die allerersten Linien führten noch nicht so weit in die Tiefe. Gebaut wurde nach einem Verfahren, bei dem ein Graben ausgehoben und dann wieder überbaut wurde. Gefolgt wurde oft dem Straßenverlauf. Hunderte Menschen wurden gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann man, unter der Erde Tunnel zu graben - und öffnete damit ungeahnte Möglichkeiten zur Erweiterung des Netzes.

Menschen auf einer Rolltreppe der frühen "Tube" in Londoner (Foto: Mary Evans Picture Library / Picture-alliance)

1911 wird an der Station Earl's Court die erste Rolltreppe installiert.

Das obere Ende einer Rolltreppe der frühen "Tube" in Londoner-

Um den Menschen die Angst vor der ersten Rolltreppe, die in die Tiefe führte, zu nehmen, wurde ein Mann mit einem Holzbein angestellt, der demonstrativ mit der Treppe hoch- und runterfuhr. Auf dieser Zeichung sieht man, wie die Menschen etwas unbeholfen die rollende Treppe erobern. (Foto: Mary Evans Picture Library / Picture-alliance)

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In den ersten Jahrzehnten war die mehr oder weniger geordnete Linienführung, die heute jeder Tourist auf der "Tube-Map" bewundert, jedoch noch weit entfernt. Nach der "Metropolitan Line" eröffneten Schritt für Schritt weitere private Betreiber einzelne Linien. Dabei entstand ein ziemliches Chaos, das unter anderem dazu führte, dass es
heute rund 40 ungenutzte Stationen gibt. Hier ist die Eröffnung der Linie "The Great Northern and City Railway" im Jahr 1904 zu sehen.

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Erst später wurden Verbindungsstrecken gebaut, eine gemeinsame Vermarktung als "London Underground" begann 1908. Zu dieser Zeit wird auch das weltberühmte Underground-Zeichen ("The Roundel") eingeführt.

Das alte Verkehrsnetz der Londoner "Tube"

Und so sah 1908 der Streckenplan der London Underground aus.

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Ende der 20er-Jahre konnte man bereits an einem Automaten Fahrkarten für die U-Bahn kaufen.

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Im Zweiten Weltkrieg rettete die Tiefe der Tunnel Zigtausende Menschenleben. Londons Bevölkerung nutzte die U-Bahn als Bunker und versteckte sich dort vor den Bomben der Nazis.

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1977 eröffnete Königin Elizabeth II. die Verlängerung der Piccadilly Line, die von nun an bis zum Flughafen Heathrow führte.

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Doch die tiefen Tunnel bargen auch Gefahren. 1987 kamen bei einem Feuer in der Station King's Cross 31 Menschen ums Leben. Daraufhin wurden die Brandvorschriften verschärft und zahlreiche neue Sicherheitsregeln eingeführt. Unter anderem wurde das Rauchen in den Stationen verboten.

Verletzte

Dieses Bild ging am 7. Juli 2005 um die Welt: Ein Mann führt eine verletzte Frau aus der U-Bahn-Station Edgware Road. Innerhalb kürzester Zeit gab es in London während des Berufsverkehrs vier Explosionen in drei U-Bahnzügen und einem Doppldeckerbus. Es waren die bis dahin schlimmsten Terroranschläge in der Geschichte der Stadt.

Zerstörter Zug Aldgate Station

Dieser Zug verkehrte zwischen den Stationen Aldgate und Liverpool Street, als um kurz vor 9 Uhr die Bombe explodierte, die ein Rucksackbomber mit sich trug. In zwei weiteren Zügen in der Nähe der Stationen King's Cross und Edgware Road explodierten zur gleichen Zeit weitere Rucksackbomben.

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Nach den Anschlägen kam es zu erweiterten Sicherheitsvorkehrungen an den Londoner Bahnhöfen.

Verkehrsnetz der Londoner "Tube"

Heute ist Londons U-Bahn-Netz nach Schanghai das zweitlängste der Welt, und wächst weiter.

Londoner U-Bahn

Rund 3,3 Millionen Passagiere befördert die Londoner U-Bahn, auch "Tube" genannt - nach der runden "Röhren"-Form ihrer Schächte und Züge - täglich. Das sind deutlich mehr als eine Milliarde Fahrgäste jährlich, die durch das verschlungene Netz des Londoner Untergrunds transportiert werden.

Londoner U-Bahn

Jeder, der London besucht, kennt die Ansage "Mind the gap!" ("Bitte achten Sie auf die Lücke"). An den 270 Stationen der Londoner U-Bahn gibt es diesen Satz jeden Tag Zehntausende Male zu hören. Aus gutem Grund. Jedes Jahr passieren um die 80 Unfälle, bei denen Passagiere mit dem Fuß in die Lücke geraten - und meist schwer verletzt werden.

Londoner U-Bahn

London Underground ist längst nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Sicherheit, Leistungsfähigkeit, Komfort - der ratternden, stöhnenden, häufig verspäteten "Tube" merkt man an allen Ecken und Enden ihr hohes Alter an. Die Auf- und Abgänge sind viel zu eng, die Bahnsteige zu schmal. Nur wenige Stationen sind mit Sicherheitstüren ausgerüstet, um den Sturz auf die Bahngleise zu verhindern. Bis 2006 gab es noch Rolltreppen aus Holz. Die britische Regierung hat bis 2036 die gigantische Summe von 16 Milliarden Pfund zur Verfügung gestellt, um die U-Bahn auf Vordermann zu bringen.

Londoner U-Bahn

Zu den Olympischen Spielen im Sommer 2012 musste die in die Jahre gekommene Londoner Underground Höchstleistungen bringen. Mehr als vier Millionen Fahrten wurden am Spitzentag gezählt. Voller Stolz verkündete die Londoner Nahverkehrsgesellschaft, dass es zu diesem Großereignis zu nur sehr wenigen Ausfällen und Störungen kam.

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