Bildergalerie: Tschernobyl: 30 Jahre nach der Katastrophe erhält der Reaktor eine neue Schutzhülle

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Neue Schutzhülle für den Reaktor in Tschernobyl

Schützhülle für den Reaktor in Tschernobyl

Die neue Schutzhülle des Katastrophenreaktors von Tschernobyl ist fertiggestellt und verhüllt ihn nun vollständig. Am 29. November 2016 wurde sie feierlich übergeben. | Bildquelle: dpa

Schützhülle für den Reaktor in Tschernobyl

Die neue Schutzhülle des Katastrophenreaktors von Tschernobyl ist fertiggestellt und verhüllt ihn nun vollständig. Am 29. November 2016 wurde sie feierlich übergeben.

Schützhülle für den Reaktor in Tschernobyl

Die Stahlkonstruktion wurde in den vergangenen Wochen über den sogenannten Sarkophag geschoben, der 1986 eilig errichtet worden war und mittlerweile brüchig ist. Der muss nun unter der neuen Stahlglocke abgebaut werden, ein gefährliches Unterfangen. Experten vermuten in dem explodierten Reaktor noch 200 Tonnen Uran. Im Vordergrund ist das Denkmal für die Opfer der Reaktorkatastrophe vom 25. April 1986 zu sehen.

Schützhülle für den Reaktor in Tschernobyl

Der Bau der 36.000 Tonnen schweren Konstruktion begann im April 2012 in unmittelbarer Nähe der verlassenen Häuser der Stadt Pribyat, die nach dem 26. April 1986 evakuiert worden war. 50.000 Menschen mussten damals gehen.

Schützhülle für den Reaktor in Tschernobyl

Aufnahme des zerstörten Reaktors und der neuen Schutzhülle im April 2016. Rund zwei Milliarden Euro kostete der Bau. Er war nur durch die Beiträge von 40 Geberländern möglich.

Schützhülle für den Reaktor in Tschernobyl

Am 15. November begann der spektakuläre Transport der Schutzhülle. Auf Spezialschienen wurde sie langsam mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von zehn Metern pro Stunde über den 330 Meter entfernten Reaktor geschoben.

Schützhülle für den Reaktor in Tschernobyl

110 Meter misst die Stahlhülle an ihrer höchsten Stelle. Sie ist 165 Meter land und 257 breit.

30 Jahre Reaktorkatastrophe Tschernobyl: Zerstörter Reaktorblock 4 im April 1986

Die Explosion in dem ukrainischen AKW gilt neben der Katastrophe von Fukushima als bisher schwerster Unfall in der friedlichen Nutzung der Kernenergie. Aufgrund eines misslungenen Experiments kam es in der Nacht vom 25. auf den 26. April 1986 zum Größten Anzunehmenden Unfall - dem sogenannten GAU.

30 Jahre Reaktorkatastrophe Tschernobyl: Zerstörter Reaktor

Zwei Explosionen zerstören den Meiler, vermutlich ausgelöst durch riesige Mengen Wasserstoff. Das Dach stürzt ein, eine radioaktive Wolke breitet sich über Europa aus.

Messung der Radioaktivität in Tschernobyl

Die sowjetischen Medien verschweigen die Katastrophe zunächst. Erst zwei Wochen danach veröffentlicht die "Prawda" das erste Foto des Unglücks. Am 14. Mai informiert Kremlchef Michail Gorbatschow zum ersten Mal die Öffentlichkeit.

30 Jahre Reaktorkatastrophe Tschernobyl: Die Geisterstadt Pripyat

Die nahegelegene Stadt Pripyat mit 50.000 Einwohnern wird unmittelbar nach der Katastrophe geräumt. Bis heute ist sie eine Geisterstadt.

30 Jahre Reaktorkatastrophe Tschernobyl: Riesenrad in der Geisterstadt Pripyat

Das Riesenrad in Pripyat wurde kurz vor der Katastrophe eröffnet. Es sollte für die Lebensqualität in der Region stehen. Heute wuchert der ehemalige Vergnügungspark nach und nach zu.

30 Jahre Reaktorkatastrophe Tschernobyl: Schilder der verlassenen Dörfer

Nicht nur Pripyat ist seitdem unbewohnbar. Am Mahnmal in Tschernobyl stehen einer Allee gleich Schilder mit den Namen der Dörfer, die 1986 rund um das Kernkraftwerk evakuiert wurden. Die Behörden richteten rund um das zerstörte Kernkraftwerk eine 30-Kilometer-Sperrzone ein.

30 Jahre Reaktorkatastrophe Tschernobyl: Der Betonschutzsarkophag

Um den zerstörten Reaktor wurde innerhalb von fünf Monaten ein Betonsarkophag als Schutzmantel errichtet. Doch er blieb ein Provisorium. Es bildeten sich Risse, tragende Wände und das Dach drohten einzustürzen.

30 Jahre Reaktorkatastrophe Tschernobyl: Aufräumarbeiten im zerstörten Reaktor

Viele der Helfer, die früh am Unfallort waren, bezahlten für ihren Einsatz mit dem Leben. Sie löschten nach der Explosion das Feuer, kippten Beton auf die Unglücksstelle, entfernten verstrahlte Fahrzeuge. Insgesamt wurden etwa 600.000 Menschen als sogenannte Liquidatoren registriert. Allein in den ersten Tagen und Wochen nach dem GAU starben 28 Arbeiter. Bis 2005 registrierte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) 4000 Todesfälle infolge der Strahlung. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass mehr als 9000 Liquidatoren an Krebs sterben werden.

Demonstration der Angehörigen der Arbeiter von Tschernobyl für Entschädigung

Ehemalige Liquidatoren und die Angehörigen der Verstorbenen kämpfen bis heute um eine angemessene Entschädigung. Die ukrainische Regierung hat deren Renten Anfang 2016 auf rund 150 Euro erhöht.

30 Jahre Reaktorkatastrophe Tschernobyl: Kinder aus Tschernobyl im Jahr 1991

Die gesundheitlichen Schäden beschränken sich nicht nur auf die Helfer und Arbeiter am Unglücksort. Seit 1990 wurden mehr als 6000 Fälle von Schilddrüsenkrebs in Weißrussland, Russland und der Ukraine gemeldet - eine weit höhere Zahl, als statistisch gesehen zu erwarten wäre. Diese Kinder aus der Region Tschernobyl wurden 1991 in Leipzig behandelt.

30 Jahre Reaktorkatastrophe Tschernobyl: Radioaktivitätsmessung in Deutschland

Auch in Deutschland wurde die Gefahr, die vom GAU in Tschernobyl ausging, zunächst verneint oder heruntergespielt. Der damalige Innenminister Friedrich Zimmermann sagte, eine Gefährdung sei "absolut auszuschließen" - schließlich liege der Unglücksort 2000 Kilometer von Deutschland entfernt. Dann aber wurden auf den Feldern und am Boden erhöhte Werte gemessen.

30 Jahre Reaktorkatastrophe Tschernobyl: Geschlossener Spielplatz

Fußballspiele wurden daraufhin abgesagt, Kinderspielplätze und Freibäder geschlossen. Man sollte sich so wenig wie möglich im Freien aufhalten, rieten die Behörden.

30 Jahre Reaktorkatastrophe Tschernobyl: Belastetes Gemüse wird untergepflügt

Radioaktiv belastetes Gemüse musste untergepfügt werden. Bis heute sind bestimmte Pilzsorten und Wildfleisch teilweise noch stark belastet.

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