Bildergalerie: So alt wie das Grundgesetz

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So alt wie das Grundgesetz

Ulla Schmidt

"1949 geboren zu sein, bedeutet für mich etwas ganz Besonderes: Ich gehöre der ersten Generation an, die nach der schrecklichen Nazi-Zeit ohne Krieg und ohne Hunger aufwachsen durfte. Ich empfinde das als großes Glück, bis heute in Frieden leben zu können! In der Grenzregion Aachen, aus der ich komme, konnten wir es als Kinder konkret spüren, wie verschiedene europäische Nachbarn Schritt für Schritt im Alltag und in einem vereinten Europa friedlich zusammengewachsen sind. Gekrönt wurde die Einigung Europas natürlich mit dem Mauerfall und der Deutschen Einheit. Ich weiß noch, wie die Generation meiner Mutter, die den Krieg erlebt hat, gejubelt hat: Endlich sind wir wieder alle zusammen!" (Ulla Schmidt, Bundesgesundheitsministerin)

Ulla Schmidt

"1949 geboren zu sein, bedeutet für mich etwas ganz Besonderes: Ich gehöre der ersten Generation an, die nach der schrecklichen Nazi-Zeit ohne Krieg und ohne Hunger aufwachsen durfte. Ich empfinde das als großes Glück, bis heute in Frieden leben zu können! In der Grenzregion Aachen, aus der ich komme, konnten wir es als Kinder konkret spüren, wie verschiedene europäische Nachbarn Schritt für Schritt im Alltag und in einem vereinten Europa friedlich zusammengewachsen sind. Gekrönt wurde die Einigung Europas natürlich mit dem Mauerfall und der Deutschen Einheit. Ich weiß noch, wie die Generation meiner Mutter, die den Krieg erlebt hat, gejubelt hat: Endlich sind wir wieder alle zusammen!" (Ulla Schmidt, Bundesgesundheitsministerin)

Volker Kauder

"Ich empfinde Dankbarkeit für das, was unser Land nach Krieg und Nazi-Diktatur in 60 Jahren erreicht hat. Ich bin dankbar für die enorme Aufbauleistung der Nachkriegsgeneration, die es meiner Generation ermöglicht hat, eine Ausbildung zu absolvieren, Arbeit zu finden und wieder Wohlstand zu erlangen: 'Wir können Euch nichts geben, außer Bildung', haben meine Eltern immer zu uns gesagt, aber das war ausreichend, um Chancen zu ergreifen und aufzusteigen. Ich bin dankbar für Frieden und Freiheit, für eine Verfassung, die unsere Demokratie auch in Krisensituationen stabil gehalten hat. Und ich bin dankbar für die Deutsche Einheit, durch die die Teilung Europas überwunden werden konnte." (Volker Kauder, Unionsfraktionschef)

Max Stadler (FDP)

"Die "Väter der Verfassung" haben ein Grundgesetz formuliert, in dem der Schutz der Menschenwürde an erster Stelle steht und ein ausführlicher Katalog von Grundrechten Freiheit garantiert. Dies war nach der Nazibarbarei eine historische Leistung. Mich bewegt besonders, dass es – auch durch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts – so gut gelungen ist, diese Verfassung mit Leben zu erfüllen. Daraus erwächst die Verpflichtung, einem Abbau von Bürgerrechten entschieden entgegenzutreten." (Max Stadler, Jurist und FDP-Bundestagsabgeordneter)

Jens Böhrnsen

"Nach den 50er-Jahren war uns Jugendlichen Deutschland eng geworden: NS-Täter lebten unbehelligt unter uns, Fragen nach Verantwortung für die ungeheuerlichen Verbrechen blieben unbeantwortet. Der junge Staat war schon wieder Obrigkeit geworden. 1968 war Schluss mit der falschen Ruhe als 1. Bürgerpflicht. Protest und Ausprobieren statt Schweigen und Anpassen bestimmten das Geschehen. Diese Zeit war bewegt und sie bewegte etwas. Die richtige Antwort darauf lautete: 'Mehr Demokratie wagen' - und sie kam." (Jens Böhrnsen, Bürgermeister von Bremen)

Michael Steiner

"In der Nacht des 30.09.1989, in der Außenminister Genscher den Zufluchtsuchenden im Garten der Deutschen Botschaft Prag zurief, dass sie ausreisen können, stand ich als Pressereferent der Botschaft hinter ihm auf dem berühmten Balkon. Als der Jubel der Tausenden im Garten, aber kurz darauf auch der tschechischen Oppositionellen auf der Straße vor der Botschaft aufbrandete, lief es mir wie ein Schauer über den Rücken. Ich wusste instinktiv: die Teilung Deutschlands und Europas ist überwunden. Wie alle Botschaftsmitarbeiter war ich unendlich müde. Aber ich war auch glücklich." (Michael Steiner, Deutscher Botschafter in Rom)

Peter Maffay

"Am meisten bewegen mich die Menschen in Deutschland. Als ich mit meinen Eltern 1961 aus Siebenbürgen hierher kam, sind wir mit großer Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft aufgenommen worden. Diese Erfahrung hat sich fortgesetzt. Immer wieder treffe ich auf Menschen, die ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten mit anderen teilen. Dieser Gedanke zieht sich durch die unterschiedlichsten Lebensbereiche, beginnt bei der Rentnerin, die fünf Euro für eine Kinderhilfsorganisation spendet bis hin zur Bundeswehr im Kundus, die den Aufbau und ärztliche Versorgung vor militärischen Aktionismus in Afghanistan stellt. Zu erleben, dass diese Menschlichkeit nach 60 Jahren immer noch Deutschland ausmacht, erfüllt mich mit Stolz." (Peter Maffay, Sänger, hier in seinem Heimatort Radeln in Siebenbürgen/Rumänien)

Robert Hetkämper

"Als ich 15 war, wurde ich in Brüssel von Passanten als 'Deutscher Dreck' bespuckt. In Paris musste ich mitansehen, wie am Jahrestag der Befreiung Deutsche verprügelt wurden. Nach Krieg und Auschwitz sah die Welt noch lange mit Abscheu auf Deutschland. Heute nicht mehr. Bewegend war der alles in allem stetige Prozess der Aussöhnung mit Nachbarn und Opfern. Wir wurden vom Paria zum Partner. Das war möglich, weil Schuld nicht geleugnet und Verantwortung übernommen wurde. Ein Grund mehr, wieder stolz auf unser Land zu sein." (Robert Hetkämper, TV-Korrespondent und Leiter des ARD-Studios Südostasien)

Peter Meyer, ADAC

"Bewegt haben mich - im Sinne des Wortes - Fahrzeuge aller Art: vom ersten Dreirad bis zum ersten Käfer. Schon als Kind habe ich erfahren, dass Mobilität vor allem Freiheit bedeutet. Eine Freiheit, die auch den eigenen Horizont erweitert – etwa bei den ersten Urlaubsreisen nach Holland mit meinen Eltern. 60 Jahre Freiheit und 60 Jahre Mobilität liegen hinter uns. Beides zu erhalten, sollte unserer Gesellschaft mehr als eine Verpflichtung sein. Viele Menschen in unserem Land haben lange genug ohne diese Werte leben müssen." (Peter Meyer, ADAC)

Hans Leyendecker

"Am meisten bewegt hat mich der Auftritt von Willy Brandt im Dezember 1970 in Warschau. Dort, wo früher die Hölle des Warschauer Ghettos war, war Brandt plötzlich auf die Knie gefallen - ungestützt, den Kopf geneigt. Sein Kniefall, der etwa eine halbe Minute dauerte, war ein Bekenntnis - das Schuldbekenntnis eines Mannes, der keine Schuld auf sich geladen hatte, eine Bitte um Vergebung für die Schuld der anderen. Dieses Bild habe ich nie vergessen." (Hans Leyendecker, leitender politischer Redakteur der "Süddeutschen Zeitung")

Imre Törek

"Als Flüchtling, 'so kam ich unter die Deutschen' (Hölderlin, Hyperion), zu einer Zeit, als die Fremdenfrage noch kein Thema war. Wundervoll, wie allmählich fast alle Bereiche des Lebens durch Einflüsse aus anderen Kulturkreisen bereichert wurden und werden. Schmerzlich andererseits, in meiner neuen Heimat, deren Kultur hoch schätzenswert ist, Hass und Gewalt gegenüber Fremden zu erleben. Dennoch fast selbstverständlich, dass ein 'Fremder' seit vielen Jahren Vorsitzender des deutschen Schriftstellerverbands sein kann." (Imre Török, Schriftsteller)

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