Bildergalerie: Sigmund Jähn, der erste Deutsche im All, wird 80

Bilder

1/17

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im All, wird 80

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall

Sigmund Jähn war der erste Deutsche im All. Am 26. August 1978 startete der NVA-Offizier mit dem sowjetischen Kosmonauten Waleri Bykowski mit der "Sojus 31" ins All. Einen Tag später koppelten die Kosmonauten an die Orbitalstation "Saljut 6" an und umrundeten 125 Mal die Erde. | Bildquelle: imago/ITAR-TASS

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall

Sigmund Jähn war der erste Deutsche im All. Am 26. August 1978 startete der NVA-Offizier mit dem sowjetischen Kosmonauten Waleri Bykowski mit der "Sojus 31" ins All. Einen Tag später koppelten die Kosmonauten an die Orbitalstation "Saljut 6" an und umrundeten 125 Mal die Erde.

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall

Jetzt feiert Jähn seinen 80. Geburtstag. Am 13. Februar wurde er in dem kleinen Ort Morgenröthe-Rautenkranz im sächsischen Vogtland geboren. Von 1951 an machte er eine Buchdruckerlehre. Dann ging er zur "Volkspolizei Luft", der Vorläuferin der DDR-Luftstreitkräfte, und machte in der Nationalen Volksarmee Karriere.

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall

Vor dem Luftfahrtmuseum, das ihm zu Ehren in seinem Heimatort eingerichtet wurde, steht ein Mig-Jet. Jähn flog mit dieser Maschine. Er war einer der ersten Düsenpiloten der NVA-Luftwaffe. 1956 wurde Jähn SED-Mitglied. Nach dem Abschluss der sowjetischen Militärakademie für Luftstreitkräfte war er Ausbilder und Inspekteur bei den Luftstreitkräften und wurde mit dem Titel "Verdienter Militärflieger der DDR" ausgezeichnet.

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall, beim Training mit Waleri Bykowski

Als auf einem sowjetischen Raumschiff erstmals ein deutscher Kosmonaut mitfliegen sollte, fiel die Wahl auf Jähn. 1976 zog er unter höchster Geheimhaltung mit Frau und den Töchtern Marina und Grit in das Kosmonautenzentrum Swjosdny Gorodok (deutsch Sternenstädtchen) bei Moskau. Das Foto zeigt ihn mit dem Kapitän der Mission, dem Sowjetoberst Waleri Bykowski, beim Training.

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall, mit Frau und Tochter in einem Freizeitpark bei Moskau

Zwei Jahre wurde er im "Sternenstädtchen" als Kosmonaut ausgebildet. Das Foto zeigt ihn mit seiner Frau und Tochter Grit sowie Waleri Bykowski in einem Freizeitpark.

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall in Baikonur mit Waleri Bykowski

Sigmund Jähn und Waleri Bykoswki im Kosmodrom von Baikonur in der kasachischen Steppe. Von dort aus starten bis heute die russischen Weltraumflüge.

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall

Am 26. August 1978 flogen Kommandant Bykowski und Kopilot Jähn von Baikonur aus ins All. Sie machten bei den 125 Erdumrundungen zahlreiche Experimente. Jähn machte zahlreiche Aufnahmen von der Erde mit der Multispektral-Fotokamera MKF-6 aus Jena.

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall

Am 3. September 1978 landeten Jähn und Bykowski mit einer Kapsel in der kasachischen Steppe. Der damals 41-jährige Jähn behielt allerdings durch die unsanfte Landung Schäden an der Wirbelsäule zurück, wie er Jahre später eingestand.

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall

Nach seiner Rückkehr aus dem All kannte ihn in der DDR jedes Kind. Schulen und Kindergärten wurden nach ihm benannt. Er tourte in den Wochen nach seiner Landung mit Bykowski durch die DDR. Auf der Karl-Marx-Allee gab es eine große Parade. Mit Staats- und Parteichef Honecker fuhren in Jähn und Bykowski in der offenen Limousine durch Ost-Berlin und wurden von der Bevölkerung bejubelt.

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall

Die DDR zeichnete Jähn mit Medaille und Urkunde für den Ehrentitel "Fliegerkosmonaut der Deutschen Demokratischen Republik", dem Karl-Marx Orden sowie Medaille und Urkunde für den Titel "Held der Deutschen Demokratischen Republik" aus, die ihm von Honecker verliehen wurden. |

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall

Kurz nach der Landung wurde ihm im Kreml in Moskau vom sowjetischen Staats- und Parteichef Leonid Breschnjew der Lenin-Orden und die Medaille "Goldener Stern" verbunden mit dem Titel "Held der Sowjetunion" verliehen.

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall

Jähn war eines der bekanntesten Gesichter des Sozialismus. Immerhin hatte die DDR die Bundesrepublik im Rennen um den ersten Deutschen im Weltraum geschlagen. Die SED erhoffte sich vom Genossen Jähn einen Prestigegewinn. Er reiste in offiziellen Delegationen mit und war Delegierter auf den SED-Parteitagen, wie hier im Jahr 1981. Nach seiner Rückkehr aus dem All wurde er zum stellvertretenden Leiter des Zentrums für Kosmische Ausbildung der NVA-Luftstreitkräfte berufen. 1979 wurde er Chef dieses Zentrums und blieb es bis zur Wende 1990.

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall, gibt ein Autogramm

Schnell ein Autogramm am Rande des Parteitags. Im Rampenlicht zu stehen, habe er als anstrengender empfunden als den Raumflug selbst, sagte er einmal.

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall, und Bykowski 1988

Jähn hatte aus dem Arbeiter- und Bauernstaat eine Raumfahrernation gemacht. Er hatte viele Repräsentationspflichten. Er selber sagte, er hätte sich lieber mehr der Wissenschaft gewidmet. Hier hält er 1988 eine Rede vor einer Fliegerschule. Im Hintergrund (2. von links) steht sein Weltraumkollege Waleri Bykowski.

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall

Seine Erlebnisse und Eindrücke verarbeitete Jähn 1983 in seinem Buch "Erlebnis Weltraum". Der Blick auf die Erde, die Polarlichter, die zerbrechlich wirkende Atmosphäre - all dies habe sich in sein Gedächtnis eingebrannt, sagte er einmal in einem Interview.

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall, und Ulf Merbold

Ulf Merbold (rechts) war der erste westdeutsche Raumfahrer. Im November 1983 startete er in einem Space Shuttle ins All, um das Weltraumlabor Spacelab in Betrieb zu nehmen. Jähn und Merbold sind seit Jahren befreundet. Nach der Wende und der Abwicklung der DDR-Volksarmee wurde der Kosmonaut zunächst arbeitslos. Merbold empfahl ihn beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. In den folgenden Jahren bildete der erste Deutsche im All im Sternenstädtchen bei Moskau europäische Astronauten aus.

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall als Referent

Im Jahr 2007 ging Sigmund Jähn in den Ruhestand. Er lebt in Strausberg bei Berlin und zieht sich häufig in die Datsche in seinem Geburtsort zurück. Als Referent - hier im Jahr 2015 in einem Mehrgenerationenzentrum in Barleben - ist er immer noch sehr gefragt.

Darstellung: