Bildergalerie: Seitenwechsler von der Politik zur Wirtschaft

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Überblick: Seitenwechsler von der Politik zur Wirtschaft

Eckart von Klaeden

Von der Regierung direkt zu Daimler: Eckart von Klaeden hat mit seinem Wechsel in den Job des Daimler-Cheflobbyisten Ende 2013 sogar Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Vorteilsannahme ausgelöst. Der 48-Jährige gehörte vor seinem Wechsel in die Wirtschaft zum engsten Mitarbeiterkreis um Bundeskanzlerin Angela Merkel: Er war Staatsminister im Kanzleramt - und hatte sich als solcher auch in den Streit mit der EU über Abgasnormen für Autos eingeschaltet, die für Daimler eine große Rolle spielen. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Eckart von Klaeden

Von der Regierung direkt zu Daimler: Eckart von Klaeden hat mit seinem Wechsel in den Job des Daimler-Cheflobbyisten Ende 2013 sogar Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Vorteilsannahme ausgelöst. Der 48-Jährige gehörte vor seinem Wechsel in die Wirtschaft zum engsten Mitarbeiterkreis um Bundeskanzlerin Angela Merkel: Er war Staatsminister im Kanzleramt - und hatte sich als solcher auch in den Streit mit der EU über Abgasnormen für Autos eingeschaltet, die für Daimler eine große Rolle spielen.

Gerhard Schröder

Kurz nach seinem Abschied aus dem Kanzleramt übernahm Gerhard Schröder 2005 den Aufsichtsratsvorsitz bei der vom russischen Konzern Gazprom dominierten Ostsee-Pipeline Nord Stream. Damit handelte sich der SPD-Politiker parteiübergreifend Kritik ein, weil er als Bundeskanzler das Geschäft gemeinsam mit dem damaligen russischen Präsidenten Wladimir Putin politisch in die Wege geleitet hatte.

Ronald Pofalla

Ronald Pofalla warf Altkanzler Schröder damals fehlenden Anstand vor. 2013 zog wiederum Ronald Pofalla die öffentliche Erregung auf sich. Nach der Wahl fiel er nach Angela Merkels Personalrochade aus seinem Job als Chef des Kanzleramtes raus und wurde Cheflobbyist beim Staatskonzern Deutsche Bahn.

Joschka Fischer

Schröders Ex-Koalitionspartner Joschka Fischer ließ sich mit seinem Seitenwechsel mehr Zeit und erfüllte damit Forderungen nach einer Karenzzeit für Politiker. Dafür stieg Fischer dann aber so umfassend wie wenige andere in den Lobbyismus ein: Der ehemalige Außenminister und Grünen-Spitzenpolitiker gründete eine eigene Beraterfirma mit Sitz in Berlin, die mit der Albright Group der früheren US-Außenministerin Madeleine Albright verbunden ist. Fischer sicherte sich Verträge mit namhaften Unternehmen wie Siemens, BMW oder dem Rewe-Konzern und beriet etwa den Energiekonzern RWE beim Bau einer Gas-Pipeline.

Martin Bangemann

Für den FDP-Politiker Martin Bangemann ging es nahtlos von der Politik in die Wirtschaft: Vom Posten des Bundeswirtschaftministers (1984-1988) wechselte er 1989 nach Brüssel, wo er bis 1999 als EU-Kommissar für Industriepolitik beziehungsweise Telekommunikation zuständig war. In seiner Amtszeit trieb er vor allem die Liberalisierung der Telefonmärkte in Europa voran und trug damit zum Aufbrechen der bisherigen staatlichen Monopole in diesem Bereich bei. Noch während seiner Amtszeit nahm Bangemann einen Job beim spanischen Telekommunikationsunternehmen Telefónica an - ein offensichtlicher Interessenskonflikt.

Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon

Von seinem Posten des bayerischen Finanzministers aus bewarb sich Georg Fahrenschon 2011 für den Posten des Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, zu dem er dann Ende 2011 gewählt wurde. Das ist auch pikant, weil sich Fahrenschon zuvor als Minister für die Interessen der Sparkassen eingesetzt hatte.

Kurt Beck

Anfang 2013 trat Kurt Beck als rheinland-pfälzischer Ministerpräsident zurück - offiziell aus gesundheitlichen Gründen. Im Juni 2013 fing er als Berater beim Pharmakonzern Boehringer Ingelheim an. An Transparenz ließ es der SPD-Politiker dabei vermissen: So wurde der neue Job erst vier Monate nach Becks Seitenwechsel bekannt gegeben.

Matthias Wissmann

Matthias Wissmann, von 1993 bis 1998 Bundesverkehrsminister, wechselt im Juni 2007 an die Spitze des Verbandes für Automobilindustrie. Sein CDU-Bundestagsmandat legt er einen Monat vor dem Seitenwechsel nieder.

Stefan Mappus

Der ehemalige Regierungschef von Baden-Württemberg, Stefan Mappus, wechselte nach der CDU-Wahlniederlage fast übergangslos in die Wirtschaft. Im Juni 2011 endete seine politische Tätigkeit, im September begann er beim Pharmakonzern Merck. Inzwischen arbeitet Mappus als Berater im Vorstand eines IT-Beratungsunternehmens.

Gunda Röstel

Von 1996 bis 2000 war Gunda Röstel Bundesvorsitzende der Grünen, im Oktober 2000 wechselte sie von der Politik in die Privatwirtschaft. Sie wurde Managerin für Projektentwicklung und Unternehmensstrategie bei der E.ON-Tochter Gelsenwasser AG. 2004 wurde sie Geschäftsführerin der Stadtentwässerung Dresden. Nach dem Wahlsieg der Grünen in Baden-Württemberg im Jahr 2011 zog sie in den Aufsichtsrat des teilstaatlichen Energieversorgers EnBW ein.

Lothar Späth

Keine Zeit zu verlieren hatte Lothar Späth bei seinem Wechsel in die Wirtschaft: Bis Anfang 1991 war er Ministerpräsident von Baden-Württemberg und CDU-Landeschef, im Juni 1991 übernahm er die Leitung von Jenoptik und führte das Unternehmen 1998 als Vorstandschef an die Börse.

SPD-Politiker Otto Schily

Bis Herbst 2005 war Otto Schily Bundesinnenminister, knapp ein Jahr später wurde der SPD-Politiker Aufsichtsratsmitglied der Byometric Systems AG und der Safe Solutions AG. Beide Unternehmen stellen biometrische Anwendungen her. In seiner Amtszeit als Minister hatte sich Schily für die Einführung biometrischer Merkmale in Ausweispapieren eingesetzt.

Roland Koch

Im Mai 2010 kündigte Hessens Ministerpräsident Roland Koch überraschend seinen Rückzug von allen politischen Ämtern an. Nur wenige Wochen später gab es Berichte über einen bevorstehenden Wechsel zum Baukonzern Bilfinger Berger. Dieser wurde 2011 dann Wirklichkeit. Vom 1. Juli 2011 bis 8. August 2014 war er Vorstandschef des Konzerns. Nach zweimaliger Senkung der Gewinnprognose gab er den Posten auf. Er wird jedoch bis zu seinem Vertragsende im Februar 2016 sein Gehalt von mehr als zwei Millionen Euro pro Jahr weiter beziehen.

Dirk Niebel

Markenzeichen Gebirgsjägermütze aus alten Bundeswehr-Zeiten: Von 2009 bis 2013 war Dirk Niebel Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit - jetzt wechselt er in die Wirtschaft und wird zum Januar 2015 Cheflobbyist von Rheinmetall.

Philipp Rösler bei seiner Ankunft im FDP-Präsidium

Auch der Ex-FDP-Chef und früherer Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hat nach seiner aktiven Zeit als Politiker einen neuen Job gefunden. Seit Februar 2013 ist er Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des Weltwirtschaftsforum in Genf. Entscheidend für die Auswahl sei allerdings nicht Röslers Vergangenheit als FDP-Chef oder Wirtschaftsminister gewesen, sondern die Frage, ob er die menschlichen und beruflichen Fähigkeiten mitbringe, diesen Posten auszufüllen, sagte Klaus Schwab, der Gründer des Weltwirtschaftsforums, in einem Interview im Dezember 2013.

Daniel Bahr

Der ehemalige Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat seit November 2014 einen neuen Job: Manager für die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) mit Aussicht auf einen Vorstandsposten. Bahr war zwischen 2005 und 2009 gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, als Gesundheitsminister entwickelte er den sogenannten Pflege-Bahr - eine private Zusatzversicherung für die Pflege, die auch von der Allianz angeboten wird.

Katherina Reiche

Ausgerechnet in der Woche, in der das Kabinett sich mit einer Karenzzeit für Politiker befassen will, die von der Politik in die Wirtschaft wechseln wollen, wird ein weiterer Fall bekannt: Die bisherige Verkehrsstaatssekretärin Katherina Reiche soll zum 1. September 2015 Hauptgeschäftsführerin des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU) werden.

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