Bildergalerie: 60 Jahre Bundeswehr

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60 Jahre Bundeswehr

60 Jahre Bundeswehr

Zehn Jahre nach der Kapitulation: Wehrmachts-Generäle für die Streitkräfte der Demokratie. Adolf Heusinger (vorn) und Hans Speidel sind unter den ersten 101 Freiwilligen, die am 12. November 1955 im Rahmen einer Feierstunde in der Ermekeil-Kaserne in Bonn von Bundesverteidigungsminister Theodor Blank (rechts) ihre Ernennungsurkunden erhalten. Für den Aufbau der neuen Bundeswehr sind 51 Milliarden DM veranschlagt. | Bildquelle: dpa

60 Jahre Bundeswehr

Zehn Jahre nach der Kapitulation: Wehrmachts-Generäle für die Streitkräfte der Demokratie. Adolf Heusinger (vorn) und Hans Speidel sind unter den ersten 101 Freiwilligen, die am 12. November 1955 im Rahmen einer Feierstunde in der Ermekeil-Kaserne in Bonn von Bundesverteidigungsminister Theodor Blank (rechts) ihre Ernennungsurkunden erhalten. Für den Aufbau der neuen Bundeswehr sind 51 Milliarden DM veranschlagt.

60 Jahre Bundeswehr: Theodor Blank, der erste Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland

Widerstandskämpfer als neue Militärführung: Theodor Blank, der erste Verteidigungsminister der Bundesrepublik, mit den Generalen Heusinger (links) und Speidel (rechts). Speidel war im Zweiten Weltkrieg enger Mitarbeiter von Generalfeldmarschall Rommel und gilt als Unterstützer der Verschwörer des 20. Juli. Die Gestapo verdächtigte auch Heusinger, doch ihm konnte nichts nachgewiesen werden.

60 Jahre Bundeswehr: Ernennung der ersten 101 Freiwilligen der deutschen Streitkräfte am 12.11.1955 in der Ermekeilkaserne in Bonn

Deutschland wieder unter Waffen: Am 12. November 1955 überreicht Bundesverteidigungsminister Theodor Blank (CDU) in einer Fahrzeughalle der Ermekeil-Kaserne in Bonn den ersten 101 Freiwilligen der neuen deutschen Streitkräfte ihre Ernennungsurkunde. Nur zwölf der neuen Soldaten erschienen in Uniform, der Rest kam in Zivil. Der Entscheidung zur Wiederbewaffnung waren heftige politische wie gesellschaftliche Diskussionen vorausgegangen.

60 Jahre Bundeswehr:

Die Sieger bewaffnen die Besiegten: Ein Freiwilliger nach der Einkleidung in Uniform und mit Gewehren. Die am 2. Januar 1956 in Andernach eingetroffenen ersten fünfhundert Offiziers- und Unteroffiziersanwärter sollten drei Monate in Deutschlands erster Garnison bleiben und später als Ausbilder auf die verschiedenen Kasernen verteilt werden. Die Ausrüstung der neuen Streitkräfte bestand vor allem aus Material aus US-amerikanischen Beständen.

60 Jahre Bundeswehr: Marine-Freiwillige treffen am 2.1.1956 in Wilhelmhaven ein

Die ersten Freiwilligen für die Marine-Lehrkompanie treffen am 2. Januar 1956 in der Ebkeriege-Kaserne in Wilhelmshaven (Niedersachsen) ein.

60 Jahre Bundeswehr

Ansichtskarte mit Stahlhelm: Die Bundeswehr baute in der rheinland-pfälzischen Kleinstadt Andernach ihren ersten größeren Standort. Nach der Einkleidung machten einige der Freiwilligen Erinnerungsfotos.

60 Jahre Bundeswehr: Adenauer in Andernach

Wiederbewaffnung zum Erhalt des Friedens? Bundeskanzler Konrad Adenauer mit Verteidigungsminister Theodor Blank beim Abschreiten der Front angetretener Soldaten am 20. Januar 1956 in Andernach. Der Kanzler spricht angesichts der Neuaufstellung deutscher Streitkräfte von der "Herzenssache" Heimatverteidigung.

60 Jahre Bundeswehr: Wehrpflicht ab 1957

Bitte mal husten! In allen Teilen der Bundesrepublik – wie hier in München - fanden am 21. Januar 1957 die ersten Musterungen der Wehrpflichtigen des Jahrgangs 1937 statt. Bis zur Aussetzung der Wehrpflicht 2011 wurden die Wehrpflichtigen jedes Jahres eingehend ärztlich untersucht und nach ihrem Tauglichkeitsgrad eingestuft oder gegebenenfalls ausgemustert.

60 Jahre Bundeswehr: Beginn der Wehrpflicht

Begrüßung mit Handschlag: Der "UvD" (Unteroffizier vom Dienst) heißt erste Wehrpflichtige am 1. April 1957 in ihrer Kaserne in Amberg willkommen. Dort treten sie ihren Grundwehrdienst an.

60 Jahre Bundeswehr: Starfighter

"Witwenmacher" mit doppelter Schallgeschwindigkeit: Die Lockheed F-104G Starfighter war das erste Kampfflugzeug der Bundesluftwaffe, das mit Überschall fliegen konnte. Doch die Maschine war nicht völlig ausgereift und erforderte sehr erfahrene Piloten. Von den 916 Starfightern, die die Luftwaffe bis 1991 im Einsatz hatte, stürzten 292 ab, dabei starben 116 Piloten.

Franz-Josef strauss und Konrad Adenauer.

Bedingt abwehrbereit - der "Spiegel" enthüllt 1962 den miserablen Zustand der Bundeswehr. Bei der NATO-Übung "FALLEX 62" hatte sich herausgestellt, dass die deutschen Streitkräfte nur ungenügend für den Verteidigungsfall gerüstet waren. Kanzler Adenauer spricht nach dem Artikel von einem "Abgrund von Landesverrat", Verteidigungsminister Strauß drängt auf die Verhaftung von "Spiegel"-Chef Augstein sowie mehrerer Autoren des Artikels. Die "Spiegel-Affäre" endet mit der Freilassung der Journalisten und dem Rücktritt von Strauß. Im Bild: Adenauer und Strauß beim Großen Zapfenstreich, mit dem der Minister am 19. Dezember 1962 verabschiedet wird.

60 Jahre Bundeswehr: haarschnitt oder Haarnetz

"German Hair Force" – am 8. Februar 1971 verordnet Bundesverteidigungsminister Helmut Schmidt der Bundeswehr das "Haarnetz, dunkelgrau, Nylon, für Mannschaften". Schmidt reagierte damit auf den reichlich unmilitärischen Frisurentrend zu langen Haaren.

60 Jahre Bundeswehr: wiedervereinigung

Armee der Einheit: Beim ersten öffentlichen Bundeswehrgelöbnis in Ostdeutschland leisteten am 19. Oktober 1990 in Bad Salzungen 250 Rekruten der früheren Nationalen Volksarmee der DDR den Fahneneid. Von den 173.000 NVA-Soldaten taten bis Ende 1998 nur noch 9300 in der gesamtdeutschen Bundeswehr Dienst.

60 Jahre Bundeswehr: Die ersten Blauhelme

"Out of area or out of business" - an Auslandsmissionen teilnehmen oder international abgemeldet sein. So erging es der Bundeswehr Anfang der 1990er-Jahre. Die Politik führte die deutschen Streitkräfte schrittweise in Einsätze außerhalb des Bündnisgebietes der NATO – unter heftigem Protest der Friedensbewegung. Bundesverteidigungsminister Volker Rühe besucht am 29. Mai 1992 deutsche Blauhelm-Soldaten in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh. Zum ersten Mal nehmen 1992 Bundeswehrangehörige an einer Friedensmission der Vereinten Nationen teil.

60 Jahre Bundeswehr: Kosovo-Einsatz

Pulverfass Balkan: Einheiten der IFOR (Implementation Force) bewachen im März 1996 den Einsatz deutscher Pioniere, die eine Brücke bei Visoko (Kroatien) reparieren. Die IFOR stand unter Kommando der NATO, agierte aber im Auftrag der UN. Der Einsatz im Bosnien-Konflikt markiert einen Wendepunkt für die Bundeswehr: Es war ihr bis dahin größter und gefährlichster Auslandseinsatz, bei dem auch Kampfhandlungen nicht ausgeschlossen werden konnten.

60 Jahre Bundeswehr: Kosovoeinsatz

Schutz für Flüchtlinge: Ein Konvoi der Bundeswehr fährt durch den jugoslawischen Ort Djeneral Jankovic, nachdem er die mazedonisch-jugoslawische Grenze passierte. Seit dem Morgen des 12. Juni 1999 ziehen die internationalen KFOR (Kosovo Force)-Friedenstruppen in das Kosovo ein. Einheiten der Bundeswehr übernehmen den ihnen zugewiesenen Sektor im Südwesten der Provinz. KFOR soll die friedliche Rückkehr von Flüchtlingen nach dem Ende des Kosovo-Krieges sichern.

60 Jahre Bundeswehr: Kosovo

Längster Einsatz der Bundeswehr: Mit dem Bordmaschinengewehr sichert ein deutscher KFOR-Soldat am 23. Juni 1999 bei einem Routineflug über Prizren im Kosovo den Helikopter. Die deutsche KFOR-Einheit im Kosovo verfügt zur Zeit über rund 660 Soldaten, der KFOR-Einsatz ist mit mehr als 16 Jahren der bislang längste Auslandseinsatz der Bundeswehr.

60 Jahre Bundeswehr: tornado-Einsatz in Serbien

Abheben zur Zeitenwende: Tornado-Jets starten Ende März 1999 zum ersten Kampfeinsatz deutscher Soldaten seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Von der Militärbasis San Damiano nahe Piacenza in Norditalien fliegen sie Angriffe gegen serbische Ziele in Jugoslawien. Die Tornados sollen gegnerische Luftabwehr- und Radarstellungen zerstören. Die Bundesregierung aus SPD und Grünen hatte sich trotz massiven Widerstandes vor allem bei der grünen Basis dazu entschlossen, sich an dem Kampfeinsatz der NATO, für den es kein UN-Mandat gab, zu beteiligen. Kritiker sehen darin einen Bruch des Völkerrechts.

60 Jahre Bundeswehr: Frauen in der Bundeswehr

Truppenbild mit Dame: Soldatinnen im Januar 2001 in Dörverden (Kreis Verden) bei der Essensausgabe während einer Übungspause. Seit einem Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofes im Januar 2000 muss die Bundeswehr alle Tätigkeiten für Frauen öffnen. Bis dahin war Frauen nur der Dienst in der Militärmedizin oder bei den Musikkorps gestattet. Heute dienen gut 19.000 Frauen in den Streitkräften, was einem Anteil von knapp elf Prozent entspricht.

60 Jahre Bundeswehr: Antipiraterie-Einsatz am Horn von Afrika

Auf hoher See gegen den Terrorismus: Die deutsche Fregatte "Emden" durchquert am 21. Januar 2002 den Suezkanal. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik beteiligt sich die Marine an einem Anti-Terror-Einsatz. Er ist die Folge der "uneingeschränkten Solidarität", die der damalige Bundeskanzler Schröder nach den Anschlägen vom 11.September 2001 den USA zusichert. Am Horn von Afrika überwachen bis heute auch deutsche Kriegsschiffe die Seewege zwischen dem Persischen Golf und dem Roten Meer. Inzwischen liegt der Schwerpunkt allerdings auf der Bekämpfung der Piraterie.

60 Jahre Bundeswehr: Afghanistan-Einsatz

"Deutschlands Freiheit wir auch am Hindukusch verteidigt". So begründete der damalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) die Beteiligung der Bundesrepublik an der internationalen Militärintervention in Afghanistan. Im Bild: Ein deutscher Soldat in Kabul auf Streife im Januar 2002.

60 Jahre Bundeswehr: Afghanistan-Einsatz

"Stabilisierungseinsatz" oder "Krieg"? Bundeswehrsoldaten kommen am 18. August 2011 nach einem Einsatz in das Polizeihauptquartier Charrah Darreh - hinter ihnen rollt ein Schützenpanzer Typ Marder. Die heftigsten Gefechte, in die deutsche Soldaten seit Ende des Zweiten Weltkrieges verwickelt sind, ändern den Blick auf den Afghanistan-Einsatz. Bis zum Herbst 2015 kommen 54 Soldaten ums Leben. Die Politik scheut sich lange, von einem "Krieg" am Hindukusch zu sprechen – das ändert sich erst 2010 mit Verteidigungsminister zu Guttenberg. Bis heute ist die Bundeswehr in Afghanistan präsent.

60 Jahre Bundeswehr: Aussetzung der Wehrpflicht

Das Ende des "Staatsbürgers in Uniform"? Die 200 Soldaten, die Ende Februar 2011 während eines feierlichen Gelöbnisses auf dem Marktplatz von Geithain stehen, sind einige der letzten Wehrpflichtigen, die geloben, "die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“. Die Wehrpflicht wird in Deutschland zum 1. Juli 2011 ausgesetzt. Damit endet auch der zivile Ersatzdienst. Grund ist die herrschende Wehrungerechtigkeit. Immer weniger junge Männer eines Jahrgangs werden tatsächlich eingezogen, weil die Bundeswehr immer weniger Bedarf für sie hat. Auch in Gesellschaft und Parlament bröckelt die Zustimmung zur Wehrpflicht. Der obligatorische Dienst an der Waffe kann allerdings im Krisenfall wiederbelebt werden.

Standortschließungen - hier Mühlhausen

Schrumpfkur: Mit einem Großen Zapfenstreich verabschieden sich die Soldaten des Artillerieregiments 100 am im Mai 2013 in Mühlhausen (Thüringen) von ihrer Garnisonsstadt. Durch die Bundeswehrreform von Verteidigungsminister de Maizière werden 31 Standorte komplett geschlossen und etliche weitere zum Teil drastisch verkleinert.

60 Jahre Bundeswehr: Ursula von der Leyen

Frontfrau: Mit Ursula von der Leyen steht seit dem 17. Dezember 2013 erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eine Frau an der Spitze der Bundeswehr. Von der Leyen will die Streitkräfte zum "attraktivsten Arbeitgeber" der Republik machen. Außerdem beginnt unter ihrer Führung und als Folge der Rüstungsaffären rund um Aufklärungsdrohne Eurohawk, Kampfhubschrauber Tiger und Transportflugzeug A400M eine grundlegende Neuordnung des Rüstungssektors.

Der erste A400M, der an die Bundeswehr übergeben wurde, nach seiner Landung auf dem Fliegerhorst Wunstorf.

Von Pannenvögeln und Kabelbäumen: Der Transportflieger Airbus A400M steht beispielhaft für die vielen Rüstungsdebakel, die die Bundeswehr im Laufe ihres Bestehens durchlebte. Die Maschine kommt mit vier Jahren Verspätung, hat jede Menge Mängel und wird deutlich teurer. Noch schlimmer ist die Lage beim Kampfjet Eurofighter: 14 Jahre Verspätung und mehr als viermal höhere Kosten. Schlechte Nachrichten auch bei den Hubschraubern NH90 und Tiger. Beim einen explodiert ein Triebwerk, beim anderen scheuern die Kabelbäume durch. Schon die junge Bundeswehr leistet sich mit der Beschaffung des unausgereiften und mangelhaften Schützenpanzers HS30 im Jahr 1956 den ersten Rüstungsskandal. Im Bild: Der erste A400M wird unter anderem von der Verteidigungsministerin in Empfang genommen.

60 Jahre Bundeswehr: Flüchtlingskrise

Rettungsboot für Flüchtlinge: Nach dem Tod Hunderter Flüchtlinge, die beim dem Versuch, per Boot von Nordafrika in die EU zu gelangen, ertrinken, entscheidet die EU, etwas gegen Schleuser zu unternehmen. Auch die Deutsche Marine beteiligt sich mit mehreren Kriegsschiffen an dem Einsatz. Dabei kann die Marine Hunderte Flüchtlinge aus Seenot retten. Im Bild: Flüchtlinge an Bord der Fregatte Hessen.

60 Jahre Bundeswehr - Zapfenstreich in Berlin

Das Jubiläum wurde am Vorabend mit einem Zapfenstreich vor dem Reichstag in Berlin gewürdigt.

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