Bildergalerie: Bezwingung der 16 Riesen

Bilder

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Bezwinger der 16 Riesen

Pittiplatsch vor einem tagesschau-Logo

Für alle, die mich nicht aus dem Sandmännchen kennen: Ich bin Pittiplatsch - oder auch einfach Pitti, wie mich meine Freunde Schnatterinchen und Moppi nennen. Normalerweise erlebe ich meine Abenteuer im Kinderkanal, im RBB und im MDR. Aber die Idee für ein besonders großes Abenteuer kam mir bei einem Besuch in Hamburg. Ein tagesschau.de-Redakteur erzählte mir, welche Berge in der Welt er schon bestiegen hatte. Doch keiner von uns war jemals auf den höchsten deutschen Gipfeln gewesen. Die höchsten Berge der meisten Bundesländer kannten wir noch nicht einmal. Das wollten wir ändern und gingen gemeinsam auf Tour.

Pittiplatsch vor einem tagesschau-Logo

Für alle, die mich nicht aus dem Sandmännchen kennen: Ich bin Pittiplatsch - oder auch einfach Pitti, wie mich meine Freunde Schnatterinchen und Moppi nennen. Normalerweise erlebe ich meine Abenteuer im Kinderkanal, im RBB und im MDR. Aber die Idee für ein besonders großes Abenteuer kam mir bei einem Besuch in Hamburg. Ein tagesschau.de-Redakteur erzählte mir, welche Berge in der Welt er schon bestiegen hatte. Doch keiner von uns war jemals auf den höchsten deutschen Gipfeln gewesen. Die höchsten Berge der meisten Bundesländer kannten wir noch nicht einmal. Das wollten wir ändern und gingen gemeinsam auf Tour.

Hohe Berge Bundesländer

Bevor es losgehen konnte, musste ich aber herausfinden, wo die Gipfel der 16 Bundesländer überhaupt liegen. Alle Karten, Bücher und Statistiken machten schnell klar, dass das schwieriger war als gedacht. Nicht nur die angegebene Höhe der Berge schwankte je nach Quelle. Die Wahl des Ziels hing manchmal sogar von der Frage ab, ob es um den höchsten Gipfel eines Bundeslandes ging oder um den höchsten Punkt. Klar war aber schnell, dass nur natürliche Erhebungen für diese Tour in Frage kamen. Damit war der Müllberg in der Bremer Blockland-Deponie aus dem Rennen, obwohl er den Rest der Stadt überragt. Schließlich beschloss ich, mich im Zweifelsfall auf die Angaben des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie zu verlassen. Dann begann endlich die Planung der vielen Touren durch ganz Deutschland – zur ersten brach ich am 14. Oktober 2010 auf, der letzte Gipfel war am 27. September 2011 geschafft.

Gipfelbild des Kutschenberg

Kutschenberg (Brandenburg), 201 Meter: Schon die Reise zum ersten Gipfel zeigte mir, dass die höchsten Berge meist fern der großen Städte in der Provinz liegen. Doch nirgendwo spiegelt sich das so gut wider wie im Namen des Ausgangsortes dieser ersten Tour. Schon nach einem kurzen Spaziergang durch Wohnstraßen und ein kleines Waldstück stand ich auf dem Gipfel. Der Panoramablick reichte leider nur ein paar Meter weit. Denn Brandenburgs höchster Berg liegt mitten im Wald. Aber war ich hier überhaupt richtig? Der Kutschenberg wird zwar von den Behörden als höchster Berg des Landes geführt. Ein paar Zentimeter höher ist aber laut Statistik der höchste topographische Punkt Brandenburgs. Dieser liegt direkt auf der Landesgrenze zu Sachsen am Heideberg. Weil sich dessen Gipfel aber auf der anderen Seite der Grenze befindet, gilt er nicht als höchster Berg Brandenburgs.

Gipfelfoto des Wasserkuppe

Wasserkuppe (Hessen), 950 Meter: Wer auf Hessens Gipfel will, kann sich einfach mit dem Linienbus dorthin fahren lassen. Ich stieg aber schon ein paar Kilometer vorher in Poppenhausen aus und wanderte lieber über Wiesen und Felder. Schon von weitem entdeckte ich das Radom auf dem Gipfel, den Rest der Radarstation aus dem Kalten Krieg, die damals wegen der Lage ganz in der Nähe des Eisernen Vorhangs sehr wichtig war. Auf dem Berg wartet aber noch eine weitere Attraktion: ein Flugplatz. Denn die Wasserkuppe gilt als Wiege des Segelflugs. Dort ist auch die älteste Segeflugschule der Welt zu finden. Was soll ich sagen: Bergsteigen bildet!

Gipfelfoto des Helpter Berges

Helpter Berg (Mecklenburg-Vorpommern), 179 Meter: Das erste Gipfelkreuz meiner Tour. Doch die richtige Markierung des höchsten Punktes ist der Stein, auf dem ich sitze. Von dieser Bergtour bleibt mir aber etwas ganz anderes in Erinnerung: Direkt am Weg und in dessen Nähe stehen mehr Hochstände, als mir je zuvor begegnet sind. Da kann einem schnell mal mulmig werden, wenn man als kleiner Kobold wie ich durch dichten Nebel über Waldwege stapft und niemand sonst zu sehen oder zu hören ist.

Großer Müggelberg

Großer Müggelberg (Berlin), 115 Meter: Der Aufstieg beginnt bei Rübezahl. Ehrlich: So heißt die Bushaltestelle am Müggelsee. Das ist einem gleichnamigen Ausflugslokal zu verdanken, das hier seit mehr als 100 Jahren Gäste anlockte. Der Rauschebart des damaligen Wirtes soll für die Namenswahl gesorgt haben. Doch auf dem Weg zum Gipfel dachte ich mehr darüber nach, ob es mir gelänge, diesen zu finden. Ein Schild wies mir schließlich den Weg. Wenig später ließ ein weiteres Schild keinen Zweifel daran, dass ich mein Ziel erreicht hatte. Zum Glück, denn ringsum im Wald sehen einige andere Kuppen ähnlich hoch aus.

Gipfelfoto des Bungsbergs

Bungsberg (Schleswig-Holstein), 167 Meter: Wie hoch ist er, der Bungsberg? Der Wegweiser knapp unterhalb des Gipfels sagt eindeutig: 168 Meter. Das stimmt mit den Angaben des Statistischen Landesamtes überein. Doch das Bundesamt gibt die Höhe mit 167 Metern an. Ein Meter hin oder her: Ich hatte einen wunderschönen Fernblick über Teile Schleswig-Holsteins, als ich nach dem langen Fußmarsch von Eutin aus endlich das kleine Gipfelrondell erreichte. Vielleicht sollte ich im tiefen Winter bei viel Schnee noch einmal hierher kommen: Denn dann ist hier der nördlichste Skilift Deutschlands in Betrieb.

Gipfelfoto des Wurmbergs

Wurmberg (Niedersachsen), 971 Meter: Die meisten der höchsten Berge liegen in der Nähe der Grenze zu einem anderen Bundesland oder zu einem europäischen Nachbarland. Doch der Wurmberg mit seiner Skisprungschanze ragt über einer ganz besonderen Grenze auf, nämlich über der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Während des Aufstiegs über den alten Fahrweg der DDR-Grenztruppen spürte ich den Hauch von Geschichte. Hier wandern zu können, erfüllte mich mit einem besonderen Gefühl von Freiheit. Denn ich stamme aus der DDR.

Gipfelfoto des Brocken

Brocken (Sachsen-Anhalt), 1142 Meter: Auf dieser Tour erkannten mich zum ersten Mal andere Wanderer. „Pitti auf dem Brocken!“, rief eine Frau, als sie mich sah. „Das fetzt.“ Ich fühlte mich ein wenig geschmeichelt. Doch dann musste ich aufpassen. Sturmböen trieben Wolken mit atemraubendem Tempo über das Gipfelplateau. Mit aller Kraft musste ich mich gegen den Wind stemmen, damit er mich nicht umpustete. Als mir ein Windstoß die Mütze vom Kopf riss, flog sie so schnell immer weiter weg, dass ich sie nicht mehr zu fassen bekam, obwohl ich ihr noch lange hinterherrannte.

Friedehorstpark in Bremen

Friedehorstpark (Bremen), 32,5 Meter: Wo bitte ist der Gipfel? Diese Frage stellte ich mir wie viele andere Alpinisten zuvor, als ich Deutschlands niedrigsten höchsten Berg bestieg. Es war natürlich kein Berg. Gipfel bedeutet in Bremen eine Höhe von 32,5 Metern, die laut den vagen Angaben der Behörden im Friedehorstpark erreicht wird. Dort angekommen, musste ich aber feststellen, dass der Park nahezu eben ist. Zum einzigen Mal auf der Tour gab es keine Markierung des Gipfels, die die schwierige Suche beendet hätte. Deshalb wählte ich für das Gipfelfoto eine Ecke des Parks, die ein paar Zentimeter höher wirkte als der Rest. Aber sicherheitshalber lief ich alle in Frage kommenden Stellen der kleinen Grünanlage ab - wo auch immer der Gipfel ist: Ich stand sicher zumindest mit einem Bein darauf.

Gipfelfoto des Langenbergs

Langenberg (Nordrhein-Westfalen), 843 Meter: Tiefer Winter umgab mich, als ich den höchsten Berg des bevölkerungsreichsten Bundeslandes in Angriff nahm. Viele glauben, dies sei der Kahle Asten. Der ist aber ein bisschen niedriger als der Langenberg. Auf dem Weg dorthin stapfte ich bereits im Tal durch Neuschnee. Doch mit jedem Meter aufwärts wurde es schwieriger. Ich versank mit jedem Schritt tiefer. Der Wanderweg wird im Winter offenbar kaum begangen und war unter der tiefen Schneedecke nicht zu erkennen. Nur einige Markierungen und Schilder wiesen mir noch den Weg. Als ich schließlich bis zur Hüfte im Tiefschnee versank, war ich kurz davor umzukehren. Für einen Moment überlegte ich, warum ich diese Expedition ohne Sherpas und Sauerstoffflasche in Angriff genommen hatte. Doch so nah vor dem Ziel nahm ich noch einmal alle Kraft zusammen und erreichte das Gipfelkreuz. Kaum zu glauben, welche alpinen Abenteuer in Nordrhein-Westfalen warten.

Gipfelfoto des Feldbergs

Feldberg (Baden-Württemberg), 1493 Meter: Nach den Erfahrungen auf dem Langenberg besorgte ich mir vor der Fahrt nach Baden-Württemberg Schneeschuhe. Am frühen Morgen des Silvestertages bahnte ich mir durch knirschenden Pulverschnee den Weg nach oben. Diesmal ging alles trotz des vielen Schnees ganz leicht. Die Sonne ließ die weißen Kristalle funkeln und wärmte mir das Gesicht. Vom Gipfel schaute ich hinab auf ein Wolkenmeer, das sich bis zum Horizont erstreckte. Auf der Rückfahrt fuhr ich dem neuen Jahr mit der Gewissheit entgegen, dass dies die schönste Tour gewesen war.

Gipfelfoto des Fichtelbergs

Fichtelberg (Sachsen), 1215 Meter: Seilbahn, Skilifte, Glühwein – der Fichtelberg ist ein Ziel für viele Wintersportler und Touristen. Aber wenn man sich dem Gipfel nicht von Oberwiesenthal nähert, sondern einen anderen Weg durch verschneite Wälder wählt, ist davon nichts zu spüren. Dann ist die Wanderung zum höchsten Berg in Sachsen eine verträumte Reise durch strahlend weißen Schnee und die Stille der Natur. Ich fühlte mich an meinen geliebten Märchenwald erinnert.

Hasselbrack-Gipfelfoto

Hasselbrack (Hamburg), 116 Meter: Wie soll man einen Gipfel finden, der mitten im Wald liegt, ohne dass Schilder den Weg weisen? Bei der Tourplanung hatte ich von anderen Bergsteigern und ihren Problemen gelesen, Hamburgs Gipfel in den Harburger Bergen zu entdecken. Immerhin hatte ich dabei die Koordinaten herausgefunden. Um sicher ans Ziel zu kommen, entschied ich mich schließlich für ein GPS-Gerät. Ihm verdanke ich, dass ich ans Ziel kam: einen Markierungspunkt ein paar Meter neben einem Reitweg. Der Lohn war ein Eintrag ins Gipfelbuch, das ein paar andere glückliche Bergsteiger dort vor einiger Zeit hinterlegt hatten.

Gipfelfoto des Großen Beerbergs

Großer Beerberg (Thüringen), 983 Meter: Auf dem Gipfel erreicht der Große Beerberg laut offiziellen Messungen eine Höhe von 983 Metern - auch wenn das Schild auf der Aussichtsplattform mit dem schönen Namen „Plänckners Aussicht“ etwas anderes behauptet. Diese liegt aber ein Stück unterhalb des höchsten Punktes. Denn der richtige Gipfel ist inmitten eines Biosphärenreservats. Ich hielt mich an das Verbot und lief nicht weiter hinauf. Das war aber auch ein bisschen schade. Denn der höchste Berg Thüringens bleibt damit der einzige der 16 Gipfel, den ich nicht ganz erklommen habe.

Gipfelfoto des Erbeskopfs

Erbeskopf (Rheinland-Pfalz), 816 Meter: Hier weicht die jüngste Neuvermessung sogar um zwei Meter von der Angabe auf dem Aussichtsturm des Gipfels ab. Aber das ist nicht die einzige Tücke im Detail. Denn hier oben erwartete mich ohrenbetäubender Baulärm. Auf dem Gipfelplateau waren allerhand Arbeiten im Gange. Dennoch war ich froh, überhaupt hierher kommen zu können. Denn das Gipfelgelände war lange Zeit militärisches Sperrgebiet und ist erst seit ein paar Jahren wieder größtenteils zugänglich. Noch heute betreibt die Bundeswehr auf dem Gipfel eine Radarstation zur Luftraumüberwachung.

Gipfelfoto des Dollbergs

Dollberg (Saarland), 695 Meter: Vom Erbeskopf in Rheinland-Pfalz aus sind es über den Saar-Hunsrück-Steig nur ein paar Kilometer bis zum Dollberg, dem höchsten Berg des Saarlands. Deshalb schaffte ich diesmal zwei Gipfel am selben Tag. Die Tourenplanung verhieß eine schwierige Suche nach meinem Ziel. Denn ich las bei anderen Wanderern, dass der höchste Punkt die saarländische Seite eines Grenzsteins zwischen beiden Bundesländern sei. Dessen Koordinaten hatte ich eingegeben und blickte abwechselnd auf mein GPS-Gerät und den Wegesrand, als ich eine Überraschung erlebte. Ein neues Schild markiert den Dollberg-Gipfel. Darauf sitzt es sich übrigens ziemlich bequem.

Gipfelfoto der Zugspitze

Zugspitze (Bayern), 2962 Meter: Das letzte Ziel war zugleich der höchste Berg Deutschlands - 2962 Meter, auch wenn die Tafel am Gipfelkreuz noch einen Meter drauflegt. Viele Wege führen auf die Zugspitze. Doch welcher ist der beste: Höllental, Reintal, Gatterl oder Stopselsteig? Ich wollte nichts riskieren und wählte den einfachsten über das Gatterl. Das bedeutete aber, dass diese Tour in Österreich startete. Auch in anderer Hinsicht war diese Gipfelbesteigung sehr international. Denn oben herrschte ein geradezu babylonisches Gewirr von Sprachen und Dialekten, als ich nach stundenlangem Aufstieg auf all jene traf, die mit einer der Seilbahnen heraufgekommen waren. Im dichten Gedränge wäre ich beim Gipfelfoto fast abgestürzt - wie gut, dass ich mich eingehängt hatte.

Gipfelgrat auf der Zugspitze

Das gemeinsame Abenteuer mit 16 Gipfeln in 16 Bundesländern wäre ohne meinen treuen Seilpartner nicht denkbar gewesen. Er war es auch, der all die Fotos von mir schoss. Knapp unterhalb des Gipfels der Zugspitze kam ich auf die Idee, auch von ihm einmal ein Bild zu machen. Im selben Moment, während er auf dem Grat stand, knipste er auch mich. Und wir mussten beide lachen.

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