Bildergalerie: Die Karriere der Annette Schavan

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Die Karriere der Annette Schavan

Rücktritt

Aber Schavan war nicht zu halten. Am 9. Februar gibt sie ihren Rücktritt bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Merkel bekannt. | Bildquelle: dapd

Annette Schavan

Annette Schavan im November 2012 im Bundestag in Berlin. Schavan wurde am 10. Juni 1955 in Jüchen im Rheinland geboren und wuchs mit zwei jüngeren Brüdern in Neuss auf. Nach dem Abitur 1974 studierte sie katholische Theologie, Philosophie und Erziehungswissenschaften in Bonn und Düsseldorf. 1975 trat die Studentin in die CDU ein.

Annette Schavan: Dissertation 1980

Im Alter von 24 Jahren reichte Annette Schavan ihre Dissertation "Person und Gewissen. Studien zu Voraussetzung, Notwendigkeit und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung" an der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf ein. Die Doktorarbeit ist ihr einziger Studienabschluss.

Annette Schavan im Jahr 1893

Nach dem Studium arbeitete Schavan zunächst in Bildungseinrichtungen der katholischen Kirche. 1987/1988 war sie Bundesgeschäftsführerin der CDU-Frauenunion und leitete die Abteilung "Frauen- und Familienpolitik" in der Bundesgeschäftsstelle der CDU. In den Jahren 1990 bis 1994 gehörte sie zum Bundesfachausschuss Frauenpolitik der CDU und zum wissenschaftlichen Beirat der CDU-Grundsatzkommission. Vor der niedersächsischen Landtagswahl 1994 berief sie der CDU-Spitzenkandidaten Christian Wulff in sein Schattenkabinett. Wulff unterlag jedoch Gerhard Schröder (SPD).

Annette Schavan

Die Kabinetts-Karriere der Annette Schavan begann 1995 in Baden-Württemberg. Der damalige Ministerpräsident Erwin Teufel (rechts) holte sie als Kultusministerin nach Stuttgart. Links im Bild: CDU-Fraktionsvorsitzender Günther Oettinger, der später ihr Konkurrent sein sollte.

Annette Schavan

Vereidigung Schavans als Kultusministerin im Juni 1995 in Stuttgart. Zehn Jahre lang hatte sie dieses Amt inne. In dieser Zeit stand sie für eine konservative Bildungspolitik. So verspottete sie die vom Bund 2003 den Ländern angebotenen Gelder zum Aufbau von Ganztagsschulen als "Suppenküchenprogramm".

Annette Schavan

Bundesparteitag der CDU am 7. November 1998. Nach der verlorenen Bundestagswahl wählte der Parteitag Wolfgang Schäuble zum neuen Parteivorsitzenden. Angela Merkel wird Generalsekretärin. Annette Schavan wird mit 89 Prozent der Stimmen zur stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt. Im November 2012 verzichtete sie auf eine weitere Kandidatur. Sie wolle nach 14 Jahren den Weg für Jüngere freimachen, sagte sie.

Annette Schavan

Demonstration gegen die Bildungspolitik Schavans im Jahr 2003 in Stuttgart. Schavan hielt lange an der Hauptschule fest und stemmte sich vehement gegen mehr Abiturienten und Studenten.

Annette Schavan

1997 stützte Schavan die Entscheidung, eine muslimische Lehrerin nicht in den Staatsdienst zu übernehmen, da diese darauf bestand, ein Kopftuch im Unterricht zu tragen. Das Bundesverfassungsgericht entschied schließlich 2003, dass ein solches Verbot eines entsprechenden Landesgesetzes bedürfe. Schavan, hier bei einer Debatte im Landtag 2003, legte daraufhin einen umstrittenen Gesetzentwurf vor, der im April 2004 vom Stuttgarter Landtag mit den Stimmen von CDU, FDP und SPD verabschiedet wurde.

Annette Schavan

Annette Schavan und Angela Merkel im Herbst des Jahres 2000 - dem Jahr, in dem Merkel zur CDU-Parteivorsitzenden wurde. Seit 15 Jahren arbeiten die beiden Politikerinnen in Partei und Kabinett eng zusammen. Schavan hat das Vertrauen Angela Merkels. Sie gelten als Freundinnen.

Annette Schavan

2004 erlitt Annette Schavan auf landespolitischer Ebene eine schwere Niederlage. Ein Mitgliederbefragung sollte die Nachfolge des Ministerpräsidenten Erwin Teufels entscheiden. Die meisten stimmten für Günther Oettinger, der hier die Gratulation Teufels entgegennimmt.

Annette Schavan

Nach dem Wahlsieg der Union und mit Beginn der Großen Koalition wechselte Schavan nach Berlin. Sie übernahm das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft von der SPD-Politikerin Edelgard Bulmahn. Die milliardenschwere Exzellenzinitiative ihrer Amtsvorgängerin Edelgard Bulmahn (SPD) zur Stärkung der Spitzenforschung setzte sie erfolgreich fort.

Annette Schavan

Nach der Bundestagswahl 2009 übernahm Schavan - hier bei der Ernennung durch den damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler - wieder das Bildungsministerium. Inzwischen ist sie seit acht Jahren im Amt und verfügt über den größten Etat, den jemals ein Bundesbildungsminister zur Verfügung hatte.

Annette Schavan

Mehr als 30 Jahre nach der Verleihung ihres Doktortitels wurde Annette Schavan im April 2012 mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert. Am 2. Mai 2012 beschloss die Universität Düsseldorf, die entsprechenden Vorwürfe zu prüfen.

Annette Schavan

Annette Schavan (CDU) hält am 24. Januar 2013 an der Hochschule für Philosophie in München einen Vortrag zur Internationalisierung von Bildung und Wissenschaft. Ihr Ansehen als oberste politische Repräsentantin von Wissenschaft und Forschung ist beschädigt.

Annette Schavan

Am 5. Februar 2013 erkennt die Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität der Bundsbildungsministerin den Doktortitel ab. Annette Schavan erreicht diese Nachricht auf einer Dienstreise in Südafrika. Ihre Reaktion: "Die Entscheidung der Universität Düsseldorf werde ich nicht akzeptieren und dagegen Klage einreichen."

Annette Schavan

Ein schwerer Schlag auch für die Kanzlerin, die bekundet, weiter zu ihrer Bildungsministerin stehen zu wollen.

Rücktritt

Aber Schavan war nicht zu halten. Am 9. Februar gibt sie ihren Rücktritt bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Merkel bekannt.

Angela Merkel, Joachim Gauck, Annette Schavan, Johanna Wanka

Kurze Abschiedszeremonie: Bundespräsident Gauck entlässt Annette Schavan und ernennt Johanna Wanka.

Annette Schavan

20. März 2014: Annette Schavan - jetzt als einfach Bundestagsabgeordnete - im Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel. Am selben Tag entscheidet das Verwaltungsgericht über die Klage der ehemaligen Bildungsministerin. Die Richter wiesen ihre Klage ab.

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