Bildergalerie: Ein "Gigant" - Weggefährten über Wolfgang Schäuble

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Ein "Gigant - Weggefährten über Wolfgang Schäuble

Wolfgang Schäuble und Christine Lagarde

IWF-Chefin Christine Lagarde hat vor allem während der Eurokrise eng mit Wolfgang Schäuble zusammengearbeitet. Auf der Jahrestagung von IWF und Weltbank sagte sie zum Abschied Schäubles als Finanzminister:

Ich bin traurig, dass er geht. Ich bin traurig, dass wir die gute Zusammenarbeit nun beenden müssen. Auch wenn es manchmal schwierig war, weil wir nicht immer einer Meinung waren. Aber er war ein Fels. Er war ein Gigant. Er war unglaublich robust. Und an all die, die ihn womöglich kritisieren: Wir sind alle der Kritik ausgesetzt. Aber in den schwierigen Momenten hat er dafür gesorgt, dass die Gruppe konzentriert weitermacht und hatte diese innere Stärke, die den anderen Zuversicht gab.

Ich bin sehr froh, dass er es geschafft hat, so lange zu bleiben, weil es ein paar Situationen gab, wo ich dachte: Meine Güte, er nimmt so viel auf sich. Er hat einen großen Beitrag für sein Land geleistet und er wird es - da bin ich sicher - weiterhin tun im neuen Mosaik der deutschen Politik. | Bildquelle: picture alliance / abaca

Wolfgang Schäuble und Christine Lagarde

IWF-Chefin Christine Lagarde hat vor allem während der Eurokrise eng mit Wolfgang Schäuble zusammengearbeitet. Auf der Jahrestagung von IWF und Weltbank sagte sie zum Abschied Schäubles als Finanzminister:

Ich bin traurig, dass er geht. Ich bin traurig, dass wir die gute Zusammenarbeit nun beenden müssen. Auch wenn es manchmal schwierig war, weil wir nicht immer einer Meinung waren. Aber er war ein Fels. Er war ein Gigant. Er war unglaublich robust. Und an all die, die ihn womöglich kritisieren: Wir sind alle der Kritik ausgesetzt. Aber in den schwierigen Momenten hat er dafür gesorgt, dass die Gruppe konzentriert weitermacht und hatte diese innere Stärke, die den anderen Zuversicht gab.

Ich bin sehr froh, dass er es geschafft hat, so lange zu bleiben, weil es ein paar Situationen gab, wo ich dachte: Meine Güte, er nimmt so viel auf sich. Er hat einen großen Beitrag für sein Land geleistet und er wird es - da bin ich sicher - weiterhin tun im neuen Mosaik der deutschen Politik.

Rolf-Dieter Krause

Rolf-Dieter Krause, ehemaliger ARD-Korrespondent in Brüssel, erlebte Wolfgang Schäuble viele Jahre lang als deutschen Finanzminister auf europäischem Parkett:

Als grimmigen, alten Mann hat man ihn oft beschrieben, als Prinzipienreiter, der mit seiner Sparbesessenheit Europa gefährde. Was für ein Quatsch! Wahrscheinlich hat Schäuble für den Erhalt des Euro mehr getan als irgendjemand sonst. Er war bereit, über die Regeln hinwegzusehen und den Krisenstaaten zu helfen, aber er sah auch, dass nicht diese Hilfe den Euro auf Dauer sichern kann, sondern nur die Anstrengungen jedes einzelnen Landes, zur Stabilität der Währung beizutragen. Auf diese Anstrengungen hat er bestanden.

Europäische Solidarität sollte diese Anstrengungen ergänzen, aber nicht ersetzen. Und Solidarität könnte auch nicht bedeuten, dass ein Land dauerhaft auf Kosten anderer Länder lebt. Wenn alle Akteure in der Eurozone dasselbe Verantwortungsbewusstsein an den Tag gelegt hätten wie Wolfgang Schäuble, wäre es um den Euro besser bestellt. Tiefsitzende europäische Überzeugung und nüchterner Realismus haben ihn geleitet. Nach Frank-Walter Steinmeier ist er jetzt der letzte Europäer, der die Bundesregierung verlässt.

Thomas Strobl und Wolfgang Schäuble

Thomas Strobl ist als CDU-Landesvorsitzender und Innenminister in Baden-Württemberg nicht nur Parteikollege, sondern auch der Schwiegersohn Wolfgang Schäubles:

Wolfgang Schäuble als Bundestagspräsident, das ist der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Der Bundestag wird in den kommenden vier Jahren ein anderes Parlament sein als in den vergangenen Legislaturperioden. Deshalb kann ich mir niemanden vorstellen, der für das zweithöchste Amt dieser Republik besser geeignet ist als Wolfgang Schäuble.

Mit seinem Erfahrungsschatz, mit seiner Reputation, mit seiner Autorität wird er das Amt des Bundestagspräsidenten hervorragend ausfüllen, gerade auch in dieser schwierigen Zeit. Und er wird auch von dieser Position aus seinem Herzensanliegen wichtige Impulse geben können: einem starken Deutschland in einem starken, geeinten und auch in schwierigen Zeiten zusammenstehenden Europa.

Dietmar Bartsch

Dietmar Bartsch, Vorsitzender der Linksfraktion, hat nicht nur Lob für Wolfgang Schäuble:

Wolfgang Schäuble ist der "13-Sterne-General", der also 13 Legislaturperioden als Abgeordneter im Deutschen Bundestag sitzt. Einmalig. Hochachtung! Wunderbar seine Geschichten über die Zeit der deutschen Teilung und über witzige Episoden mit der DDR-Führung.

Er war in all den Jahren fast alles - außer Kanzler. Aber genau das hat ihn bitter gemacht. Dass er und Helmut Kohl menschlich so endeten, sollte Warnung für alle Politiker sein. Politik ist ein persönlichkeitsgefährdendes Metier, aber Menschlichkeit ist wichtiger als jedes politische Ziel.

Ich wünsche Wolfgang Schäuble viel Erfolg als Bundestagspräsident!

Wolfgang Schäuble und Jean-Claude Juncker

Den Luxemburger Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, verbindet eine lange Freundschaft mit Wolfgang Schäuble. Anlässlich Schäubles 75. Geburtstag sagte er:

Ich habe mit Wolfgang Schäuble viele Jahre zusammengearbeitet. Wie lange wir uns kennen, weiß ich eigentlich nicht. Ich würde sagen: seit Jahrhunderten. Wir haben vieles gemeinsam gemacht und haben uns aber dann auch oft gestritten - nicht böse oder bösartig - und uns eigentlich immer unsere Meinung gesagt. Er nimmt es mit der Wahrheit sehr genau. Wenn er besonders böse über mich war, hat er mir gesagt: Du bist Katholik und Du kannst beichten. Ich bin evangelischer Christ, ich muss die Wahrheit sagen.

Und er gehört nicht zu denen, die über andere schlecht reden, sondern zu denen, die bei aller Unterschiedlichkeit der Standpunkte sich auf andere zubewegen. Wenn wir uns in Europa nicht aufeinander zubewegen, dann verfehlen und verpassen wir uns. Und jemand wie Wolfgang Schäuble sorgt dafür, dass wir in Europa nicht aneinander vorbeilaufen, sondern in eine Richtung marschieren.

Wolfgang Schäuble, Lothar de Maiziere und Günther Krause

Lothar de Maizière war der erste frei gewählte und letzte Ministerpräsident der DDR. Das Foto zeigt ihn mit dem damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und DDR-Staatssekretär Günther Krause 1990 nach Unterzeichnung des Einigungsvertrages:

Wolfgang Schäuble und mich verbindet seit Einigungsvertragszeiten eine enge Freundschaft. Wir beide betrachten diese als Geschenk der Deutschen Einheit an uns.

Durch das gemeinsam Erlebte und durch das in den letzten Jahren, ja in Jahrzehnten Beobachtete ist er für mich zu einem Garanten dafür geworden, dass die Vernunft eine klare und vernehmbare Stimme in der deutschen Politik behalten hat. Diese Vernunft wird, so bin ich sicher, auch sein Wirken im neuen Amt prägen.

Wolfgang Schäuble und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, FDP, hatte als Bundesjustizministerin so manches Gefecht mit Finanzminister Schäuble auszutragen:

Ich habe Wolfgang Schäuble als Kabinettskollegen immer als leidenschaftlichen Europäer und Demokraten erlebt. Europa, das ist für Wolfgang Schäuble mehr als ein Lippenbekenntnis. Jetzt steht er vor der großen Aufgabe, das Parlament als den zentralen Ort der Demokratie wieder stark zu machen. Ein Konservativer, der den Populismus und den Rückzug ins Nationale genauso verabscheut wie wir Liberale.

Bruno Kahl

Bevor er BND-Präsident wurde, war Bruno Kahl fast zwei Jahrzehnte lang in unterschiedlichen Funktionen enger Mitarbeiter Schäubles:

Wir werden Wolfgang Schäuble als Finanzminister noch schmerzlich vermissen. Ich wüsste aber niemanden, der Richtung und Grenzen im Umgang der Fraktionen miteinander im Bundestag besser steuern könnte als dieser erfahrene und leidenschaftliche Parlamentarier. Seine Stellung im Verfassungsgefüge als Parlamentspräsident wird er auch nutzen, um einen entscheidenden Beitrag zum Zusammenhalt und zur wertegebundenen Orientierung unserer Gesellschaft zu leisten.

Claudia Roth

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth von den Grünen wird künftig mit Schäuble zusammenarbeiten:

Schon bald werden Abgeordnete im Bundestag das Wort ergreifen, die angekündigt haben, andere "entsorgen" und einen Schlussstrich unter die dunkelsten Kapitel der deutschen Vergangenheit ziehen zu wollen. Mehr denn je wird es deshalb darauf ankommen, den Bundestag als achtsame Herzkammer unserer Demokratie, als Ort des Respekts und der Erinnerungskultur, als Haus der Würde aller zu erhalten. Diese Aufgabe stellt sich jedem einzelnen Abgeordneten, aber insbesondere natürlich dem Präsidium - und in herausragender Weise dem Präsidenten.

Vor diesem Hintergrund habe ich vollstes Vertrauen: Ein Präsident Wolfgang Schäuble wird mit all seiner parlamentarischen Erfahrung die Stärke des Bundestages nach innen und außen zu vertreten wissen.

Carsten Schneider

Carsten Schneider, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD, arbeitete als Haushaltsexperte vor allem in der Großen Koalition eng mit Schäuble zusammen:

Wolfgang Schäuble verfügt über eine sehr lange Erfahrung als Abgeordneter. Und er hat Deutschland in den vergangenen drei Jahrzehnten auch in verschiedenen Regierungsfunktionen maßgeblich geprägt.

In den vergangenen vier Jahren habe ich eng mit ihm zusammengearbeitet: zuverlässig, kollegial und gelegentlich auch humorvoll. Besonders in Erinnerung bleibt mir die Zusammenarbeit bei der Reform der Erbschaftssteuer und der Neuordnung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen. Dabei haben wir uns gegen äußere Widerstände, die nicht immer entlang von parteipolitischen Linien verliefen, besonders eng abgestimmt. Trotz seiner langen Erfahrung hat er sich eine gewisse Ungeduld bewahrt. Das finde ich sehr sympathisch.

Ich denke, er wird als Präsident des Bundestages nicht nur die Sitzungen souverän leiten, sondern auch die Rolle des Parlaments als zentralen Ort der politischen Debatte stärken. Das erwarte ich auch von ihm. Nicht zuletzt ist er ein überzeugter Europäer. Auch wenn ihm dabei in den Jahren als Finanzminister der Bundestag teilweise hinderlich erschien, wird er die Rechte des Parlaments, die im europäischen Vergleich sehr ausgeprägt sind, in besonderer Weise wahren.

Edmund Stoiber und Wolfgang Schäuble

Der frühere CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber kennt Wolfgang Schäuble seit fast vierzig Jahren:

Aus unserer vielfältigen Zusammenarbeit mit ihm als Chef des Bundeskanzleramts, Innenminister, Fraktionschef und Parteivorsitzenden ist eine persönliche, von gegenseitigem Respekt getragene Freundschaft gewachsen.

Er ist einer der ganz Großen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Wolfgang Schäuble hat seine Lebensaufgabe in der Politik gefunden, die er mit Mut, Verantwortung und Pflichtbewusstsein ausübt. Eines seiner Meisterstücke war der von ihm und Günther Krause ausgehandelte Einigungsvertrag, der die deutsche Wiedervereinigung verwirklicht hat.

Die Nachricht vom Attentat auf Innenminister Wolfgang Schäuble am 12. Oktober 1990 hat mich erschüttert wie kaum ein anderes Ereignis. Fünf Minuten nach Erhalt dieser niederschmetternden Nachricht hätte ich eine Rede vor mehreren Hundert Zuhörern halten müssen. Ich war dazu emotional aber nicht in der Lage und musste die Veranstaltung abbrechen.

Ich bin froh, dass Wolfgang Schäuble trotz aller Nackenschläge nie aufgegeben hat und einem europäischen Deutschland mit seinem Intellekt und seiner Kompetenz weiter dienen konnte. Seine leidenschaftliche Rede im Bundestag 1991 für eine Bundeshauptstadt Berlin war ein historischer Meilenstein für das vereinigte Deutschland. Ich werde nie vergessen, wie ihm der große Mann der SPD, Willy Brandt, dazu gratuliert und sich bedankt hat. Das zeigt das enorme politische Gewicht von Wolfgang Schäuble, das er bis heute nicht verloren hat.

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