Bildergalerie: War die Einheit das Beste, was uns in Deutschland passieren konnte?

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War die Einheit das Beste, was uns in Deutschland passieren konnte?

Klaus Meine

Klaus Meine:

"Ja, denn es war ein glücklicher Moment in der deutschen Geschichte, der diese friedliche Revolution möglich gemacht hat."

Klaus Meine, geboren 1948 in Hannover, ist Sänger der "Scorpions" und Komponist der Mauerfall-Hymne "Wind of Change". | Bildquelle: Oliver Rath

Klaus Meine

Klaus Meine:

"Ja, denn es war ein glücklicher Moment in der deutschen Geschichte, der diese friedliche Revolution möglich gemacht hat."

Klaus Meine, geboren 1948 in Hannover, ist Sänger der "Scorpions" und Komponist der Mauerfall-Hymne "Wind of Change".

Friede Springer

Friede Springer

"Der 9. November 1989 und der 3. Oktober 1990 gehören zu den glücklichsten Tagen in meinem Leben. Ein Traum wurde wahr, für den Axel Springer sein Leben lang gekämpft hat. Daher kann ich die Frage nur mit Ja beantworten: Die Deutsche Einheit ist das Beste, was uns passieren konnte!"

Friede Springer, geboren 1942 in Oldsum/Föhr, war mit dem Verleger Axel Springer verheiratet. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der Axel Springer AG und Vorstandsvorsitzende der Friede Springer Stiftung.".

Britta Steffen

Britta Steffen

"Ja, für mich war die Einheit das Beste, weil ich damit die Möglichkeit hatte, gesamtdeutsche Olympiasiegerin zu werden."

Britta Steffen, geboren 1983 in Schwedt an der Oder, Brandenburg, ist Doppel-Olympiasiegerin und Doppel-Weltmeisterin im Schwimmen. Ihre Schwimmkarriere beendete sie 2013.

Wladimir Kaminer

Wladimir Kaminer

"Ich bin im Sommer 1990, also vor 25 Jahren, aus Moskau nach Berlin gekommen. Gerade an dem Tag, als die deutsche Mannschaft gegen die argentinische im Finale gewann und zum dritten Mal Fußball-Weltmeister wurde. Die ganze Stadt feierte und hupte, an jedem Trabi hingen Deutschland-Fahnen." ...

Wladimir Kaminer und Yuriy Gurzhy

... "Mein damaliger Freund, mit dem ich zusammen die Reise nach Berlin unternommen hatte, konnte es nicht glauben, dass die ganze Feierei nur einem Fußballspiel galt. Er meinte, die Deutschen würden noch immer die Wiedervereinigung feiern, weil diese Wiedervereinigung in ihrer Geschichte das größte Ereignis des Jahrhunderts sein sollte.

Wir hatten in mehreren Kneipen Alkohol für umsonst bekommen, die Stadt erschien unglaublich gastfreundlich. Wenn es hier jeden Tag so zugeht, meinte mein Freund, sollen wir hier bleiben und nicht weiter ziehen. Das Bessere ist doch der Feind des Guten, sagte er philosophisch. Wir übernachteten bei einer Tante, die wir in der Nacht kennenlernten. Am nächsten Tag sahen die Stadt und ihre Bürger ganz anders aus, sie feierten nicht mehr. Wir sind aber trotzdem geblieben."

Wladimir Kaminer, geboren 1967 in Moskau, lebt seit 1990 in Berlin. Er ist ein deutscher Schriftsteller und Kolumnist russisch-jüdischer Herkunft.

Margot Käßmann

Margot Käßmann

"Ich erinnere mich gut, dass kaum möglich schien, die deutsche Teilung mit friedlichen Mitteln zu überwinden. Gerade nach dem Massaker auf dem Tiananmen-Platz war die Angst groß, auch in der DDR könnten Panzer auffahren. Dass der Ruf "Keine Gewalt!", der aus den Kirchen in Leipzig, Dresden und Ost-Berlin auf die Straßen getragen wurde, Wirklichkeit wurde, halte ich bis heute für ein Wunder.

Ja, die deutsche Einheit ist ein Geschenk für unser Land. Für ein Geschenk sind Menschen in der Regel dankbar. Diese Dankbarkeit sollte sich zeigen, indem das vereinte Deutschland offen ist für die Nöte und Sorgen anderer Menschen in der Welt. Denn so ein Glücksfall ist auch Verpflichtung, Glück zu teilen und weiter zu geben.

Dass das vereinte Deutschland eines ist, in dem nicht nur Bürgerinnen und Bürger mit Ost- oder Westvergangenheit, sondern auch Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft und verschiedener Religion sowie ohne Religion leben, müssen viele offenbar erst noch realisieren."

Margot Käßmann, geboren 1958 in Marburg, ist eine evangelisch-lutherische Theologin und Pfarrerin. Sie war Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und ist derzeit "Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017“ im Auftrag des Rates der EKD.

Ulf Merbold

Ulf Merbold

"Keine Frage, der Tag, an dem zusammenkam, was zusammen gehört, ist der beste in der jüngeren Geschichte unseres Landes. Für die übergroße Mehrheit aller Deutschen erfüllte sich am 3. Oktober 1990 ein Traum. Womöglich wird nur einer wie ich, der die DDR am eigenen Leib erlebt hat, ermessen können, was es bedeutet, frei zu sein. Ohne Repressalien befürchten zu müssen, seine Meinung zu äußern, sich entfalten zu können, die Welt zu bereisen, den Staat verklagen zu können - das sind essentielle Prüfkriterien staatlicher Beschaffenheit. In den Maßeinheiten von Dollar und Euro haben sie keinen Preis. Sie für alle zu bewahren, muss unser Ziel sein.

Denjenigen, die die Wiedervereinigung vollendet haben - zu nennen wären Willy Brand, Egon Bahr, Helmut Kohl, Hans Dietrich Genscher, Wolfgang Schäuble, Michail Gorbatschow, Präsident Bush und viel andere - sei Dank. Geschenkt wurde uns die Einheit aber vor allem von denjenigen, die die Mauer zu Fall brachten. Es waren die vielen Tausend, die in den Städten der DDR mutig auf die Straße gingen und die erstmalig in unserer Geschichte eine Revolution erfolgreich vollendeten, dazu ohne einen einzigen Tropfen Blut zu vergießen.

Auch für den inneren Frieden Europas ist die Wiedervereinigung Deutschlands ein Glücksfall, denn ein gedeihliches Zusammenwachsen europäischer Nationen ist kaum vorstellbar, so lange das Volk in der Mitte des Kontinents gegen seinen Willen geteilt bliebe. Für die Zukunft Europas wird es wichtig sein, wie wir mit unserer vergrößerten Kraft umgehen werden. Ob es uns gefällt oder nicht, Deutschland fällt große Verantwortung zu."

Ulf Merbold, geboren 1941 in Greiz in Thüringen, ging 1960 aus der DDR in die Bundesrepublik, weil er in der DDR aus politischen Gründen nicht studieren durfte. Merbold war von 1977 bis 1998 Astronaut. 1983 flog er als erster ausländischer Raumfahrer mit einem US-Shuttle ins All. Er war der zweite Deutsche im All.

Uta Pippig

Uta Pippig

"Wir waren fest entschlossen, aufgebaute Mauern friedlich zu durchbrechen: emotionale, politische, menschliche. Ich erinnere mich gut an den Berlin-Marathon drei Tage vor der deutschen Wiedervereinigung. Mit tausenden Läufern aus aller Welt, Millionen an der Strecke und am TV, konnten wir durch das Brandenburger Tor durch beide Teile der Stadt laufen - in eine andere Zukunft. Der Lauf in die Freiheit war ein Neubeginn, den ich nie vergessen werde." ...

Die 30jährige Berlinerin Uta Pippig jubelt im Ziel des 22. Berlin-Marathons am 24.09.95 auf dem Kurfürstendamm. Auf ihrer Hausstrecke gewann die sympathische Läuferin vom SC Charlottenburg nach 1990 und 1992 bereits zum dritten Mal.

... "Dankbar spüre ich seither die positive Kraft dieses Freiheitsgefühls. Die Einheit Deutschlands war die Erfüllung eines Traumes, hat unzähligen Menschen neue Hoffnung und Perspektiven gegeben - uns vereint.

Uta Pippig, geboren 1965 in Leipzig, ist eine ehemalige deutsche Langstreckenläuferin. Sie gewann den 1990, 1992 und 1995 (im Bild) den Berlin-Marathon.

Katrin Sass

Katrin Sass

"Ich bin froh, dass alles so gekommen ist wie es jetzt ist. Ich bin glücklich, dass ich als Dunja Haussmann in Weissensee das spielen darf, was ich damals gerne gelebt hätte. Ich sage immer dazu: Der weibliche Biermann. Was ich damals in jungen Jahren noch nicht gemacht habe, kann ich jetzt in diese Rolle stecken.

Mir ist anhand der Figur nochmal klar geworden, welch perfide Methoden die Stasi angewandt hat. Auch heute nach 25 Jahren erfahre ich immer wieder neue Sachen. Ein Freund von mir macht Führungen im ehemaligen Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen, wo er selbst inhaftiert war und gelitten hat. Da kommt auch 25 Jahre später vieles hoch, das mich jedes Mal tatsächlich umhaut."

Katrin Sass, 1956 geboren in Schwerin, ist eine deutsche Schauspielerin. Aktuell spielt sie in der ARD-Fernsehserie "Weissensee" die Sängerin Dunja Haussmann, die für die Stasi gespitzelt hat, um ihre Tochter zu retten. Sass wurde unter anderem mit dem Deutschen Filmpreis und dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet.

Roland Jahn

Roland Jahn

"Das Beste, was uns passieren konnte, sind Freiheit und Selbstbestimmung. Die Einheit ist daraus entstanden, es war eine selbstbestimmte und freie Entscheidung. Das ist das Beste daran.

Sich über die Vereinigung zu freuen, ist für mich vor allem auch die Freude über die Überwindung der Teilung und das Wissen darum, dass ein Leben in Freiheit und Einheit nicht selbstverständlich ist.

Weltweit haben wir in Deutschland ein Signal gesetzt, das heißt: Diktatur ist überwindbar. Menschenrechte zu wahren, ist eine stete Herausforderung. Die Repression von Menschenrechten mit der Friedlichen Revolution beendet und die Teilung Deutschlands überwunden zu haben, ist dabei eine Inspiration, die Kraft gibt, auch für heutige Herausforderungen."

Roland Jahn, 1953 in Jena geboren, protestierte in der DDR gegen fehlende Meinungsfreiheit und zunehmende Militarisierung. 1983 wurde er von der Stasi gegen seinen Willen aus der DDR geworfen. Von West-Berlin aus hielt er Kontakt zur DDR-Opposition. Jahn arbeitete als Journalist, bevor er 2011 Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen wurde.

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