Bildergalerie: Benedikt XVI. wird 90: Von Marktl am Inn in den Vatikan

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Benedikt XVI. wird 90: Von Marktl am Inn in den Vatikan

Papst Benedikt XVI.

Viele aktuelle Bilder gibt es nicht von Benedikt XVI., dem Papst Emeritus. Diese Aufnahme stammt aus dem vergangenen Sommer. | Bildquelle: imago/epd

Papst Benedikt XVI.

Viele aktuelle Bilder gibt es nicht von Benedikt XVI., dem Papst Emeritus. Diese Aufnahme stammt aus dem vergangenen Sommer.

Joseph Alois Ratzinger

Joseph Alois Ratzinger - der spätere Papst Benedikt XVI. - wurde am 16. April 1927 in Marktl am Inn bei Passau geboren. Sein Vater war Gendarmeriemeister, seine Mutter Köchin. Er ist das jüngste von insgesamt drei Kindern. Der in einem tief religiös geprägten Umfeld aufgewachsene Ratzinger legte nach Kriegsende sein Abitur in Traunstein ab und studierte danach Philosophie und Katholische Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Freising und der Universität München. 1951 wurde er im Freisinger Dom schließlich zum Priester geweiht. Seine Laufbahn begann er als Aushilfspriester in München-Moosach und als Kaplan in Bogenhausen. Es folgten seine Promotion (1953) und Habilitation (1957) an der Universität München.

Joseph Alois Ratzinger und Kardinal Joseph Frings

An der Freisinger Hochschule wurde Ratzinger ab 1958 außerordentlicher Professor für Dogmatik und Fundamentaltheologie. Lehrtätigkeiten an weiteren Universitäten folgten über die Jahre. Schließlich setzte er seine Karriere auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) als Berater von Kardinal Joseph Frings (rechts) fort.

Joseph Alois Ratzinger wirft sich auf die Altarstufen bei der Bischofsweihe

1977 berief ihn Papst Paul VI. - als Nachfolger des verstorbenen Julius Kardinal Döpfner - am 25. März 1977 zum Erzbischof von München und Freising. Die Bischofsweihe fand am 28. Mai in München statt. Nach dem Treueversprechen warf Ratzinger sich auf die Altarstufen.

Joseph Alois Ratzinger winkt Gläubigen in München von einem Balkon zu

Kurz darauf folgte die Kardinalswürde: Am 1. Juli 1977 wurde Ratzinger stürmisch von der Münchener Bevölkerung begrüßt, nachdem ihm in Rom von Papst Paul VI. die Kardinalswürde verliehen worden war.

Joseph Alois Ratzinger und weitere Kardinäle beim Konklave im Jahr 1978

1978 Nahm Ratzinger (rechts) jeweils am Konklave teil, das zunächst Johannes Paul I. ...

Joseph Alois Ratzinger und Papst Johannes Paul II.

... und nach dessen frühem Tod den polnischen Kardinal Karol Wojtyla als Johannes Paul II. ins Papstamt wählte.

Joseph Alois Ratzinger

Anfang der 80er-Jahre ging der Aufstieg in höchste kirchliche Ämter weiter. Papst Johannes Paul II. berief Joseph Kardinal Ratzinger in den Vatikan. Der bisherige Erzbischof von München und Freising, wurde zum Präfekten der Glaubenskongregation ernannt, der höchsten und zentralen Instanz für die Interpretation und Verteidigung der katholischen Glaubenslehre. Im Februar 1982 verzichtete Ratzinger auf die pastorale Leitung seiner Erzdiözese und verabschiedete sich auf dem Münchener Marienplatz von den Gläubigen.

Joseph Alois Ratzinger und Franz Josef Strauß

Der damalige bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß (r) überreichte als Abschiedsgeschenk ein Kruzifix aus Porzellan.

Joseph Alois Ratzinger

Sechs Jahre später zelebrierte der römische Kurienkardinal Joseph Ratzinger in Rott am Inn das Pontifikalrequiem für den am 3. Oktober verstorbenen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß.

Joseph Alois Ratzinger

Am 5. April 1993 wurde er schließlich zum Kardinalbischof ernannt und damit in die oberste der drei Kardinalsgruppen befördert. Er erhielt das in der Nähe Roms gelegene Velletri-Segni als Titular-Bistum zugeteilt.

Joseph Alois Ratzinger und Papst Johannes Paul II.

Mit den Jahren wurde ein Wunsch Ratzingers (links) immer größer: seine letzten Lebensjahre in seiner Heimat ausklingen zu lassen. Immer wieder hatte er Papst Johannes Paul II. (rechts) um eine Entlassung aus seinem Amt gebeten - zuletzt zu seinem 75. Geburtstag im Jahr 2002. Johannes Paul II. hatte die Gesuche jedoch immer abgelehnt. Statt in den Ruhestand zu gehen, wurde Ratzinger vielmehr der Vertreter des schwer erkrankten Papstes.

Der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger (M) segnet den Sarg mit dem Leichnam von Papst Johannes Paul II.

Nach dem Tod Johannes Paul II. am 2. April 2005 war es Ratzinger, der die Trauerfeierlichkeiten am 8. April führte. Mit seiner Predigt über den Menschen und Priester Karol Wojtyla beeindruckte er viele Beobachter.

Papst Benedikt XVI.

Bei der darauffolgenden Papst-Wahl stand bereits am zweiten Tag des einberufenen Konklave fest: Ratzinger soll Nachfolger von Johannes Paul II. werden, 265. Nachfahre des Hl. Petrus und erster deutscher Papst seit 482 Jahren. Ratzinger selbst soll gebetet haben, dass ein anderer gewählt wird - er nahm das Amt aber schließlich an.

Papst Benedikt XVI. auf den Titelseiten deutscher Zeitungen

Mit großformatigen Titel-Fotos bebilderten deutsche Tageszeitungen die Wahl von Kardinal Joseph Ratzinger zum Papst. Die Überschrift der Bild-Zeitung lautete sogar: "Wir sind Papst!"

Papst Benedikt XVI. fährt durch eine jubelnde Menschenmenge

Im Beisein von Hunderttausenden Gläubigen, darunter zahlreiche Staatsoberhäupter, Regierungschefs und Monarchen, wurde die Amtseinführung am 24. April mit einer Messe auf dem Petersplatz gefeiert. Ratzinger gab sich den Namen "Benedikt XVI." - eine Anspielung auf den Ordensgründer Benedikt von Nursia, aber auch auf das Pontifikat (1914-1922) des als "Friedenspapst" in die Geschichte eingegangenen Benedikt XV.

Papst Benedikt XVI. hält in Marienfeld bei Köln vor Tausenden Pilgern eine Messe

Seine erste Auslandsreise als Papst führte ihn in seine Heimat Deutschland. Vor über 500.000 Pilgern hielt er in Marienfeld bei Köln während des XX. Weltjugendtages ein Abendgebet.

Bischof Richard Williamson

Das Pontifikat von Benedikt XVI. hatte Höhen und Tiefen. Im Jahr 2009 gab es wegen umstrittener kirchenpolitischer Entscheidungen des Papstes immer mehr kritische Stimmen. Benedikt XVI. hatte am 24. Januar die Rücknahme der Exkommunizierung von vier Bischöfen der erzkonservativen Priesterbruderschaft St. Pius bekannt gegeben - darunter der britische Holocaust-Leugner Richard Williamson (hier im Bild). Diese Entscheidung hatte weltweite Proteststürme ausgelöst - vor allem unter Juden, aber auch innerhalb der römisch-katholischen Kirche.

Papst Benedikt XVI.

Die schwerste Krise seiner Amtszeit erlebte Benedikt XVI. jedoch, als bekannt wurde, wie Geistliche über Jahrzehnte Kinder missbraucht hatten und von ihrer Kirche geschützt worden waren. Auch in Deutschland meldeten sich zahlreiche Missbrauchsopfer. In einem am 20. März 2010 in Rom veröffentlichten Hirtenbrief drückte der Papst "im Namen der Kirche offen die Schande und die Reue aus, die wir alle fühlen". Für viele Opfer sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche reichte der Hirtenbrief von Papst Benedikt XVI. nicht aus.

Papst Benedikt XVI.

Acht Jahre nach seiner Wahl schreibt Joseph Ratzinger noch einmal Kirchengeschichte. Am 11. Februar 2013 sagt Benedikt zu den in Rom versammelten Kardinälen: "Mir fehlen die Kräfte, um den mir anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen". Dass ein Papst von seinem Amt zurücktritt, das gab es noch nie in der jüngeren Geschichte der Kirche.

Gläubige auf dem Petersplatz

Bei seiner letzten Generalaudienz versammelten sich Tausende Gläubige auf dem Petersplatz, um den Pontifex zu verabschieden.

Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus

Nach der Wahl von Papst Franziskus (rechts) zum neuen Papst, zog sich Benedikt XVI. in das Kloster Mater Dei, das in den Vatikanischen Gärten liegt, zurück. Bei einem Besuch trafen die beiden Päpste hier das erste Mal aufeinander.

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