Bildergalerie: Geschichte der Ostermärsche

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Geschichte der Ostermärsche

Ostermarsch im Jahr 1960

Beim ersten Ostermarsch in Deutschland versammeln sich im Jahr 1960 etwa 1000 Menschen in Bergen-Hohne in der Lüneburger Heide, wo nuklearfähige Raketen stationiert sind. Hier sind Demonstranten aus Hamburg kommend auf ihrem Marsch zwischen Sprötze und Schneverdingen zu sehen. Bereits die Anti-Atomtod-Bewegung der 1950er-Jahre hat Menschen zusammengeführt, die gegen eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr streiten. Viele Ostermarschierer der ersten Stunde haben den Krieg selbst erlebt. Die Ostermarsch-Bewegung stammt aus Großbritannien. | Bildquelle: picture-alliance / akg-images

Ostermarsch im Jahr 1960

Beim ersten Ostermarsch in Deutschland versammeln sich im Jahr 1960 etwa 1000 Menschen in Bergen-Hohne in der Lüneburger Heide, wo nuklearfähige Raketen stationiert sind. Hier sind Demonstranten aus Hamburg kommend auf ihrem Marsch zwischen Sprötze und Schneverdingen zu sehen. Bereits die Anti-Atomtod-Bewegung der 1950er-Jahre hat Menschen zusammengeführt, die gegen eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr streiten. Viele Ostermarschierer der ersten Stunde haben den Krieg selbst erlebt. Die Ostermarsch-Bewegung stammt aus Großbritannien.

Ostermarsch im Jahr 1965

Abschlusskundgebung eines Ostermarschs 1965 auf dem Frankfurter Römer. Der Protest gegen Atomwaffen bleibt im Zentrum. Im Lauf der 1960er-Jahre steigt die Zahl der Ostermarschierer beständig an. Die Kubakrise 1962 und der Vietnamkrieg haben daran großen Anteil.

Ostermarsch im Jahr 1965

Ostermarschierer nehmen im Jahr 1965 in strömendem Regen ihre Suppe ein.

Ostermarsch im Jahr 1968

Im Protestjahr 1968 ist die Zahl der Ostermarschierer bundesweit auf 300.000 gestiegen. Die Märsche sind zu einer außerparlamentarischen Sammlungsbewegung geworden. In Berlin kommt es auf dem Ku'damm zu Krawallen - die Polizei setzt Wasserwerfer ein und macht vom Knüppel Gebrauch. Drei Tage zuvor war der Studentenführer Rudi Dutschke bei einem Anschlag lebensgefährlich verletzt worden.

Ostermarsch im Jahr 1968

Auch in Stuttgart steht der Ostermarsch 1968 unter dem Eindruck des Dutschke-Attentats. Transparente mit dem Konterfei Martin Luther Kings stellen die Bewegung zudem in einen Zusammenhang mit der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA. Das Ende der 1960er Jahre markiert gleichzeitig einen ersten Höhepunkt. Denn nach der Niederschlagung des Prager Frühlings durch russische Panzer im August 1968 geht ein Riss durch das Friedensbündnis und die Teilnehmerzahlen sind rückläufig.

Ostermarsch im Jahr 1982

Zehn Jahre später bekommt die Ostermarsch-Bewegung neuen Aufwind duch die Debatte über eine Nachrüstung der NATO. In der Friedensbewegung sammeln sich Pazifisten, Linke und Christen. Die Gründung der Partei Die Grünen speist sich mit aus diesem Milieu: Beim Ostermarsch 1982 in Berlin darf deren "Alternative Liste Berlin" nicht fehlen.

Ostermarsch im Jahr 1983

Zweiter Höhepunkt der Friedensbewegung - nach dem ersten 1968 - ist das Jahr 1983, hier Ostermarschierer in der Frankfurter Innenstadt. Bundeskanzler Helmut Kohl ist seit einem halben Jahr im Amt. Er hat den NATO-Doppelbeschluss und damit die Position seines sozialdemokratischen Vorgängers Helmut Schmidt durchgesetzt - gegen den massiven Protest der Straße.

Ostermarsch im Jahr 1983

Die Friedensbewegung stellt 1983 eine breites Bündnis dar. Am Protest gegen das atomare Wettrüsten der Supermächte beteiligen sich in Frankfurt auch Soldaten.

Ostermarsch im Jahr 1990

Fünf Monate nach dem Mauerfall gibt es in Berlin einen Ostermarsch, der den Ost-und Westteil der Stadt umfasst: Tausende Teilnehmer marschieren von Mitte nach Neukölln, um ihrer Forderung nach Abrüstung Nachdruck zu verleihen. Das Ende der Blockkonfrontation läutet zugleich den Niedergang des Ostermarschs ein, die Beteiligung geht zurück.

Ostermarsch im Jahr 1991

1991 steht der Ostermarsch wie hier in Frankfurt im Zeichen des Golf-Krieges. "Kein Blut für Öl" lautet die Losung der Golf-Kriegs-Gegner. Ihre Kritiker werfen ihnen Anti-Amerikanismus vor.

Ostermarsch im Jahr 1998

In der Kyritz-Ruppiner Heide in Brandenburg ist ein Thema des Ostermarschs 1998 bei Fretzdorf das geplante "Bombodrom": Die Bundeswehr will einen früheren Bombenabwurfplatz der sowjetischen Armee weiter militärisch nutzen. Nach jahrelangen Protesten und gerichtlichen Auseinandersetzungen sind die Pläne inzwischen vom Tisch. Lokaler Erfolg einer Bewegung, deren Mobilisierungsfähigkeit insgesamt aber schwindet.

Ostermarsch im Jahr 2003

Die Proteste der Ostermarschierer im Jahr 2003 richten sich gegen den Einmarsch der US-geführten Koalitionstruppen im Irak. Der Beginn der Bombardierung Bagdads liegt da gerade mal einen Monat zurück. Die NATO-Kritiker und Gegner von US-Präsident Bush eint ein neues Symbol: Die PACE-Flagge. Auch wenn die weiße Friedenstaube auf blauem Grund in Hamburg etwa nicht ausgedient hat.

Ostermarsch im Jahr 2004

2004 demonstrieren Aktivisten in Hamburg gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr. Einer von ihnen zeigt seine am Hemd befestigten "Friedens-Buttons". Sie zeugen von einer längeren Ostermarsch-Biografie.

Ostermarsch im Jahr 2004

Nicht alle Marschierer sind bei der Fahne geblieben wie dieser Mann in München im Jahr 2004. Was die Zahl der Aktivisten angeht, sind die Ostermärsche wieder eher dort angekommen, wo sie vor fünfzig Jahren begonnen haben. Ein großes Thema ist geblieben: Die atomare Abrüstung.

Ostermarsch Braunschweig

Teilnehmer des Ostermarsches in Braunschweig fahren am 07. April 2012 mit ihren Fahrrädern hinter einem Lautsprecherwagen des Demonstrationszuges her. Mehrere Dutzend Teilnehmer demonstrierten unter dem Motto "Waffenexporte stoppen - Kriege beenden!".

Ostermarsch-Veranstaltung in Frankfurt am Main

2014 nahmen etwa 2000 Menschen an der Demo in Frankfurt am Main teil.

Demonstranten halten ein Transparent hoch, um gegen den Ukraine-Konflikt zu protestieren.

Der Protest gegen den Ukraine-Krieg und die Politik der NATO war 2015 ein Schwerpunkt des Ostermarsches in Berlin.

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