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Robert Mugabe - Vom Befreier zum Unterdrücker

Robert Mugabe bei einer Verfassungskonferenz in London 1979.

Nach sieben Jahren Guerillakrieg gegen das weiße Regime Rhodesiens kam Robert Mugabe 1980 an die Macht. Nach seiner Amtsübernahme rief er zur Versöhnung und einer künftigen Zusammenarbeit zwischen Schwarzen und Weißen auf: "Lassen wir die Vergangenheit ruhen." (Foto: picture-alliance/ dpa)

Robert Mugabe bei einer Verfassungskonferenz in London 1979.

Nach sieben Jahren Guerillakrieg gegen das weiße Regime Rhodesiens kam Robert Mugabe 1980 an die Macht. Nach seiner Amtsübernahme rief er zur Versöhnung und einer künftigen Zusammenarbeit zwischen Schwarzen und Weißen auf: "Lassen wir die Vergangenheit ruhen."

Mugabe überreicht Prinz Charles eine Unabhängigkeitsmedaille

Im April 1980 kam Prinz Charles als Vertreter der britischen Krone zur Unabhängigkeitszeremonie nach Rhodesien, das nun in Simbabwe umbenannt wurde. Premierminister Mugabe überreichte ihm eine Medaille, die an dieses Ereignis erinnern sollte.

Mugabe mit geballter Faust

Schon in den frühen Jahren seiner Herrschaft zeigte Mugabe, dass er vor nichts zurückschreckt. Kurz nach der Unabhängigkeit von Großbritannien ließ er im Süden des Landes Regierungsgegner und Angehörige des Nbedele-Stamms umbringen.

Porträt

Zu seinem weiteren Machterhalt ließ Mugabe 1987 durch eine Verfassungsänderung die Ämter des Staatsoberhaupts, des Regierungschefs und des obersten Befehlshabers der Streitkräfte zusammenlegen. Im gleichen Zuge wurden die den Weißen garantierten 20 Sitze im Abgeordnetenhaus und zehn im Senat abgeschafft.

brennende Farm in Simbabwe

Anfang der 1990er Jahre verkehrte sich Mugabes versöhnliche Haltung gegenüber der weißen Minderheit schließlich vollends zum Gegenteil. 1992 begann er, die ersten weißen Farmer, die einen Großteil der Ackerfläche des Landes besaßen, zu enteignen.

Robert Mugabe

Mugabe hielt trotz aller internationalen Proteste und Streichungen von Entwicklungshilfe an den Enteignungen fest.

Robert Mugabe 1996 mit seiner Ehefrau Grace Marufu und ihren gemeinsamen Kindern.

Im August 1996 heiratete Robert Mugabe Grace Marufu. Zum Zeitpunkt der Hochzeit sind Mugabe und Grace Marufu bereits seit zehn Jahren liiert und hatten zwei Kinder, Bona und Robert. Mehr als 10.000 Menschen nahmen an der Feier auf der Robert-Gabriel-Mugabe-Autobahn von der Hauptstadt Harare in das rund 80 Kilometer entfernte Kutama teil.

Morgan Tsvangirai, der simbabwische Oppositionsführer

Seit 2000 formierte sich die Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) um Morgan Tsvangirai. Hier sieht man Tsvangirai auf einer Protestveranstaltung in Chitungwiza 2002.

Mugabe und der südafrikanische Präsident Mbeki

Bei einem Gipfeltreffen des südafrikanischen Staatenbundes SADC 2007 stand die Entwicklung Simbabwes im Mittelpunkt. Um freie und faire Wahlen zu garantieren, wurde der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki als Vermittler eingesetzt. Eine Verfassungsänderung im September ermöglichte zeitgleiche Präsidenten- und Parlamentswahlen für März 2008.

Simbabwer suchen auf Listen nach neuen offiziellen Wahlergebnissen

Nach den Wahlen lassen die offiziellen Wahlergebnisse tagelang auf sich warten. Die Oppositionspartei beschuldigte die Regierung des Wahlbetrugs und erklärte ihren Spitzenkandidaten Tsvangirai nach eigenen Auszählungen zum Wahlsieger. Die Regierungspartei Zanu-PF bestätigt diese Aussagen vorerst nicht.

Robert Mugabe

Am 3. April 2008 wurde offiziell bekannt gegeben, dass Mugabes Partei die Mehrheit im Parlament eingebüßt hatte. Doch Mugabe gab sich noch nicht geschlagen. Als er am 18. April (Foto) zum 28. Unabhängigkeitstag des Landes sprach gab es immer noch kein genaues Wahlergebnis.

Morgan Tsvangirai

Der Druck auf die Opposition Simbabwes wurde immer stärker. Am 21. Juni 2008, knapp eine Woche vor der Stichwahl, erklärte Oppositionsführer Morgan Tsvangirai seinen Verzicht. Er musste sich in die niederländische Botschaft in Harare flüchten.

Mugabe-Wahlplakat

Mugabe setzte unbeirrt seinen Wahlkampf fort: Als "letzte Schlacht für die totale Kontrolle Simbabwes durch Simbabwer" propagierte Mugabe die Wahl.

Flüchtlinge in Simbabwe

Die Repression gegen Anhänger der Opposition verstärkte sich. Etwa 300 Menschen mussten in die Botschaft Südafrikas in Harare flüchten.

Stimmzettel Simbabwe

Wahltag 27. Juni 2008: Auf dem Stimmzettel stehen noch die zwei Kandidaten Mugabe und Tsvangirai. Die Wirklichkeit sieht anders aus.

Simbabwes Machthaber Robert Mugabe.

29. Juni 2008 Nur zwei Tage nach der Wahlfarce ließ sich Mugabe erneut als Präsident vereidigen.

Simbabwe

15. September 2008: Der südafrikanische Präsident Mbeki (rechts) mit den Unterzeichnern des Koalitonsabkommens Mutambara, Mugabe und Tsvangirai. Es scheint so, als ob Mugabe ein Stück Macht abgeben wird. Er bleibt Präsident Simbabwes, Oppositionsführer Morgan Tsvangirai soll Ministerpräsident werden.

Vereidigung von Morgan Tsvangirai

11. Februar 2009: Präsident Robert Mugabe vereidigt seinen langjährigen Rivalen Morgan Tsvangirai als Regierungschef.

Ein junger Cholera-Patient wird mit einer Schubkarre zu einer Klinik gebracht.

Dezember 2008: Die Lage in Zimbabwe hat sich dramatisch verschlechtert. Die Kliniken sind mit Cholera-Patienten wie diesem Jungen überfüllt. Tausende fliehen vor der Seuche, dem Mangel und dem Staatsterror in die Nachbarländer. Mugabe schert dieser Exodus kaum: Er sieht sich als Opfer von Machenschaften der früheren Kolonialmacht Großbritannien.

Bleibt auch mit der neuen Verfassung Simbabwes starker Mann: Robert Mugabe.

Februar 2012: Vier Jahre nach Bildung der Einheitsregierung von Zanu-PF und der ehemaligen Oppositionspartei MDC haben sich beide Parteien auf eine neue Verfassung geeinigt. Mugabe bleibt auch weiterhin Simbabwes starker Mann. Doch die Verfassung könnte den Weg freimachen für einen friedlichen Übergang.

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