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Die amtierenden Ministerpräsidenten in Deutschland

Winfried Kretschmann

Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann ist seit Mai 2011 der erste Ministerpräsident der Grünen überhaupt. Nicht nur die Auseinandersetzung um "Stuttgart 21", sondern eine verbreitete Enttäuschung über den Vorgänger Stefan Mappus brachte ihm den Erfolg im Stamm-Ländle der CDU. Kretschmanns Grüne regieren mit der SPD als Juniorpartner. (Foto: dpa)

Winfried Kretschmann

Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann ist seit Mai 2011 der erste Ministerpräsident der Grünen überhaupt. Nicht nur die Auseinandersetzung um "Stuttgart 21", sondern eine verbreitete Enttäuschung über den Vorgänger Stefan Mappus brachte ihm den Erfolg im Stamm-Ländle der CDU. Kretschmanns Grüne regieren mit der SPD als Juniorpartner.

Horst Seehofer

Bayern: Horst Seehofer löste im Oktober 2008 Günther Beckstein ab, der zurücktrat, als die CSU erstmals bei einer Landtagswahl die absolute Mehrheit verfehlte. Im September wird ein neuer Landtag gewählt und die CSU - die mit der schwächelnden FDP koaliert - blickt durchaus nervös auf diese Entscheidung.

Klaus Wowereit

Berlin: Klaus Wowereit ist schon seit 2001 im Amt, in seiner vierten Amtszeit. Nach dem Experiment einer rot-roten Regierung steht er nun einer großen Koalition vor. Die sicherte ihm auch den Erfolg bei der Vertrauensabstimmung nach dem BER-Flughafendesaster. Gewählt wird in Berlin erst wieder 2016.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck

Brandenburg: Wowereits BER-Partner und Parteifreund Matthias Platzeck regiert in Brandenburg seit 2002. Im Jahr 2005 übernahm er als Hoffnungsträger kurzzeitig den SPD-Bundesvorsitz, zog sich aber nach gesundheitlichen Problemen wegen Überlastung nach gut fünf Monaten wieder zurück.

Jens Böhrnsen

Bremen: Der Sozialdemokrat Jens Böhrnsen ist seit November 2005 Regierender Bürgermeister in Bremen, dem kleinsten Stadtstaat Deutschlands. Der gebürtige Bremer regiert im Senat zusammen mit den Grünen mit einer komfortablen Mehrheit. Seit der Wahl 2011 ist die CDU-Opposition nur noch die drittstärkste Fraktion.

Olaf Scholz

Hamburg: Olaf Scholz regiert seit 2011 in der Hansestadt. Der frühere Bundesarbeitsminister (2007-2009) errang mit der SPD nach dem Bruch der schwarz-grünen Koalition die absolute Mehrheit.

Volker Bouffier

Hessen: Volker Bouffier (CDU) übernahm das Amt Ende August 2010 von Roland Koch, in dessen Kabinett er drei Wahlperioden lang Innenminister war. Erstmals einer Landtagswahl stellen muss sich der Jurist Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres.

Erwin Sellering

Mecklenburg-Vorpommern: Erwin Sellering (SPD) ist seit 2008 im Amt. Zuvor war er schon sechs Jahre Justiz- und zwei Jahre Sozialminister des Landes. Die große Koalition bestimmte ihn zum Nachfolger des zurückgetretenen Harald Ringstorff. Bei der Landtagswahl 2011 konnte Sellering die Position der SPD als stärkste Partei im Land ausbauen.

David McAllister

Niedersachsen: David McAllister wurde Anfang Juli 2010 Nachfolger von Christian Wulff - nach dessen Wahl zum Bundespräsidenten. McAllister war Wulff zuvor schon als CDU-Vorsitzender im Landtag und in der Landespartei gefolgt. Am kommenden Sonntag entscheidet die Landtagswahl über sein weiteres politisches Schicksal.

Hannelore Kraft

Nordrhein-Westfalen: Die Sozialdemokratin Hannelore Kraft löste im Juli 2010 die CDU nach nur einer Legislaturperiode wieder in der Düsseldorfer Regierung ab, indem sie eine Minderheitsregierung mit den Grünen einging. Das Risikospiel gelang: Bei den vorgezogenen Neuwahlen im März 2012 scheiterte ihr Gegenkandidat, der damalige Bundesumweltminister Norbert Röttgen, deutlicher als erwartet.

Kurt Beck und Malu Dreyer

Rheinland-Pfalz: Auch der Südwesten der Republik wird jetzt von einer Frau regiert. Nach 18 Jahren im Amt übergab der dienstälteste "MP" Deutschlands, der Sozialdemokrat Kurt Beck, die Geschäfte an Malu Dreyer. Von 2006 bis 2009 war Beck auch SPD-Bundesvorsitzender. Durch die Affäre um den Nürburgring war er unter Druck geraten.

Annegret Kramp-Karrenbauer

Saarland: Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) war schon Innen- und Kultusministerin in Saarbrücken, bevor sie 2009 Sozialministerin in der "Jamaika-Koalition wurde". 2011 beerbte sie Peter Müller als Ministerpräsidentin. Nachdem die Dreierkoalition Anfang 2012 scheiterte, führte sie die CDU bei vorgezogenen Neuwahlen zum Sieg und in eine große Koalition mit der SPD.

Stanislaw Tillich

Sachsen: Stanislaw Tillich (CDU) übernahm das Amt 2008 von Georg Milbradt und konnte nach der Landtagswahl 2009 eine Koalition mit der FDP bilden. Tillich gehört der sorbischen Minderheit an. Er war schon 1999 unter Kurt Biedenkopf Staatsminister für Bundesangelegenheiten.

Reiner Haseloff

Sachsen-Anhalt: Reiner Haseloff (CDU) war seit 2006 Landeswirtschaftsminister und wurde 2010, nach dem Rückzug von Wolfgang Böhmer, Spitzenkandidat der CDU. Bei der Landtagswahl im März 2011 blieb die CDU stärkste Partei und konnte die große Koalition mit der SPD fortsetzen.

Torsten Albig

Schleswig-Holstein: Torsten Albig (SPD) regiert das nördlichste Bundesland erst seit Juni 2012, in einer Koalition mit den Grünen und der dänischen Minderheitsvertretung SSW und mit einer hauchdünnen Mehrheit von einer Stimme im Landtag. Zuvor war er drei Jahre lang Oberbürgermeister von Kiel.

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht

Thüringen: Christine Lieberknecht wurde 2009 Nachfolgerin von Dieter Althaus. Er war zurückgetreten, nachdem die CDU bei der Landtagswahl ihre absolute Mehrheit verloren hatte. Der Wechsel machte den Weg frei für eine große Koalition. Lieberknecht war zuvor Sozial- und Gesundheitsministerin des Landes.

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