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30. Jahrestag des Amtsantritts von Helmut Kohl

Rainer Barzel und Helmut Kohl am 12. Juni 1973 beim CDU-Bundesparteitag

Im Juni 1973 begann die bundespolitische Karriere des Helmut Kohl. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident übernahm den Parteivorsitz der CDU von Rainer Barzel, der als Kanzlerkandidat 1972 gescheitert war und daraufhin auf alle Spitzenämter verzichtete. 25 Jahre lang - bis zum November 1998 - blieb Kohl CDU-Vorsitzender. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Rainer Barzel und Helmut Kohl am 12. Juni 1973 beim CDU-Bundesparteitag

Im Juni 1973 begann die bundespolitische Karriere des Helmut Kohl. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident übernahm den Parteivorsitz der CDU von Rainer Barzel, der als Kanzlerkandidat 1972 gescheitert war und daraufhin auf alle Spitzenämter verzichtete. 25 Jahre lang - bis zum November 1998 - blieb Kohl CDU-Vorsitzender.

Wahlplakate Schmidt und Kohl

1976 nimmt Helmut Kohl das erste Mal Anlauf auf das Amt des Bundeskanzlers. Die CDU/CSU erreicht bei der Bundestagswahl am 3. Oktober mit 48,6 Prozent zwar ein sehr gutes Ergebnis. Helmut Schmidt kann jedoch die Koalition mit der FDP fortsetzen. Im Dezember gibt Helmut Kohl das Amt des Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz an Bernhard Vogel ab und geht als Oppositionsführer nach Bonn.

Helmut Kohl Franz Josef Strauß 1980

In der Auseinandersetzung mit einem seiner heftigsten Widersacher in der Union, dem bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß, erwies sich Kohl schließlich doch als Gewinner. Zwar unterliegt er im Juli 1979 in der Kanzlerkandidaten-Kür. Die Wahl zum 9. Deutschen Bundestag mit Strauß als Spitzenkandidat beschert der Union am 5. Oktober 1980 aber eine krachende Niederlage. Die sozial-liberale Koalition unter Kanzler Helmut Schmidt kann fortgesetzt werden. Strauß konzentriert sich fortan wieder auf Bayern.

Koalitionsverhandlungen zwischen der CDU und der FDP

Am 17. September 1982 zerbricht jedoch die SPD/FDP-Koalition, nachdem die FDP-Minister Genscher, Baum, Ertl und Lambsdorff zurückgetreten waren. Kurze Zeit später beginnen die Koalitionsverhandlungen zwischen der Union und der FDP in Bonn. Dieses Foto zeigt Helmut Kohl mit Friedrich Zimmermann (CSU), Hans-Dietrich Genscher (FDP), Wolfgang Mischnik (FDP), Franz Josef Strauß (CSU) und Gerhard Stoltenberg (CDU) (v.l.n.r.). Kohl hatte als Oppositionsführer im Bundestag immer schon harte Kritik an der Regierungspolitik mit Offerten an die FDP zum Koalitionswechsel kombiniert.

Kohl und Schmidt

Am 1. Oktober 1982 kommt Helmut Kohl schließlich mithilfe Genschers und der Mehrheit der FDP-Fraktion als erster deutscher Kanzler durch ein konstruktives Misstrauensvotum an die Macht. Mit 256 Ja-Stimmen gegen 235 Nein-Stimmen bei 4 Enthaltungen wird er zum Bundeskanzler gewählt.

Helmut und Hannelore Kohl am Abend der Bundestagswahl vom 6. März 1983

Am 6. März 1983 gewinnt Helmut Kohl als bereits amtierender Kanzler dann seine erste Bundestagswahl. Die Bundestagswahl bringt für die CDU/CSU mit 48,8 Prozent der Stimmen eine klare Mehrheit, während die SPD auf 38,2 Prozent zurückfällt. Erhebliche Einbußen muss die FDP hinnehmen, die nur noch 7 Prozent erreicht. In der Bonner Parteizentrale wird Kohl mit seiner Frau Hannelore stürmisch gefeiert.

Kohl Kanzlerwahl 29. März 1983

Am 29. März 1983 kann sich Kohl dann als gewählter Kanzler im Bundestag präsentieren. Es ist auch die Wahl, in der die Grünen das erste Mal in das Parlament einziehen (neben Kohl: die Grünen-Politikerinnen Petra Kelly (links) und Marieluise Beck).

Kohl nach seiner Wahl

"Aussitzen" entwickelt sich in den ersten Regierungsjahren Kohls zu einem geflügelten Wort. Kohl zeigt häufig wenig Führungsstärke und Entscheidungsfreude.

Helmut Kohl und der Präsident der EG-Kommission, Jacques Delors

In seiner 16-jährigen Amtszeit als Bundeskanzler feiert Kohl auch Erfolge. Da ist sein Anteil an der Gründung der Europäischen Union 1992. Hier sind der Präsident der EG-Kommission, Jacques Delors, und Helmut Kohl im Bonner Kanzleramt mit einer Karte der Europäischen Gemeinschaft mit Gesamtdeutschland als Mitgliedsland im Jahr 1990 zu sehen.

Am 22. September 1984 reichen sich Francois Mitterrand und Helmut Kohl über den Gräbern von Verdun die Hand.

Mit Frankreichs sozialistischem Präsidenten François Mitterrand verband ihm eine Freundschaft. Der gemeinsame Besuch auf dem Soldatenfriedhof in Verdun im September 1984 und der spontane Handschlag in Gedenken an die Toten der Weltkriege geht als ein Symbol für die deutsch-französische Aussöhnung in die Geschichte ein.

Kohl spricht vor der Ruine der Frauenkirche in Dresden

Kohl ist auch Kanzler der deutschen Einheit: Er hatte immer auf sie gehofft und die historische Chance dann gegen Widerstände im In- und Ausland ergriffen.

Genscher, Gorbatschow und Kohl

Unermüdlich warb der Kanzler 1990 für die Wiedervereinigung. Legendär wird das sogenannte Strickjackentreffen mit Michael Gorbatschow im Kaukasus, bei dem der Durchbruch für die "volle und uneingeschränkte Souveränität" Deutschlands gelingt.

Helmut Kohl

Aber in der Innenpolitik muss Kohl manche Niederlage hinnehmen. Die SPD-Mehrheit im Bundesrat blockiert viele Vorhaben der schwarz-gelben Regierung, etwa die Steuerreform 1997. Insgesamt scheitern in der Legislaturperiode 1994 bis 1998 etwa 20 Vorlagen im Bundesrat. Der Koalition wird "Reformstau" angelastet.

Helmut Kohl bei einer Wahlkampfveranstaltung im Jahr 1990

Dass er 1990 wiedergewählt wurde, hatte er Analysten zufolge nur der Wiedervereinigung zu verdanken. Kohls Ankündigung, die Wiedervereinigung werde nicht über Steuererhöhungen finanziert, hält nur ein Jahr. Seit 1991 zahlen alle einen Solidaritätszuschlag. Auch sein Ausspruch über "blühende Landschaften" in Ostdeutschland wird ihm immer wieder vorgehalten.

Helmut Kohl und Angela Merkel auf dem Bundesparteitag 1991 in Dresden

Sein langer Arm als Kanzler und Parteichef befördert Karrieren - und vernichtet sie. Wen er als Talent ansieht, steigt auf. So Angela Merkel (sein "Mädchen"), die er 1991 zur Ministerin für Frauen und Jugend macht.

Helmut Kohl, mit seiner Ehefrau Hannelore und seinen Söhnen Peter (r) und Walter (l)

Kohl ordnete der Politik alles unter. Sein Sohn Walter (hier links in einem Bild aus den 1970er Jahren) schreibt in einem 2011 erschienenen Buch, die wahre Familie seines Vaters seien nicht Frau und Kinder, sondern sei die CDU gewesen.

Kohl gratuliert Schröder zu seiner Wahl zum Bundeskanzler

1998 verliert Kohl nach 16 Jahren im Amt gegen Gerhard Schröder (SPD). Bis dahin hatte fast eine ganze Generation in Deutschland nur Kohl als Kanzler erlebt.

Helmut Kohl am 29.6.200 vor dem Untersuchungsausschuss zur CDU-Spendenaffäre

Prestige und Einfluss Helmut Kohls zerbersten in der CDU-Parteispendenaffäre, die 1999 Stück für Stück ans Licht kommt. Unter Berufung auf ein gegebenes Ehrenwort weigert er sich vehement, die Namen der Spender zu nennen.

Merkel vor Kohl-Portrait (Januar 2010)

Es ist schließlich die damalige Generalsekretärin Merkel, die der CDU auf dem Höhepunkt der Spendenaffäre in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" die Loslösung von ihrem "Übervater" empfiehlt. Doch Kohl kommt dem Parteivorstand zuvor und erklärt wenig später seinen Rückzug vom Ehrenvorsitz. Im Jahr 2001 wird das Ermittlungsverfahren gegen ihn gegen Zahlung von 300.000 Mark eingestellt.

Maike und Helmut Kohl

Nach seinem Abschied aus dem Bundestag im Herbst 2002 tritt Kohl nur noch selten in der Öffentlichkeit auf. Im Jahr 2008 stürzt er in seinem Haus und muss operiert werden, seitdem ist er gesundheitlich angeschlagen. Wenn er - wie hier 2009 - einen offiziellen Termin wahrnimmt, ist seine zweite Frau Maike immer an seiner Seite.

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