Bildergalerie: Die Minister im Kabinett von Alexis Tsipras

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Die Minister im Kabinett von Alexis Tsipras

Kabinett Tsipras:

Er ist 40 Jahre jung, redegewandt und gilt als Hoffnungsträger vieler Griechen - vor allem jener, die besonders unter der Krise leiden, ihren Job verloren, arm sind: Alexis Tsipras, der neue Ministerpräsident und Chef des Parteienbündnisses der radikalen Linken Syriza. Seine politische Laufbahn begann er in den 1990er-Jahren als Anführer von Schülerprotesten. Schnell stieg er bis an die Spitze der einstigen "Eurokommunisten" auf. 2004 wurde er zum Syriza-Präsidenten gewählt. Mit seinem Kabinett erfüllt Tsipras sein Wahlversprechen, ein "kompaktes" Regierungssystem zu bilden. Außer ihm und seinem Vize gehören 13 Minister dem neuen Kabinett an. Unter seinem Vorgänger Antonis Samaras waren es 20.
Tsipras wurde am 28. Juli 1974 in Athen geboren. Er studierte Bauingenieurswesen sowie Stadt- und Raumplanung. Mit seiner Lebenspartnerin, einer Informatikerin, hat er zwei Kinder. | Bildquelle: dpa

Kabinett Tsipras:

Er ist 40 Jahre jung, redegewandt und gilt als Hoffnungsträger vieler Griechen - vor allem jener, die besonders unter der Krise leiden, ihren Job verloren, arm sind: Alexis Tsipras, der neue Ministerpräsident und Chef des Parteienbündnisses der radikalen Linken Syriza. Seine politische Laufbahn begann er in den 1990er-Jahren als Anführer von Schülerprotesten. Schnell stieg er bis an die Spitze der einstigen "Eurokommunisten" auf. 2004 wurde er zum Syriza-Präsidenten gewählt. Mit seinem Kabinett erfüllt Tsipras sein Wahlversprechen, ein "kompaktes" Regierungssystem zu bilden. Außer ihm und seinem Vize gehören 13 Minister dem neuen Kabinett an. Unter seinem Vorgänger Antonis Samaras waren es 20.
Tsipras wurde am 28. Juli 1974 in Athen geboren. Er studierte Bauingenieurswesen sowie Stadt- und Raumplanung. Mit seiner Lebenspartnerin, einer Informatikerin, hat er zwei Kinder.

Kabinett Tsipras: Yannis Dragasakis

Tsipras hat zwei scharfe Kritiker der Sparpolitik mit finanzpolitischen Aufgaben betraut: Yannis Dragasakis (Syriza) wird sich als Stellvertretender Ministerpräsident nicht nur um die Koordinierung aller Ministerien kümmern, sondern auch den gesamten Bereich Finanzen und Wirtschaft beaufsichtigen. Es wird erwartet, dass sich der 1947 auf Kreta geborene Ökonom bei Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern zunächst im Hintergrund hält. Dragasakis gilt als überlegt und höflich. In seiner rund 50-jährigen politischen Laufbahn, die in der Kommunistischen Partei begann, machte er sich als Stratege einen Namen. Im Tsipras-Kabinett ist er der einzige, der Erfahrungen als Regierungsmitglied hat. 1989 war er stellvertretender Wirtschaftsminister in einer überparteilichen Übergangsregierung des konservativen Ministerpräsidenten Xenophon Zolotas.

Kabinett Tsipras: Yanis Varoufakis

Zweiter Sparkurs-Kritiker und entschiedener Gegner der Troika aus EU, IWF und EZB ist der neue Finanzminister Yanis Varoufakis (parteilos). Der 53-Jährige Wirtschaftsprofessor gilt in seinem Heimatland als "Popstar" der Ökonomie. Er ist dafür bekannt, seine Gesprächspartner gern zu provozieren und hat dies mehrfach in TV-Talkshows bewiesen. Eine seiner bekanntesten Aussagen: "Wenn es in Griechenland kein Wirtschaftswachstum gibt, werden die Kreditgeber keinen Cent sehen." Es wird erwartet, dass Varoufakis in den bevorstehenden Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern an vorderster Front agiert.
Der gebürtige Athener besitzt neben der griechischen auch die australische Staatsbürgerschaft. Als Wirtschaftsprofessor lehrte er u.a. in Sydney und Glasgow. Zuletzt war er an der Universität von Texas in Austin angestellt. Varoufakis treibt viel Sport und betreibt seit Jahren ein populäres englischsprachiges Blog. Als Finanzminister wird er dies nicht mehr so intensiv tun können, aber aufgeben wolle er es nicht, teilte er seinen Usern mit.

Der griechische Minister Nikoloudis

Der Syriza-Politiker Panagiotis Nikoloudis ist für die Korruptionsbekämpfung zuständig. Er ist der erste griechische Antikorruptionsminister. In den vergangenen fünf Jahren stand Nikoloudis der Behörde zur Geldwäschebekämpfung vor.

Giorgos Stathakis

Der 61-jährige Syriza-Finanzexperte Giorgos Stathakis steht an der Spitze des Ministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Handelsmarine und Tourismus. Der Sohn eines Reeders studierte Wirtschaftswissenschaften in Athen und an der University of Newcastle upon Tyne in Großbritannien. Nach seiner Promotion schlug er die Hochschullaufbahn ein. Er lehrte u.a. an der Uni Patras und ab 1988 an der Uni Kreta. Seine politische Laufbahn begann bei den Kommunisten.
Schon mit seiner ersten Amtshandlung als neuer Wirtschaftsminister machte Stathakis auf sich aufmerksam: Er stoppte die geplante Privatisierung des Hafens von Piräus. Dies steht im Widerspruch zu den Forderungen der Geldgeber, die die Umwandlung von Staats- in Privateigentum als Voraussetzungen für weitere Finanzhilfen sehen.

Kabinett Tsipras: Nikos Kotzias

Der neue Außenminister ist ein Technokrat: der parteilose Politikprofessor der Universität Piräus, Nikos Kotzias. Griechische Analysten meinten, Tsipras signalisiere damit, einen ruhigen Kurs in außenpolitischen Themen fahren zu wollen. Allerdings pflegt Kotzias Kontakt zum rechtsradikalen russischen Ideologen Alexander Geljewitsch Dugin.

Der 1950 in Athen geborene Kotzias studierte Volkswirtschaftslehre und Politik in Athen und Gießen. Während der Militärdiktatur in Griechenland gehörte er dem Zentralrat der kommunistischen Jugendorganisation an. Er war Sekretär der Föderation der griechischen Studentenvereinigungen in Deutschland. Nach seinem Studium arbeitete er als Wissenschaftler an den Universitäten Harvard, Oxford und Marburg. Dort stand er der Forschungsgruppe Europäische Gemeinschaften FEG als Präsident vor. Von 1993 bis 2008 war er unter dem Sozialisten Giorgos Papandreou im diplomatischen Dienst des griechischen Außenministeriums tätig.
Kotzias ist Autor von mehr als 20 wissenschaftlichen Büchern - und einer Gedichtsammlung.

Kabinett Tsipras: Panos Kammenos

Panos Kammenos, Parteichef des Koalitionspartners ANEL (Partei unabhängiger Griechen), übernimmt das Verteidigungsressort - und damit das einzige Ministeramt für seine Partei. Der 49-Jährige ist für seinen harten Kurs gegen Ausländer in Griechenland bekannt. Seine Leidenschaft für die französische Küche - er studierte in Lyon - ändert nichts an seiner nationalistischen Einstellung. Scharfe Kritik zog er im Dezember auf sich, als er sagte, Juden würden in Griechenland keine Steuern zahlen.
Seine politische Karriere begann der Ökonom bei der Nea Dimokratia, für die er mehrmals ins Parlament gewählt wurde. Deren Umgang mit der Schuldenkrise führte dazu, dass Kammenos die Partei verließ und die rechtspopulistische ANEL gründete. Im Gegensatz zu Syriza fischte Kammenos im Wahlkampf am rechten Rand. Während Tsipras sich als Anwalt der kleinen Leute stark machte und gegen Korruption eintrat, klingt Kammenos noch der Ruf nach, ein übler Geschäftemacher gewesen zu sein.
Trotz dieser Unterschiede war das Bündnis der ANEL mit Syriza schon seit November vorbereitet. Hier bewies sich der gelegentlich aufbrausende Kammenos bei allem Temperament als hervorragender Stratege. Er setzt sich u.a. für die Anbindung an Russland ein. Nach der Krim-Annektion Russlands sagte er: "Wir danken Putin, dass er unsere orthodoxen Brüder und Schwestern auf der Krim beschützt hat."

Voutsis

Das Innenministerium übernimmt Nikos Voutsis von Syriza. Medienberichten zufolge will er alle Entlassungen im öffentlichen Sektor wieder zurücknehmen. Doch woher das Geld kommt, Zehntausende Menschen wieder zu beschäftigen, blieb unklar.

Griechenlands Justizminister Paraskevopoulos

Justizminister im Kabinett von Alexis Tsipras ist Nikos Paraskevopoulos. Der parteilose Wissenschaftler ist Professor für Krimonologie an der Universität Thessaloniki.

Kabinett Tsipras: Panagiotis Lafazanis

Ein weiterer Euro-Kritiker übernimmt das Ministerium für Umwelt und Energie: Panagiotis Lafazanis. Er ist Chef der innerparteilichen Opposition von Syriza und stellvertretender Parteivorsitzender. Der 63-jährige studierte Mathematiker nahm aktiv am Widerstand gegen die griechische Militärjunta teil und begann seine politische Laufbahn bei den Kommunisten.

Kabinett Tsipras: Panagiotis Kouroublis

Neuer Gesundheitsminister ist Panagiotis Kouroublis. Der Syriza-Politiker ist blind.

Panos Skourletis

Der bisherige Parteisprecher von Syriza, Panos Skourletis, übernimmt das Arbeitsministerium. Angesichts der dramatischen Lage auf dem Arbeitsmarkt eine schwierige Aufgabe. Jüngste Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat belegen, dass Griechenland mit Platz 28 Schlusslicht der Euroländer ist. Die Erwerbslosenquote im Oktober - jüngere Daten lagen Eurostat nicht vor - betrug 25,8 Prozent.

Nikos Pappas

Der Tsipras-Vertraute Nikos Pappas (Syriza) leitet das Ministerpräsidentenamt - vergleichbar mit dem Kanzleramtschef in Deutschland. Der 39-Jährige ist seit 1995 mit Tsipras befreundet. Er hatte mehr als zehn Jahre in Schottland gelebt, als ihn Tsipras 2008 als Leiter seines Büros in Athen nach Griechenland zurückholte.

erste Sitzung des neuen griechischen Kabinetts unter Ministerpräsident Tsipras

Von den zwei verbleibenden Ministern - hier sind alle bei der ersten Kabinettssitzung vertreten - stehen uns bis dato leider keine Fotos zur Verfügung: Es handelt sich um den 1943 geborenen Philosophen und Physiker Aristides Baltas (Syriza), der für den Bereich Bildung und Kultur zuständig ist. Alekos Flambouraris gehört dem Kabinett als Minister für Regierungskoordination an.
Tsipras hat es geschafft, dass ausschließlich Männer in seiner Regierungsmannschaft vertreten sind. Dies brachte ihm bereits mehrfach Kritik ein - vor allem aus dem Ausland.

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