Bildergalerie: Jahresrückblick 2013

Bilder

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Katastrophe vor Lampedusa und neue Koalitionen in Deutschland

Videoaufnahme der Küstenwache von einer Rettungsaktion

Das afrikanische Flüchtlingsdrama an Europas Südgrenze erlebt einen neuen Tiefpunkt: Mindestens 366 Menschen aus Nordafrika und dem Nahen Osten ertrinken am 3. Oktober im Mittelmeer nahe der italienischen Insel Lampedusa. Das Boot mit etwa 545 Flüchtlingen hatte Feuer gefangen und war gekentert.

Videoaufnahme der Küstenwache von einer Rettungsaktion

Das afrikanische Flüchtlingsdrama an Europas Südgrenze erlebt einen neuen Tiefpunkt: Mindestens 366 Menschen aus Nordafrika und dem Nahen Osten ertrinken am 3. Oktober im Mittelmeer nahe der italienischen Insel Lampedusa. Das Boot mit etwa 545 Flüchtlingen hatte Feuer gefangen und war gekentert.

Thomas de Maiziere übergibt einen symbolischen Schlüssel an Vize-Verteidigungsminister Nasrulla Nasary, während daneben Außenminister Guido Westerwelle (FDP) einen Holzschlüssel an den afghanischen Innenminister Mohammad Omer Daudsai übergibt

Die Bundeswehr beendet nach zehn Jahren ihren Einsatz in der nordafghanischen Provinz Kundus. Verteidigungsminister Thomas de Maizière übergibt am 6. Oktober im Feldlager der Bundeswehr symbolisch einen Schlüssel an Vize-Verteidigungsminister Nasrulla Nasary, während daneben Außenminister Guido Westerwelle einen Holzschlüssel an den afghanischen Innenminister Mohammad Omer Daudsai überreicht. Nach der offiziellen Übergabe des Feldlagers an die Afghanische Armee und die Afghanische Bundespolizei Ancop, verlassen die letzten verbliebenen deutschen Soldaten das Camp am 19. Oktober.

Zigarettenschachteln mit einem möglichen einheitlichem Aussehen und Aufdrücken von Folgeschäden des Zigarettenkonsums

Schockbilder auf Zigarettenschachteln sollen Rauchern das Qualmen endgültig verleiden. Päckchen mit großen Warnhinweisen und Aufdrucken von Folgeschäden des Zigarettenkonsums werden nach einem Beschluss des Europaparlaments innerhalb der EU Pflicht. Die Mitgliedsstaaten haben zwei Jahre Zeit, um die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.

Alice Munro

Die Vergabe des Literaturnobelpreises an die kanadische Erzählerin Alice Munro war eine echte Überraschung. Erstmals seit 20 Jahren ging die höchste Schriftstellerehre damit wieder nach Nordamerika - noch dazu an eine Frau, die mit ihren 82 Jahren nicht mehr ganz oben auf der Favoritenliste stand. Gerade erschien in Deutschland ihr wohl letztes Buch "Liebes Leben" mit 14 Kurzgeschichten.

Sperrung der National Mall in Washington

Nach gut zweiwöchigem "Shutdown" ist die Gefahr eines Staatsbankrotts der USA am 16. Oktober vorerst gebannt. Demokraten und Republikaner einigen sich in Washington, die Schuldengrenze von derzeit 16,7 Billionen Dollar (12,3 Bio. Euro) so anzuheben, dass die USA mindestens bis zum 7. Februar 2014 liquide bleiben. Der gut zweiwöchige Verwaltungsstillstand ("Government Shutdown") ist damit beendet. Während dieser Zeit waren die Behörden der Bundesregierung gezwungen, ihre Tätigkeit zu großen Teilen einzustellen.

Simone Peter und Cem Özdemir in Berlin

Die Grünen wählen auf ihrem Bundesparteitag am 19. Oktober in Berlin die Saarländerin Simone Peter zur neuen Parteivorsitzenden und Nachfolgerin von Claudia Roth. Co-Chef Cem Özdemir wird im Amt bestätigt. Nach dem mäßigen Ergebnis der Bundestagswahl hatte der Vorstand seinen Rücktritt angekündigt. Damit geht eine Ära zu Ende: Roth war insgesamt elf Jahre Vorsitzende der Partei.

Silvio Berlusconi

Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi wird erstmals rechtskräftig wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Zwei Jahre darf er nun keine öffentlichen Ämter mehr ausüben. Das entscheidet ein Berufungsgericht in Mailand am 19. Oktober. Am 27. November stimmt der römische Senat für Berlusconis Ausschluss. Damit verliert der 77-Jährige seinen Senatorenposten und seine Immunität - Beobachter werten dies als das Ende seiner schillernden politischen Karriere.

Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD

Am 23. Oktober, mehr als einen Monat nach der Bundestagswahl nehmen Union und SPD Koalitionsverhandlungen auf. Zahlreiche Sitzungen und 36 Tage später steht der fast 200 Seiten starke Koalitionsvertrag. Zuvor hatten CDU/ CSU mit den Grünen sondiert, die jedoch keine Basis für ein gemeinsames Bündnis sahen.

Angela Merkel mit Handy

Der NSA-Skandal geht in die nächste Runde: Das Mobiltelefon von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist überwacht worden, berichtet der "Spiegel" und zitiert aus Unterlagen von Edward Snowden. Die Kanzlerin sagt US-Präsident Barack Obama in einem Telefonat, die Aktion sei völlig inakzeptabel, dies sei "ein gravierender Vertrauensbruch". Das Weiße Haus erklärt in einer ersten Reaktion, Merkel werde nicht ausspioniert. Auch zahlreicher weitere Staatschefs wurden offenbar vom amerikanischen Geheimdienst überwacht.

Lotsenversetzboot "Kapitän Jürs"

Heftige Herbststürme fegen Ende Oktober über Teile Europas hinweg: Auch an der deutschen Nordseeküste gibt es orkanartige Böen. Auf Borkum werden Windgeschwindigkeiten bis zu 191 Kilometern pro Stunde gemessen. Traurige Bilanz: "Christian" tötet mindestens 16 Menschen.

Vettel gewinnt Formel-1-Weltmeisterschaft in Indien.

Sebastian Vettel wird zum vierten Mal in Serie Formel-1-Weltmeister. Nach Juan Manuel Fangio und Michael Schumacher ist Vettel der dritte Fahrer, der vier Titel in Folge errungen hat. Vettels Saisonziel für 2014 ist dasselbe wie für 2013: "Weltmeister bleiben."

Lou Reed bei einem Auftritt im Berliner Tempodrom

"Hey babe take a walk on the wild side'": Als "Walk on the Wild Side" 1972 veröffentlicht wurde, brach Lou Reed Tabus. Der Frontman der von Andy Warhol inspirierten Band "The Velvet Underground" erzählte von Transvestiten aus dem Umfeld der "Factory". In Deutschland landete er damit auf Platz 67 der Charts. Heute ist er einer seiner bekanntesten Songs. Am 27. Oktober stirbt er im Alter von 71.

Zug der Marmaray-Verbindung

Nach mehr als neun Jahren Bauzeit wird die "Marmaray"-Verbindung durch den Bosporus am 29. Oktober in Istanbul eröffnet. Der Bahntunnel von Europa nach Asien durchquert die Meerenge in 56 Metern Tiefe auf einer Länge von 1,4 Kilometern. Der Bau ist insgesamt 13,6 Kilometer lang. Istanbul hofft, sein Verkehrsproblem nun endlich in Griff zu bekommen.

Kunstschatz

Einen spektakulären Kunstfund bringt das Magazin "Focus" Anfang November ans Licht: In der Münchner Wohnung des Kunsthändlersohns Cornelius Gurlitt hatten Steuerfahnder und Staatsanwaltschaft schon im Februar 2012 annähernd 1400 Bilder sichergestellt, darunter wertvolle Gemälde von Henri Matisse und Otto Dix. Es seien dabei Bilder "mit entsprechenden dringenden Verdachtsmomenten auf NS-verfolgungsbedingten Entziehungshintergrund", so das bayerische Justizministerium. Nur nach und nach wird bekannt, um welche Kunstwerke es sich handelt. Auf www.lostart.de sind mittlerweile fast alle Bilder zu betrachten.

Twitter-Logo in Kombination mit der Abkürzung NYSE für die New Yorker Börse

7. November: Der Kurznachrichtendienst Twitter hat einen fulminanten Börsenstart in New York. Die Aktie wird mehr als 70 Prozent über dem Ausgabepreis von 26 Dollar gehandelt - später teils noch höher.

Trümmerlandschaft in Tacloban

Der pazifische Supertaifun "Haiyan" trifft am 8. November mit mehr als 300 Stundenkilometern auf die philippinischen Inseln Leyte und Samar. Er verwüstet ganze Landstriche, hohe Flutwellen zerstören Städte wie Tacloban. Vorläufige Bilanz: Mehr als 7200 Tote und Vermisste, Schäden in Milliardenhöhe.

Bacon-Gemälde erzielt bei Auktion Rekordpreis von 142 Mio Dollar

Am 13. November erzielt in New York das Triptychon "Three Studies of Lucian Freud" von Francis Bacon den Versteigerungs-Rekordpreis von 142,4 Millionen Dollar (106 Mio. Euro). Die Rekordjagd auf dem Kunstmarkt geht damit weiter. Am Vortag brachte der "Pink Star" in Genf als teuerster Diamant der Welt fast 62 Millionen Euro.

Ex-Bundespräsident Wulff mit seinen Anwälten vor dem Landgericht Hannover

14. November: Beginn des Prozesses gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff in Hannover. Wulff wird Vorteilsannahme vorgeworfen. Er soll sich 2008 von einem befreundeten Produzenten Hotelkosten bezahlen lassen haben. Im Gegenzug soll er für dessen Film geworben haben. Die Summe der Vorteile, die Wulff in Anspruch genommen haben soll, belaufen sich letzendlich auf etwa 700 Euro.

Sigmar Gabriel auf dem Parteitag in Leipzig

Ein Ende der Ausschließeritis? Auf dem Bundesparteitag in Leipzig wirbt SPD-Chef Sigmar Gabriel für eine Große Koalition. Gleichzeitig ist ein Bündnis mit der Linkspartei künftig nicht mehr ausgeschlossen. Wie die meisten seiner Stellvertreter wird Gabriel mit mäßigem Ergebnis im Amt bestätigt.

Neuer BDA-Chef Ingo Kramer, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ex-BDA-Chef Dieter Hundt

18. November: Chefwechsel bei der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände: Ingo Kramer (l.), ein Unternehmer aus Bremerhaven, löst Dieter Hundt ab. Hundt stand 17 Jahre an der Spitze der Arbeitgeber.

Dieter Hildebrandt

Der letzte wahre Kabarettist verlässt die Bühne: Dieter Hildebrandt. Der Erfinder des "Scheibenwischers" und Gründer der legendären Lach- und Schießgesellschaft in München stirbt am 20. November. Der Meister der unvollständigen Sätze und ewigen Pausen wurde 86 Jahre alt.

Das eingestürzte Einkaufszentrum

In einem Vorort der lettischen Hauptstadt Riga bricht am 21. November das Dach eines Einkaufszentrums ein. Die Helfer bergen 54 Tote aus den Trümmern. Ministerpräsident Valdis Dombrovskis übernimmt die politische Verantwortung und tritt am 27. November zurück.

Vishwanath Anand und Magnus Carlsen beim Duell der Schach-Weltmeisterschaft

Am 22. November wird der Norweger Magnus Carlsen mit 22 Jahren zweitjüngster Schach-Weltmeister. Er besiegt den Titelverteidiger Viswanathan Anand in dessen indischer Heimatstadt Chennai. Nach zehn von zwölf angesetzten Spielen hatte der Norweger die notwendigen 6,5 Punkte erreicht. Anand kam durch sieben Unentschieden auf insgesamt 3,5 Punkte. Weltweit verfolgten mehr als 100 Mio. Menschen die Spiele.

Teilnehmer auf der UN-Klimakonferenz in Warschau

Die UN-Klimakonferenz endet in Warschau am 23. November nach tagelangem Ringen und einem Boykott der Nichtregierungsorganisationen mit einem unbefriedigenden Minimalkonsens. Die Teilnehmer einigen sich lediglich auf einen Zeitplan für die Arbeit am Weltklimavertrag, der 2015 in Paris abgeschlossen werden soll.

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif (links) und sein französischer Kollege Laurent Fabius

Die fünf UN-Vetomächte und Deutschland vereinbaren in Genf mit dem Iran eine Übergangslösung zum Abbau des umstrittenen Atomprogramms. Im Gegenzug sollen Sanktionen gelockert werden. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif (l., hier mit seinem französischen Amtskollegen Laurent Fabius) twitterte am 23. November: "Wir haben eine Vereinbarung erreicht." Das Bemerkenswerte daran: Twitter ist ebenso wie Facebook im Iran offiziell verboten - ein vorsichtiges Zeichen der politischen Öffnung des Iran.

Der Ministerpräsident von Hessen, Volker Bouffier (CDU, l), und der hessische Spitzenkandidat von Bündnis 90/Die Grünen, Tarek Al-Wazir

In Wiesbaden beginnen am 25. November die ersten Koalitionsverhandlungen von CDU und Grünen in einem Fächenland. Die Grünen hatten überraschend ein Angebot von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU, r.) angenommen. Tarek Al-Wazir (l.) hatte im Wahlkampf den Ministerpräsidenten noch als "ausgebrannt", "ohne Ideen" und "auswechselbedürftig" bezeichnet. Die CDU hatte ihn wiederum den "Totengräber jeder wirtschaftlichen Verantwortung" genannt. Nach der Landtagswahl wurde verbal abgerüstet.

Bitcoin-Münzen

Die Digitalwährung Bitcoin knackt am 27. November erstmals die Marke von 1000 Dollar pro Einheit. Es ist ein drastischer Sprung: Anfang des Jahres kostete ein Bitcoin gerade einmal 13 Dollar. Experten erwarten, dass die "Hacker-Währung" wegen der Kursschwankungen eine Nischenwährung bleibt. Die Finanzbranche reagiert trotzdem nervös. Chinas Notenbank verbietet den Handel mit Bitcoin, Frankreichs Zentralbank warnt davor.

Sitzung der Teilnehmer auf dem EU-Gipfel in Vilnius

Die ehemaligen Sowjetrepubliken Moldau und Georgien unterzeichnen Ende November im litauischen Vilnius Assoziierungsabkommen mit der EU. Die Ukraine macht kurz vor der Unterzeichnung auf Druck von Russland einen Rückzieher.

Hunderttausende protestieren in Kiew

Nachdem der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch sich gegen ein Abkommen mit der EU entscheidet, beginnen in Kiew Massenproteste. Am 8. Dezember gehen in Hauptstadt knapp eine Million Menschen auf die Straße, um für einen anderen politischen Kurs ihrer Regierung zu werben.

Am 9. Dezember schwingen Protestierer in Bangkok Fahnen

Nach wochenlangen Demonstrationen mit zeitweise bis zu 140.000 Teilnehmern kündigt die thailändische Regierungschefin Yingluck Shinawatra am 10. Dezember an, das Parlament aufzulösen und stellt Neuwahlen für Anfang Februar in Aussicht. Die Proteste waren ausgebrochen, nachdem Pläne der Regierung für ein Amnestiegesetz bekannt geworden waren. Das Gesetz hätte es Yinglucks Bruder und früheren Regierungschef Thaksin Shinawatra erlaubt, aus dem Exil zurückzukehren. Thaksin war 2006 vom königstreuen Militär entmachtet und später wegen Korruption verurteilt worden.

Nelson Mandela

Der südafrikanische Nationalheld Nelson Mandela stirbt am 5. Dezember. Bereits im Sommer war Mandela wegen einer schweren Lungenentzündung in einer Klinik behandelt worden. Seine letzten Wochen hatte der Friedensnobelpreisträger und frühere Präsident Südafrikas im Kreis seiner Familie verbracht. Die Nachricht von Mandelas Tod wurde weltweit mit Bestürzung aufgenommen. Mandela hatte wegen seines Kampfes gegen das rassistische System der Apartheid 27 Jahre lang im Gefängnis gesessen, davon 18 Jahre auf der berüchtigten Gefangeneninsel Robben Island. Im Jahr 1994 wurde Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten seines Heimatlands gewählt.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel verkündet in Berlin das Ergebnis des SPD-Mitgliedervotums.

Drei Monate nach der Bundestagswahl steht der Bildung einer Großen Koalition nichts mehr im Weg. Am 14. Dezember billigt die SPD-Basis mit großer Mehrheit den Koalitionsvertrag mit CDU und CSU. Die SPD hatte ihre Beteiligung an der Großen Koalition von einem erfolgreichen Mitgliederentscheid abhängig gemacht.

Peter O'Toole

Am 14. Dezember stirbt der irische Schauspieler Peter O'Toole im Alter von 81 Jahren. Durch seine Rolle als "Lawrence von Arabien" wurde er weltweit bekannt. O'Toole wirkte in mehr als 50 Filmen mit und wurde acht Mal für den Oscar nominiert, ohne ihn zu erhalten. Im Jahr 2003 bekam er dann den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk.

Die Parteivorsitzenden Horst Seehofer (CSU r-l), Angela Merkel (CDU) und Sigmar Gabriel (SPD) halten im Paul-Löbe-Haus des Bundestages in Berlin den unterzeichneten Koalitionsvertrag der neuen Großen Koalition in den Händen.

Die Parteivorsitzenden Angela Merkel (CDU), Sigmar Gabriel (SPD) und Horst Seehofer (CSU) unterschreiben am 16. Dezember den Koalitionsvertrag. Deutschland wird damit zum dritten Mal nach 1966-1969 und 2005-2009 von einem schwarz-roten Bündnis regiert.

15 Ministerinnen und Minister von Union und SPD

Am 17. Dezember wird Angela Merkel zum dritten Mal zur Bundeskanzlerin gewählt. Im Schloss Bellevue überreicht Bundespräsident Joachim Gauck die Ernennungsurkunden an die neue Bundesregierung.

Chodorkowski in Berlin

Nach mehr als zehn Jahren im Gefängnis wird der russische Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski am 20. Dezember mit sofortiger Wirkung begnadigt. Einen Tag zuvor hatte Putin überraschend von einem Gnadengesuch Chodorkowskis gesprochen. Die Zeitung "Kommersant" berichtete, dass Geheimdienstmitarbeiter sich mit Chodorkowski im Straflager getroffen hätten, um den Gnadenakt auf den Weg zu bringen. Chodorkowski hatte ein Begnadigungsgesuch stets abgelehnt, weil damit nach Kremlangaben ein Schuldeingeständnis verbunden ist. Nach der Freilassung reiste Chodorkowski nach Berlin aus.

Pussy-Riot-Mitglieder Maria Aljochina und Nadjeschda Tolokonnikowa

Auch die Pussy-Riot-Mitglieder Maria Aljochina (links) und Nadjeschda Tolokonnikowa (rechts) profitieren von einem Amnestiegesetz, das die Duma auf Veranlassung von Präsident Putin verabschiedet hat. Sie werden am 23. Dezember aus russischer Haft entlassen. Zusammen mit Jekaterina Samuzewitsch hatten sie am 21. Februar 2012 mit einem Auftritt der Punkband Pussy Riot in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale mit Strickmasken vermummt und Punkmusik gegen Wladimir Putin und den Patriarchen der Russisch-Orthodoxen Kirche Kyrill I. protestiert. Anschließend wurden die Bandmitglieder zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt.

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