Bildergalerie: Jahresrückblick 2013

Bilder

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Murray jubelt, Mollath frei, Merkel bleibt

Offizielle Beitrittsfeier Kroatiens am 30.6. in Zagreb

Kroatien wird am 1. Juli das 28. Mitgliedsland der EU. Die Union wird damit um 4,4 Millionen Einwohner größer. Regierungschef Zoran Milanovic betont, sein Land sei eine Brücke zu anderen Balkanländern: "Es liegt an uns, den Ländern in der Region die Hand zu reichen und ihnen zu helfen, die europäischen Kriterien möglichst schnell zu übernehmen. Mit diesen Ländern und Nationen sind wir untrennbar verbunden." Mit dem Nachbarland Slowenien hatte es zuvor Streit wegen des Grenzverlaufs gegeben, die Beitrittsverhandlungen waren infolgedessen monatelang ausgesetzt worden. | Bildquelle: AFP

Offizielle Beitrittsfeier Kroatiens am 30.6. in Zagreb

Kroatien wird am 1. Juli das 28. Mitgliedsland der EU. Die Union wird damit um 4,4 Millionen Einwohner größer. Regierungschef Zoran Milanovic betont, sein Land sei eine Brücke zu anderen Balkanländern: "Es liegt an uns, den Ländern in der Region die Hand zu reichen und ihnen zu helfen, die europäischen Kriterien möglichst schnell zu übernehmen. Mit diesen Ländern und Nationen sind wir untrennbar verbunden." Mit dem Nachbarland Slowenien hatte es zuvor Streit wegen des Grenzverlaufs gegeben, die Beitrittsverhandlungen waren infolgedessen monatelang ausgesetzt worden.

Hunderttausende Mursi-Gegner jubeln auf dem Tahrir-Platz

Am 3. Juli entmachtet die ägyptische Armee Präsident Mohammed Mursi und kündigt Neuwahlen an. Interimspräsident wird Adli Mansur, Präsident des Verfassungsgerichts. Die Armee hebt die islamistisch geprägte Verfassung auf und stellt Mursi unter Arrest. Bei anschließenden Kämpfen der beiden Lager werden viele Menschen getötet. Sämtliche Organisationen der Muslimbrüder werden verboten und deren Vermögen konfisziert. Anfang November verkündet Mansur Parlamentswahlen für Februar oder März, ein neuer Präsident soll im Sommer 2014 gewählt werden.

Zugunglück in der Provinz Quebec

Ein führerloser Zug mit Kesselwagen voller Rohöl rast am 6. Juli ins Zentrum der kanadischen Kleinstadt Lac-Mégantic in der Provinz Quebec und explodiert. Mindestens 47 Menschen sterben, 100.000 Liter Rohöl fließt in den Rivière Chaudière. Der Brand konnte erst nach 48 Stunden gelöscht werden.

Andy Murray mit Pokal

Als erster Brite seit 1936 gewinnt Andy Murray am 7. Juli das Tennisturnier in Wimbledon. Der Schotte schlägt im Endspiel den Serben und Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic mit 6:4, 7:5 und 6:4.

Jean-Claude Juncker

Eine Geheimdienst-Affäre lässt in Luxemburg das Regierungsbündnis von Ministerpräsident Jean-Claude Juncker platzen. Bei den Neuwahlen am 20. Oktober muss sich der dienstälteste Regierungschef der EU Xavier Bettel geschlagen geben. Nach 18 Jahren an der Macht in Luxemburg wird nun spekuliert, dass es den 58-jährigen Juncker nach Brüssel zieht.

Praktiker

Die Baumarktkette Praktiker beantragt am 10. Juli für sich und acht Tochterfirmen beim Amtsgericht Hamburg Insolvenz. Am 26. Juli folgt die Tochter Max Bahr. Der Verkauf von Praktiker scheitert. Max Bahr wird zerschlagen, 24 Filialen übernimmt Ende November die Bauhaus-Kette. 16 weitere Märkte gehen an Hagebau. Tausende Beschäftigte fürchten um ihre Arbeitsplätze.

Detroit

Ebenfalls pleite ist die US-Autometropole Detroit. Die mit mehr als 18 Milliarden Dollar (13,7 Mrd. Euro) verschuldete Stadt meldet am 18. Juli Insolvenz an. Es ist die größte Städtepleite in der Geschichte der USA. Anfang Dezember entscheidet ein Bundesgericht, dass die ehemalige "Motor City" in die geregelte Insolvenz gehen darf. Damit darf die Stadt Pensionen kürzen, Rückzahlungen an Investoren kappen oder öffentliche Unternehmen verkaufen.

XKeyscore

Das Bundesamt für Verfassungsschutz räumt nach einem "Spiegel"-Bericht ein, die Ausspähsoftware "XKeyscore" des US-Geheimdienstes NSA zu verwenden. Mit "XKeyscore" können die riesigen Datenmengen, die die NSA gemeinsam mit dem britische GCHQ und anderen Diensten sammelt, detailiert ausgewertet werden. Außerdem wird bekannt, dass auch zuvor noch für sicher gehaltene Verschlüsselungstechnologien wie SSL von den Geheimdiensten geknackt werden können.

Prinz William, Herzogin Kate und ihr Kind

Am 22. Juli wird das erste Kind von Prinz William und dessen Frau Catherine geboren. Einen Monat danach veröffentlicht das britische Königshaus die ersten offiziellen Fotos des kleinen Prinzen George Alexander Louis. Anders als sonst üblich wurden die Bilder nicht von einem bekannten Fotografen gemacht, sondern von Kates Vater Michael Middleton. Prinz William, Herzogin Kate und der Kleine sind im Garten der Middletons im Örtchen Bucklebury zu sehen. Prinz George ist nun der Dritte der britischen Thronfolge.

Bilder der Überwachunsgskamera vom Unglück

Beim schwersten Bahnunglück in Spanien seit 1972 sterben am 24. Juli nahe der Pilgerstadt Santiago de Compostela 79 Menschen. Der Schnellzug war mit überhöhter Geschwindigkeit in einer Kurve entgleist. Der Lokführer telefonierte offenbar zum Zeitpunkt des Unfalls. Der Zug hatte beim Entgleisen eine Geschwindigkeit von 179 Kilometern pro Stunde - erlaubt waren 80 km/h.

DFB-Frauen jubeln

28. Juli: Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft wird zum achten Mal Europameister. Im schwedischen Solna besiegt das Team Norwegen mit 1:0. Es ist der sechste deutsche EM-Titel der Frauen in Serie.

Bradley Manning beim Verlassen des Gerichtsgebäudes in Fort Meade.

Das US-Militärgericht in Fort Meade spricht den Wikileaks-Informanten Bradley Manning am 30. Juli schuldig. Der 25-jährige Obergefreite hatte 2010 Hunderttausende geheime Dokumente ("cables") aus Armeedatenbanken der Enthüllungsplattform Wikileaks weitergereicht. Das Urteil: 35 Jahre Haft und unehrenhafte Entlassung aus der Armee. Am 22. August teilt Mannings Anwalt mit, dass sein Klient fortan Chelsea genannt und als Frau behandelt werden möchte.

Krippenkinder sitzen beim Mittagessen.

Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ein- und zweijährige Kinder und das Betreuungsgeld treten am 1. August in Kraft. Etwa 813.000 Kita-Plätze stehen zur Verfügung. Eltern, die keinen Platz in Anspruch nehmen, können Betreuungsgeld von monatlich 100 Euro beantragen. Von August 2014 an steigt es auf 150 Euro.

Mainzer Hauptbahnhof

Wegen Personalmangels im Stellwerk halten Fernzüge zeitweilig nicht am Mainzer Hauptbahnhof. Pendler im gesamten Rhein-Main-Gebiet sind bis zum 30. August von dem Chaos im Bahnverkehr betroffen. Anfang November verkündet die Bahn, dass sie im kommenden Jahr 1700 zusätzliche Mitarbeiter einstellen will, 1250 davon dauerhaft.

Jeff Bezos, neuer Eigentümer der "Washington Post", redet mit Donald Graham, dem er das Blatt abgekauft hat. Das Bild stammt vom 10. Juli 2013 und wurde auf einer Technologiekonferenz in Idaho (USA) aufgenommen.

Amazon-Chef Jeff Bezos (l.) kauft am 5. August Donald Graham (r.) das US-Traditionsblatt "Washington Post" für 250 Millionen Dollar (188 Mio Euro) ab. Der Internet-Unternehmer übernimmt damit eine Zeitung, die seit Jahrzehnten das politische Geschehen in den USA mit prägt. Das Geld kommt aus Bezos Privatvermögen. Er verspricht, die Unabhängigkeit der Redaktion zu wahren und aus die gedruckte Ausgabe beizubehalten.

Gustl Mollath spricht am 6. August 2013 vor dem Bezirkskrankenhaus in Bayreuth mit Medienvertretern.

Der zwangsweise in der Psychiatrie untergebrachte Gustl Mollath kommt am 6. August frei. Sein Prozess wird neu aufgerollt, beschließt das Oberlandesgericht Nürnberg. Mollath war 2006 als gemeingefährlich eingewiesen worden. Seit 2011 war seine Unterbringung rechtswidrig, urteilt das Bundesverfassungsgericht Anfang September.

Bücher des Suhrkamp-Verlages

Nach siebenjährigem Kleinkrieg eskaliert der Streit zwischen Suhrkamp-Chefin Ulla Unseld-Berkéwicz und dem Miteigentümer Hans Barlach. Die Verlegerin meldet am 7. August Insolvenz an, um das 2009 von Frankfurt nach Berlin umgezogene Traditionshaus von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Sie will den ungeliebten Partner damit offenbar entmachten. Die Autoren unterstützen den Schritt. Die Serie von Klagen, mit denen sich die beiden Kontrahenten seit Jahren überziehen, ist damit aber nicht abgeschlossen.

Lothar Bisky

Am 13. August stirbt Lothar Bisky. Die politische Karriere des gemäßigten Linken und früheren Rektors der DDR-Filmhochschule begann nach der Wende. Er führte die bundesweite PDS und spätere Linkspartei länger als ein Jahrzehnt. Im Rückblick musste Bisky 2005 eine seiner größten politischen Niederlagen hinnehmen: In einem in der Parlamentsgeschichte beispielslosen Vorgang ließen die anderen Bundestagsfraktionen Bisky bei der Wahl für das Amt des Vizepräsidenten durchfallen. Die Linke hatte vorher die Kandidaten der anderen mitgewählt. Ihr war die Ablehnung vor der Wahl nicht signalisiert worden, was den Gepflogenheiten widersprach. Bisky wurde 71 Jahre alt.

Erleuchtete Waldschlösschenbrücke

Brücken sollen verbinden, manchmal trennen sie aber auch: Die Waldschlößchenbrücke in Dresden wird Gegenstand vielfältigen Streits. Seltene Fledermäuse - wie die Kleine Hufeisennase - an der Elbe seien gefährdet, das historische Stadtbild würde zerstört, sind die Einwände gegen das Bauwerk. Schließlich wird das Elbtal bei Dresden 2009 aus dem UN-Welterbe gestrichen. Am 24. und 25. August 2013 feiert Dresden die Eröffnung des Bauwerks, zu dem knapp 200.000 Menschen kommen. Die Brücke erstrahlt jetzt durch eine spezielle Beleuchtung, die auch den Fledermäusen genehm sein soll.

Angela Merkel und Peer Steinbrück

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr SPD-Herausforderer Peer Steinbrück treffen zum einzigen TV-Duell vor der Bundestagswahl am 22. September aufeinander. Während Steinbrück der Kanzlerin "Stillstand" vorwirft, verteidigt sie die Arbeit ihrer schwarz-gelben Regierung. Rund 17,6 Millionen Zuschauer verfolgen die Debatte. Am Tag darauf titelt die "Berliner Zeitung": "Der eigentliche Sieger war die Große Koalition" und zeigt damit hellseherische Qualitäten.

Jacques Rogge und Thomas Bach am 10.9.2013

Thomas Bach wird in Buenos Aires als erster Deutscher zum Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees gewählt. Der 59-jährige umstrittene Sportfunktionär und bisheriger Vizepräsident tritt die Nachfolge des Belgiers Jacques Rogge an, der nach zwölf Jahren aus dem Amt scheidet.

Benzinpreise

Das Bundeskartellamt startet am 12. September die "Markttransparenzstelle für Kraftstoffe", damit Autofahrer künftig leichter die Benzinpreise vergleichen können. Die Einrichtung erfasst die Preise für Benzin und Diesel von 13.100 deutschen Tankstellen. Ziel ist dem Wirtschaftsministerium zufolge: "eine effektivere Verhinderung, Aufdeckung und Verfolgung unzulässigen Verhaltens, letztendlich zum Schutz der Verbraucher."

Ein Mitglied des UN-Inspektorenteams nimmt bei Damaskus eine Bodenprobe.

Im syrischen Bürgerkrieg setzt die Regierung von Präsident Baschar al Assad Chemiewaffen gegen die eigene Bevölkerung ein. Nach schwierigen Verhandlungen willigt Assad ein, sein C-Waffen-Arsenal von der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) erfassen und vernichten zu lassen. Die Organisation mit Sitz in Den Haag erhält später dafür den Friedensnobelpreis.

Franz-Peter Tebartz-van Elst, Bischof von Limburg.

Nach monatelangem Streit um seine neue Residenz will der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst die Kosten für den Bau offenlegen. Am 5. September präsentiert er sein Domizil erstmals der Öffentlichkeit. Der 54-Jährige hatte mit der luxuriösen Ausstattung seiner neuen Bischofsresidenz Schlagzeilen gemacht. Am 7. Oktober teilt das Bistum mit, der Bau habe rund 31 Millionen Euro gekostet, veranschlagt waren ursprünglich 2,5 Millionen Euro. Der Papst verordnet dem Bischofs eine Auszeit. Bis die eingesetzte Untersuchungkommission ihren Bericht vorlegt, hält sich Tebartz-van Elst in einem bayerischen Kloster auf.

Otto Sander

Er galt als begnadeter Bühnen- und Filmschauspieler. Zu den Paraderollen in 130 Filmen zählt der Engel Cassiel in Wim Wenders "Der Himmel über Berlin". Am 12. September stirbt Otto Sander. Seine sonore Stimme machte ihn zum gefragten Synchronsprecher. So lieh er unter anderem Dustin Hoffman und Ian McKellen seine Stimme.

Aufrichtung der "Costa Concordia"

Mehr als 20 Monate nach der Katastrophe vor der italienischen Insel Giglio wird das havarierte Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" am 17. September in einer 19-stündigen Bergungsaktion wieder aufgerichtet - eine Meisterleistung von Chefingenieur Nick Sloane. Der gebürtige Südafrikaner gilt als Experte für Schiffsbergungen. Das Schiff ist nun stabilisiert und für den Abtransport 2014 vorbereitet.

Reich-Ranicki ist tot

Kaum ein Literarturkritiker war scharfzüngiger, streitlustiger und gleichzeitig geachteter als er: Marcel Reich-Ranicki. Am 18. September stirbt Deutschlands "Literaturpapst" im Alter von 93 Jahren. FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher sagt über Reich-Ranicki: "Wir werden ihn immer hören, bei allen Büchern und Texten, die wir lesen."

Einsatzkräfte der russischen Küstenwache versuchen, Greenpeace-Aktivisten am Erklimmen einer russischen Ölplattform zu hindern.

Bei einer Protestaktion gegen Ölbohrungen des Staatskonzerns Gazprom in der Arktis nimmt die russische Küstenwache am 19. September 30 Mitglieder der Umweltorganisation Greenpeace fest. Die "Arctic Sunrise" wird beschlagnahmt, die Aktivisten werden inhaftiert und wegen Rowdytums angeklagt. Der Fall sorgt für internationalen Protest, ein Urteil des Seegerichtshofs ignoriert der Kreml. Im November kommen einige Aktivisten gegen Kaution frei, im Dezember werden die Übrigen aus der Haft entlassen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel

22. September: Bundestagwahl. Die Union gewinnt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Wahl zum 18. Deutschen Bundestag klar. Ihr Koalitionspartner FDP scheitert jedoch an der Fünfprozenthürde und ist erstmals nicht mehr im Parlament. Die SPD mit Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und die Grünen verfehlen den Regierungswechsel deutlich. Ergebnis: CDU/CSU 41,5 Prozent, SPD 25,7, Linkspartei 8,6, Grüne 8,4, FDP 4,8. Auf ihrer anschließenden Wahlparty singt die CDU-Spitze dann gemeinsam das Lied "Tage wie diese" von den Toten Hosen. Die ehemaligen Punker erklären später dazu: "Das grausam vorgetragene Lied war immer noch mit Abstand die beste Leistung, die die CDU in letzter Zeit hervorgebracht hat."

Paul Kuhn

"Der Mann am Klavier" ist nicht mehr. Mit 85 Jahren stirbt Paul Kuhn am 23. September. Begonnen hatte "Paulchen" als Jazzmusiker in den Bars amerikanischer Soldaten. Bekannt wurde er durch Schlager wie "Es gibt kein Bier auf Hawaii". Bis zuletzt war er mit dem Paul Kuhn Trio auf Jazzbühnen unterwegs.

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