Bildergalerie: Wichtige Köpfe der Wahl in Italien

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Die wichtigsten Köpfe der Wahl in Italien

Pier Luigi Bersani

Pier Luigi Bersani gilt mit seinem Mitte-Links-Bündnis als der aussichtsreichste Anwärter für den Regierungspalast. Ohne Glanz und Glamour, dafür häufig mit sorgenvoll gerunzelter Stirn, gilt der Vorsitzende der sozialdemokratischen PD (Partito Democratico) als "Anti-Berlusconi". Sein Aufstieg basiert vor allem auf seinem Erfolg, die Anhänger und das Netzwerk der ehemaligen Kommunistischen Partei für sich gewonnen zu haben. Im Parlament war er treuester Gefolgsmann des bisherigen Ministerpräsidenten Monti und unterstützte beharrlich die notwendigen Reformen. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Pier Luigi Bersani

Pier Luigi Bersani gilt mit seinem Mitte-Links-Bündnis als der aussichtsreichste Anwärter für den Regierungspalast. Ohne Glanz und Glamour, dafür häufig mit sorgenvoll gerunzelter Stirn, gilt der Vorsitzende der sozialdemokratischen PD (Partito Democratico) als "Anti-Berlusconi". Sein Aufstieg basiert vor allem auf seinem Erfolg, die Anhänger und das Netzwerk der ehemaligen Kommunistischen Partei für sich gewonnen zu haben. Im Parlament war er treuester Gefolgsmann des bisherigen Ministerpräsidenten Monti und unterstützte beharrlich die notwendigen Reformen.

Nichi Vendola

Zu Bersanis Bündnispartnern gehört Nichi Vendola mit seiner linksgerichteten Partei SEL (Linke Ökologie und Freiheit). Auf dem Weg zu einer möglichen Koalition mit dem "Bündnis der Mitte" könnte Vendola der Stolperstein sein: Er schließt bislang ein Zusammengehen mit Monti kategorisch aus.

Josefa Idem

Prominente Unterstützung bekommt die Partei Bersanis von einer Olympiasiegerin aus Deutschland: Die seit 1990 für Italien startende Kanutin Josefa Idem geht für die PD auf dem ersten Listenplatz in der Region Emilia-Romagna ins Rennen. Die achtfache Olympionikin hatte 1992 die italienische Staatsbürgerschaft angenommen.

Pietro Grasso

Auch Italiens Top-Mafiajäger tritt für die Mitte-Links-Partei an: Pietro Grasso hat sich von seinem Amt als Staatsanwalt freistellen lassen. Italien habe "den Gipfel der Konfusion erreicht", und er wolle "ein besseres Land für seinen Enkelsohn hinterlassen". Der Jurist ist seit 2005 Italiens oberster Mafiajäger und hat sich durch Fernsehauftritte und als Autor mehrerer Bücher über organisierte Kriminalität auch international einen Namen gemacht.

Silvio Berlusconi

Er mischt immer noch mit: Gut 15 Monate nach dem Ende seiner vierten Amtszeit als italienischer Ministerpräsident strebt Medienmilliardär Silvio Berlusconi trotz aller Skandale zurück an die Macht in Rom. Zuletzt sorgten die steigenden Umfragewerte für Berlusconis Partei Popolo della Libertà (PDL) für Nervosität an den Finanzmärkten. Der "Cavaliere" verspricht seinen Landsleuten Wohltaten wie Steuerrückzahlungen und Straffreiheit für Steuerhinterzieher - und ein Ende der Haushaltsdisziplin. In diversen Prozessen entging Berlusconi einer rechtskräftigen Verurteilung. Aktuell laufen noch drei Strafprozesse gegen den 76-Jährigen. Nach dem letzten Stand will Berlusconi diesmal "nur" Wirtschaftsminister in einer neuen Regierung werden.

Roberto Maroni

Der neue alte Bündnispartner von Berlusconis PDL ist die Lega Nord, bei der Roberto Maroni als starker Mann auftritt. Der Rechtspopulist setzt sich für eine größere Unabhängigkeit Norditaliens von der Zentralregierung in Rom und dem armen Süden ein. Im Wahlkampf machte er Stimmung gegen den Euro und verbreitete anti-deutsche Parolen.

Mara Carfagna

Berlusconi umgibt sich auch vor dieser Wahl mit attraktiven Frauen: Ex-Showgirl Mara Carfagna unterstützt erneut die Partei des "Cavaliere". "Mara La Bella" war bis 2010 Gleichstellungsministerin in Berlusconis Kabinett.

Mario Monti

Vom Ausland hoch gelobt, vom eigenen Volk hart kritisiert: Der scheidende Ministerpräsident Mario Monti hat Italien mit einer harten Spar- und Steuerpolitik vom Abgrund des Schuldenstrudels bewahrt. In Umfragen liegt sein "Bündnis der Mitte" dennoch nur an vierter Stelle, auch weil vielen Italienern Montis Sparkurs zu hart war. Als Regierungspartner wird seine Bewegung dagegen hochwillkommen sein. Der 69-jährige Wirtschaftsprofessor lehnt die Übernahme eines Kabinettspostens unter einem anderen Ministerpräsidenten allerdings ab.

Pier Ferdinando Casini

Montis mächtigster Mitstreiter im "Bündnis der Mitte" ist der Christdemokrat Pier Ferdinando Casini mit seiner Partei "Unione di Centro".

Valentina Vezzali

Auch das "Bündnis der Mitte" kann im Wahlkampf auf eine prominente Spitzensportlerin bauen: Die Florettweltmeisterin und Olympiasiegerin Valentina Vezzali kandidiert auf der Liste Mario Montis.

Beppo Grillo

Ein Komiker zieht im Wohnwagen durch Italien und lehrt die etablierten Politiker das Fürchten: Beppo Grillo belegt mit seiner populistischen Internet-Bewegung "Fünf Sterne" in Umfragen den dritten Rang. Der 63-Jährige und seine politisch unerfahrenen Mitstreiter setzen auf den Frust der Landsleute über die aus ihrer Sicht korrupte Politikerkaste. "Tsunami-Tour" nennt Grillo seinen Wahlkampf, in dem er seine Standpunkte - zum Beispiel gegen den Euro - auch mal lauthals herausschreit. Grillo lässt sich schwer links oder rechts einordnen und kommt auch bei jüngeren Wählern gut an. Er ist seit einem Autounfall in der 1980er-Jahren vorbestraft und kann sich deshalb nicht für ein Mandat bewerben - so sehen es die Spielregeln der eigenen "Fünf-Sterne"-Bewegung vor.

Antonio Ingroia

Ein weiterer Kämpfer gegen die organisierte Kriminalität will in der Politik mitreden: Antonio Ingroia ist der Nachfolger der ermordeten Mafiajäger Giovanni Falcone und Paolo Borsellino. Vor wenigen Monaten rief er seine Partei "Bürgerliche Revolution" ins Leben, die laut Umfragen über vier Prozent erreicht und ins Abgeordnetenhaus einziehen dürfte.

Ilona Staller

Die politische Landschaft in Italien ist traditionell in zahlreiche Parteien zersplittert. So tritt auch die Ex-Pornodarstellerin Cicciolina, alias Ilona Staller, mit ihrer "DNA" (Demokratie, Natur und Liebe) an. Das komplizierte Wahlrecht sieht vor, dass Parteien eines Bündnisses eine Zwei-Prozent-Hürde überwinden müssen, um einen Sitz zu erhalten. Im Alleingang antretende Gruppen brauchen vier Prozent der Stimmen, um Anrecht auf einen Sitz in der Kammer zu haben. Parteien-Bündnisse hingegen werden anerkannt, wenn sie mindestens zehn Prozent der Stimmen erhalten. Als ein Bündnis gilt eine Gruppe, die ein gemeinsames Wahlprogramm vorstellt und einen gemeinsamen Spitzenkandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten aufstellt.

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