Bildergalerie: Wichtige Köpfe der Wahl in Israel

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Die wichtigsten Köpfe bei der Wahl in Israel

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Nach den Drohungen des Iran gegen Israel und den fortgesetzten Angriffen der radikalislamischen Hamas sahen viele Wähler in Premierminister Benjamin Netanjahu die sicherste Wahl. Die liberale Opposition gilt als heillos zerstritten, während Netanjahu unumstritten die konservative Likud-Partei und damit den rechten Regierungsblock Likud-Beitenu anführt.

Netanjahu ist ein vehementer Verfechter des Rechts auf Siedlungsbau im Westjordanland und in Ost-Jerusalem. Kritiker werfen ihm vor, Probleme auszusitzen, keine Visionen zu haben und für die sozialen Probleme Israels verantwortlich zu sein. Unter Netanjahu kühlte sich zudem das Verhältnis zu den USA deutlich ab. (Foto: dpa)

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Nach den Drohungen des Iran gegen Israel und den fortgesetzten Angriffen der radikalislamischen Hamas sahen viele Wähler in Premierminister Benjamin Netanjahu die sicherste Wahl. Die liberale Opposition gilt als heillos zerstritten, während Netanjahu unumstritten die konservative Likud-Partei und damit den rechten Regierungsblock Likud-Beitenu anführt.

Netanjahu ist ein vehementer Verfechter des Rechts auf Siedlungsbau im Westjordanland und in Ost-Jerusalem. Kritiker werfen ihm vor, Probleme auszusitzen, keine Visionen zu haben und für die sozialen Probleme Israels verantwortlich zu sein. Unter Netanjahu kühlte sich zudem das Verhältnis zu den USA deutlich ab.

Avigdor Lieberman von der israelischen Partei "Unser Haus Israel".

Avigdor Lieberman von der Partei "Unser Haus Israel" ist Netanjahus wichtigster Verbündeter: Überraschend schmiedeten beide eine Allianz, um bei der Wahl mit der gemeinsamen Liste Likud Beitenu als mit Abstand stärkste Kraft anzutreten. Lieberman allerdings geriet zuletzt in schwieriges Fahrwasser: Nach einer Anklage wegen Korruption trat er von seinem Amt als Außenminister zurück - blieb aber dennoch die Nummer zwei auf der Netanjahu-Liste.

Lieberman gilt als der Mann fürs Grobe: So verglich er als Außenminister die Israel-Politik der EU mit dem Verhalten der europäischen Nationen während des Holocaust; Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nannte er einen "diplomatischen Terroristen".

Der 54-Jährige stammt aus der früheren Sowjetrepublik Moldau und konnte vor allem bei den etwa eine Million Einwanderern aus der Ex-UdSSR auf Unterstützung hoffen.

Naftali Bennett tritt für die Partei "Jüdisches Heim" bei der Parlamentswahl in Israel an.

Er war die Überraschung des Wahlkampfs: Der smarte Millionär Naftali Bennett jagte Netanjahu die Stimmen aus dem ultrarechten Lager ab und haucht der ultrarechten religiösen Partei "Jüdisches Heim" neues Leben ein.

Der 40-jährige frühere Kommandeur einer Elite-Einheit lehnt eine Zweistaaten-Lösung mit den Palästinensern ab, plädiert vehement für den Ausbau der Siedlungen und fordert die Annexion großer Teile des Westjordanlands, in denen jüdische Siedler leben.

Bennett ist der Sohn von US-Einwanderern und hatte Netanjahu als Stabschef gedient, bis er sich mit ihm überwarf. Der Vater von vier Kindern verkaufte 2005 seine Start-Up-Firma für umgerechnet 111 Millionen Euro. Sein Lebenslauf und sein Auftreten machen ihn auch für jüngere nichtreligiöse Wähler attraktiv.

Jair Lapid tritt bei der israelischen Parlamentswahl für die Partei "Es gibt eine Zukunft" an.

Er gilt als der liberale Gegenentwurf zu Netanjahu: Der in Israel sehr prominente Ex-Fernsehmoderator Jair Lapid wollte mit seiner Zukunftspartei Jesch Atid die säkulare politische Mitte Israels erobern. Der wortgewandte 49-Jährige tritt für eine Zweistaaten-Lösung ein, fordert aber Zugeständnisse von den Palästinensern.

Lapid erklärte, keiner Koalition beizutreten, die nicht einen neuen Friedensanlauf unternehme. Dann allerdings wäre er auch zu einer Zusammenarbeit mit der Regierung Netanjahu bereit. Lapid fordert – angesichts der massive Preis- und Mietsteigerungen in Israel - mehr Wohnraum und ein striktes Eintreten gegen Privilegien für Religiöse. Er umwirbt damit die jüngere Mittelschicht.

Prominenz ist er von Kindesbeinen an gewohnt: Sein verstorbener Vater war Justizminister, seine Mutter ist eine bekannte Autorin.

Die Vorsitzende der israelischen Arbeitspartei Schelly Jachimowitsch.

Unter Spitzenkandidatin Schelly Jachimowitsch blühte die in den vergangenen Jahren an den Rand gedrängte traditionsreiche Arbeitspartei Avoda wieder auf.

Die ehemalige Journalistin Jachimowitsch machte die Partei zur Speerspitze der Protest-Bewegung, die seit 2011 vehement für mehr soziale Gerechtigkeit in Israel eintritt: Die Arbeitspartei kritisiert vor allem die zunehmende Verarmung der arbeitenden, gebildeten Mittelschicht.

Die Arbeitspartei ist für eine Friedensregelung mit den Palästinensern: Die ehemalige Armeeoffizierin Jachimowitsch versprach, die Übergabe von Bezirken in Ost-Jerusalem an einen künftigen Palästinenser-Staat zu unterstützen. Eine Beteiligung an einer Regierung unter Netanjahu lehnte sie kategorisch ab.

Die ehemalige israelische Außenministerin Zipi Livni.

Mit ihrer eigenen Partei Ha-Tnua (Die Bewegung) ging Zipi Livni an den Start - und wurde deshalb für die Zersplitterung der politischen Mitte Israels verantwortlich gemacht. Denn die ehemalige Außenminsterin war sowohl von der Arbeitspartei als auch von der liberal-konservativen Jesch Atid umworben worden - entschied sich aber dann doch für die Gründung einer eigenen Partei.

Die 54-Jährige tritt für eine rasche Friedensregelung mit den Palästinensern und mehr soziale Gerechtigkeit ein. Livni wäre bei den letzten Wahlen fast Ministerpräsidentin geworden, konnte dann aber keine Koalition bilden. Dieser Misserfolg hängt ihr bis heute nach. Als Oppositionsführerin enttäuschte die ehemalige Mossad-Agentin zudem viele Anhänger. Sie verlor dann bei parteiinternen Wahlen auch den Vorsitz ihrer Kadima-Partei.

Schaul Mofas

Ex-Verteidigungsminister Schaul Mofas trat für die Kadima-Partei - politisch zwischen Likud und Arbeitspartei anzusiedeln - an. Allerdings schaffte er es nicht, der vor wenigen Jahren noch so erfolgreichen Partei ein Profil zu geben. Kadimas Ansehen hat nach dem kurzzeitigen Eintritt in die Regierung Netanjahus gelitten.

Knesset

Bei den Wahlen zu Israels neuem Parlament, der 19. Knesset, traten insgesamt 34 Parteien und Listen an. Die bisherige Knesset bestand aus 17 Fraktionen mit 120 Abgeordneten.

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