Bildergalerie: Helmut Schmidt - ein Leben in Bildern

Bilder

1/40

Helmut Schmidt - ein Leben in Bildern

Helmut Schmidt im Jahr 1925

Helmut Schmidt wird am 23. Dezember 1918 als Sohn des Volksschullehrers und Diplomhandelslehrers Gustav Schmidt und dessen Frau Ludovica in Hamburg geboren.

Helmut Schmidt im Jahr 1925

Helmut Schmidt wird am 23. Dezember 1918 als Sohn des Volksschullehrers und Diplomhandelslehrers Gustav Schmidt und dessen Frau Ludovica in Hamburg geboren.

Kinderfoto mit Loki Glaser

Er wächst im Hamburger Arbeiterstadtteil Barmbek auf. Dieses Foto zeigt ihn (2.v.r.) mit seinen Schul- und Spielkameraden. Das Mädchen in der Mitte ist Hannelore Glaser (genannt "Loki") - Helmut Schmidts spätere Ehefrau.

Helmut Schmidt im Jahr 1936 mit seinen Eltern

1937 macht Helmut Schmidt sein Abitur an der Hamburger Lichtwarkschule. Danach will er Städtebauer oder Architekt werden. Doch der Zweite Weltkrieg macht seine Pläne zunichte. Auf diesem Foto aus dem Jahr 1936 ist Helmut Schmidt zusammen mit seinen Eltern zu sehen.

Helmut Schmidt

Im Zweiten Weltkrieg kämpft er 1941/1942 an der Ostfront in einer Panzerdivision, wird dann dem Oberkommando der Luftwaffe zugeteilt und 1944/1945 an der Westfront eingesetzt. 1942 heiratet er die ein Jahr jüngere Lehrerin Loki Glaser, mit der er seit der Kindheit befreundet ist. Nach Kriegsende arbeitet Loki als Volks- und Realschullehrerin und finanziert ihrem Mann das Studium in Hamburg. 1949 schließt Schmidt sein Studium als Diplom-Volkswirt ab.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Helmut Schmidt im Jahre 1953

Während des Studiums wird Schmidt Mitglied der SPD und 1947 Bundesvorsitzender des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds (SDS). Ab 1949 ist er als Referent und später als Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung in der Behörde für Wirtschaft und Verkehr in Hamburg tätig. 1953 wird er erstmals in den Bundestag gewählt.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Helmut Schmidt im Jahre 1958

Im Bundestag fällt er durch seine rhetorische Begabung, seine scharfe Kritik gegenüber der Regierung von Konrad Adenauer - in dieser Zeit wird der Spitzname "Schmidt-Schnauze" erfunden - und sein Fachwissen als Verkehrs- und Militärexperte auf.

Sturmflut in Hamburg

1961 wird Helmut Schmidt Hamburger Polizeisenator. 1962 übernimmt er die neu gegründete Innenbehörde der Hansestadt und legt sein Bundestagsmandat nieder. Durch sein beherztes Eingreifen während der Hochwasserkatastrophe in Hamburg im Februar 1962 erwirbt sich Schmidt einen Ruf als erfolgreicher Krisenmanager.

Helmut Schmidt

Bei der Bundestagswahl im September 1965 kandidiert Schmidt als Mitglied des Schattenkabinetts von SPD-Kanzlerkandidat Willy Brandt. Die Sozialdemokraten steigern sich zwar auf ihr bislang bestes Ergebnis, verlieren aber die Wahl gegen die Union klar. Schmidt lässt sich dennoch überreden, sein errungenes Bundestagsmandat anzunehmen und nach Bonn zurückzukehren. Hier ist Schmidt bei einer Pressekonferenz zu sehen, auf der er seine Rückkehr in die Bundespolitik ankündigt.

Helmut Schmidt

1966 löst der Rücktritt der FDP-Minister eine Regierungskrise der CDU/CSU-FDP-Koalition in Bonn aus, aus der die Große Koalition unter Kurt Georg Kiesinger (3.v.l.; CDU) hervorgeht. Hier ist Bundeskanzler Kiesinger bei einem Besuch in der Fraktion der SPD zu sehen, deren Vorsitz Helmut Schmidt 1967 übernimmt und bis 1969 behält.

Helmut Schmidt

Im März 1968 übernimmt Helmut Schmidt dann den stellvertretenden Vorsitz der SPD. Hier ist er zusammen mit Willy Brandt, Herbert Wehner und Käte Strobel (v.l.n.r.) auf dem 12. Bundesparteitag der SPD in Nürnberg zu sehen.

Helmut Schmidt

Nach der Bundestagswahl 1969 endet eine 20-jährige Regierungszeit von CDU/CSU. Willy Brandt wird der erste sozialdemokratische Bundeskanzler und bildet eine Koalition mit der FDP. Helmut Schmidt übernimmt im ersten sozialliberalen Kabinett das Amt des Verteidigungsministers.

Helmut Schmidt

In seine Amtszeit fällt die Unterzeichnung des lange umstrittenen Atomwaffensperrvertrags. Außerdem stößt er in der Bundeswehr einige Reformen an.

Helmut Schmidt

Nach dem Rücktritt von Wirtschafts- und Finanzminister Karl Schiller (SPD) im Juli 1972 verlässt Schmidt die Hardthöhe und übernimmt bis zur vorgezogenen Neuwahl im November 1972 dessen Amt. Nach dem Sieg von SPD und FDP bei dieser Wahl gewinnt Helmut Schmidt in Brandts Kabinett weiter an Gewicht und steht in den folgenden Jahren an der Spitze des um einige Kompetenzen erweiterten Finanzministeriums.

Helmut Schmidt

Als Bundeskanzler Willy Brandt im Mai 1974 wegen der Affäre um den DDR-Agenten Günter Guillaume zurücktritt, tritt Helmut Schmidt seine Nachfolge an. Er wird am 16. Mai zum fünften Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt.

Helmut Schmidt

In der Ostpolitik setzt Schmidt den Kurs seines Vorgängers fort. In Schmidts erste Amtszeit bis 1976 fällt die Unterzeichnung der Verträge zur "Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" (KSZE) und die erste Begegnung mit DDR-Staatschef Erich Honecker im August 1975 in Helsinki. Ein weiteres Treffen zwischen Honecker und Schmidt findet im Dezember 1981 statt. Schmidt reist zum deutsch-deutschen Gipfel in die DDR.

Helmut Schmidt

Im westlichen Ausland sind Schmidts Sachkunde und Tatkraft sehr geschätzt, besonders in wirtschaftlichen Fragen. Eine besonders enge freundschaftliche Beziehung verbindet ihn mit Valéry Giscard d'Estaing (links), dem französischen Präsidenten. Auch nach dem Ende ihrer politischen Karriere bleiben die beiden Freunde.

Loki und Helmut Schmidt und Leonard Bernstein

Im Kanzlerbungalow empfangen die Schmidts zahlreiche Politiker und Künstler aus aller Welt. Hier ist der amerikanische Pianist, Dirigent und Komponist Leonard Bernstein zu Gast in Bonn.

Treffen im Hause Schmidt

Aber auch in ihrem Reihenhaus in Hamburg-Langenhorn empfangen Loki und Helmut Schmidt Staatsgäste, wie hier 1978 den sowjetischen Staats- und Parteichef Leonid Breschnew (2.v.l.).

Helmut Schmidt mixt an einer Bar Getränke.

An seinem 56. Geburtstag mixt Schmidt bei seiner Geburtstagsfeier in seinem Haus "Bloody Marys" für zwei seiner Gäste, Außenminister Hans-Dietrich Genscher (Mitte) und Staatsrat Jürgen Frenzel (links).

Loki und Helmut Schmidt

In der selten gewordenen Freizeit lieben die Schmidts das gemeinsame Schachspiel.

Familie Schmidt

Zusammen mit ihrer Tochter Susanne genießen die Schmidts ihre Urlaube.

Wahlplakate von 1976

Wahlkampf 1976: "Freiheit statt Sozialismus" - mit dem polarisierenden Slogan sagt die Union der sozialliberalen Koalition unter Helmut Schmidt den Kampf an. Angesichts der anhaltenden Konjunkturflaute infolge der Ölkrise und hoher Arbeitslosigkeit setzt die SPD auf das Macher-Image des Wirtschaftsexperten Schmidt. Die Rote Armee Fraktion (RAF) hält die Republik bereits in Atem, entsprechend groß ist das Thema Innere Sicherheit. Daneben bestimmen Renten-, Steuer- und Finanzpolitik den Wahlkampf. Die Rezession hat große Löcher in die öffentlichen Kassen gerissen, die Finanzierung des Sozialstaats wird schwieriger. Dennoch fehlt es an zündenden Themen, die wie Brandts Ostpolitik vier Jahre zuvor alle bewegen. Dem rationalen Schmidt fehlt nach Ansicht parteiinterner Kritiker die Emotionalität seines Herausforderers. Für die Union tritt erstmals der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Helmut Kohl an.

Helmut Kohl und Helmut Schmidt

Bei der Wahl am 3. Oktober ist Kohl dem Kanzler so dicht auf den Fersen wie noch kein Kandidat zuvor. Die Union erhält mit 48,6 Prozent (+3,7) ihr bis heute zweitbestes Ergebnis und wird stärkste Fraktion, doch für einen Wechsel reicht es nicht. Die SPD sinkt auf 42,6 Prozent (-3,2). Die FDP erreicht 7,9 Prozent (-0,5). Damit kann sich die rot-gelbe Koalition knapp behaupten.

Helmut Schmidt

Schmidt - hier bei seiner Vereidigung im Bundestag - bleibt Kanzler, erhält aber bei seiner Wiederwahl nur eine Stimme mehr als nötig. Kohl wechselt als Oppositionsführer von Mainz nach Bonn.

Helmut Schmidt und Waltrude Schleyer bei der Trauerfeier für den ermordeten Hanns Martin Schleyer

Die Innere Sicherheit bleibt eines der bestimmenden Themen seiner zweiten Amtszeit. Im "Deutschen Herbst" 1977 erreicht der RAF-Terror seinen Höhepunkt. Schmidt reagiert mit unnachgiebiger Härte. Als palästinensische Terroristen die Lufthansa-Maschine "Landshut" in ihre Gewalt bringen, ordnet der Kanzler die Erstürmung des Flugzeugs in Mogadischu an. Alle Geiseln überleben, doch am folgenden Tag wird der entführte Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer ermordet aufgefunden. Schmidt übernimmt im Bundestag die politische Verantwortung für Schleyers Tod. Das Bild zeigt ihn bei der Trauerfeier gemeinsam mit Schleyers Witwe.

Helmut Schmidt

Außenpolitisch rückt der NATO-Doppelbeschluss von 1979 in den Mittelpunkt, bei dem der SPD-Kanzler entscheidend mitwirkt. Die Entscheidung für eine Stationierung neuer Mittelstreckenraketen für den Fall, dass die Gespräche mit der UdSSR über die Abrüstung der SS-20-Raketen scheitern sollten, gibt der Friedensbewegung Auftrieb. Schmidt stößt zugleich innerhalb der SPD auf erhebliche Widerstände, wirbt aber erfolgreich um eine mehrheitliche Unterstützung des NATO-Doppelbeschlusses durch den SPD-Parteitag.

Wahlplakat Franz Josef Strauß

1980 tritt Franz Josef Strauß bei der Bundestagswahl gegen Helmut Schmidt an. Strauß hatte zwar einst kundgetan, es sei reizvoller, Ananas in Alaska zu züchten, als Kanzler zu werden. Doch setzte er sich als erster CSU-Politiker gegen den Wunschkandidaten der größeren Schwesterpartei CDU durch.

Fernsehdebatte

Am Ende büßen CDU und CSU 4,1 Punkte ein und fallen auf 44,5 Prozent. Das ist ihr schlechtestes Ergebnis seit der Bundestagswahl 1949 - und für Strauß das Ende seiner bundespolitischen Ambitionen. Klare Sieger sind am Ende die Liberalen von Hans-Dietrich Genscher. Die FDP erreicht 10,6 Prozent, 2,7 Punkte mehr als vier Jahre zuvor. Die SPD bleibt mit 42,9 Prozent auf etwa gleichem Niveau.

Kabinettstisch

Die sozialliberale Koalition um den Hanseaten Helmut Schmidt rettet das Ergebnis in die nächste Legislaturperiode. Doch das Bündnis bekommt keinen zweiten Frühling. Die internen Konflikte nehmen zu, die sozialdemokratische Basis hadert mit ihrem Kanzler.

Bundestagsrede von Helmut Schmidt zum Bruch der Koalition 1982

1982 zerbricht die sozialliberale Koalition nach insgesamt 13 Regierungsjahren. Im Februar stellt Schmidt zwar noch erfolgreich die Vertrauensfrage. Doch im September verlassen die FDP-Minister das Kabinett und kommen damit ihrer Entlassung durch Schmidt zuvor. In seiner Bundestagsrede erläutert der Bundeskanzler das Ende der Koalition.

Helmut Schmidt gratuliert Helmut Kohl

Am 1. Oktober 1982 stürzen FDP und CDU Schmidt in einem konstruktiven Misstrauensvotum. Der lachende Dritte ist CDU-Chef Helmut Kohl, der bei der Bundestagswahl 1976 noch Schmidt unterlegen war. Er findet über diesen Umweg doch noch den Weg ins Kanzleramt - und bleibt dort 16 Jahre.

Helmut Schmidt

Ende Oktober 1982 verzichtet Schmidt auf eine erneute Kanzlerkandidatur. Er begründet dies mit seiner angegriffenen Gesundheit und der fehlenden Solidarität innerhalb der SPD. 1984 verabschiedet er sich auf einem SPD-Parteitag in Essen aus der Parteispitze.

Helmut Schmidt

Nach seinem Ausscheiden aus der Politik erwirbt sich Helmut Schmidt Annerkennung als Autor und Publizist. 1983 wird er Mitherausgeber der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit".

Valéry Giscard d'Estaing und Helmut Schmidt

Aber auch politisch blieb Schmidt engagiert. So gründet er 1986 zusammen mit Frankreichs ehemaligen Präsidenten Valéry Giscard d'Estaing einen Ausschuss für die Europäische Währungsunion und unterstützt die Einrichtung einer Europäischen Zentralbank. Bereits im September 1978 hatten die beiden die Grundsteine für das Europäische Währungssystem auf einem EG-Gipfel in Bremen gelegt. 1998 treffen sie auf der Jubiläumsveranstaltung zu diesem Beschluss vor 20 Jahren im Bremer Rathaus wieder aufeinander (hier im Bild).

Helmut Schmidt mit Familie

Im Januar 2009 - einen Monat nach seinem Geburtstag - veranstaltet "Die Zeit" eine Feier anlässlich des 90. Geburtstags von Helmut Schmidt. Zusammen mit Tochter Susanne nehmen Helmut Schmidt und seine Frau Loki an der Veranstaltung teil.

Helmut Schmidt

Für sein publizistisches Lebenswerk wird Schmidt 2010 mit dem Henri-Nannen-Preis geehrt. Da er mittlerweile stark schwerhörig ist, muss er während der Veranstaltung Kopfhörer tragen.

Trauerfeier für Loki Schmidt

Im Oktober 2010 stirbt Loki Schmidt im Alter von 91 Jahren. Mit einer bewegenden Trauerfeier im Hamburger Michel verabschieden sich Familie, Freunde und Wegbegleiter von ihr. Helmut und Loki Schmidt waren fast sieben Jahrzehnte verheiratet.

Helmut Schmidt und Ruth Loah

Im August 2012 gibt Helmut Schmidt bekannt, dass er in seiner langjährigen Mitarbeiterin Ruth Loah eine neue Partnerin gefunden hat.

Helmut Schmidt

Trotz dem anderslautenden Rat seiner Ärzte greift Schmidt immer wieder zur Zigarette. Auch nach dem jüngsten Eingriff, bei dem ihm ein Blutgerinnsel entfernt wird.

Helmut Schmidt

Mit seinem Tod verliert Deutschland eine moralische Instanz.

Darstellung: