Bildergalerie: Bilder: Der "bimmelnde Knochen" feiert Jubiläum

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40 Jahre Handy

Handyerfinder Martin Cooper

Er war's, er hat uns die öffentliche Kakophonie eingebrockt - uns aber auch viel Unabhängigkeit beschert: Martin Cooper erfand das Mobiltelefon, das jetzt sein 40. Jubiläum feiert. Ende der 1960er-Jahre begann Cooper für die US-Firma Motorola mit der Entwicklung - am 3. April 1973 stellte er das Ergebnis vor: ein portables Gerät, mit dem man laut Motorola "so gut wie überall in einem großstädtischen Gebiet" – also auf offener Straße - Telefonate führen könnte. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Handyerfinder Martin Cooper

Er war's, er hat uns die öffentliche Kakophonie eingebrockt - uns aber auch viel Unabhängigkeit beschert: Martin Cooper erfand das Mobiltelefon, das jetzt sein 40. Jubiläum feiert. Ende der 1960er-Jahre begann Cooper für die US-Firma Motorola mit der Entwicklung - am 3. April 1973 stellte er das Ergebnis vor: ein portables Gerät, mit dem man laut Motorola "so gut wie überall in einem großstädtischen Gebiet" – also auf offener Straße - Telefonate führen könnte.

Handyerfinder Martin Cooper

Cooper selbst tat dies als erster Mensch der Welt - und steht damit im Guiness Buch der Rekorde. Hier posiert der heute 84-jährige "Vater des Mobiltelefons" im Jahr 2009 mit seiner Erfindung. 1983, kam der "Knochen" - Motorolas "Dynatac 8000x" - als erstes für jeden Konsumenten erhältliche Mobiltelefon auf den Markt.

Handy: D-Netz-Handys aus der Anfangszeit, darunter der legendäre sogenannte Motorola-Knochen (schwarz)

Der Hersteller empfahl seine neue Erfindung, das "Portable Telephone", in seiner Pressemitteilung übrigens "Geschäftsleuten, Journalisten, Ärzten, Hausfrauen - nahezu jedem, der Telekommunikation braucht oder wünscht, wo es keine konventionellen Telefonapparate gibt". Motorola erwartete zudem "eine starke Nutzung". Und in der Tat: Heute quasseln und quatschen nicht nur Ärzte und Hausfrauen überall auf der Welt schwerst durcheinander.

Handy: Modelle aus den Jahren 1995 bis 2001

Dafür mussten allerdings einige Jahre und viele Entwicklungsstufen vergehen, es funkte nicht sofort bei den Konsumenten: Zu groß, zu schwer und zu teuer war Coopers "Knochen". Er kostete 3500 Dollar, wog mit 800 Gramm fast so viel wie eine Flasche Wasser, war länger als eine DIN-A4-Seite und hatte nach einer halben Stunde Redezeit schon keinen Saft mehr. Kein Wunder, dass das erste Handy - von seinen Designern der Form halber auch "Stiefelfon" genannt - im Laufe der Zeit von kleineren und leichteren Modellen ersetzt wurde.

Handy: Gorbatschow 1989 in Finnland mit einem Nokia

Etwa Ende der 1980er-Jahre gewann der Siegeszug des Mobiltelefons an Fahrt. Vielleicht half ja auch der "wind of change" etwas nach: Der sowjetische Staatschef Gorbatschow telefoniert 1989 in Finnland mit einem Nokia-Handy.

Handy: Cebit 1990

Hilfreich war sicher auch, dass allüberall flächendeckende digitale Mobilfunknetze eingeführt wurden, in Deutschland Anfang der 1990er-Jahre. So konnte die benötigte Batterieleistung der Mobiltelefone und damit auch deren Größe erneut vermindert werden. Und so wurde auf der Computermesse CeBit in Hannover im Jahr 1990 besonders großformatig für die portable Technik geworben.

Handy: Cebit 1993

Bei der CeBit 1993 freute man sich angesichts dieser Geräte der Firma Philips, dass diese "immer kleiner und leichter" würden: "Zu den Leichtgewichten gehört ein 475 Gramm leichtes Gerät (r.) für weniger als 2500 Mark."

Handy: Siemens C35

Die Geschichte des Mobiltelefons ist auch die von großen Erfolgen und verpassten Chancen einzelner Firmen. So waren Siemens und Nokia in den 90er-Jahren mit innovativen Geräten erfolgreich (hier das Siemens C35i) - verloren aber in den vergangenen zehn Jahren den Anschluss auf dem Mobilfunkmarkt oder verschwanden ganz von ihm.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wartet im Bundeskanzleramt auf den bulgarischen Ministerpräsidenten Borissow. Liest sie eine SMS?

1992 revolutionierte eine weitere Erfindung das Kommunikationsverhalten der Menschen: die SMS. Laut Branchenverband Bitkom verschickten die Deutschen im Jahr 2012 rund 58 Milliarden Kurznachrichten. Einige davon stammten von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die gern und häufig per SMS kommuniziert.

Die SMS wird 20 Jahre alt und ist immer noch beliebt: Laut Branchenverband Bitkom werden die Deutschen im Jahr 2012 rund 58 Milliarden Kurznachrichten verschicken. Auch viele Politiker schreiben SMS. Bundesumweltminister Peter Altmaier tippt während der Sitzung des Bundestages auf seinem Smartphone.

Allerdings stehen ihr viele Kolleginnen und Kollegen im Bundestag darin in nichts nach - Bundesumweltminister Peter Altmaier ist nur einer von vielen Politikern, die während der Sitzungen auf ihren Telefonen tippen, wischen und lesen.

Handy: Photohandy

Und Handys können inzwischen weit mehr als nur Gespräche zwischen zwei weit entfernten Menschen ermöglichen. Ende der 1990er-Jahre erschien das erste Mobiltelefon mit integrierter Kamera. Auf diesem Bild sieht das Foto des Pärchens zwar schon ganz schön aus - doch die Qualität der Aufnahmen ist heute deutlich besser als noch vor zehn Jahren.

Handy:

Eine Zeit lang waren zudem Klapptelefone groß in Mode. Dieses Model demonstriert auf der CeBit 2005 in Hannover, das man sich mit einem "Siemens CL 75" genauso gut schminken kann wie mit einem Handspiegel - und der ruft einen auch seltener an.

Handy:

Vor sechs Jahren gab es dann noch mal eine Revolution: den Wendepunkt im Smartphone-Markt. 2007 stellte die Firma Apple ihr "iPhone" vor, ein Gerät, das per "Multi-Touch" weitgehend über den Bildschirm gesteuert wird. Bis Ende 2012 wurden rund 319 Millionen Geräte verkauft. Ob man seine Mails checken will, Nachrichten lesen oder Familienfotos verwalten - ohne Smartphone geht bei vielen Menschen gar nichts mehr.

Handy mit Retrohörer

Dennoch wünschen sich einige Menschen offenbar das schöne Gefühl zurück, das einem das allererste Mobiltelefon noch gab: Knochen am Ohr. Möglich macht das dieser riesige Retro-Hörer fürs Handy.

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Hier in der Redaktion besitzt niemand so einen Old-School-Hörer - dafür können wir aber mit beinahe prähistorischen Geräten aufwarten. Die meisten Kollegen nutzen jedoch Smartphones. Hier sehen Sie die Handys einer Chefin vom Dienst, einer Grafikerin und eines Redakteurs. Welches zu wem gehört? Verraten wir nicht.

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