Bildergalerie: Ausstellung "Bestandaufnahme Gurlitt - ein Kunsthändler im Nationalsozialismus"

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Ausstellung "Bestandaufnahme Gurlitt - ein Kunsthändler im Nationalsozialismus"

Porträt des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt

Vom 14. September bis zum 7. Januar 2019 werden im Gropius Bau in Berlin 200 Kunstwerke des über 1500 Positionen umfassenden Kunstfunds Gurlitt gezeigt. In der Ausstellung wird auf die Rolle des Kunsthandels innerhalb der verbrecherischen Diktatur der Nationalsozialisten eingegangen. Auch die Schicksale einiger ehemaliger Eigentümer dieser Werke - meist jüdische Sammler und Kunsthändler - werden in der Ausstellung thematisiert. Sie zeigt ebenfalls Hildebrand Gurlitts Rolle, der sich als Kunsthändler dem NS-Regime andiente. Dieses Porträt zeigt den Kunsthändler Gurlitt um 1925. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Porträt des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt

Vom 14. September bis zum 7. Januar 2019 werden im Gropius Bau in Berlin 200 Kunstwerke des über 1500 Positionen umfassenden Kunstfunds Gurlitt gezeigt. In der Ausstellung wird auf die Rolle des Kunsthandels innerhalb der verbrecherischen Diktatur der Nationalsozialisten eingegangen. Auch die Schicksale einiger ehemaliger Eigentümer dieser Werke - meist jüdische Sammler und Kunsthändler - werden in der Ausstellung thematisiert. Sie zeigt ebenfalls Hildebrand Gurlitts Rolle, der sich als Kunsthändler dem NS-Regime andiente. Dieses Porträt zeigt den Kunsthändler Gurlitt um 1925.

Bild von Ernst Ludwig Kirchner: Zwei Akte auf Lager (Zwei Modelle)

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938): "Zwei Akte auf Lager (Zwei Modelle)" um 1907/08, schwarze Kunstkreide und Farbkreiden auf geripptem Doppelpapier

Hildebrand Gurlitt erwarb als Direktor des König-Albert-Museum in Zwickau Kirchners Pastellzeichnung 1928 für 250 RM von Rudolf Probst. Am 20. August 1937 wurde es als "Entartete Kunst" im König-Albert-Museum beschlagnahmt und im NS-Inventar unter der Nummer 1025 verzeichnet. 1940 erwarb Gurlitt die Zeichnung zum anteiligen Preis von 1 CHF vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (RMfVP). In seinen Erinnerungen aus dem Jahr 1956 erklärte Hildebrand Gurlitt, es sei ihm wichtig gewesen, beschlagnahmte Werke, die er einst für das König-Albert-Museum in Zwickau erworben hatte, als Händler "Entarteter Kunst" zurückzukaufen. | Bildquelle: Kunstmuseum Bern, Legat Cornelius Gurlitt 2014, Inv.Nr. A 2017.041

Bild von August Macke: Landschaft mit Segelbooten

August Macke (1887–1914), "Landschaft mit Segelbooten", 1913, Grafit und Gouache auf Papier auf Karton

Mackes Aquarell wurde 1921 von der Nationalgalerie Berlin erworben. Im Jahr 1937 wurde das Werk von einer Kommission der Reichskammer der bildenden Künste sichergestellt und in das Sammeldepot "Entartete Kunst" in Berlin-Kreuzberg gebracht. Es erhielt unter dem verkürzten Titel "Landschaft" die Nummer 12294. Später soll der österreichische Maler Emanuel Fohn das Aquarell vom RMfVP erworben haben. Ein weiteres Aquarell von August Macke, das beschlagnahmt und im NS-Inventar unter der Nummer 12240 ebenfalls nur als "Landschaft" verzeichnet wurde, wurde von Gurlitt für 40 CHF vom RMfVP erworben. Da sich das Aquarell mit der NS-Inventarnummer 12240 heute jedoch in der Bayerischen Staatsgemäldesammlung als Schenkung Fohn befindet und das Aquarell mit der NS-Inventarnummer 12294 im Gurlitt-Bestand, dürfte es sich schlicht um eine Verwechslung der Bilder handeln. | Bildquelle: Legat Cornelius Gurlitt 2014, Inv.Nr. A 2017.050  

Bild von Otto Mueller: Bildnis Maschka Mueller

Otto Mueller (1874–1930): "Bildnis Maschka Mueller" vor 1925, Leimtempera auf Jute, doubliert auf Leinwand

Seit dem 16. Februar 1925 gehörte Muellers Porträt von Maschka dem Wallraf-Richartz-Museum in Köln. Der Galerist Ferdinand Möller hatte es für 3000 Mark an den damaligen Direktor Hans F. Secker verkauft. Später wurde der Name Möller aus dem Inventarbuch des Museums gestrichen und durch Nierendorf ersetzt. Welche der Herkunftsangaben korrekt ist, bleibt unklar. 1937 wurde das Bildnis von einer Beschlagnahmekommission der Reichskammer der bildenden Künste als "Entartete Kunst" sichergestellt und erhielt die Nummer 14771. Als "international verwertbares" Werk eingestuft, kam es im August 1938 zur Auswahl für die Kunsthändler und Interessenten in das Schloss Schönhausen im Norden von Berlin. 1939 wurde es von dem Schweizer Galeristen Theodor Fischer in der Auktion "Gemälde und Plastiken moderner Meister aus deutschen Museen" für einen Schätzpreis von 600 CHF angeboten. Das Bildnis erhielt aber keinen Zuschlag und blieb in der Luzerner Galerie. Am 12. März 1941 erwarb Gurlitt das Gemälde im Rahmen eines Tauschvertrags mit dem RMfVP. | Bildquelle: Kunstmuseum Bern, Legat Cornelius Gurlitt 2014, Inv.Nr. G 17.014

Bild von Wilhelm Lachnit : Mädchen am Tisch

Wilhelm Lachnit (1899–1962): "Mädchen am Tisch", 1923, Aquarell auf Velinpapier

Die Kunstsammlung des Rechtsanwalts und Kunstsammlers Dr. Fritz Salo Glaser zählte zu den bedeutenden Kollektionen in Dresden. Glaser sammelte schwerpunktmäßig Werke von Dresdner Künstlern, mit denen er persönlich bekannt war. Glaser besaß Arbeiten von Otto Dix, Conrad Felixmüller, der Dresdner Sezession Gruppe 1919, von Alexander Archipenko, Max Beckmann, Heinrich Campendonk, Lyonel Feininger, Erich Heckel, Karl Hofer, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Oskar Kokoschka, Emil Nolde, Oskar Schlemmer und Karl Schmidt-Rottluff. Für die Ausstellung "Neuere Kunstwerke aus Dresdner Privatbesitz" verlieh Glaser 27 Werke. Darunter befand sich das im Kunstfund Gurlitt befindliche Aquarell von Wilhelm Lachnit, "Mädchen am Tisch"... | Bildquelle: Legat Cornelius Gurlitt 2014,Provenienz bislang nicht aufklärbar, Erbengemeinschaft Wilhelm und Max Lachnit

Bild von Otto Griebel (1895–1972): Die Verschleierte

Otto Griebel (1895–1972): "Die Verschleierte", 1926, Gouache auf Velinpapier

... und Otto Griebels Bildnis "Die Verschleierte". Aufgrund seiner jüdischen Glaubenszugehörigkeit gehörte Glaser zu den Verfolgten des Nationalsozialismus. Wegen vermeintlich kommunistischer Gesinnung wurde er 1933 aus der Anwaltschaft ausgeschlossen, ab 1936 durfte er seinen Beruf als Rechtsanwalt nicht mehr ausüben. 1945 erhielt Glaser den Befehl, sich zur Deportation nach Theresienstadt einzustellen, die Bombardierung Dresdens am 12. Februar 1945 verhinderte jedoch den für den 16. Februar vorgesehenen Transport. Das Ehepaar flüchtete mit der noch bei ihm lebenden Tochter aufs Land, wo es sich bis Kriegsende versteckte. Es wird die Provenienz Glaser vermutet. | Bildquelle: Legat Cornelius Gurlitt 2014 / Provenienz bislang nicht aufklärbar © Matthias Griebel

Bild von Max Liebermann: Selbstporträt des Künstlers mit Skizzenbuch

Max Liebermann (1847–1935): "Selbstporträt des Künstlers mit Skizzenbuch", nach 1914, Grafit auf Velinpapier

Wann und wie diese Zeichnung Liebermanns in den Besitz Gurlitts gelangte, lässt sich bis heute nicht abschließend klären. Es ist lediglich bekannt, dass der Soldat Max Braunthal während des Ersten Weltkriegs Liebermann per Feldpost darum bat, ihm eine Zeichnung zum "Ausdekorieren" des Schützengrabens zuzusenden. Liebermann kam diesem Wunsch nach und schickte das "Selbstporträt des Künstlers mit Skizzenbuch" zu. Die Skizze wurde 1941 in Rotterdam zusammen mit dem Umzugsgut beschlagnahmt, als Braunthals Tochter nach New York emigrierte. Es ist durchaus möglich, dass das Werk über die Niederlande zu Hildebrand Gurlitt gelangte. | Bildquelle: Legat Cornelius Gurlitt 2014 / Provenienz bislang nicht aufklärbar

Bild von Jean­ Louis Forain: Dame im Profil

Jean­ Louis Forain (1852–1931): "Dame im Profil", 1881, Öl auf Holz

Das Werk "Dame im Profil" wurde im Frühjahr 1933 vom Pariser Kunstgewerbemuseum in der Ausstellung "Le Décor de la vie sous la IIIe République" gezeigt und im Katalog mit Angabe des Leihgebers, M. Armand Dorville, aufgeführt. Aufgrund von Verfolgung hatte sich der jüdische Notar und Rechtsanwalt Dorville nach Cubjac (Dordogne) begeben. Als er 1941 starb, ließen seine Erben seine Kunstsammlung im Juni 1942 in Nizza versteigern - wahrscheinlich aus der politischen und wirtschaftlichen Notlage heraus. Als Käufer der "Dame im Profil" wird der jüdische Kunstsammler und Pariser Kunsthändler Léopold Dreyfus angegeben, der sich vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten nach Nizza gerettet hatte. Offen bleibt, wie das Bildnis später in den Besitz Hildebrand Gurlitts gelangte. | Bildquelle: Legat Cornelius Gurlitt 2014, Provenienz bislang nicht aufklärbar

Bild von Georges Seurat: Spaziergängerin

Georges Seurat (1859–1891): "Spaziergängerin", um 1882, Conté-Kreide auf Papier

Georges Seurats Zeichnung wurde im Salzburger Haus von Sammler-Sohn Cornelius Gurlitt gefunden. Die Vorbesitzer des Werkes lassen sich bisher jedoch im Detail nicht klären. Zahlreiche Spuren führen in das besetzte Frankreich, wo gleich mehrere französische Sammler als Vorbesitzer infrage kommen können. Ein möglicher Besitzer könnte der Kunstexperte und Händler André Schoeller gewesen sein. Er soll angeblich umfangreichen Handel mit den deutschen Besatzern getrieben und dabei auch nicht vor jüdischem Eigentum Halt gemacht haben. | Bildquelle: Legat Cornelius Gurlitt 2014, Provenienz bislang nicht aufklärbar

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