Bildergalerie: 20 Jahre Guggenheim-Museum Bilbao

Bilder

1/12

20 Jahre Guggenheim-Museum Bilbao

Guggenheim-Museum in Bilbao

Wer in den Norden Spaniens reist, tut das vielleicht wegen der erstklassigen Küche. Oder wegen der spektakulären Natur, der rauen Steilküste am Atlantik. Oder wegen der Kunst. Unumstrittenes Highlight für Kulturliebhaber in Nordspanien ist das Guggenheim-Museum in Bilbao, der größten Stadt des Baskenlandes. Schon der Bau von außen ist spektakulär, das Innenleben sowieso. Am 19. Oktober feiert das Guggenheim-Museum seinen 20. Geburtstag. | Bildquelle: picture alliance / robertharding

Guggenheim-Museum in Bilbao

Wer in den Norden Spaniens reist, tut das vielleicht wegen der erstklassigen Küche. Oder wegen der spektakulären Natur, der rauen Steilküste am Atlantik. Oder wegen der Kunst. Unumstrittenes Highlight für Kulturliebhaber in Nordspanien ist das Guggenheim-Museum in Bilbao, der größten Stadt des Baskenlandes. Schon der Bau von außen ist spektakulär, das Innenleben sowieso. Am 19. Oktober feiert das Guggenheim-Museum seinen 20. Geburtstag.

Kunstwerk ''Puppy'' vor dem Guggenheim-Museum in Bilbao

Besucher bestaunen "Puppy", einen gut zwölf Meter großen Hund. Er thront seit den Anfangstagen des Guggenheim-Museums auf dessen Vorplatz, ist somit das Kunstwerk, das man auch ohne Eintrittskarte genießen kann. Und er ist nicht zu übersehen: "Puppy" ist bunt - an ihm wachsen 60 bis 70 Tausend Blumen.

Museumsdirektor Juan Ignacio Vidarte

"Diese Skulptur hat eine Haut, es ist ein lebendes Kunstwerk. Zwei Mal im Jahr wird 'Puppy' neu bepflanzt. Im Winter sind es hauptsächlich Stiefmütterchen, im Sommer verschiedene Blumen, denn in dieser Jahreszeit wächst einfach mehr", erklärt Museumsdirektor Juan Ignacio Vidarte.

Guggenheim-Museum in Bilbao

Der bunte Hund wirkt wie ein Kontrast zu dem silbernen Bauwerk dahinter. Die Wände des Museums bestehen aus Titanplatten - sie sind gewellt wie Fischschuppen, glänzen in der Sonne.

Guggenheim-Museum in Bilbao

Soll das Gebäude vielleicht ein übergroßer Fisch sein? Besucher rätseln immer wieder, was Stararchitekt Frank O. Gehry mit dem Gebäude darstellen wollte.

Der baskische Schriftsteller Joseba Zulaika

Der baskische Schriftsteller Joseba Zulaika hat die Geschichte des Museums recherchiert und vor 20 Jahren schon ein Buch über das Guggenheim Bilbao geschrieben. "Für mich ist die beste Metapher - obwohl alle interessant sind - die Artischocke, mit ihren verschiedenen Außenhäuten. Aber Gehry selbst sagte einmal, das Gebäude solle ein gesunkenes Schiff darstellen."

Blick auf eine Werft in Bilbao

Eine Erinnerung an die Geschichte der Stadt Bilbao: Sie lebte jahrzehntelang gut von der Schifffahrt, vom Schiffbau und der Stahlproduktion - bis in die 1970er-Jahre. Dann veralteten die Industrien, Werften gingen pleite. Bilbao verwaiste. Die Stadt war eine Ruine, einfach hässlich, sagt Zulaika. Jeder vierte Einwohner hatte keine Arbeit. Gerade die Einwohner waren es, die Anfang der 1990er lautstark auf die Straße gingen, als die Pläne bekannt wurden, ein Museum für moderne Kunst in der Stadt zu errichten. Denn das Projekt war teuer: Rechnet man die Gesamtkosten auf die Einwohner des Baskenlandes um, verschlang der Bau 1000 Dollar pro Person.

Blick auf Bilbao

Als die Guggenheim-Delegation aus New York anreiste, um den möglichen Standort des Museums zu begutachten, mussten die Planer Tricks anwenden. "Die Delegation sollte gar nicht mit dem Auto vom Flughafen in die Stadt gefahren werden. Denn dann hätten die Leute ja die ganzen Fabrik-Ruinen gesehen - und die Demonstrationen gegen das Museum. Also wurden sie in einen Hubschrauber gesetzt, flogen über die schönen Teile des Baskenlandes, die grünen Hügel, und wurden direkt nach Vitoria - in die Hauptstadt des Baskenlandes - gebracht", erzählt Zulaika. Dort wurde das berühmte baskische Essen aufgetischt, von dem die Delegation in höchsten Tönen geschwärmt haben soll.

Stadtansicht von Bilbao

Schließlich gab die Delegation ihr Okay für den Standort Bilbao, ohne die Stadt und ihre Probleme im Detail gesehen zu haben. Eine Verwandlung setzte ein: Bilbao wurde zu einer Großbaustelle, an jeder Ecke modernisiert. Industrieruinen sieht man heute kaum noch - wenn, dann sind sie als historisches Kunstwerk aufgemöbelt. Das Guggenheim-Museum bildet das Herzstück des "neuen" Bilbaos. Es hat seit 1997 rund 20 Millionen Besucher angelockt. Experten sprechen vom "Bilbao-Effekt": Wie man mit Kunst und Kultur eine Stadt wiederbeleben kann.

Blick ins Innere des Guggenheim-Museums

Museumsdirektor Vidarte will, dass das Guggenheim-Museum ein Besuchermagnet für Bilbao bleibt. Das Konzept des Hauses werde nicht verändert: zeitgenössische Kunst des 20. Jahrhunderts, ein Teil in einer Dauerausstellung, ein Teil in wechselnden Schauen. Es gehe weniger um Malereien und Skulpturen - mehr um Installationen, Audio- oder auch Videokunst.

Blick ins Innere des Guggenheim-Museums

"Grundlegend ist, dass der Geist des Museums erhalten bleibt. Dieser Geist zeichnet sich dadurch aus, dass wir die Dinge mit Ehrgeiz angehen. Wir wollen Kunst zeigen, die es in anderen Häusern nicht zu sehen gibt. Wir möchten unseren Gästen einzigartige Erlebnisse bieten - heute und auch noch in 20 Jahren. Das ist die Richtung unseres Museums und das war sie schon immer", so Vidarte.

Lichtschau an der Fassade des Guggenheim-Museums

In der vergangenen Woche feierte das Guggenheim-Museum sein 20-jähriges Bestehen bereits mit einer 3D-Lichtschau. Sie verwandelte die Fassade des Museums in eine riesige Leinwand.

Darstellung: