Seitenueberschrift

Bilder

1/16

100. Jahrestag der Eröffnung des Grand Central Terminal

Grand Central Terminal

Der New Yorker Bahnhof Grand Central Terminal feiert seinen 100. Geburtstag. Der in Manhattan gelegene Bau mit zwei Etagen wird häufig auch Bahnhofskathedrale oder "Stadt in der Stadt" bezeichnet. Er zählt zu den größten Bahnhöfen weltweit. (Foto: REUTERS)

Grand Central Terminal

Der New Yorker Bahnhof Grand Central Terminal feiert seinen 100. Geburtstag. Der in Manhattan gelegene Bau mit zwei Etagen wird häufig auch Bahnhofskathedrale oder "Stadt in der Stadt" bezeichnet. Er zählt zu den größten Bahnhöfen weltweit.

Grand Central Terminal

Chefingenieur William J. Wilgus konstruierte einen modernen Bahnhof: Statt enger Treppenstufen entwarf er großzügig angelegte breite Rampen. Damit vermied er das typische Gedränge bei An- und Abfahrt der Züge und erleichterte das Koffer schleppen. Pendler und Fernreisende trennte er außerdem durch die beiden Stockwerke voneinander. Bis heute funktioniert das System. Wilgus kam auch auf die Idee, "air rights" zu verkaufen, also die Schienen, die auf den Bahnhof zulaufen unter Tage verschwinden zu lassen und damit kostbaren Baugrund in Manhattan zu schaffen. Aus der ehemaligen 4th Avenue entstand so die schicke Park Avenue und die immensen Kosten konnten finanziert werden.

Grand Central Terminal

Nach heutigen Maßstäben hätten die Bauarbeiten am Grand Central Terminal 2 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) gekostet.

Grand Central Terminal

Am 2. Februar 1913 wurde der Bahnhof eine Minute nach Mitternacht eröffnet. Der neue Bahnhof wurde in eine Reihe gestellt mit dem Eiffelturm und dem Londoner Kristallpalast.

Grand Central Terminal

Die nächsten Jahrzehnte waren die Glanzzeit. Wenn Präsidenten und Filmstars nach New York kamen, nahmen sie den Zug und kamen natürlich in Grand Central an. Das edle Hotel Waldorf-Astoria hatte ein eigenes Gleis, und im Bahnhof waren ein Kino, eine Galerie und sogar eine Kunstschule. Im Jahr 1947 nutzten gut 65 Millionen Amerikaner Grand Central - rein statistisch fast jeder zweite Einwohner des Landes.

Grand Central Terminal

Nach dem Zweiten Weltkrieg war jedoch der Lack ab: Günstige Flüge stellten den Bahnverkehr auf das Abstellgleis und 1967 sollte Grand Central durch einen gigantischen Wolkenkratzer ersetzt werden. Die Pläne aber brachten einige Promis auf die Barrikaden, allen voran die Präsidentenwitwe Jacqueline Kennedy Onassis, die sich vehement für die Erhaltung einsetzte. "Vielleicht ist das die Zeit, klar Stellung zu beziehen, den Trend umzukehren, damit wir nicht alle in einer gleichförmigen Welt aus Stahl und Glaskästen enden", sagte sie bei einer Pressekonferenz. Das wirkte. Grand Central blieb, wurde jedoch umgebaut. Erst 1976 wurde der Bau unter Denkmalschutz gestellt. Auf diesem Bild ist Jacqueline Kennedy Onassis zusammen mit Bess Myerson (3.v.l.), Philip Johnson (l) und Ed Koch zu sehen.

Grand Central Terminal

Doch das Gebäude verfiel und war nur noch ein Schatten seiner selbst. 1990 begann schließlich die Sanierung für 600 Millionen Dollar. Sie dauerte acht Jahre, und die Eröffnung der neuen Grand Central war so glanzvoll wie die 85 Jahre zuvor.

Grand Central Terminal

Rund 200.000 Menschen aus aller Welt besuchen nach Schätzungen des Bahnhofs täglich den Prachtbau in Midtown - nur den Times Square sehen mehr.

Grand Central Terminal

Die Fassade mit den großen Bogenfenstern, den mächtig aufragenden Säulen im Beaux-Arts-Stil ist auch heute immer noch ein architektonisches Juwel inmitten der Wolkenkratzer.

Grand Central Terminal

Im Inneren zwingt die gewölbte Decke mit den spiegelverkehrten Sternbildern - so wie Gott ihn sieht, heißt es - den Blick nach oben wie in einer Kathedrale.

Grand Central Terminal

Riesige Kronleuchter demonstrierten mit seinen ungezählten Glühbirnen stolz die damalige Errungenschaft der Neuzeit: elektrisches Licht.

Grand Central Terminal

Weltbekannt sind auch die Tiffany-Uhr - hier in der Ansicht von hinten - ...

Grand Central Terminal

... oder die Uhr über der Information in Grand Central.

Grand Central Terminal

Auf dem größten Bahnhof der Welt kommen an 43 Bahnsteigen auf zwei Ebenen täglich 750.000 Menschen an - in der Rush Hour bedeutet das alle 58 Sekunden ein neuer Zug. Ganz im Gegensatz zu dem genauso alten New Yorker U-Bahn-Netz herrscht hier aber nie das Gefühl der Enge.

Grand Central Terminal

Restaurants, ein Gourmet-Markt und schicke Läden machen das Warten auf den nächsten Zug zum vergnüglichen Zeitvertreib.

Grand Central Terminal

Heute bietet das Grand Central keine Annehmlichkeiten wie vor hundert Jahren, als die Damen einen eigenen Friseur in ihrem Wartesaal hatten und die Herren sich für einen Dollar frisch rasieren lassen konnten. Wer allerdings noch ein bisschen Geschichte schnuppern möchte, der kann im Tiefgeschoss die "Oyster Bar" besuchen - das einzige Original-Restaurant. Mit-Inhaber Sandy Ingber serviert dort an langen Tischen New Yorker Muscheleintopf mit ähnlichen Rezepten wie damals. Zur Hundertjahrfeier serviert die "Oyster Bar" übrigens seinen Nachtisch für den Preis von 1913: ein Stück Käsekuchen kostet an dem Tag nur 19 Cent.

Darstellung: