Bildergalerie: Der Aufstieg der Grünen

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Der Aufstieg der Grünen

Gründungsparteitag Grüne

"Ökologisch, basisdemokratisch, sozial, gewaltfrei" - unter diesem Motto trafen sich Delegierte der Friedens-, Umwelt- und Frauenbewegung und anderer sozialen Bewegungen im Januar 1980 in Karlsruhe, um die Partei "Die Grünen" zu gründen. (Bildquelle: picture-alliance / dpa)

Gründungsparteitag Grüne

"Ökologisch, basisdemokratisch, sozial, gewaltfrei" - unter diesem Motto trafen sich Delegierte der Friedens-, Umwelt- und Frauenbewegung und anderer sozialen Bewegungen im Januar 1980 in Karlsruhe, um die Partei "Die Grünen" zu gründen.

Gründungsparteitag Grüne

Die Gründungsversammlung - wie die darauf folgende Geschichte der Partei - war von vielen Turbulenzen geprägt. Unter anderem fand ein Nebenparteitag statt, an dem vor allem Alternative aus Hamburg und Bremen teilnahmen.

Gründungsparteitag Grüne

Die Delegation aus Bremen gedachte in Karlsruhe ihres Weggefährten Rudi Dutschke, der am 24. Dezember 1979 gestorben war. Die Bremer Grüne Liste war die erste grüne Partei, die 1979 in ein Landesparlament, die Bremer Bürgerschaft, einzog.

Gründungsparteitag Grüne

Eines der Gründungsmitglieder der Grünen war der Künstler Joseph Beuys. Er versuchte sich im Dienste der Partei auch als Sänger.

Gründungsparteitag Grüne

Im Januar 1980 konnten sich die Kongressteilnehmer nicht auf einen Vorstand einigen. Erst im März stellt sich der Vorstand auf einer Pressekonferenz in Bonn vor: Neben dem Schriftführer Rolf Stolz sitzen die gleichberechtigten Vorsitzenden August Haußleiter, Petra Kelly und Norbert Mann (v.l.n.r.).

Gründungsparteitag Grüne

Der Schriftsteller Carl Amery und der ehemalige CDU-Politiker Herbert Gruhl auf der Bundesversammlung der Grünen im Juni 1980 in Dortmund. Gruhl trat - wie andere Konservative auch - bald aus der Partei aus und gründete die ÖDP.

Gründungsparteitag Grüne

Otto Schily mit dem inzwischen verstorbenen Philosophen Rudolf Bahro (links, stehend) und Herbert Gruhl (sitzend) auf der Bundesversammlung in Dortmund im Juni 1980. August Haußleiter hatte sein Amt als Vorstand niedergelegt, Schily scheiterte bei seiner Kandidatur.

Wahlplakate

Wahlplakate der Grünen für die Bundestagswahl am 5. Oktober 1980. Damals verfehlte die junge Partei Fünf-Prozent-Hürde noch deutlich: Sie scheiterte mit 1,5 Prozent.

Gründungsparteitag Grüne

Auf Landes- und Kommunalebene kamen die Erfolge schneller. So zogen die Grünen bereits im März 1980 mit 5,3 Prozent in den baden-württembergischen Landtag ein.

Gründungsparteitag Grüne

Und in Kassel gab es 1981 das erste rot-grüne Bündnis. Rhea Thönges (r.) und Christel Jahn (M.) von der Fraktion der Grünen in Kassel freuen sich über die Wahl des Oberbürgermeisters Hans Eichel (SPD).

Grüne in Hessen

Landtagswahl in Hessen am 26. September 1982. Die Grünen jubeln über den Einzug in den Landtag.

Wahlplakate

Wahlplakate der Grünen für die Bundestagswahl am 6. März 1983: Dieses Mal schaffte die Partei den Sprung ins Parlament.

Grüne Fraktion im Bundestag

29. März 1983: Fröhlich ziehen die Abgeordneten Gerd Bastian, Petra Kelly, Otto Schily und Marieluise Beck in Bonn zum Bundestagsgebäude. 28 Abgeordnete wurden am 6. März in den Bundestag gewählt. Allerdings sollten sie dort nicht die gesamte Legislaturperiode lang bleiben. Eine außerordentliche Bundesversammlung hatte die sogenannte Rotation beschlossen. Die Abgeordneten sollten nach zwei Jahren abgelöst werden.

Willy Brandt gratuliert Petra Kelly zum Einzug ihrer Partei in den Bundestag

Der SPD-Vorsitzende Willy Brandt gratuliert Petra Kelly zum Einzug ihrer Partei in den Bundestag.

Waltraud Schoppe

Neue Töne im Bundestag: Waltraud Schoppe, Grünen-Abgeordnete aus Niedersachsen, hielt im Mai 1983 eine flammende frauenbewegte Rede. Sie schockierte, weil sie forderte, den "alltäglichen Sexismus hier im Parlament einzustellen". Bundeskanzler Kohl hielt sie "Liebesunfähigkeit" vor.

Abgeordnete der Grünen schwenken Friedenstücher

Begleitet von bundesweiten Protestaktionen und Demonstrationen billigt der Bundestag im November 1983 nach teilweise turbulenten Diskussionen die Stationierung neuer US-Mittelstreckenwaffen in der Bundesrepublik. Nach der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses schwenken die Abgeordneten der Grünen Friedenstücher.

Grüne Fraktion im Bundestag

Noch eine Neuerung der politischen Formen: Ab 1984 bestand der Fraktionsvorstand der Grünen im Bundestag aus einem "Feminat". Hinten von links: Waltraud Schoppe (Sprecherin), Annemarie Borgmann (Sprecherin) und Erika Hickel (Parlamentarische Geschäftsführerin). Vorne von links: Christa Nickels (Parlamentarische Geschäftsführerin), Antje Vollmer (Sprecherin) und Heidemarie Dann (Parlamentarische Geschäftsführerin).

18. Oktober 1984: Joschka Fischer

18. Oktober 1984: Joschka Fischer, damals noch einfacher Abgeordneter, in der Lobby des Bonner Bundestages. Erst kurz zuvor hatte der Grüne mit acht Worten deutsche Politikgeschichte geschrieben: "Mit Verlaub Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch", hatte er dem Bundestagsvizepräsidenten Richard Stücklen zugerufen. Hintergrund: Stücklen hatte Fischers Parteikollegen Jürgen Reents ausgeschlossen, weil dieser Kanzler Helmut Kohl als "von Flick freigekauft" bezeichnet hatte.

Fischer

Die Karriere des Joschka Fischer ging jedoch weiter. Er gehörte zur ersten rot-grünen Landesregierung, die am 12. Dezember 1985 in Hessen gebildet wurde. Dass er zur Vereidigung durch den SPD-Ministerpräsidenten Holger Börner in Turnschuhen schritt, sorgte für Aufsehen. Nun sind diese Schuhe Museumsstücke.

Der Grünen-Politiker Rainer Trampert 1985 in Offenburg

15. Dezember 1985: Die Grünen beschäftigten sich mit vielen Themen, aber auch viel mit sich selbst: "Realos" und "Fundis" kämpfen um die Richtung der Partei - vor allem um die Frage einer möglichen Kooperation mit der SPD: Der Vorstandssprecher Rainer Trampert (hier auf der Bundesversammlung in Offenburg) war einer der führenden Köpfe der "Fundis".

Wahlplakate

Wahlplakate für die Bundestagswahl 1987. Die Grünen bleiben im Aufwind. Sie erreichen 8,3 Prozent. Die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl im Mai 1986 trug sicherlich zum Erfolg bei.

Wahlplakat mit Schily im Januar 1987 in Düsseldorf

1987 machte Otto Schily noch Wahlkampf für die Grünen. Im November 1989 wechselte er zur SPD. Das Foto zeigt ein Plakat in Düsseldorf.

Niedersachsen

Im Mai 1990 kommt in Niedersachsen eine rot-grüne Landesregierung unter dem Ministerpräsidenten Gerhard Schröder zustande. Jürgen Trittin (hinten rechts) wird Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten; Waltraud Schoppe (vorne, zweite von rechts) bekommt das Frauenministerium. Umweltministerin wird Monika Griefahn (links hinter Gerhard Schröder) von Greenpeace.

Wahlplakate

Wahlplakate der Grünen für die ersten gesamtdeutschen Bundestagswahlen 1990. Die westdeutschen Grünen scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde.

Grüne Abgeordnete des Bundestags 1990

Bündnis 90/Die Grünen, die Partner in den neuen Ländern, können jedoch in den Bundestag einziehen, weil sie nicht der Fünf-Prozent-Klausel unterliegen. Die acht B90/Grüne-Abgeordneten: vorne v.l.n.r: Christina Schenk, Ingrid Köppe, Vera Wollenberger, hinten (v.l.n.r.): Wolfgang Ullmann, Konrad Weiss, Klaus-Dieter Feige, Gerd Poppe, Werner Schulz.

Jutta Ditfurth

Zuspitzung der Auseinandersetzungen zwischen Fundamentalisten und Realos auf der Bundesversammlung am 27. April 1991: Jutta Ditfurth kündigte in Neumünster in einer leidenschaftlichen Rede den Austritt der radikalökologischen Linken aus der Partei an. Wenig später gründen diese die "Ökologische Linke". Die Grünen beschließen in Neumünster eine Reform ihrer Parteistruktur.

Kelly und Bastian

Oktober 1992: Die Leichen von Petra Kelly und Gert Bastian werden aus ihrem Wohnhaus in Bonn-Tannenbusch getragen. Die rastlose Vorkämpferin der Grünen war von ihrem Lebensgefährten im Schlaf erschossen worden, vermutlich in der Nacht zum 1. Oktober. Danach beging der Ex-General Selbstmord. Erst am 19. Oktober werden die Leichen gefunden. Das Beziehungsdrama wird nie ganz aufgeklärt.

Bündnis90/Die Grünen

1993 schließen sich Grüne und Bündnis 90 zu einer Partei zusammen. Sie werden am am 15. Mai in Leipzig zum geschäftsführenden Vorstand gewählt: Sprecher Ludger Volmer, Sprecherin Marianne Birthler, Schatzmeister Henry Seltzer und die politische Geschäftsführerin Heide Rühle (v.l.n.r.).

Wahlplakate

Wahlkampf 1994: Erstmals setzen die Grünen auf einen Personenwahlkampf und auf Joschka Fischer als Zugpferd. Mit 7,3 Prozent zieht Bündnis90/Die Grünen wieder in den Bundestag ein.

Wahlplakate

1998 ziehen die Grünen mit zwei Fischers in den Wahlkampf: Mit Andrea Fischer, der späteren Gesundheitsministerin und - natürlich - ....

Joschka Fischer

... und Joschka Fischer, der in der ersten rot-grünen Bundesregierung unter Bundeskanzler Schröder (vorne rechts) Außenminister und Vizekanzler sein wird. Die anderen grünen Minister: Gesundheitsministerin Andrea Fischer (dritte Reihe links) und Umweltminister Jürgen Trittin (hintere Reihe, 2. von rechts)

Joschka Fischer

Der Kosovo-Einsatz der Bundeswehr führte zu einer Zerreißprobe der Grünen. Am 13. Mai 1999 fand deshalb ein Sonderparteitag in Bielefeld statt. Außenminister Fischer wurde dort mit einem Farbbeutel beworfen.

Christian Ströbele

Der standhaft linke und pazifistische Grüne Christian Ströbele - hier im Bundeswahlkampf 1998 - schafft es als einziger, für seine Partei ein Direkt-Mandat zu gewinnen. 2002, 2005 und 2009 zieht er als direkt gewählter Abgeordneter seines Berliner Wahlkreises Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg-Ost in den Bundestag ein.

Joschka Fischer

Bundestagswahlkampf 2005: Alles ist auf den Spitzenkandidaten Joschka Fischer zugeschnitten, der rastlos mit seinem Wahlkampftourbus durch das Land fährt. Es reicht jedoch nicht mehr für eine rot-grüne Koalition.

schwarz-grüne Koalition in Hamburg

Auf Landesebene kommt es nach dem Ende der rot-grünen Koalition zu neuen Bündnissen. In Hamburg präsentieren Anja Hajduk (Grüne), Michael Freytag (CDU), Christia Goetsch (Grüne) und der Erste Bürgermeister Ole von Beust am 17. April 2008 stolz den schwarz-grünen Koalitionsvertrag.

Özdemir und Roth

Neu-alte Chefs seit November 2008: Cem Özdemir, zugleich erster türkischstämmiger Vorsitzender einer Bundestagspartei, und Claudia Roth, die seit 2001 amtiert - Rekord.

Renate Künast und Jürgen Trittin

Am 27. September 2009 erreichen die Grünen mit 10,7 Prozent ihr bestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl. Die Grünen-Spitzenkandidaten Renate Künast und Jürgen Trittin freuen sich, müssen aber dennoch auf der Oppositionsbank Platz nehmen.

Jamaika-Koalition im Saarland

Jamaika: Das Superwahljahr bringt für die Grünen eine neue Koalitionsvariante. Im Saarland gehen sie ein Regierungsbündnis mit der CDU und der FDP ein. Das Bild zeigt die Parteivorsitzenden Hubert Ulrich, Claudia Willger-Lambert (beide Grüne), den CDU-Landes- und Regierungschef Peter Müller und den FDP-Landesvorsitzenden Christoph Hartmann am 9. November 2009 nach der Unterzeichnung des Koalitionsvertrages (v.l.n.r.).

Christoph Ahlhaus und Christa Goetsch

Zweieinhalb Jahre nach Bildung der ersten schwarz-grünen Landesregierung ist die Koalition in Hamburg am Ende. Im August 2010 gab der Erster Bürgermeister Ole von Beust sein Amt auf. Unter dessen Nachfolger Christoph Ahlhaus (links vorne) kündigen die Grünen wenige Monate später die Koalition auf, weil es keine ausreichenden Gemeinsamkeiten mehr gebe. Die grünen Senatorinnen Christa Goetsch (rechts vorne), Anja Hajduk (rechts hinten) und Senator Till Steffen (links hinten) räumen ihre Ämter. Bei den vorgezogenen Bürgerschaftswahlen im Februar 2011 sichert sich die SPD die absolute Mehrheit, die Grünen müssen in die Opposition.

Grünen-Politiker Winfried Kretschmann

Am 27. März 2011 feiern die Grünen ihren bis dahin größten Wahlerfolg. Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg schaffen sie mit 24,2 Prozent ein Rekordergebnis und werden zweitstärkste Kraft hinter der CDU. Die Grünen bilden zusammen mit der SPD eine Koalition.

Winfried Kretschmann

Am 27. März 2011 feiern die Grünen ihren bis dahin größten Wahlerfolg. Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg schaffen sie mit 24,2 Prozent ein Rekordergebnis und werden zweitstärkste Kraft hinter der CDU. Die Grünen bilden zusammen mit der SPD eine Koalition. Am 12. Mai 2011 wird Winfried Kretschmann als erster grüner Ministerpräsident Deutschlands und Regierungschef vereidigt.

Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt

Im November 2012 bestimmt die grüne Basis per Urwahl die zwei Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013. Fraktionschef Jürgen Trittin (links) und überraschend auch Bundestagsvizepräsidentin Karin Göring-Eckart (rechts) setzen sich durch. Ko-Fraktionschefin Renate Künast landet auf dem dritten, Parteichefin Claudia Roth nur auf einem enttäuschenden vierten Platz.

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