Bildergalerie: Joachim Gauck: Pfarrer, Bürgerrechtler, Stasibeauftragter, Bundespräsident

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Joachim Gauck: Bürgerrechtler, Stasi-Beauftragter, Bundespräsident

Joachim Gauck

Joachim Gauck spricht im Herbst 1989 während einer Fürbittandacht in der Marienkirche in Rostock. Gauck wurde 1940 in Rostock geboren. Sein Vater war Kapitän. 1951 wurde dieser von der stalinistischen sowjetischen Geheimpolizei verhaftet und zu zweimal 25 Jahren Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt. 1955 wurde er vorzeitig entlassen. Joachim Gauck schloss sich weder den Jungen Pionieren noch der FDJ an. Nach dem Abitur studierte er evangelische Theologie. Seit 1970 war er Pfarrer in seiner Heimatstadt Rostock.

Joachim Gauck

Joachim Gauck spricht im Herbst 1989 während einer Fürbittandacht in der Marienkirche in Rostock. Gauck wurde 1940 in Rostock geboren. Sein Vater war Kapitän. 1951 wurde dieser von der stalinistischen sowjetischen Geheimpolizei verhaftet und zu zweimal 25 Jahren Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt. 1955 wurde er vorzeitig entlassen. Joachim Gauck schloss sich weder den Jungen Pionieren noch der FDJ an. Nach dem Abitur studierte er evangelische Theologie. Seit 1970 war er Pfarrer in seiner Heimatstadt Rostock.

Joachim Gauck

Der Rostocker Pastor war wiederholt durch kritische Predigten aufgefallen. 1989 leitete Joachim Gauck die wöchentlich stattfindenden Gottesdienste zur Veränderung der Gesellschaft, die in der Rostocker Marienkirche und anderen Kirchen parallel stattfanden. Von diesen Gottesdiensten gingen die Massendemonstrationen der Rostocker im Herbst 1989 aus.

Joachim Gauck

Gauck gehörte zu den Mitbegründern des Rostocker Neuen Forums und war in dessen Sprecherrat tätig. Im November 1989 konnte er den Altbundeskanzler und SPD-Ehrenvorsitzender Willy Brandt (Mitte) in der Rostocker Marienkirche willkommen heißen. Brandt nahm zusammen mit hunderten Rostockern an einer Montags-Demonstration teil.

Gauck und Krause in der Volkskammer

Joachim Gauck und der DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel (CDU) am 28. September 1990 in der DDR-Volkskammer. Gauck wurde im März 1990 als Abgeordneter von Bündnis 90 in die erste und einzige frei gewählte Volkskammer gewählt. Er war dort der Vorsitzende des Parlamentarischen Sonderausschusses zur Überprüfung der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi). Zu dessen Aufgaben gehörte die Erarbeitung eines Gesetzes zum Umgang mit den personenbezogenen Stasi-Informationen. Dieses Gesetz wurde am 24. August 1990 in der Volkskammer verabschiedet. Zwischen Gauck und Diestel kam es zeitweise zu heftigen Auseinandersetzungen. Diestel warf dem parteilosen Gauck ein restriktives Verhalten bei der Überprüfung der Stasi-Vergangenheit vor.

Gauck und Krause in der Volkskammer

Joachim Gauck (rechts, mit Günther Krause) während der letzten Arbeitssitzung der Volkskammer. Am 2. Oktober 1990 wurde er von der Volkskammer zum "Sonderbeauftragten für die personenbezogenen Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes der DDR" gewählt. Dies entsprach dem revidierten Staatsvertrag, wonach die Stasi-Akten in der Obhut von Leuten verbleiben sollten, die "die Leidens-, Entfremdungs- und Kampfprozesse persönlich erlebt" hätten.

Gauck in einer Außenstelle seiner Behörde.

Am 3. Oktober 1990 wurde Joachim Gauck von der Bundesregierung berufen, Ende 1991 wurde die Amtsbezeichnung mit Inkrafttreten des Stasi-Unterlagen-Gesetzes in "Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik" geändert. Bald bürgerte sich jedoch die Bezeichnung "Gauck-Behörde" ein. Das Foto zeigt Joachim Gauck in Halle, einer der 14 Außenstellen seiner Behörde.

Gauck und Richard von Weizsäcker

Februar 1992: Joachim Gauck führt den damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker durch ein Lager der Behörde, in dem Stasi-Unterlagen in Papiersäcken aufbewahrt wurden. 2700 Mitarbeiter hatte die "Gauck-Behörde" zu dieser Zeit.

Gauck und Stolpe

Heftige Auseinandersetzungen gab es - unter anderem - mit Brandenburgs Ministerpräsidenten Manfred Stolpe, der, nachdem Vorwürfe über eine Stasi-Mitarbeit aufkamen, Akteneinsicht in alle Unterlagen verlangte. Stolpe strengte auch ein verwaltungsgerichtliches Verfahren an, das 1993 mit einem Vergleich endete. Das Foto zeigt ihn im Januar 1992 in der Gauck-Behörde; rechts hinten: Joachim Gauck.

Gauck und Schröder

1995 wurde Gauck für eine zweite Amtszeit vom Bundestag bestätigt. Er betätigte sich auch als Autor: Ende 1996 stellt er sein Buch "Beschädigte Seelen" vor. In dem Werk werden mit 136 Dokumenten die Stasi-Einflüsse auf die DDR-Jugend belegt.

Gauck und Schröder

Joachim Gauck führt den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (rechts) und Bundesinnenminister Otto Schily (2. von links) im Januar 2000 durch die einstige Stasi-Zentrale in der Berliner Normannenstraße. Angesichts der 180.000 Regalmeter Akten und der in Gläsern aufbewahrten Geruchsproben von Oppositionellen sagte Schröder: "Das ist die Perversion von Staat."

Gauck und Marianne Birthler

Im Oktober 2000 endete die zweite Amtszeit Joachim Gaucks. Seine Nachfolgerin wurde Marianne Birthler. Bis Mitte 2000 gingen bei der Gauck-Behörde 4,63 Millionen Anträge auf Akteneinsicht ein. Von den rund 180.000 Regal-Meter umfassenden Unterlagen mit 40 Millionen Karteikarten und Hunderttausenden Bild- und Tondokumenten wurden unter Gaucks Leitung rund drei Viertel erschlossen.

Gauck

Nach dem Ende seiner Amtszeit als Bundesbeauftragter für die Stasiunterlagen arbeitete der 1940 geborene Gauck freiberuflich als Moderator und Publizist. Im November 2003 übernahm er den Vorsitz des Vereins "Gegen Vergessen - Für Demokratie". Der Verein widmet sich der Aufarbeitung des Nationalsozialismus und der DDR-Geschichte.

Wulff und Gauck

Am 4. Juni 2010 nominieren Grüne und SPD Joachim Gauck als Kandidaten für das Bundespräsidentenamt. Er sei Realist, sagt Gauck im Vorfeld der Wahl zu seinen Chancen. Dennoch braucht es am 30. Juni 2010 drei Wahlgänge, bis der Kandidat von Union und FDP, Christian Wulff, die nötige Stimmenzahl bekommt. In der Bundesversammlung gratuliert Gauck dem neu gewählten Präsidenten.

Joachim Gauck

Ein Jahr nach dem Abitur heiratete Gauck 1959 seine gleichaltrige Freundin Gerhild. Das Paar bekam vier Kinder, Christian, Martin, Gesine und Katharina. Den Kindern war aufgrund des Engagement ihres Vaters ein Studium verwehrt worden. Christian und Martin übersiedelten 1987 in die Bundesrepublik, Gesine folgte 1989. Seit 1991 lebt Joachim Gauck von seiner Frau getrennt. Seine neue Lebenspartnerin wurde im Jahr 2000 die Journalistin Daniela Schadt.

Gauck und die Parteichefs von Grünen und SPD

Rund eineinhalb Jahre nach seinem Amtsantritt ist Wulffs Zeit als Bundespräsident schon wieder vorbei. Die Kanzlerin sucht nun einen konsensfähigen Kandidaten - und wird von SPD und Grünen, aber auch vom Koalitionspartner FDP dazu gedrängt, Gauck zu nominieren. Am 19. Februar 2012 präsentieren die Parteispitzen den 72-Jährigen als ihren Mann für Bellevue.

Joachim Gauck und mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt

Am 18. März 2012 wird Joachim Gauck, hier mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt in der Bundesversammlung, zum elften Bundespräsidenten gewählt. Er erhält erwartungsgemäß schon im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit. Der 72-Jährige ist der bei Amtsantritt älteste Bundespräsident in der Geschichte der Bundesrepublik.

Bundespräsident Gauck ist 100 Tage im Amt

"Was für ein schöner Sonntag" - mit diesem Satz eröffnete Joachim Gauck seine Rede, nachdem die Bundesversammlung ihn zum 11. Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt hatte. Kanzlerin Angela Merkel gratuliert mit Blumen.

Bundespräsident Gauck ist 100 Tage im Amt: Vereidigung 23.03.

Am 23. März wird Gauck in einer gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat vereidigt.

Bundespräsident Gauck ist 100 Tage im Amt - Antrittsbesuch in Polen

Die erste Auslandsreise führt Gauck ins Nachbarland Polen, das er als "europäisches Land der Freiheit" bezeichnet. Staatspräsident Bronislaw Komorowski begrüßt seinen deutschen Amtskollegen herzlich und überreicht als Geschenk ein Plakat der Gewerkschaft Solidarnosc.

Bundespräsident Gauck und Frankreichs Präsident Hollande in Oradour-sur-Glane

Auf seinen Auslandsreisen besucht Gauck immer wieder Orte deutscher Kriegsverbrechen aus der NS-Zeit. Als erster deutscher Politiker nahm der Bundespräsident im September 2013 gemeinsam mit dem französischen Staatspräsidentn Hollande an der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Massakers von Oradour-sur-Glane teil. 1944 hatte die Waffen-SS fast alle Einwohner des französischen Dorfes getötet.

Bundespräsident Joachim Gauck

Im Dezember 2013 entscheidet sich der Bundespräsident,nicht zu den Olympischen Winterspielen ins russische Sotschi zu reisen. Er setzt damit ein Zeichen der Kritik an der Regierung in Moskau, auch wenn offiziell nicht von einem Boykott die Rede ist.

Bundespräsident Joachim Gauck auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2014

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz fordert Gauck im Januar 2014, dass Deutschland mehr außenpolitische Verantwortung übernehmen musse und sich "früher, entschiedener und substanzieller" bei der Lösung internationaler Konflikte einbringen solle - in letzter Konsequenz auch militärisch.

Bundespräsident Gauck bei seinem Besuch in der "Blauen Moschee" in Istanbul

Auf seinen Auslandsreisen scheut Gauck nicht davor zurück, Kritik an Defiziten bei Menschenrechten oder Demokratie im jeweiligen Land anzusprechen. Bei seinem Türkei-Besuch im April 2014 - hier bei der Besichti gung der "Blauen Moschee" in Istanbul - sorgen seine kritischen Worte zum Demokratieverständnis und Kurs der türkischen Regierung zu heftigen Reaktionen auf Seiten des damaligen türkischen Ministerpräsidenten Erdogan.

Bundespräsident Gauck und Ulrich Deppendorf

Im November 2014 sorgt Gauck mit seinen Aussagen im Interview mit Ulrich Deppendorf für den Bericht aus Berlin für Aufsehen. Er äußert sich kritisch über die bevorstehende Wahl eines Linkspartei-Politikers zum Ministerpräsidenten in Thüringen und löst damit eine Debatte über die Frage aus, wie neutral ein Bundespräsident in seinen Äußerungen sein muss.

Bundespräsident Joachim Gauck

Bundespräsident Joachim Gauck ist bei vielen Bundesbürgern beliebt, wie Meinungsumfragen zeigen.

Joachim Gauck

Am 06. Juni 2016 gibt er bekannt, dass er auf eine weitere Amtszeit verzichtet.

Großer Zapfenstreich für Joachim Gauck

Mit einem Großen Zapfenstreich wurde Joachim Gauck am 17. März vor Schloss Bellvue in Berlin verabschiedet.

Amtsübergabe Schloss Bellevue

Amtsübergabe in Schloss Bellevue am 18. März 2017: Der neue Bundespräsident Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender verabschieden Joachim Gauck und Daniela Schad.

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