Bildergalerie: Gaddafi: Ein Rückblick in Bildern

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Gaddafi - ein Rückblick in Bildern

Gaddafi im Juni 2010

Am 20. Oktober 2011 kommt die Nachricht, dass der ehemalige libysche Machthaber Mummar al Gaddafi in seiner Heimatstadt Syrte gefasst wurde. Fernsehsender zeigen ein Foto, das den Tod Gaddafis belegen soll. Auf dem Bild ist der vermutlich tote Gaddafi mit blutverschmiertem Gesicht zu sehen. Gaddafi war Afrikas dienstältester Herrscher. Er wurde nach eigenen Angaben in der Wüste nahe der Stadt Syrte geboren. (Archivfoto Juni 2010)

Gaddafi im Juni 2010

Am 20. Oktober 2011 kommt die Nachricht, dass der ehemalige libysche Machthaber Mummar al Gaddafi in seiner Heimatstadt Syrte gefasst wurde. Fernsehsender zeigen ein Foto, das den Tod Gaddafis belegen soll. Auf dem Bild ist der vermutlich tote Gaddafi mit blutverschmiertem Gesicht zu sehen. Gaddafi war Afrikas dienstältester Herrscher. Er wurde nach eigenen Angaben in der Wüste nahe der Stadt Syrte geboren. (Archivfoto Juni 2010)

Gaddafi im Jahr 1969

Gaddafi im September 1969 nach dem unblutigen Militärputsch, mit dem er an die Macht kam. In seinem "Grünen Buch" legte der "Revolutionsführer" 1977 seine Staatstheorie dar, in der er die Verschmelzung von Islam und Sozialismus versucht. Gaddafi nennt sie die "Dritte Universale Theorie".

Gaddafi in seinem Beduinenzelt außerhalb von Tripolis 1986

Gaddafi beim Besuch von US-Journalistinnen in seinem Beduinenzelt am 12. Januar 1986: An diesem Tag stellt er der amerikanischen Presse seine Familie vor. Das Zelt ist eine Gewohnheit aus Kindestagen: Seine Familie gehört einem Berberstamm an und fristete ein bescheidenes Dasein. Gaddafi genoss als einziges Kind der Familie eine Schulbildung.

Das 1988 nach Anschlägen über Lockerbie abgestürtze US-Flugzeug.

Libyens Beziehungen zum Westen waren lange Zeit gespannt. Gaddafi galt über Jahrzehnte als Pate des internationalen Terrorismus. Er weigerte sich unter anderem, libysche Staatsbürger auszuliefern, gegen die in den USA, Großbritannien und Frankreich Haftbefehle vorlagen. Sie sollen an den Anschlägen auf ein US-Flugzeug beteiligt gewesen sein, das 1988 über dem schottischen Lockerbie abstürzte. Dabei starben 270 Menschen. Ebenso gab es einen Anschlag auf ein französisches Flugzeug, bei dessen Absturz 1989 über dem Niger 171 Menschen ums Leben kamen.

Gaddafi

Erst vier Jahre nach den Anschlägen auf die Flugzeuge übernimmt Libyen in einem Schreiben an den UN-Sicherheitsrat die Verantwortung dafür. Gaddafi erzielte mit den USA und Frankreich eine grundsätzliche Übereinkunft zur Entschädigung der Hinterbliebenen. Weitere Annäherungsversuche an den Westen folgen. Neben einigen Erfolgen gibt es aber immer noch Kritik an Libyen, allem voran wegen des Umgangs mit Menschenrechten.

Diskothek "La Belle"

Auch für den Anschlag auf die Diskothek "La Belle" in Berlin am 6. April 1986 mit drei Toten wird Libyen verantwortlich gemacht. 2004 willigt das Land ein, Entschädigungszahlungen an die deutschen - aber nicht die amerikanischen - Opfer zu leisten.

Ben Ali begrüß0t Gaddafi in Tunis

Gaddafi wird in den 80er-Jahren mit Umsturzversuchen in rund einem halben Dutzend afrikanischer Staaten in Verbindung gebracht. Tunesien bricht deshalb seine diplomatischen Beziehungen zu Libyen 1985 ab, 1987 werden sie aber wieder aufgenommen. Im Januar 1990 empfängt der tunesische Präsident Zine Al-Abdine Ben Ali Gaddafi am Flughafen von Tunis.

Mubarak trifft Gaddafi im Oktober '89

Drei Monate zuvor: Ägyptens Staatspräsident Mubarak trifft Gaddafi in der ägyptischen Grenzstadt Mersa Matrouh. Später bemüht sich Mubarak um die Normalisierung der Beziehungen der Weltgemeinschaft zu Libyen, das er als Barriere gegen die Ausbreitung des islamischen Fundamentalismus in Nordafrika ansieht. Nachdem der UN-Sicherheitsrat 2003 die Sanktionen gegen Libyen aufhebt, wird es zu einem Boomland, in das Hunderttausende Ägypter als Gastarbeiter kommen.

Gaddafi

Gaddafi war immer auch für seine skurrilen Auftritte bekannt: Auf Reisen ist sein Zelt immer dabei, so auch in Paris im Jahr 2007 und ...

Gaddafis Zelt in der Parkanlage der Villa Doria Pamphili

... beim G8-Gipfel 2009 in Italien. Es war sein erster Staatsbesuch in Italien seit seiner Amtsübernahme 1969.

Gaddafi im Jahr 2009 auf dem G20-Gipfel

Beim G20-Gipfel 2009 hatte er ein Schwarz-Weiß-Foto an seine Brust geheftet. Es zeigt die Verhaftung des libyschen Widerstandskämpfers Omar al Muktar am 11. September 1931 durch die italienische Kolonialmacht.

Gaddafi

Gaddafi versetzte auf der Fahrt zum G8-Gipfel in Italien seine weibliche Leibgarde, die ihn auf Schritt und Tritt begleitet, in Aufregung: Er ließ seinen Wagen anhalten, um am Rande der Autobahn einen Spaziergang zu unternehmen.

Gaddafi in einer Auswahl seiner schillernden Outfits

Neben der Eigenart, sein Zelt überall mithinzunehmen, erregte auch die Garderobe Gaddafis für Aufsehen.

Gaddafi

Die angespannten Beziehungen zum Westen stellt Gaddafi am 23. September 2009 erneut auf die Probe. Bei einer Rede vor der UN-Vollsammlung wirft er den Vereinten Nationen vor, die eigene Charta zu brechen. Er zitiert daraus und zerreißt einige Seiten.

Zine El Ben Ali, Ali Abdullah Saleh, Muammar Gaddafi und Hosni Mubarak

Am 10. Oktober 2010 eröffnen die arabisch-afrikanischen Staatsoberhäupter ihr zweites Gipfeltreffen im libyschen Syrte. Die Staatschefs Ben Ali aus Tunesien, Saleh aus dem Jemen, Gaddafi und der Ägypter Mubarak (von links nach rechts) wollen auch in Zukunft vermehrt zusammenarbeiten. Gaddafis Traum von einer arabischen Union findet aber keinen Anklang.

Westerwelle und Gaddafi beim EU-Afrika-Gipfeltreffen im November 2010

Bundesaußenminister Guido Westerwelle spricht am 29. November 2010 beim dritten Gipfeltreffen der EU mit den Ländern Afrikas in Tripolis mit dem libyschen Revolutionsführer Gaddafi. Dieser sorgt für Aufregung, weil er in seiner Eröffnungsrede die Zahlung von fünf Milliarden Euro jährlich an Libyen verlangt, damit dort die Weiterreise von Flüchtlingen nach Europa unterbunden werden kann.

Gaddafi zu Gast beim 50. Unabhängigkeitstag im Tschad

Am 11. Januar dieses Jahres ist für Gaddafi die Welt noch in Ordnung: Er ist zu Besuch im Nachbarland Tschad, mit dem ihn eine bewegte Vergangenheit verbindet. Besonders um den Aouzou-Streifen im Grenzgebiet gab es jahrzehntelange Konflikte, bis dieser 1994 durch den Internationalen Gerichtshof wieder dem Tschad zugesprochen wurde. Hier sieht man Gaddafi bei den Feierlichkeiten zum 50. Unabhängigkeitstag der ehemaligen französischen Kolonie Tschad.

Gaddafi bei seiner Fernseh-Rede.

Im Februar brechen in Libyen die Demonstrationen gegen das Regime aus. In einer Fernsehansprache schließt Gaddafi die Option eines Rücktritts rigoros aus. Er werde bis zum "letzten Blutstropfen" für sein Land kämpfen und notfalls als Märtyrer sterben. Er ruft seine Anhänger dazu auf, auf die Straßen zu gehen und gegen die Regierungsgegner zu kämpfen. Letztere bezeichnet er als fehlgeleitete Jugendliche, die mit Geld und Drogen bestochen worden seien, um Polizei und Regierungsgebäude anzugreifen.

Gaddafi-Ansprache

Am 22. Februar meldet sich Gaddafi kurz zu Wort. 22 Sekunden dauert seine Fernsehansprache - ein skurriler Auftritt mit Regenschirm. Er stellt klar, dass er sich in Libyen und nicht in Venezuela aufhält.

Muammar al Gaddafi nach einem Treffen mit Vertretern der Afrikanischen Union am 10. April 2011

Muammar al Gaddafi nach einem Treffen mit Vertretern der Afrikanischen Union am 10. April 2011 in Tripolis. Der Vermittlungsversuch der Delegation im Libyen-Konflikt bleibt erfolglos.

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