Bildergalerie: Seit 1901 wird der Friedensnobelpreis verliehen - eine Auswahl der Preisträger

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Friedensnobelpreis 1901 bis 2016 - eine Auswahl der Preisträger

Juan Manuel Santos

2016 erhält der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos den Friedensnobelpreis. Santos hatte nach jahrzehntelangem Konflikt ein Friedensabkommen mit den FARC-Rebellen geschlossen, das allerdings von der Bevölkerung in einem Referendum abgelehnt wurde. | Bildquelle: dpa

Juan Manuel Santos

2016 erhält der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos den Friedensnobelpreis. Santos hatte nach jahrzehntelangem Konflikt ein Friedensabkommen mit den FARC-Rebellen geschlossen, das allerdings von der Bevölkerung in einem Referendum abgelehnt wurde.

Henry Dunant und Frédéric Passy

Der Schweizer Geschäftsmann und Humanist Henry Dunant (links) erhielt zusammen mit Frédéric Passy (rechts) im Jahr 1901 den ersten Friedensnobelpreis. Das Nobelkomitee zeichnete Dunant für die Gründung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz und die Genfer Konventionen aus - Dunant hatte dies mit seinem Buch "Eine Erinnerung an Solferino" initiiert. Neben den Erlebnissen nach der Schlacht von Solferino im Juni 1859 regt Dunat in dem Buch die Gründung freiwilliger Hilfsgesellschaften und den Schutz und die Versorgung von Verwundeten im Krieg an.

Der französische Parlamentarier und Humanist Frédéric Passy gründete im Mai 1867 die Internationale Friedensliga mit der Absicht, den französisch-preußischen Krieg zu verhindern. 1870 scheiterten diese Bemühungen - es kam zum Krieg. 1901 wurde Passy für diesen Einsatz mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Bertha von Suttner

Die österreichische Pazifistin und Schriftstellerin Bertha von Suttner erhielt 1905 als erste Frau die bedeutendste internationale Auszeichnung im Bemühen um eine friedlichere Welt.

Theodore Roosevelt

Für seine Verdienste als Unterhändler der Friedensverhandlungen beim Russisch-Japanischen Krieg wurde US-Präsident Theodore Roosevelt 1906 ausgezeichnet

Logo ICRC

Neben zahlreichen Personen wurden auch immer wieder Organisationen mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (ICRC) war bereits dreimal Preisträger: 1917, 1944 und 1963.

Woodrow Wilson

1919 entschied sich das Nobelkomitee zum zweiten Mal bei seiner Wahl für einen US-amerikanischen Präsidenten: Das Komitee befand, dass Woodrow Wilson für seine Vermittlungen zur Beendigung des Ersten Weltkriegs und seinen Anstoß für die Gründung eines Völkerbunds den Preis erhalten sollte.

Aristide Briand und Gustav Stresemann

Als erster Deutscher erhielt Außenminister Gustav Stresemann (rechts) den Friedensnobelpreis. Zusammen mit dem französischen Außenminister Aristide Briand (links) wurde er 1926 für das Zustandekommen des Vertrags von Locarno geehrt.

Carl von Ossietzky

Der Hamburger Publizist Carl von Ossietzky wurde 1935 vom norwegischen Nobel-Komitee für seinen Widerstand gegen das NS-Regime mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Dieses undatierte Foto zeigt Carl von Ossietzky als KZ-Häftling.

Albert Schweitzer

1952 wurde der Theologe und Missionsarzt Albert Schweitzer für die Gründung des Tropenkrankenhaus in Lambarene im heutigen Gabun mit dem Preis ausgezeichnet. (Archivbild von 1965)

George C. Marshall

Als Begründer des Marshallplans - das Wirtschafts-Wiederaufbauprogramm der USA nach dem Zweiten Weltkrieg - zeichnet das Nobelkomitee 1953 General George C. Marshall mit dem Preis aus.

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1954 und 1981 wurde das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen für seine weltweite humanitäre Hilfe ausgezeichnet.

Albert John Luthuli

ANC-Präsident Albert John Luthuli wurde 1960 für seine Bemühungen bei der friedlichen Beseitigung der Rassendiskriminierung in Südafrika vom Nobelkomitee ausgezeichnet. Nur auf Druck der Weltöffentlichkeit ließ die südafrikanische Regierung Verwoerd Luthuli zur Entgegennahme des Friedensnobelpreises nach Oslo reisen.

Martin Luther King

Vier Jahre später erhielt der Bürgerrechtler Martin Luther King für seine gewaltlosen Protestaktionen gegen die Diskriminierung der Farbigen in den USA den Friedensnobelpreis. Hier steht King an der Lincoln-Gedächtnisstätte in Washington während einer Demonstration vor mehr als 100.000 Menschen (Archivfoto vom am 28.08.1963).

Logo UNICEF

1965 bekam das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen den Preis zuerkannt. Die Organisation wurde im Dezember 1946 gegründet und sollte zunächst Kindern nach dem Zweiten Weltkrieg helfen.

René Cassin

Der französische Präsident des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, René Cassin, und sogenannter "Vater der Menschenrechtserklärung" bekam 1968 den Preis überreicht.

Bundeskanzler Willy Brandt kniet am 7. Dezember 1970 vor dem Mahnmal im einstigen jüdischen Ghetto in Warschau

Bundeskanzler Willy Brandt kniet am 7. Dezember 1970 vor dem Mahnmal im einstigen jüdischen Ghetto in Warschau, das den Helden des Ghetto-Aufstandes vom April 1943 gewidmet ist. Die demütige Geste wurde international als Bitte um Vergebung für die deutschen Kriegsverbrechen gewertet. Sie bildete den Auftakt für die auf Entspannung ausgerichtete Ostpolitik, für die Brandt 1971 den Friedensnobelpreis erhielt.

Le Duc Tho und Henry Kissinger

Die Verhandlungen und der Friedensvertrag im Vietnamkrieg brachten dem Nordvietnam-Vertreter Le Duc Tho (links) und US-Politiker Henry Kissinger (rechts) den Ehrenpreis ein. Le Duc Tho lehnte den Preis jedoch mit dem Hinweis ab, dass es noch keinen echten Frieden mit Südvietnam gebe. Waffenlieferungen der USA an die südvietnamesischen Truppen zogen weitere Kriegshandlungen von Nordvietnam nach sich. Die Preisverleihung erregte international Kritik, da der Krieg noch bis 1975 andauerte.

Andrej Dmitrijewitsch Sacharow

Im Jahr 1975 geht der Friedensnobelpreis an den sowjetischen Kernphysiker und Bürgerrechtler Andrej Dmitrijewitsch Sacharow. Das damalige sowjetische Regime verbot Sacharow die Ausreise. Stellvertretend für ihn nahm seine Frau Jelena den Preis in Oslo entgegen.

Mairead Corrigan und Betty Williams

Die Mitbegründerinnen der nordirischen Frauenfriedensgruppe "Peace People", Mairead Corrigan (links) und Betty Williams (rechts). Der Kampf der beiden Hausfrauen gegen die blutigen Konflikte zwischen der katholischen und protestantischen Bevölkerung in Nordirland, der 1976 in einer Großdemonstration in London mündete, beeindruckte alle Welt. Das Nobelkomitee vergab daraufhin 1976 den Ehrenpreis an die beiden Frauen aus Belfast.

Mutter Teresa

Mutter Teresa, einer Ordensschwester aus Kalkutta, wurde der Friedensnobelpreis 1979 für ihre humanitäre Hilfe verliehen. Nach der Preisverleihung wird eigentlich jeder Nobelpreisträger mit einem Festbankett gefeiert - nicht so 1979. Mutter Teresa strich das Bankett und organisierte stattdessen ein Weihnachtsfest für Arme.

Lech Walesa

Im Jahr 1983 wird Lech Walesa für seine Verdienste um die Sicherung der polnischen Arbeiterrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die Ehefrau des polnischen Arbeiterrechtlers, Danuta Walesa, und ihr Sohn Bogdan nehmen den Friedensnobelpreis am 10. Dezember 1983 in Oslo stellvertretend entgegen. Walesa blieb der Verleihung fern, weil er fürchtete, nicht wieder nach Polen einreisen zu dürfen.

Desmond Tutu

Egil Aarvik (rechts), der Vorsitzende des norwegischen Nobelpreiskomitees, überreicht am 10. Dezember 1984 in Oslo Desmond Tutu den Friedensnobelpreis. Der schwarze südafrikanische Anglikaner-Bischof wurde für seine Rolle als Führer und Einiger der Bewegung zur Lösung der Apartheid-Probleme in Südafrika ausgezeichnet worden.

Dalai Lama

Der 14. Dalai Lama setzte sich für die gewaltlose Befreiung Tibets ein und bekam für seine Bemühungen 1989 den Nobelpreis verliehen.

George Bush und Michail Gorbatschow

Die Regierungschefs der Sowjetunion und der USA, Michail Gorbatschow (rechts) und George Bush, während einer Pressekonferenz zum Gipfeltreffen auf dem sowjetischen Kreuzfahrtschiff "Maxim Gorki" vor der Mittelmeerinsel Malta (Archivbild vom 02.12.1989). Bei dem Treffen wurde das Ende des Kalten Krieges besiegelt. Das Nobelkomitee ehrte Gorbatschow 1990 für seinen Beitrag zur gewaltlosen Beendigung des Kalten Krieges.

Aung San Suu Kyi im Jahr 1989

1991 wurde der myanmarischen Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi für ihren Einsatz für den demokratischen Umbruch der Friedensnobelpreis verliehen. Da sie selbst das Land nicht verlassen durfte, nahmen ihre Söhne die Auszeichnung entgegen.

Friedensnobelpreis für de Klerk und Mandela

Die Politik des südafrikanischen Staates gegenüber seiner farbigen Bevölkerung änderte sich nach dem Rücktritt des Präsidenten Pieter Botha 1989. Sein Nachfolger Frederik de Klerk lockerte die Apartheid-Gesetze. Er und Nelson Mandela erhielten im Dezember 1993 für den Versöhnungsprozess gemeinsam den Friedensnobelpreis.

Jassir Arafat, Schimon Peres und Yitzhak Rabin

Jitzhak Rabin (rechts), israelischer Ministerpräsident, Schimon Peres (Mitte), israelischer Außenminister, und Jassir Arafat, PLO-Chef, nehmen 1994 den Preis für ihre Bemühungen zur Lösung des Nahostkonflikts entgegen.

Kofi Annan

Die Vereinten Nationen und ihr Generalsekretär Kofi Annan werden 2001 für den Einsatz für eine friedlichere Welt ausgezeichnet.

Mohammed ElBaradei

Zu gleichen Teilen erhalten 2005 die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) - vertreten durch Yukiya Amano (rechts) - und ihr Generaldirektor Mohamed ElBaradei (links) den Friedensnobelpreis für den Einsatz, "den Gebrauch von Atomenergie zu militärischen Zwecken zu verhindern und ihre friedliche Nutzung so sicher wie möglich zu machen".

Rajendra Pachauri und Al Gore

Der Friedensnobelpreis von 2007 ging an Al Gore (rechts) und den UN-Klimarat (stellvertretend Rajendra Pachauri) für ihren Einsatz gegen eine drohende Klimakatastrophe.

Michelle und Barack Obama

Sensation im Jahr 2009: Der Friedensnobelpreis geht an US-Präsident Barack Obama. Er vertrete genau die Positionen, für die das Nobelkomitee seit 108 Jahren werbe.

Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo

Er habe lange und gewaltlos für fundamentale Menschenrechte in China gekämpft, so das norwegische Nobelkomitee über den chinesischen Regimekritiker Liu Xiaobo, der den Friedensnobelpreis 2010 erhielt. Weder Liu, der in China inhaftiert war, noch seine unter Hausarrest stehende Ehefrau Liu Xia konnten an der Zeremonie in der norwegischen Hauptstadt teilnehmen.

Verleihung des Friedensnobelpreises

Mit dem Friedensnobelpreis des Jahres 2011 werden am 10. Dezember drei Bürgerrechtlerinnen ausgezeichnet: die liberianische Aktivistin Leymah Gbowee (Mitte), die liberianische Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf (rechts) und die Jemenitin Tawakkul Karman (links). Sie erhalten den Preis "für ihren gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen und für die Rechte von Frauen für volle Teilnahme an friedensbildender Arbeit", teilte das Komitee mit. Damit ist die Zahl der ausgezeichneten Frauen auf 15 gestiegen.

Verleihung des Friedensnobelpreises

Inmitten ihrer schwersten Krise wird die Europäische Union 2012 in Oslo mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die EU habe dabei geholfen, Frieden und die Demokratie in Europa voranzubringen, begründete das Norwegische Nobelkomitee die Entscheidung. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy (links), EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso (Mitte) und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (rechts) nahmen den Preis entgegen.

Thorbjörn Jagland und Ahmet Üzümcü

2013 ging der Friedensnobelpreis an die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW). Die Organisation setze sich intensiv dafür ein, die Massenvernichtungswaffen zu zerstören. Dies zeige auch das Engagement der OPCW in Syrien. Der Generaldirektor der Organisation, Ahmet Üzümcü (rechts), nahm die Auszeichnung bei der Zeremonie in Oslo stellvertretend entgegen.

Malala Yousafzaier und Kailash Satyarthi

Die 17-jährige pakistanische Menschenrechtsaktivistin Malala Yousafzaier und der indische Kinderrechtsaktivist Kailash Satyarthi erhalten 2014 den Friedensnobelpreis. Damit werde ihr Eintreten gegen die Unterdrückung von jungen Menschen und für deren Recht auf Bildung gewürdigt, so das norwegische Nobelpreiskomitee in Oslo.

Houcine Abassi, Mohamed Fadhel Mahmoud, Abdessattar ben Moussa und Wided Bouchamaoui

2015 geht der Friedensnobelpreis nach Tunesien. Das Nobel-Komitee vergab die wichtigste Auszeichnung der internationalen Politik an das "Quartett für den nationalen Dialog", bestehend aus den Vertretern der vier Verbände, das in dem Land die Demokratisierung vorangebracht hat: den Gewerkschaftsverband (UGTT), den Arbeitgeberverband (UTICA), die Menschenrechtsliga (LTDH) und die Anwaltskammer. Das Foto zeigt (v.l.n.r.): Houcine Abassi (Gewerkschaftsverband), Mohamed Fadhel Mahmoud (Anwaltskammer), Abdessattar ben Moussa (Menschenrechtsliga) und Wided Bouchamaoui (Arbeitgeberverband).

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