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Lecker und begehrt - Meerestiere

Beifang eines Nordsee-Krabbenkutters

Getötet oder verletzt werden auch Tiere, die als "Beifang" in Fischernetzen hängen bleiben. Für viele Schollen, Krebse, Seesterne und andere Meerestiere bedeutet es das Ende, wenn sie einem Krabbenkutter begegnen. Die ungewollt gefangenen Tiere werden als "toter Müll" über Bord geworfen. Dabei sind die Bestände vieler Arten gefährdet. (Foto: dpa/Hans-Ulrich Rösner/WWF)

Beifang eines Nordsee-Krabbenkutters

Getötet oder verletzt werden auch Tiere, die als "Beifang" in Fischernetzen hängen bleiben. Für viele Schollen, Krebse, Seesterne und andere Meerestiere bedeutet es das Ende, wenn sie einem Krabbenkutter begegnen. Die ungewollt gefangenen Tiere werden als "toter Müll" über Bord geworfen. Dabei sind die Bestände vieler Arten gefährdet.

Kabeljau

Der Kabeljau ist ein beliebter Speisefisch - und daher in der Nordsee nicht mehr so häufig anzutreffen wie noch vor wenigen Jahrzehnten. Wegen Überfischung ist der Bestand stark geschrumpft. Hinzu kommt, dass Kabeljaularven wegen Planktonmangel bei steigender Wassertemperatur nicht genug Nahrung finden.

Hummerfang

Der Hummer stand schon in den 70er-Jahren für delikate Lebensqualität. Mittlerweile ist er gefährdet: In Europa werden nur noch 3000 bis 4000 Tonnen pro Jahr gefangen (hier ein Bild aus Aldeburgh in Großbritannien). Die meisten Hummer, die hierzulande auf den Tellern landen, kommen deshalb aus Kanada oder den USA. An der Nordatlantikküste liegt die Fangmenge bei etwa 80.000 Tonnen pro Jahr.

Seeteufel

Laut Greenpeace sollten Verbraucher den Seeteufel meiden. Der Raubfisch, der unter anderem bei Island und Norwegen zu finden ist, gilt als Leckerbissen. Entsprechend fällt das Resultat aus: Bestände überfischt.

Rotbarsch

Der Rotbarsch braucht bis zu 20 Jahre, um geschlechtsreif zu sein. Weil er zudem nur wenige Nachkommen hat, wirkt sich die Überfischung drastisch aus. Der Rotbarsch: ein Kandidat für die Rote Liste.

Heringshai

Trotz seiner Leibesfülle schwimmt der Heringshai schnell und besitzt Ausdauer. Genützt hat ihm das wenig: In den letzten 50 Jahren sind die Bestände stark zurückgegangen. Im Nordatlantik ist der Heringshai sogar vom Aussterben bedroht.

Seezungenröllchen

Teuer und schmackhaft - die Seezunge gehört zu den begehrtesten Speisefischen. Obwohl die Bestände in der Nordsee laut WWF gut sind, gilt die Fangmethode als problematisch. Seezungen werden mit speziellen Schleppnetzen gefangen, die viele Tiere am Meeresboden töten oder verletzen.

Christian Wulff mit Schellfisch in der Hand

Der Schellfisch ist schon nach drei bis sechs Jahren geschlechtsreif - und kann 20 Jahre alt werden. Damit ist er weniger anfällig für Überfischung als andere Fischarten. Teilweise sind die Bestände im Nordost-Atlantik dennoch überfischt. Fern der Heimat wurde dieses Exemplar beim "Tag der Niedersachsen" 2007 vom damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff versteigert.

Seehunde werden mit Hering gefüttert.

Der Hering schmeckt ebenfalls tierisch gut. Dennoch muss man sich um ihn keine Sorgen machen. Laut Guinnessbuch der Rekorde ist er der häufigste Fisch der Welt. Der Bestand fortpflanzungsfähiger Heringe in der Nordsee wird auf etwa eine Million Tonnen geschätzt.

Seelachs aus Kunststoff

Der Köhler ist etwas Besonderes - er schwimmt unter falschem Namen in Atlantik und Nordsee herum. Die Bezeichnung "Seelachs" verkauft sich besser. Da macht es nichts, dass der Köhler mit den Lachsen nichts zu tun hat. Sogar als Kunststofffisch punktet dieser Schwimmer - wie hier im Jahr 2002, als er im Meeresmuseum Stralsund den passenden Anstrich erhielt. Trotzdem: Die Seelachs-Bestände im Nordost-Atlantik gelten als teilweise überfischt.

Scholle im Aquarium

Eine gute Nachricht zum Schluss: Die Schollen in der Nordsee haben sich kräftig erholt. Der Bestand wird derzeit auf mehr als 430.000 Tonnen geschätzt. Das sind mehr als doppelt so viele wie vor acht Jahren. Höhere Fangquoten werden den Aufwärtstrend wohl bald bremsen. Greenpeace meint schon jetzt: Die Scholle gehört nicht auf den Esstisch.

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