Bildergalerie: FDP - Gestützte, Gestutzte, Gestürzte

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FDP - Gestützte, Gestutzte, Gestürzte

Rösler FDP

Philipp Rösler: Bei seiner Premiere 2011 in Rostock bekam der FDP-Parteichef 95,1 Prozent. Beim Parteitag in Berlin waren es jetzt weniger: 85,7 Prozent. Für Rösler dennoch ein Erfolg, immerhin sah es noch vor wenigen Wochen sehr schlecht aus für den FDP-Chef und seine Partei. Im Februar aber kam die Kehrtwende: 9,9 Prozent in Röslers Heimat Niedersachsen - und ein kluger Schachzug gegen seinen ärgsten Rivalen Rainer Brüderle: Rösler bot dem Fraktionschef den Vorsitz an. Brüderle war überrumpelt - und traute sich nicht. Einige halten Rösler weiter für eine Fehlbesetzung. Diesen innerparteilichen Kritikern trat er nun auf dem Parteitag mit einer äußerst kämpferischen Rede entgegen. (Bildquelle: dpa)

Rösler FDP

Philipp Rösler: Bei seiner Premiere 2011 in Rostock bekam der FDP-Parteichef 95,1 Prozent. Beim Parteitag in Berlin waren es jetzt weniger: 85,7 Prozent. Für Rösler dennoch ein Erfolg, immerhin sah es noch vor wenigen Wochen sehr schlecht aus für den FDP-Chef und seine Partei. Im Februar aber kam die Kehrtwende: 9,9 Prozent in Röslers Heimat Niedersachsen - und ein kluger Schachzug gegen seinen ärgsten Rivalen Rainer Brüderle: Rösler bot dem Fraktionschef den Vorsitz an. Brüderle war überrumpelt - und traute sich nicht. Einige halten Rösler weiter für eine Fehlbesetzung. Diesen innerparteilichen Kritikern trat er nun auf dem Parteitag mit einer äußerst kämpferischen Rede entgegen.

Rainer Brüderle

Rainer Brüderle: Als Fraktionschef ist der 67-Jährige im Präsidium gesetzt. Nach einer heißblütigen Mutmacher-Rede beim Parteitag ist Brüderle auch Spitzenkandidat für den Wahlkampf. Dabei hat Brüderle harte Wochen hinter sich. Erst die Schlappe gegen Rösler, dann die Sexismus-Affäre nach dem Artikel einer "Stern"-Journalistin, der gegenüber er sich anzüglich geäußert hatte. Die Geschichte löste eine breite Debatte aus. Brüderle schweigt bis heute dazu.

Christian Lindner

Christian Lindner: Der 34-jährige NRW-Landeschef ist zum neuen ersten Stellvertreter Röslers gewählt worden. Mit 77,8 Prozent blieb sein Ergebnis allerdings unter dem seines Parteichefs. "Auf gute Zusammenarbeit", sagte er bei der Annahme der Wahl - und die wird spannend, schließlich hakte es in der Vergangenheit gewaltig. Röslers Stellungnahme zu Lindners Rücktritt als FDP-Generalsekretär im Dezember 2011 hatte keine drei Minuten gedauert. Zudem wäre Lindner auch bereit gewesen, mit Brüderle zu marschieren. Doch inzwischen gilt das Verhältnis zwischen den beiden als stabil. Auf längere Sicht gilt Lindner als nächster Parteichef.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: Die Bundesjustizministerin bleibt stellvertretende Vorsitzende. Mit 83,7 Prozent der Stimmen erzielte sie ein sehr gutes Ergebnis, das aber auch erwartet worden war: Als Vorkämpferin für die Bürgerrechte genießt Leutheusser-Schnarrenberger großes Ansehen an der Basis. Wie Lindner hätte wohl auch die Bayern-Chefin nach der Niedersachsenwahl Brüderle unterstützt - wegen ihrer großen Beliebtheit muss Rösler darüber aber hinwegsehen.

Holger Zastrow

Holger Zastrow: Die erste Überraschung des Abends: Unerwartet setzte sich der 44-jährige Werbeprofi aus Dresden in einer Kampfabstimmung gegen die baden-württembergische FDP-Chefin Birgit Homburger durch und wird dritter Bundesvizechef der Liberalen. Die Unterstützung der ostdeutschen Landesverbände war Zastrow sicher. Mit seiner unaufgeregten Bewerbungsrede konnte er aber offenbar auch andere Delegierte überzeugen, er erhielt 323 Stimmen – allerdings erst im zweiten Wahlgang. Rösler hatte Zastrow 2011 als Gesicht des Ostens ins Präsidium geholt. Der hatte seinen Parteichef dafür auch in schwierigen Zeiten gestützt. Der Sachse gilt aber auch als einer, der oft mit dem Kopf durch die Wand will, etwa in der Energie- oder Steuerpolitik.

Birgit Homburger

Birgit Homburger: Schwere Niederlage für die baden-württembergische FDP-Chefin: Sie muss ihren Posten als Stellvertreterin von Rösler räumen. Homburger verlor die Kampfabstimmung gegen den Sachsen Holger Zastrow im zweiten Wahlgang mit 315 zu 323 Stimmen. Homburger waren zuvor die besseren Chancen eingeräumt worden, weil sie mit der Unterstützung aus Nordrhein-Westfalen, Bayern und ihrem eigenen Verband Baden-Württemberg die Schwergewichte hinter sich hat. Homburger wurde aber als Beisitzerin ins Präsidium gewählt.

Dirk Niebel beim FDP-Parteitag

Dirk Niebel: Er hatte gezockt - und verloren. In einer Kampfabstimmung bekam er lediglich 25,3 Prozent. Damit gehört er dem Präsidium nicht mehr an. Die Abwahl ist die Quittung für seine Rösler-Kritik. Kurz vor der Niedersachsenwahl, an Dreikönig, hatte er offen zum Putsch geblasen. Niebel geht nun geschwächt in die Bundestagswahl - immerhin ist er Spitzenkandidat in Baden-Württemberg und soll im FDP-Stammland viele Stimmen bei der Bundestagswahl holen.

Daniel Bahr beim FDP-Parteitag

Daniel Bahr: Der Bundesgesundheitsminister wollte neu ins Präsidium - und scheiterte. In einer Kampfabstimmung verlor er gegen den schleswig-holsteinischen FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki.

Wolfgang Kubicki

Wolfgang Kubicki: Der Kieler Fraktionschef fühlt sich nach Jahrzehnten Parteiarbeit an der Förde nun bereit für die Bundespolitik - er kandidiert für den Bundestag. Und: Mit dem Landtagswahlsieg in Schleswig-Holstein im Rücken will er als Beisitzer ins FDP-Präsidium. Das gelang ihm - eine kleine Sensation. Denn Kubicki gilt als Querulant. In der Vergangenheit war er oft mit Kritik an der Bundesspitze wie auch an Rösler sowie an dessen Vorgänger Guido Westerwelle in Erscheinung getreten.

Jörg-Uwe Hahn.

Jörg-Uwe Hahn: Der Hesse konnte seinen Präsidiumsplatz behaupten. Er wurde mit 67,75 Prozent zum Beisitzer gewählt. Dabei hatte er es sich selbst und den Delegierten nicht gerade leicht gemacht: Mit einem schrägen Satz über Röslers vietnamesische Herkunft hatte Hahn bundesweit für Befremden gesorgt. Rösler aber steht zu ihm.

Patrick Döring

Patrick Döring: Der Freund und Vertraute Röslers wurde in seinem Amt als Generalsekretär bestätigt. Allerdings verbuchte er mit 65,6 Prozent eines der schlechtesten Ergebnisse eines Generalsekretärs in den vergangenen Jahrzehnten.

FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke

Otto Fricke: Der Haushaltsexperte bleibt Schatzmeister der Liberalen. Rösler lobte Fricke in seiner Auftaktrede ausdrücklich. Kein Wunder, denn die Zahlen stimmen: 2012 machte die Bundespartei einen Rekordüberschuss von mehr als 3,64 Millionen Euro.

Guido Westerwelle auf dem FDP-Parteitag.

Guido Westerwelle: Der Ex-Parteichef hatte bei den Präsidiumswahlen nicht mitgemacht. Aber er wird wieder geschätzt in der Partei. Im Wahlkampf soll er eine wichtige Rolle spielen. Sollte es Schwarz-Gelb bei der Bundestagswahl im September wieder schaffen, will Westerwelle Außenminister bleiben.

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