Bildergalerie: Unterwegs in den Ebola-Gebieten

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Reportage-Tagebuch: Unterwegs in Sierra Leone und Liberia

Ebola: Ärzte ohne Grenze bei Freetown

Hier im Behandlungszentrum der Hilfsorganisation "Ąrzte ohne Grenzen" (MSF) nahe Freetown in Sierra Leone werden Mütter und Schwangere behandelt, die Ebola-Symptome zeigen. Ein Baby wurde hier vor wenigen Tagen geboren - Mutter und Kind sind wohlauf. Sierra Leone und Liberia haben lange und blutige Bürgerkriege mit Hunderttausenden Toten hinter sich. In den vergangenen zehn Jahren haben beide Länder versucht, wieder auf die Beine zu kommen. Dann kam Ebola. | Bildquelle: Alexander Göbel

Ebola: Ärzte ohne Grenze bei Freetown

Hier im Behandlungszentrum der Hilfsorganisation "Ąrzte ohne Grenzen" (MSF) nahe Freetown in Sierra Leone werden Mütter und Schwangere behandelt, die Ebola-Symptome zeigen. Ein Baby wurde hier vor wenigen Tagen geboren - Mutter und Kind sind wohlauf. Sierra Leone und Liberia haben lange und blutige Bürgerkriege mit Hunderttausenden Toten hinter sich. In den vergangenen zehn Jahren haben beide Länder versucht, wieder auf die Beine zu kommen. Dann kam Ebola.

Ebola: Ärzte ohne Grenze bei Freetown

Eine Krankenschwester beendet ihre Arbeit im Hochrisikobereich: Sie durchläuft eine streng überwachte Prozedur beim "Dolfing"€œ. Beim Ausziehen der Schutzkleidung muss sie sich konzentrieren und den Kommandos ihres Kollegen folgen. Er desinfiziert sie mit Chlorlösung. Auf ihrer Schutzkleidung ist die Uhrzeit vermerkt, zu der sie ihre Arbeit begonnen hat. Die Tätigkeit im Ganzkörperanzug ist unfassbar anstrengend und bei extremer Luftfeuchte und Temperaturen weit über 30 Grad kaum zu ertragen.

Ebola: Ärzte ohne Grenze bei Freetown

Die Schutzkleidung wird entsorgt: Nur Schutzbrillen, Gummistiefel und Gummihandschuhe werden nach der Desinfektion wieder verwendet.

Ebola:

Moa Wharf ist einer der Slums in Sierra Leones Hauptstadt Freetown: Hier kam es gerade wieder zu zwei Ebola-Neuinfektionen. In dem Gebiet am Hafen drängen sich Hütten dicht aneinander, gut 10.000 Menschen leben hier auf engstem Raum. Die Zustände sind katastrophal. Das Wasser ist zur Kloake geworden. Wenn die Regenzeit beginnt, wird der Müll direkt in den engen Gassen schwimmen. 

Ebola-Aufklärung in Moa Wharf

Mühsame und schweißtreibende Aufklärungsarbeit im Ebola-Hotspot des Slums: "Ärzte ohne Grenzen" geht zu den Menschen, die häufig weder lesen, noch schreiben können. Vor allem die Kinder müssen begreifen, was Ebola ist und auf welche Symptome sie achten müssen. Auch wir Reporter müssen uns auf engstem Raum voll konzentrieren - und dürfen keinen Körperkontakt mit Menschen oder Gegenständen haben.

Ebola: Ebola-Überlebende

Diese junge Frau (r.) hat Ebola überlebt. Wie durch ein Wunder, sagt sie. Aber die 33-Jährige weiß nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll, denn sie hat durch Ebola alles verloren: erst ihren Mann, dann ihre zwei kleinen Kinder. Ihre Mutter (l.) steht ihr bei, vor ihr die kleine Nichte. Die Nachbarn wollen mit der jungen Frau nichts mehr zu tun haben - wie viele "Ebola Survivors" wird sie stigmatisiert und ausgegrenzt. 

Ebola: Schüler in Freetown

Schule - trotz der Katastrophe: Jetzt muss der Stoff vom vergangenen Jahr nachgeholt werden, in dem alle Bildungseinrichtungen geschlossen waren. Nach Guinea und Liberia hat auch Sierra Leone seine Schulen und Universitäten wieder geöffnet. Viel zu früh, fürchten viele Eltern, Lehrer und Dozenten. Auch wenn am Eingang dieses Geländes in Freetown Fieber gemessen wird und die Kinder unter Aufsicht Hände waschen: Die Angst vor Ebola sitzt mit im Klassenzimmer.

Ebola: Ländliche Region in Sierra Leone

In den Ebola-Gebieten konnten viele Bauern ein Jahr lang ihre Felder nicht bestellen. Viele Ortschaften tief im Dschungel von Sierra Leone standen unter Quarantäne, manche Dörfer haben durch Ebola-Ausbrüche einen großen Teil ihrer Bevölkerung verloren. Jetzt ist Pflanzzeit, aber es gibt kein Saatgut. Viele der traumatisierten Dorfbewohner haben es aus lauter Not aufgegessen, jetzt droht Hunger bis zur nächsten möglichen Ernte. Hilfsorganisationen liefern Säcke mit Reis und Erdnüssen. Mitarbeiter von Regierungsbehörden lassen sich hier nicht blicken.

Ebola: der Überlebende Johne Kargbo

John Kargbo ist 16 Jahre alt und der einzige Überlebende einer zehnköpfigen Familie in einem weit entlegenen Buschdorf. Seine Familie wurde durch Ebola binnen weniger Tage ausgelöscht. Johns entfernter Onkel kann sich nicht um ihn kümmern. John will irgendwann studieren und Arzt werden. In seinem Land sind die meisten Ärzte an Ebola gestorben.

Ebola: Beatrice Yarwolo

Die zweite Station der Reise ist Liberia. Hier wurde Beatrice Yarwolo durch die Medien gezerrt, als angeblich letzte Ebola-Patientin, die es noch "geschafft" hat. Sogar Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf hat sie schon besucht. Beatrice war aber nicht der letzte Ebola-Fall - und der hohe Besuch hat auch nicht dafür gesorgt, dass sie endlich ihr ärmliches Haus verlassen kann. Auf dem Arm hält sie ihre Enkelin, sie heißt "21". Denn 21 Tage dauert die Inkubationszeit von Ebola: Wer bis dahin keine Symptome zeigt, gilt als gesund.

Ebola: Desinfektionsebhälter

Eimer mit Chlorlösung prägen das Bild vieler Städt in Liberia. Vor Geschäften, Restaurants, Schulen, Behörden, Privathäusern oder an Checkpoints an großen Ausfallstraßen: Händewaschen und Fiebermessen ist Pflicht.

Ebola: Sittu

Pilotprojekt SITTU (Severe Infection Temporary Treatment Unit): Die "German ETU", das deutsche Ebola-Behandlungszentrum in Liberias Hauptstadt Monrovia, wurde direkt nach dem Aufbau durch die Bundeswehr und das Deutsche Rote Kreuz Ende 2014 in ein Behandlungszentrum für andere schwere Krankheiten umgewandelt. Es soll eine "Gesundheitslücke" schließen: Während Hilfsorganisationen und Regierungen aus aller Welt sich auf Ebola-Hilfe konzentrierten, hat das SITTU eine Menge Krankheiten behandelt, die wegen Ebola vernachlässigt worden waren.

Ebola: Sittu

SITTU ist inzwischen geschlossen. Das Material aber bleibt im Land, genauso wie viel medizinisches Know-How. Denn deutsche Ärzte haben einheimische Pflegekräfte in die Arbeit integriert und im Kampf gegen gefährliche Krankheiten ausgebildet.

Ebola-Überlebender in West Point, Monrovia

Ich spreche mit einem Ebola-Überlebenden in West Point, Monrovia: In diesem extrem armen Slum der Hauptstadt Liberias leben viele ehemalige Kindersoldaten. Während der schwersten Ebola-Phase im Sommer 2014 wurde der Slum abgeriegelt - es kam zu Ausschreitungen, von denen viele Menschen berichten können.

Ebola: Ebola-Waisen in West Point/Monrovia

Für die Ebola-Waisen in West Point ist keine Hilfe in Sicht. Seitdem die Krankheit ihre Eltern dahinraffte, steht die älteste Tochter mit insgesamt acht Geschwistern alleine da. In die Schule geht keines der Kinder. Sie halten sich mit dem Verkauf von Pfefferschoten über Wasser. Irgendwie.

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