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"Der Clown" - Jerry Lewis' nie gezeigter Holocaust-Film

Jerry Lewis

Er gilt als ein Kino-Mythos und Film-Phantom: 1972 drehte US-Komiker Jerry Lewis "The Day The Clown Cried" (Der Tag, an dem der Clown weinte"), eine Holocaust-Tragikomödie. | Bildquelle: NDR / Rune Hjelm

Jerry Lewis

Er gilt als ein Kino-Mythos und Film-Phantom: 1972 drehte US-Komiker Jerry Lewis "The Day The Clown Cried" (Der Tag, an dem der Clown weinte"), eine Holocaust-Tragikomödie.

Filmarbeiten zum Film "Der Clown"

Die Story: Ein deutscher Zirkusclown (Lewis) äußert sich abfällig über Adolf Hitler, wird in ein Konzentrationslager gebracht, bringt dort mit seinen Tricks jüdische Kinder zum Lachen und soll sie am Ende in die Gaskammern führen.

Jerry Lewis bei Filmarbeiten zu Der Clown

Sein in Paris und Stockholm realisiertes Projekt hatte der US-Komik-Star, dessen Erfolg Mitte der 60er-Jahre zurückgegangen war, groß angelegt. Fast elf Monate lang sei er durch Europa gereist und habe frühere Konzentrationslager besichtigt, berichtete Lewis, der sich bei den Dreharbeiten von einem einstigen KZ-Wärter beraten ließ.

Jerry Lewis

Der Film wurde der Öffentlichkeit aber nie gezeigt und Lewis äußerte sich kaum dazu.

Jerry Lewis

Kurz vor Drehende hatte Lewis die Arbeit abrupt beendet und war in die USA zurückgeflogen. "Es ist wahr. Man kann sich so einer Sache nicht vollkommen verschreiben und dann einfach weglaufen. Aber genau das habe ich getan", sagt Lewis später. "Dafür gibt es nur einen einzigen Grund: Ich habe mich zutiefst geschämt." Warum? "Ich habe schlechte Arbeit abgeliefert, sowohl als Autor, als Regisseur, als Schauspieler, als Produzent."

Filmarbeiten zu Der Clown

"Tausendmal habe ich mich gefragt: Wo war die Comedy, wenn man 65 Kinder in eine Gaskammer führt?" Er sei bei diesem Film gescheitert, sagt Lewis. "Bei meinem Versuch, dieses große Menschheitsverbrechen von der Realität in die Fiktion hinüberzubringen, besetzten die Gräueltaten mein ganzes Denken und Fühlen." Er sei so betroffen gewesen, dass ihm Comedy völlig unmöglich gewesen und ihm die eigentliche Idee des Films entglitten sei.

Jerry Lewis

Nun präsentiert ein Dokumentarfilm, der am 3. Februar um 22.45 Uhr im Ersten läuft, nicht nur bislang nie veröffentlichtes Rohmaterial. Lewis spricht auch - "exklusiv und zum ersten Mal offen und ausführlich" über seinen Film - wie die Macher betonen.

Jerry Lewis bei Filmarbeiten

Die Original-Filmaufnahmen stammen aus neun Rollen Rohmaterial, die jemand bei der für Kamera und Tonentwicklung zuständigen Firma in Schweden Anfang der 80er-Jahre vor der Entsorgung retten konnte.

Proben zum Film Der Clown

Neben Zeitzeugen kommen in der Dokumentation "Der Clown" auch Schauspieler zu Wort, die damals beteiligt waren und ihre Drehbücher noch besitzen. Sie erklärten sich zu einem Experiment bereit: Sie spielen noch einmal einige Szenen nach.

Jerry Lewis und Eric Friedler

Grimme-Preisträger Eric Friedler ("Ein deutscher Boxer", "Aghet - Ein Völkermord", "Das Schweigen der Quandts") begab sich für seinen spannenden 115-minütigen Streifen "Der Clown" auf die Suche nach dem wohl thematisch anspruchsvollsten Filmprojekt des US-Komikers Jerry Lewis, der am 16. März seinen 90. Geburtstag feiert.

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