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Denkmal für den NS-Völkermord an Sinti und Roma in Berlin eingeweiht

Gauck und Hermann Höllenreiner

Der Holocaustüberlebenden Hermann Höllenreiner zeigt Bundespräsident Gauck die Tätowierung auf seinem Unterarm. (Foto: dpa)

Mahnmal für die Ermordung von Sinti und Roma

20 Jahre nach dem Beschluss der Bundesregierung gibt es nun in Berlin ein Denkmal für die durch das NS-Regime ermordeten Sinti und Roma. Bis zu einer halben Million Angehörige dieser Minderheit fielen der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in Europa zum Opfer. Ziel der Nazis war es, alle Kinder, Frauen und Männer zu vernichten, die den Roma und Sinti angehörten.

Mahnmal für die Ermordung von Sinti und Roma

Reinhard Florian, ein KZ-Überlebender, steht am Rande des Wasserbeckens.

Merkel und Gauck

Das Denkmal halte dem Betrachter einen "Spiegel unendlicher Trauer" vor, sagte die Kanzlerin in ihrer Rede. Sie sagt, dass Sinti und Roma auch heute wieder unter Ausgrenzung und Ablehnung leiden. Aus dem Kreis der fast 1000 Gäste ruft ihr am Schluss eine Stimme entgegen: "Und was ist mit den Abgeschobenen, Frau Merkel? Das sind auch Roma, die wollen hierbleiben.»

Mahnmal für die Ermordung von Sinti und Roma

Messina Weiss, die Urenkelin eines Sinto, der von den Nazis ermordet wurde, trug die erste Blüte für das Denkmal zum Wasserbecken. Hinter ihr gehen Bundespräsident Gauck und dessen Lebensgefährtin Daniela Schadt.

Mahnmal für die Ermordung von Sinti und Roma

Vor den Augen der Ehrengäste tauchte der Stein zum ersten Mal mit einer Blüte aus dem Wasser auf. Dazu ertönte der Geigenton eines Sintimusikers. Dies soll sich von nun an täglich wiederholen.

Mahnmal für die Ermordung von Sinti und Roma

Gäste der Einweihungsfeier am Wasserbecken des Denkmals.

Gauck und Hermann Höllenreiner

Der Holocaustüberlebenden Hermann Höllenreiner zeigt Bundespräsident Gauck die Tätowierung auf seinem Unterarm.

Mahnmal für die Ermordung von Sinti und Roma

"Eingefallenes Gesicht / erloschene Augen / kalte Lippen / Stille / ein zerrissenes Herz / ohne Atem / ohne Worte / keine Tränen." Auf dem Rand des Beckens steht in englischer und deutscher Sprache das Gedicht "Auschwitz" von Santino Spinelli, eines 1964 geborenen italienischen Künstlers, der zur Volksgruppe der Roma gehört.

Mahnmal für die Ermordung von Sinti und Roma

Der Reichstag spiegelt sich in einer Tafel des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma, auf der ein Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog abgedruckt ist.

Mahnmal für die Ermordung von Sinti und Roma

Der aus Israel stammende Künstler Dani Karavan (geb. 1930) hat das Denkmal entworfen. Es besteht aus einem runden Wasserbecken mit zwölf Metern Durchmesser. Der schwarze Grund aus Granit lässt es endlos tief erscheinen.

Mahnmal für die Ermordung von Sinti und Roma

In der Mitte des Sees befindet sich ein einzelner kleiner dreieckiger Stein, der Tag für Tag im Wasser versinkt und mit einer frischen Blüte wieder emporsteigt.

Der israelische Künstler und Gestalter des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma, Dani Karavan,

Der israelische Künstler und Gestalter des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma, Dani Karavan, war bei der Eröffnungsfeier anwesend und hielt eine Rede.

Mahnmal für die Ermordung von Sinti und Roma

Die Steinplatten, die um das Wasserbecken liegen, stammen aus Berliner Gehwegen. In 70 der Steine sind die Namen der Vernichtungslager eingraviert, in denen Roma und Sinti ermordet wurden. Ein Stein mit der Aufschrift "Auschwitz" ...

Mahnmal für die Ermordung von Sinti und Roma

... einer anderer erinnert an das Konzentrationslager Treblinka.

Mahnmal für die Ermordung von Sinti und Roma

Am Rande des Denkmals sind Tafeln mit der Chronologie des Völkermords an den Sinti und Roma aufgestellt.

Menschen besuchen das Mahnmal

Drei Tage nach der Einweihung des Mahnmals wurde das Gelände schließlich für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Mahnmal für die Ermordung von Sinti und Roma

Die Ausstellung "Topographie des Terrors" über die Verfolgung von Sinti und Roma wurde bereits am 19. Oktober eröffnet.

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