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Diese US-Demokraten wollen Präsident werden

Seitenansicht des Weißen Hauses in Washington

1600 Pennsylvania Avenue, besser bekannt als das Weiße Haus in Washington: Hier würden zahlreiche US-Demokraten gerne ab Januar 2021 ihren Hauptwohnsitz nehmen - als 46. US-Präsident. Die Zahl der Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur wächst und wächst. Noch nie zuvor war das Kandidatenfeld so vielfältig. Ein Favorit aber lässt sich noch nicht ausmachen. Ein Überblick. | Bildquelle: AFP

Seitenansicht des Weißen Hauses in Washington

1600 Pennsylvania Avenue, besser bekannt als das Weiße Haus in Washington: Hier würden zahlreiche US-Demokraten gerne ab Januar 2021 ihren Hauptwohnsitz nehmen - als 46. US-Präsident. Die Zahl der Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur wächst und wächst. Noch nie zuvor war das Kandidatenfeld so vielfältig. Ein Favorit aber lässt sich noch nicht ausmachen. Ein Überblick.

Der US-Politiker John Delaney

John Delaney (* 1963) war der erste Demokrat, der seine Kandidatur bekanntgab und ein regelrechter Frühstarter. Schon im Sommer 2017 machte er seine Ambitionen öffentlich - ein halbes Jahr nach dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump. Delaney saß von 2013 bis 2019 für den US-Bundesstaat Maryland im Repräsentantenhaus. Delaney bezeichnet sich als "pragmatischen Idealisten" und wird der Parteimitte zugeordnet. In seinem Wahlkampf kann er aus dem Vollen schöpfen: Der Finanzunternehmer galt als einer der reichsten Abgeordneten der USA. Delaney wird aber auch deshalb viel Geld einsetzen müssen, weil seine Kampagne kaum Wellen geschlagen hat.

Die US-Senatorin Elizabeth Warren

Anders als Delaney muss sich Elizabeth Warren (* 1949) nicht lange vorstellen. Die frühere Juraprofessorin war 2013 nach einem spektakulären Wahlkampf in den US-Senat eingezogen, wo sie seither den Bundesstaat Massachusetts vertritt. Warren gilt als eine der prominentesten Vertreterin des linken Flügels der Partei und setzt sich für eine höhere Besteuerung Vermögender ein. Für Schlagzeilen sorgte auch ihr Versuch, indianische Wurzeln nachzuweisen. Präsident Trump verhöhnt sie seither als "Pocahontas".

Die US-Abgeordnete Tulsi Gabbard

Tulsi Gabbard (* 1981) kann den Zusatz "die erste" gleich mehrfach für sich in Anspruch nehmen. Sie war die erste Hindu und die erste Samoanerin, die in das Repräsentantenhaus gewählt wurde. Die frühere Militärangehörige war auch als Politikerin mehrmals im Nahen Osten im Einsatz und setzte sich im Kongress für eine nicht-interventionistische Außenpolitik ein. Im Präsidentschaftswahlkampf 2016 unterstützte sie den Parteilinken Bernie Sanders. Angreifbar aber machte sie sich, als sie 2017 in Syrien auch Machthaber Baschar al-Assad traf.

Der US-Politiker Julian Castro

Julian Castro (* 1974) war Bürgermeister der südtexanischen Stadt San Antonio. 2012 war Castro der erste Latino, der bei einem Nominierungsparteitag der Demokraten eine Rede hielt. Spätestens seitdem gilt er als eine der Zukunftshoffnungen der Partei. Castro könnte die große und wachsende Gruppe der Latino-Wähler mobilisieren - bei der Präsidentschaftswahl 2016 hatten sie zu zwei Dritteln für Hillary Clinton gestimmt. Castro hat angekündigt, als eine seiner ersten Amtshandlungen die Rückkehr der USA in das Pariser Klimaabkommen einzuleiten.

Die US-Senatorin Kirsten Gilibrand

US-Senatorin Kirsten Gillibrand (* 1966) kündigte ihre Kandidatur in einer Talkshow an. Die Juristin ist im Senat die Nachfolgerin von Hillary Clinton - als diese 2009 Außenministerin wurde, gewann Gillibrand ihren New Yorker Wahlbezirk und verteidigte ihn seither. In der Partei gilt sie als liberal. In der Debatte über sexuellen Missbrauch ("MeToo") war sie eine der führenden Stimmen der Demokraten.

Der US-Politiker Pete Buttigieg

Wer den Namen Pete Buttigieg (* 1982) noch nie gehört hat, ist in guter Gesellschaft. Auch den meisten US-Amerikanern ist der Mann kein Begriff. Buttigieg ist zwar Bürgermeister der Stadt South Bend, aber außerhalb des Bundesstaats Indiana hat er noch so gut wie keine Rolle gespielt. Dabei nannte ihn die "Washington Post" 2014 den "interessantesten Bürgermeister, von dem Sie noch nie gehört haben". Die Zeitung kam zu dieser Einschätzung, weil Buttigieg als Bürgermeister einer Kommune, die als "sterbend" galt, eine erfolgreiche Stadtsanierung anstieß. Das brachte ihm überwätigenden Zuspruch bei den Wählern ein. Buttigieg wirbt mit genau dieser Erfahrung für sich. Er ist zudem der erste offen homosexuelle Bewerber der Partei überhaupt.

Der Unternehmer Andrew Yang

Andrew Yang (* 1975) ist noch so ein Unbekannter auf dem politischen Parkett. Als Unternehmer ist er dagegen schon bekannter - als Investor und Mitbegründer mehrerer Start ups. Yang hat die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens in den Mittelpunkt seiner Kampagne gestellt. Jeder US-Amerikaner über 18 soll nach seinem Willen eine monatliche "Freiheitsdividende" von 1000 Dollar bekommen. Yang ist der erste US-Amerikaner mit asiatischen Wurzeln, der sich um die Präsidentschaftskandidatur bemüht.

Die US-Politikerin Kamala Harris

Kamala Harris (* 1964) sitzt erst seit 2016 im Senat, doch erarbeitete sich schnell Anerkennung für ihre hartnäckigen Fragen und Befragungen. Die Erfahrung dafür dazu bringt sie von ihrer früheren Tätigkeit als Generalstaatsanwältin Kaliforniens mit. Ihre politische Haltung lässt sich nicht auf das Rechts-Links-Schema beschränken. In sozialen Fragen gilt sie als progressiv, durch ihre harte Haltung in Fragen der Kriminalitätsbekämpfung hat sie dagegen immer wieder Kritik des linken Flügels auf sich gezogen. Mancher Beobachter glaubt, dass das ein Vorteil im Wahlkampf sein könnte.

Der US-Senator Cory Booker

Eindeutiger dagegen lässt sich Senator Cory Booker (* 1969) in vielen Fagen dem linken Flügel seiner Partei zuordnen. Der erste schwarze Senator aus New Jersey hat sich für eine Justizreform eingesetzt, die Legalisierung von Marihuana und ein Gesundheitssystem für alle. Und doch hat Booker in Fragen des Bildungssystems und gegenüber privatem Beteiligungskapital Positionen eingenommen, die linken Demokraten missfallen.

Marianne Williamson spricht in Beverly Hills, Kalifornien, während der Ankündigung ihrer Präsidentschaftskampagne.

Marianne Williamson (* 1952) ist eine klassische Außenseiterin. Kein politisches Amt, dafür aber Ruhm als Autorin mehrerer Bestseller zu allerlei Lebensfragen- und als gute Freundin von TV-Star Oprah Winfrey. In ihren ersten Auftritten in Iowa stellte sie spirituelle Fragen in den Mittelpunkt - welche Politik daraus werden soll, ist noch unklar. Sollte sie doch als Präsidentschaftskandidatin nominiert werden, wäre das eine faustdicke Überraschung. Zu Beginn des Wahlkampfs sieht es nicht danach aus.

US-Senatorin Amy Klobuchar

Mangelnde Erfahrung kann man dagegen Senatorin Amy Klobuchar (* 1960) nicht vorwerfen. Seit 2007 ist die Juristin Mitglied des Kongresses. Ihre Positionen sind klassisch linksliberal - mehr Sozialleistungen, mehr Entscheidungsfreiheit beim Schwangerschaftsabbruch, kritisch gegenüber dem Irakkrieg. Ihre Befragung des Kandidaten für den Obersten Gerichtshof, Brett Kavanaugh, fand breite Beachtung. Klobuchar gilt als pragmatisch und fähig zum überparteilichen Kompromiss. Sie kommt aus Minnesota, einem Bundesstaat, der 2016 mehrheitlich für Hillary Clinton gestimmt hatte.

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