Bildergalerie: Deutschlands ältester Ferienflieger Condor wird 60

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Deutschlands ältester Ferienflieger Condor wird 60

Eine Vickers des Condor-Vorgängers Deutscher Flugdienst (Aufnahme aus dem Jahr 1956)

Im Dezember 1955 gründeten die Deutsche Lufthansa, die Deutsche Bundesbahn, die Hamburg-Amerika-Linie und der Norddeutsche Lloyd die "Deutsche Flugdienst GmbH", die 1961 in Condor Flugdienst GmbH umbenannt wurde. Beim allerersten Flug am 29. März 1956 saßen vor allem zahlungskräftige Angehörige und Zivilangestellte der US-Streitkräfte in der Vickers Viking. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Eine Vickers des Condor-Vorgängers Deutscher Flugdienst (Aufnahme aus dem Jahr 1956)

Im Dezember 1955 gründeten die Deutsche Lufthansa, die Deutsche Bundesbahn, die Hamburg-Amerika-Linie und der Norddeutsche Lloyd die "Deutsche Flugdienst GmbH", die 1961 in Condor Flugdienst GmbH umbenannt wurde. Beim allerersten Flug am 29. März 1956 saßen vor allem zahlungskräftige Angehörige und Zivilangestellte der US-Streitkräfte in der Vickers Viking.

Eine Stewardess reicht einem Passagier ein Tablett mit Essen und Getränk (Aufnahme aus der 1950er-Jahren)

Der Reiseveranstalter Hans Geisler hatte die Maschinen gechartert und ganz gezielt in den Kasernen der GIs geworben und letztlich mit rund 100 Passagieren die drei Flugdienst-Maschinen für einen Ostertrip vollbekommen. Die Rundreise ins Heilige Land war noch ein echtes Abenteuer, denn allein für den Flug ins erste Etappenziel Beirut benötigte die Propellermaschine satte elf Stunden, die zwei Tankstopps in Nizza und Athen nicht mitgerechnet. Über Damaskus, Jerusalem und Kairo führte die Route zurück nach Frankfurt - der Jungfernflug der neuen Chartergesellschaft war absolviert. Schon damals wurden an Bord der Condor-Maschinen Speisen und Getränke serviert.

Pilot und Stewardess vor einer Condor-Maschine (Aufnahme aus dem Jahr 1961)

So sahen 1961 die Uniformen von Piloten und Stewardessen aus.

Passagiere besteigen eine Condor-Maschine (Aufnahme aus dem Jahr 1962)

1962 stiegen die Passagiere schon ganz routiniert in die Condor-Maschinen, die sie zu ihren Urlaubszielen brachten. In dieser Zeit ist bereits Mallorca das beliebteste Reiseziel der Condor-Passagiere.

Eine Stewardess verteilt Essen in einer Condor-Maschine (Aufnahme aus den 1960er-Jahren)

Noch in den 1960er-Jahren steuerte Condor die ersten Langstreckenziele wie Thailand, Sri Lanka und die Dominikanische Republik an. Auch hier erhielten Passagiere während des Fluges Speisen und Getränke. Die Fächer über den Passagieren waren damals noch offen.

Eine Vickers Viscout der Ferienfluggesellschaft Condor (Aufnahme aus dem Jahr 1963)

Bis heute beansprucht Condor für sich, den Begriff Ferienflieger etabliert zu haben. Mitte der 1960er-Jahre umfasste die Condor-Flotte vier Maschinen des Typs Vickers Viscout. Ab 1965 wird die Flotte umgestellt auf Boeing-Jets, später kommen auch mehrere Flugzeuge von McDonnell Douglas und schließlich eine Reihe von Airbus-Maschinen hinzu.

Passagiere stehen am Flughafen in Düsseldorf vor einer Boeing 747 der Ferienfluggesellschaft Condor (Aufnahme aus dem Jahr 1973)

Zwischenzeitlich war die lange zum Lufthansa-Konzern zählende Condor die größte Chartergesellschaft der Welt und brachte ihre Passagiere sogar in zwei Jumbos vom Typ Boeing 747 an ihr Ziel. Auf Dauer waren die intern "Fritz" und "Max" genannten Flieger mit mehr als 500 Sitzen aber nicht kostendeckend zu betreiben und wurden 1979 wieder ausgemustert.

Stewardessen in einer Condor-Maschine (Aufnahme aus den 1970er-Jahren)

In den 70er-Jahren begrüßten die Stewardessen die Passagiere in diesem Outfit.

Eine Stewardess verteilt Essen in einer Condor-Maschine (Aufnahme aus den 1990er-Jahren)

In den 90er-Jahren bedienten die Flugbegleiterinnen in einer Bluse mit floralem Muster und Schleife. Seit 1989 vertreibt Condor die Sitzplätze in seinen Maschinen nicht nur als Charterkapazitäten, sondern auch individuell direkt an einzelne Urlauber.

Ein Pilot und Stewardessen von Condor präsentieren die nostalgischer Sonderbemalung eines Airbus

Im November 2011 taufte die Fluggesellschaft einen Condor-Airbus auf den Namen "Hans" nach dem Gründer von Geisler Tours, die 1956 den ersten Flug der gerade gegründeten Condor charterte. Pilot und Stewardessen präsentierten die nostalgische Sonderbemalung des Airbus.

Eine Boeing 737-230 von Condor im Flug

In der Geschichte von Condor gab es mehrere Zwischenfälle mit Maschinen des Unternehmens. Zum bislang folgenschwersten Unglück kam es am 2. Januar 1988. Eine Boeing 737-230 (im Bild eine Archivaufnahme eines Flugzeugs desselben Typs) flog beim Landeanflug auf den Flughafen in Izmir gegen einen Berg, brach auseinander und brannte aus. Die fünf Besatzungsmitglieder und alle elf Passagiere kamen ums Leben. Unglücksursache waren Probleme bei Anflug mit dem Instrumentenlandesystem.

Ein Passagierflugzeug der Fluggesellschaft Condor vom Typ Airbus A320

Condor gehört heute zu den größten deutschen Fluggesellschaften. Das heute als Tochterfirma zum Reisekonzern Thomas Cook gehörende Unternehmen beförderte 2015 nach eigenen Angaben 7,7 Millionen Passagiere.

Condor Maschine

Im Jahr 2002 wollte der Mutterkonzern Thomas Cook die Marke Condor in den Hintergrund drängen und ließ die Maschinen unter dem neuen Markenauftritt "Thomas Cook powered by Condor" umlackieren.

Condor Maschine

Doch die deutschen Kunden reagierten auf die Veränderung mit deutlich sinkenden Buchungszahlen. Als Konsequenz fliegt Thomas Cook seit 2004 in Deutschland wieder gut sichtbar unter dem alten Markennamen Condor - am Leitwerk prangt aber weiter das Thomas-Cook-Logo.

Ein Passagierflugzeug der Fluggesellschaft Condor vom Typ Airbus A320

Der Zusammenschluss mit den übrigen Thomas-Cook-Fluggesellschaften aus Großbritannien, Skandinavien und Belgien soll Condor Vorteile beim Einkauf und in der Organisation bringen. 2013 begann die Umstellung aller Maschinen des Konzernverbundes auf ein neues Design - seither tragen die Flugzeuge des Thomas-Cook-Konzern einheitlich das neue Logo auf dem Leitwerk.

Maschinen unterschiedlicher Fluggesellschaften stehen auf dem Flughafen in Hamburg

Die Condor-Fluggäste kommen vom eigenen Mutterkonzern Thomas Cook, aber auch von externen Veranstaltern wie der TUI oder Dertour. Das funktioniert wie beim Konkurrenten Tuifly vor allem bei Zielen, die zu großen Teilen von Pauschaltouristen angeflogen werden, wie etwa die Türkei oder Ägypten. Härter ist der Wettbewerb beispielsweise nach Spanien, wo sich mit Ryanair, Vueling, EasyJet und Air Berlin starke Konkurrenten tummeln.

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