Bildergalerie: Die Karriere des Christian Wulff

Bilder

1/23

Die Karriere des Christian Wulff

CDU-Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten: Christian Wulff

Christian Wulff, geboren am 19. Juni 1959 in Osnabrück, ist mit 52 Jahren am vorläufigen Ende seiner politischen Karrie angekommen. Aus der niedersächsischen Landespolitik stieg er auf ins höchste Amt des Staates. Angefangen hat alles in den 1970er-Jahren bei der Schüler Union. Später gehörte er dem Bundesvorstand der Jungen Union an und war Landesvorsitzender der Nachwuchsorganisation in Niedersachsen. Schritt für Schritt arbeitete er sich innerhalb der CDU empor. Ansehen erwarb er sich aber weniger durch bundespolitisches Engagement, sondern inbesondere durch seine Arbeit als Ministerpräsident von Niedersachsen.

CDU-Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten: Christian Wulff

Christian Wulff, geboren am 19. Juni 1959 in Osnabrück, ist mit 52 Jahren am vorläufigen Ende seiner politischen Karrie angekommen. Aus der niedersächsischen Landespolitik stieg er auf ins höchste Amt des Staates. Angefangen hat alles in den 1970er-Jahren bei der Schüler Union. Später gehörte er dem Bundesvorstand der Jungen Union an und war Landesvorsitzender der Nachwuchsorganisation in Niedersachsen. Schritt für Schritt arbeitete er sich innerhalb der CDU empor. Ansehen erwarb er sich aber weniger durch bundespolitisches Engagement, sondern inbesondere durch seine Arbeit als Ministerpräsident von Niedersachsen.

Bundeskanzler Helmut Kohl besucht Familie Wulff zuhause

Doch auf seinem Weg zum Amt des Ministerpräsidenten musste sich Wulff gedulden: Zunächst gab es mehrere politische Niederlagen gegen die Sozialdemokraten auf Landesebene. Im Januar 1993 nominierte die niedersächsische CDU Wulff erstmals als Spitzenkandidaten und damit als Herausforderer des SPD-Amtsinhabers Gerhard Schröder. Wenige Tage später besuchte der damalige Bundeskanzler und CDU-Chef Helmut Kohl den neuen hoffnungsvollen Unionskandidaten in dessen Haus in Osnabrück. Das Foto zeigt die beiden Politiker zusammen mit Wulffs erster Ehefrau Christiane und der Tochter Annalena.

CDU-Fraktionsvorsitzencer Wulff gratuliert Schröder zur gewonnenen Wahl

Bei der Landtagswahl 1994 rutschte die CDU aber um mehr als fünf Prozentpunkte ab, während die SPD mit Ministerpräsident Gerhard Schröder die absolute Mehrheit der Sitze eroberte. Wulff zählte zu den ersten Gratulanten nach Schröders Wiederwahl als Regierungschef. 1998 trat Wulff bei der Landtagswahl erneut als CDU-Spitzenkandidat an und verlor wieder klar gegen Schröder.

Wulff (links) übernimmt das Amt von Gabriel (rechts)

Nachdem Schröder Bundeskanzler geworden und als Konkurrent in Niedersachsen weggefallen war, feierte Wulff 2003 im dritten Anlauf den angestrebten Wahlsieg. Im Duell mit SPD-Ministerpräsident Sigmar Gabriel gelang es ihm, die CDU zu einem Ergebnis von 48,3 Prozent zu führen. Damit legte Wulff sein Image als ewiger Herausforderer und braver Verlierer ab. Stolz präsentierte er der Öffentlichkeit den Schlüssel zum Amtssitz des Regierungschefs, den er von Gabriel erhalten hatte. Fortan stand er an der Spitze einer schwarz-gelben Koalition.

Christian Wulff mit seiner ersten Ehefrau Christiane

Zunächst noch an der Seite des Ministerpräsidenten : Ehefrau Christiane. Nach 18 Jahren Ehe lässt sich Wulff aber 2007 scheiden; das Sorgerecht für Tochter Annalena wird geteilt.

Christian Wulff beim Zoobesuch mit seiner Familie

2008 heiratet Christian Wulff in zweiter Ehe Bettina Körner, die er bei einer Dienstreise nach Südafrika kennengelernt hatte. Das Paar präsentiert sich öffentlich als moderne Patchwork-Familie. Beide Partner haben Kinder aus früheren Beziehungen - aber auch einen gemeinsamen Sohn.

Christian Wulff

Als niedersächsischer Ministerpräsident erwirbt sich Wulff den Ruf einer großen Kompetenz in Wirtschaftsfragen: dies ist unter anderem auf die wichtige Rolle des niedersächsischen Ministerpräsidenten beim Autokonzern VW zurückzuführen. Dort vertrat Wulff jahrelang die Interessen des Landes Niedersachsen, das über eine Sperrminorität verfügt. Bei der Porsche-Übernahme durch VW soll Wulff im Hintergrund die Fäden gezogen haben. Und auch der insolvente Autobauer Karmann aus seiner Heimatstadt Osnabrück war für den CDU-Politiker ein wichtiges Thema. Volkswagen übernahm schließlich Teile des Autozulieferers und stellte damit eine Automobilfertigung in Osnabrück sicher.

AWD-Gründer Carsten Maschmeyer und seine Lebensgefährtin, Veronica Ferres.

In seine Zeit als Ministerpräsident fallen auch die engen Beziehungen zu prominenten Unternehmern, die Ende 2011 viele Fragen aufwerfen: Zwischen 2003 und 2010 waren Wulff und seine Ehefrau Bettina insgesamt sechs Mal im Urlaub in Häusern befreundeter Unternehmer, u.a. bei AWD-Gründer Carsten Maschmeyer und seiner Lebensgefährtin, Veronica Ferres. Zudem bezahlte Maschmeyer 2007 im Landtagswahlkampf in Niedersachsen eine Anzeigenkampagne für ein Interview-Buch.

David Groenewold und Christian Wulff

Vom Filmproduzenten David Groenewold lässt sich das Ehepaar Wulff 2007 einen Hotelurlaub auf Sylt bezahlen - Wulff zufolge gab er Groenewold das Geld aber später in bar zurück.

Christian Wulff (Mitte) mit mit Ehefrau Bettina (links) und Tochter Annalena (rechts)

2008 feiert Wulff den zweiten Sieg bei einer Landtagswahl - hier an der Seite seiner Frau Bettina und seiner Tochter. Trotz Verlusten der CDU kann die schwarz-gelbe Koalition weiterregieren. Überraschend kündigte Wulff jedoch wenige Wochen nach der Wahl an, dass er den CDU-Landesvorsitz abgeben wolle, um sich stärker auf die Arbeit als Ministerpräsident und als CDU-Bundesvize zu konzentrieren. Wulffs Nachfolger als niedersächsischer CDU-Chef wurde kurz darauf David McAllister, der ihm später auch als niedersächsischer Ministerpräsident nachfolgte.

Haus der Familie Wulff (Archivbild)

Ebenfalls im Jahr 2008 bekommt Wulff von Edith Geerkens, einer befreundeten Unternehmergattin, einen Privatkredit über 500.000 Euro für die Finanzierung seines Hauses (Archivbild). Im Landtag zu Beziehungen zum Unternehmer Geerkens befragt, verschweigt er dies jedoch.

Aygül Özkan und Christian Wulff

In seiner letzten Amtszeit als Ministerpräsident setzt Wulff mit dem Thema Integration den politischen Akzent, den er auch als Bundespräsident fortsetzt. Bundesweites Aufsehen erregt er im April 2010 mit der Entscheidung, die 37-jährige türkisch-stämmige Muslimin Aygül Özkan als Sozialministerin in sein Kabinett zu berufen. Sie wird damit zur ersten Ministerin mit Migrationshintergrund.

Christian Wulff

Ambitionen auf bundespolitische Ämter dementiert Wulff stets, doch nach dem überraschenden Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler präsentiert ihn Kanzlerin Angela Merkel im Juni 2010 gemeinsam mit FDP-Chef Guido Westerwelle und CSU-Chef Horst Seehofer als Kandidaten der Koalition für das Amt des Bundespräsidenten.

Christian Wulff

Am 30. Juni 2010 wird Wulff zum Bundespräsidenten gewählt, allerdings nicht reibungslos: Mit einer Dauer von neun Stunden war es die bislang längste Sitzung einer Bundesversammlung. Erst im dritten Wahlgang erhält Wulff die nötige Mehrheit der Stimmen.

Christian Wulff

Zu Beginn seiner Amtszeit erregt Bundespräsident Wulff mit seiner Rede zum Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober 2010 in Bremen mit seiner Aussage "Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland" für Aufsehen.

Christian Wulff

Mitte Dezember 2011 kommt der Vorwurf auf, Wulff habe während seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident bei der Befragung zu seinen Beziehungen zu Egon Geerkens im Landtag nicht die Wahrheit gesagt. Wulff schweigt zu dem Vorwurf zunächst und lässt dann schriftliche Mitteilungen verbreiten. Am 22. Dezember nimmt er persönlich Stellung und äußert sein Bedauern, betont aber zugleich, er habe alle notwendigen Auskünfte erteilt.

Christian Wulff

Letzter öffentlicher Auftritt des Bundespräsidenten im Jahr 2011: Wulff hält die Weihnachtsansprache im Fernsehen.

Christian Wulff im Interview mit ARD und ZDF

In einem Interview mit ARD und ZDF am 4. Januar räumt Bundespräsident Wulff Fehler ein, will aber im Amt bleiben.

Christian Wulff

Am Ende war es nicht einmal ein Drittel der vorgesehenen Amtszeit: Am 17.02.2012 erklärt Bundespräsident Wulff nach nur anderthalb Jahren seinen Rücktritt. Einen Tag zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Hannover wegen des Anfangsverdachts der Vorteilannahme und Vorteilsgewährung beim Bundestag die Aufhebung seiner Immunität beantragt. In seiner Rücktrittserklärung sagte Wulff, das Land brauche einen Präsidenten, der vom Vertrauen einer breiten Mehrheit getragen wird.

Zapfenstreich für Wulff

Wie einen Bundespräsidenten verabschieden, der aus Sicht vieler Kritiker dem Amt schweren Schaden zugefügt hat? Über diese Frage und den sogenannten Ehrensold entbrannt nach Wulffs Rücktritt eine Debatte. Das Verteidigungsministerium bietet dem Staatsoberhaupt den Großen Zapfenstreich an, und Wulff nimmt das Angebot an. Am 8. März wird er offiziell vor dem Schloss Bellevue verabschiedet - eingerahmt vom Interims-Präsidenten Seehofer, Verteidigungsminister de Maiziere und dem Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker.

Proteste gegen den Zapfenstreich für Wulff

Doch die feierliche Zeremonie bei Fackelschein bleibt nicht ungestört. An den Absperrungen rund um das Schloss versammeln sich einige Bürger, die mit dem Festakt nicht einverstanden sind. So sind es am Ende auch ihre Vuvuzelas, die den zehnten deutschen Bundespräsidenten in den Ruhestand begleiten.

Ex-Bundespräsident Wulff

Wulff mit seiner Frau Bettina nach dem Großen Zapfenstreich

Christian und Bettina Wulff

Am 7. Januar gibt das Ehepaar bekannt, dass sie sich offiziell getrennt haben.

Weitere Bildergalerien

Darstellung: