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Den "Baron aus Bayern" nannte Alt-Kanzler Gerhard Schröder den Franken gehässig im Wahlkampf. Karl-Theodor zu Guttenberg wird dies wohl ziemlich ungerührt mit dem Etikett "Viel Feind, viel Ehr" versehen können. Denn zu groß ist die Zustimmung aus Volk und Partei für den politischen Shooting-Star, der nur Parteikreisen bekannt war, als er im November 2008 CSU-Generalsekretär wurde.
Vom Außenpolitik-Experten zum Wirtschaftsminister
Nach rund 100 Tagen in diesem Amt folgte der nächste Überraschungsschlag - wohl auch für Guttenberg selbst: Als CSU-Mann Michael Glos im Februar 2009 die Brocken als Bundeswirtschaftsminister hinschmiss, wurde Guttenberg sein Nachfolger – auch deshalb erstaunlich, weil er bis dato als Außenpolitik-Experte galt. In den sieben Monaten bis zur Bundestagswahl löste der 37-jährige Jurist einen Medienhype aus, der selbst eingefleischte politische Beobachter erstaunte. Wenig konnte diesen Glanz bisher zerstören: Weder seine Insolvenz-Pläne für Opel, die auch den Koalitionspartner SPD aufbrachte, noch ein Gesetzentwurf, den zu Guttenberg von einer Anwaltskanzlei ausarbeiten ließ statt von seinen eigenen, mit Steuergeldern bezahlten Leuten im Ministerium. Das sorgte für Ärger - mehr aber auch nicht.
Gleich für drei Ministerposten im Gespräch
In der Beliebtheitsfrage folgt zu Guttenberg der Kanzlerin stets dicht auf den Fersen, wird auch von seinen Mitarbeitern geschätzt und ist folglich gleich für drei Ministerposten im Gespräch - denn dass er auch der neuen Bundesregierung angehören soll, steht außer Frage. Entweder wechselt zu Guttenberg ins bisher SPD-geführte Bundesfinanzministerium oder er beerbt den bisherigen Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) - oder aber er bleibt Bundeswirtschaftsminister. Ein Amt, das allerdings traditionell die FDP besetzt - weshalb…
(Foto: AP)
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