Bildergalerie: Rekorde im Bundestag und bei Bundestagswahlen

Infografiken

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Rekorde im Bundestag und bei Bundestagswahlen

Abgeordnete mit den meisten Dienstjahren

Stichtag für die Dienstzeit aktueller Bundestagsabgeordneter ist das Ende der Wahlperiode. Diese fällt mit der Konstituierung des neuen Bundestags zusammen, der spätestens 30 Tage nach der Wahl zusammentreten muss, also im Oktober. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kandidiert im Gegensatz zu Heinz Riesenhuber erneut und könnte im Fall einer Wiederwahl seinen Vorsprung als mit Abstand dienstältester Abgeordneter in der Geschichte des Bundestages weiter ausbauen.

Abgeordnete mit den meisten Dienstjahren

Stichtag für die Dienstzeit aktueller Bundestagsabgeordneter ist das Ende der Wahlperiode. Diese fällt mit der Konstituierung des neuen Bundestags zusammen, der spätestens 30 Tage nach der Wahl zusammentreten muss, also im Oktober. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kandidiert im Gegensatz zu Heinz Riesenhuber erneut und könnte im Fall einer Wiederwahl seinen Vorsprung als mit Abstand dienstältester Abgeordneter in der Geschichte des Bundestages weiter ausbauen.

Die größten Bundestage

Die gesetzliche Zahl der Abgeordneten des Bundestages wurde seit Gründung der Bundesrepublik mehrmals geändert. Die bislang größten Parlamente datieren aus der Zeit nach der Wiedervereinigung, als der Bundestag regulär aus 656 Abgeordneten bestand. Aufgrund von Überhangmandaten saßen in den meisten Wahlperioden aber mehr Volksvertreter im Parlament als im Gesetz vorgesehen. Das seit der Wahl 2013 geltende Wahlrecht könnte aufgrund der Ausgleichsmandate dazu führen, dass auch der nächste Bundestag einer der größten sein wird, obwohl regulär nur 598 Sitze zu vergeben sind.

Bundestage mit den meisten Gesetzesbeschlüssen

Die Große Koalition aus CDU, CSU und SPD beschloss zwischen 2005 und 2009 die bislang größte Zahl an Gesetzen innerhalb einer Legislaturperiode. Die wenigsten Gesetze wurden in der durch vorgezogene Neuwahlen verkürzten Legislaturperiode zwischen 1980 und 1983 beschlossen, nämlich lediglich 139.

Die jüngsten Bundestagsabgeordneten

Von 1949 bis 1969 mussten Kandidaten mindestens 25 Jahre alt sein, um in den Bundestag gewählt werden zu können. Bei der Bundestagswahl 1972 waren es noch 21 Jahre und seit 1976 sind Bürger ab einem Alter von 18 Jahren wählbar. Anna Lührmann führt die Liste der jüngsten Abgeordneten an. Bei ihrem ersten Einzug in den Bundestag im Jahr 2002 war sie 19 Jahre, drei Monate und acht Tage alt. Der bisher zweitjüngste Abgeordnete war Jens Spahn mit 22 Jahren, vier Monaten und sechs Tagen (ebenfalls erstmals 2002 in den Bundestag gewählt) - gefolgt von Carsten Schneider, der 1998 im Alter von 22 Jahren, acht Monaten und vier Tagen in den Bundestag einzog. 2009 schaffte Florian Bernschneider mit 22 Jahren, neun Monaten und zwölf Tagen den Sprung ins Parlament. Matthias Berninger gelang das 1994 im Alter von 23 Jahren, acht Monaten und 17 Tagen.

Die ältesten Bundestagsabgeordneten

Der langjährige Bundeskanzler Konrad Adenauer gehörte bis zu seinem Tod 1967 dem Deutschen Bundestag an. Er war mit 91 Jahren, drei Monaten und 14 Tagen der bislang älteste Parlamentarier. Marie-Elisabeth Lüders, die den Bundestag 1953 und 1957 als Alterspräsidentin eröffnete, gehörte dem Parlament bis 1961 an. Bei ihrem Ausscheiden war sie 83 Jahre, drei Monate und 22 Tage alt. Stefan Heym war 82 Jahre, sechs Monate und 21 Tage alt, als er sein Mandat im Oktober 1995 niederlegte. Robert Pferdmenges war 1961 Alterspräsident des Bundestages. Als er ein Jahr später starb, war er 82 Jahre, sechs Monate und zwei Tage alt. In der aktuellen Legislaturperiode hat es Heinz Riesenhuber neu in die Top 5 geschafft. Er wird am Tag der Bundestagswahl 81 Jahre, neun Monate und 24 Tage alt sein.

Wahlperioden mit den meisten Plenarsitzungen

In allen Wahlperioden kamen die Abgeordneten zu vielen Sitzungen zusammen. Am häufigsten bereits in der ersten Wahlperiode. Das größte Durchhaltevermögen brauchten allerdings die Parlamentarier in der Legislaturperiode zwischen 2009 und 2013. Damals summierte sich die Dauer aller Sitzungen auf den Rekordwert von 2009 Stunden.

Ordnungsrufe während der Plenarsitzungen

Disziplinarische Maßnahmen sollen in Ausnahmefällen dazu beitragen, eine angemessene Diskussionskultur und Wortwahl im Bundestag sicherzustellen. Vor allem in den Anfangsjahren kam es vereinzelt vor, dass einzelne Abgeordnete wegen ihrer Äußerungen von Sitzungen ausgeschlossen wurden. Rügen und Ordnungsrufe kommen auch heute noch hin und wieder vor. Die meisten Ordnungsrufe gab es allerdings im ersten Bundestag.

Bundeskanzler Infografik

Angela Merkel überholte in der noch laufenden Wahlperiode Helmut Schmidt nach Dienstjahren im Kanzleramt. Der SPD-Politiker, der vom 16. Mai 1974 bis zum 1. Oktober 1982 Regierungschef war, liegt derzeit auf Platz vier vor Gerhard Schröder (Bundeskanzler vom 27. Oktober 1998 bis 22. November 2005). Auf die längste Regierungszeit kommt mit Abstand Helmut Kohl (1. Oktober 1982 bis 27. Oktober 1998) vor Konrad Adenauer (20. September 1949 bis 15. Oktober 1963).

Schlechteste Zweitstimmenergebnisse

Für die großen Parteien geht es bei Bundestagswahlen um Millionen Wählerstimmen. Einige kleine Parteien erreichten dagegen bei Bundestagswahlen nicht einmal 500 Stimmen.

Höchste Wahlbeteiligungen

2009 lag die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl bei 70,8 Prozent. Das war der bislang niedrigste Wert seit Gründung der Bundesrepublik. Ganz anders war das in den 1970er-Jahren. 1972 sorgten der Konflikt um die neue Ostpolitik und die polarisierende Stimmung nach dem gescheiterten Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Willy Brandt für eine Rekord-Wahlbeteiligung von 91,1 Prozent.

Parteien mit der längsten Regierungsbeteiligung

Auch wenn CDU und SPD alle bisherigen Bundeskanzler stellten, hatte die FDP lange Zeit die größte Regierungserfahrung. Doch in der aktuellen Wahlperiode zog die Union vorbei. Noch vor den Grünen steht in der Rangliste die DP, die im ersten Jahrzehnt nach Gründung der Bundesrepublik mitregierte.

Schnellste Regierungsbildungen

Über die Qualität oder Einigkeit einer Koalition sagt die Dauer der Regierungsbildung zwar nichts aus. Dennoch nahmen sich die Koalitionspartner in manchen Jahren deutlich mehr Zeit als andere Regierungen, ehe die inhaltlichen Fragen geklärt waren und das Kabinett vereidigt war. Am längsten dauerte es nach der Bundestagswahl 2013: 86 Tage.

Beste Wahlkreisergebnisse von Direktkandidaten

Dass ein Kandidat in seinem Wahlkreis mehr als 70 Prozent der Erststimmen holt, kommt auch heute noch vereinzelt vor. Die bisherigen Rekordwerte bei Bundestagswahlen stammen jedoch alle aus den Anfangsjahren der Bundesrepublik. Bernhard Bauknecht gewann 1949 den Wahlkreis Biberach mit 82,0 Prozent und acht Jahre später mit 80,0 Prozent. Kurt Schmücker fuhr in einer der traditionellen CDU-Hochburgen, im damaligen Wahlkreis Vechta-Cloppenburg, 1961 das bislang zweitbeste Erstimmenergebnis bei einer Bundestagswahl ein. Matthias Mehs übersprang 1949 im Wahlkreis Prüm die 80-Prozent-Marke - sein Nachfolger im Wahlkreis, Hans Richarts, schaffte 1953 und 1957 mit jeweils 79,6 Prozent der Ersttimmen ebenfalls ein herausragendes Ergebnis.

Infografik, die kürzesten Wahlperioden des Bundestags

"Der Bundestag wird auf vier Jahre gewählt" - so steht es seit 1949 im Grundgesetz. In den ersten Jahrzehnten wurde diese Vorgabe - mit Ausnahme der vorzeitigen Bundestagsauflösung 1972 - jeweils punktgenau eingehalten. Die Wahlperioden endeten jeweils 1461 Tage nach der konstituierenden Sitzung. Danach gab es meist eine kurze "parlamentslose Zeit, bis der neu gewählte Bundestag zusammentrat. 1976 beschloss der Bundestag eine Grundgesetzänderung. Seither gilt: Die Wahlperiode endet mit dem Zusammentritt des folgenden Bundestags - es gibt also keine "parlamentslose" Zeit mehr und die Dauer der Wahlperiode variiert. Die drei kürzesten Wahlperioden des Bundestages sind aber allesamt das Ergebnis einer vorzeitigen Auflösung des Bundestages: 1983, als Helmut Kohl nach dem Koalitionswechsel der FDP und wenige Monate nach dem erfolgreichen Misstrauensvotum gegen Kanzler Helmut Schmidt den Weg für vorgezogene Neuwahlen freimachte. 1972, als Willy Brandt nach dem gescheiterten Misstrauensvotum mit einer Vertrauensfrage auf dieselbe Weise den Weg zu Neuwahlen ebnete. Und 2005, als auch Bundeskanzler Gerhard Schröder mit einer Vertrauensfrage vorgezogene Neuwahlen ermöglichte.

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