Bildergalerie: 60 Jahre Gastarbeiter in Deutschland

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60 Jahre Gastarbeiter in Deutschland

 Der Tabakzüchter Mehmet Ali

Einer von Millionen: Der Tabakbauer Mehmet Ali kam aus dem kleinen Dorf Bademli, 36 km von Izmir entfernt. Er fuhr im Februar 1966 als letzter Mann seines Dorfes nach Deutschland, um dort zu arbeiten. Zurück ließ er seine 26-jährige Ehefrau in einem nun männerlosen Dorf. | Bildquelle: picture alliance / Beynelmilel

Der Tabakzüchter Mehmet Ali

Einer von Millionen: Der Tabakbauer Mehmet Ali kam aus dem kleinen Dorf Bademli, 36 km von Izmir entfernt. Er fuhr im Februar 1966 als letzter Mann seines Dorfes nach Deutschland, um dort zu arbeiten. Zurück ließ er seine 26-jährige Ehefrau in einem nun männerlosen Dorf.

Eine Gruppe italienischer Gastarbeiter winkt während eines Aufenthalts auf dem Hauptbahnhof in Hannover aus dem Zug.

Mit dem deutsch-italienischen Anwerbeabkommen fing 1955 alles an. Allein gut zwei Millionen Italiener kamen laut Bundesagentur für Arbeit zwischen 1956 und 1972 als Arbeiter in die Bundesrepublik.

Zwei Italiener kochen sich in der Küche ihre Leibspeise: Spaghetti mit Tomatensoße.

Die meisten kamen 1965, als mehr als 204.000 Arbeitnehmer aus dem Mittelmeer- ins Wirtschaftswunderland zogen. Zunächst kamen sie nur vorübergehend nach Deutschland, ihre Arbeitsverträge waren auf sechs Monate oder ein Jahr begrenzt. Viele von ihnen waren die kühleren Temperaturen nicht gewohnt und auch das heimische Essen fehlte ihnen. Also mussten sie sich selber Spaghetti besorgen und zubereiten.

Gastarbeiter aus Italien tauschen auf der Post in Wolfsburg DM gegen Lire.

89 Prozent der Italiener, die nach Deutschland kamen, kehrten irgendwann wieder zurück nach Italien. Durchschnittlich schickte ein italienischer Gastarbeiter rund 400 Mark im Monat an seine Familie in der Heimat.

55 türkische Gastarbeiter kommen am 27.11.1961 auf dem Flughafen in Düsseldorf an.

Das deutsch-türkische Anwerbeabkommen trat 1961 in Kraft, bis 1972 kamen knapp 750.000 Türken nach Deutschland. Am 27. November 1961 kamen die ersten 55 türkischen Gastarbeiter auf dem auf dem Flughafen in Düsseldorf an. Sie waren die ersten von 400 Bergleuten aus der Türkei, die sich für ein Jahr Arbeit in Deutschland verpflichtet hatten.

Türkische Gastarbeiter bei Ford in Köln

Viele türkische Gastarbeiter waren in der Automobilbranche ...

Gastarbeiter aus der Türkei sitzen nach ihrer Schicht auf einer Bank auf dem Gelände der Zeche Neu-Monopol in Bergkamen im Kreis Unna. (Undatiert).

... oder im Bergbau tätig.

Gastarbeiter aus der Türkei lernen in einem Kurs der Volkshochschule in Berlin Deutsch. (Undatierte Aufnahme).

Neben der Arbeit lernten viele von ihnen in Volkshochschulkursen Deutsch.

Kinder von Gastarbeitern

"Wir riefen Gastarbeiter, doch es kamen Menschen" - Private Initiativen kümmerten sich - hier in Bochum - um die Förderung von Kindern aus ausländischen Familien.

In der Bergbauleitstelle Essen-Heisingen sind am 22. November 1960 362 Griechen eingetroffen, die im Ruhrgebiet als Bergleute arbeiten wollen.

Das Abkommen mit Griechenland wurde im Jahr 1960 beschlossen. Knapp 580.000 griechische Gastarbeiter kamen bis 1972 nach Deutschland, allein 1964 waren es 65.000 Arbeitsimmigranten.

In der Bergbauleitstelle Essen-Heisingen sind am 22. November 1960 362 Griechen eingetroffen, die im Ruhrgebiet als Bergleute arbeiten wollen.

Kontakt zur Heimat: Im Haus der griechischen Gemeinde in Hannover verfolgen im Dezember 1967 griechische Gastarbeiter am Radio die neuesten Nachrichten aus ihrem Heimatland.

Arbeitspause vor der Werkshalle im Metallwerk Saar in Grävenwiesbach

Auch mit Spanien wurde das Abkommen 1960 vereinbart. Aus Spanien kamen rund 65.000 Immigranten allein 1965 nach Deutschland. Hier sind spanische Gastarbeiter bei einer Arbeitspause vor der Werkshalle im Metallwerk Saar in Grävenwiesbach im Juni 1962 zu sehen.

Armado Rodrigues bekommt als millionster Gastarbeiter in Deutschland ein Moped geschenkt

Das Abkommen mit Portugal stammt aus dem Jahr 1964. Mit 100.000 Gastarbeitern blieben die Portugiesen zwar hinter den anderen Ländern zurück, trotzdem gehört ihnen ein einzigartiges Privileg: Der Zimmermann Armando Sa Rodrigues kam im September 1964 als millionster Gastarbeiter nach Deutschland. Bei seiner Ankunft in Köln wurde er mit Blasmusik empfangen und bekam ein Moped geschenkt.

Festakt 60 Jahre Anwerbeabkommen

"Ein herzliches Dankeschön für all das, was Sie für unser Land getan haben" - Bundeskanzlerin Merkel sprach auf dem Festakt zum 60. Jahrestag der ersten Gastarbeiter-Anwerbung und bedankte sich für den Anteil der ausländischen Arbeitnehmer am Wirtschaftswunder. 150 Gäste waren ins Kanzleramt geladen, darunter Einwanderer mehrerer Generationen.

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