Bildergalerie: Der Anschlag auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" in Paris und die Trauer um die Opfer

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Anschlag auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" in Paris

Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Die französische Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" gilt in Frankreich als Symbol einer freien Presse, die mit bissigem Humor religiösen Fanatismus, Rassismus, Intoleranz und die Exzesse des Kapitalismus angreift. Die aktuelle Ausgabe nimmt das Buch "Unterwerfung" von Michel Houellebecq aufs Korn, das für Frankreich das Szenario eines muslimischen Präsidenten im Jahre 2022 entwirft. | Bildquelle: AFP

Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Die französische Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" gilt in Frankreich als Symbol einer freien Presse, die mit bissigem Humor religiösen Fanatismus, Rassismus, Intoleranz und die Exzesse des Kapitalismus angreift. Die aktuelle Ausgabe nimmt das Buch "Unterwerfung" von Michel Houellebecq aufs Korn, das für Frankreich das Szenario eines muslimischen Präsidenten im Jahre 2022 entwirft.

Angreifer mit Kalaschnikows in Paris

Der Angriff traf Frankreich ins Herz, wie Premierminister Manuel Valls sagte. Gegen 11:20 Uhr am Mittwochvormittag nähern sich zwei mit Kalaschnikows bewaffnete Angreifer der Hausnummer 6 in der Straße Nicolas Appart im 11. Arrondissement von Paris. Dort ist das Archiv des Magazins untergebracht. Als die beiden Männer den Irrtum bemerken, ziehen sie weiter zu Hausnummer 10, dem Redaktionsgebäude.

Anschlag auf Charlie Hebdo in Paris

Dort töten sie den Mann am Empfang und laufen in die zweite Etage, wo gerade die Redaktionskonferenz tagt. "Die Männer eröffnen kaltblütig das Feuer auf die versammelten Redaktionsmitglieder", schildert ein Zeuge der Polizei. In dem Raum sterben zehn Menschen: acht Journalisten, ein Gast sowie der Polizist, der zur Bewachung des "Charlie Hebdo"-Chefs abgestellt war.

der Chefredakteur von "Charlie Hebdo" Charb und Cabu

Den 47-jährigen Chefredakteur Stéphane Charbonnier (links), der unter dem Namen "Charb" veröffentlichte, töten sie ebenso wie den Mitbegründer der Zeitschrift, den Zeichner Jean Cabut, bekannt als "Cabu".

Der Karikaturist Georges Wolinksi und Bernard Verlhac ("Tignous")

Auch die Zeichner Georges Wolinksi (links) und Bernard Verlhac, der unter dem Künstlernamen "Tignous" veröffentlichte, sterben. Das bestätigen die Ermittler einige Stunden später.

Die rue Nicolas Appert im 11. Arrondissement

Nur ein einziger der anwesenden Mitarbeiter von "Charlie Hebdo" überlebt, indem er sich unter einem Tisch versteckt. Er hört die Angreifer rufen: "Allah Akbar" (Gott ist groß) und "Wir haben den Propheten gerächt". Um 11:30 Uhr geht bei der Polizei ein Notruf ein. Sofort werden Polizisten zum Redaktion von "Charlie Hebdo" geschickt. Die Angreifer treten die Flucht an.

Anschlag auf Charlie Hebdo in Paris

Auf der Straße kommt es zum Schusswechsel mit herbeigeeilten Polizisten. Am Ende des Tages wird feststehen: zwölf Menschen sind tot, elf Menschen verletzt, vier von ihnen schwer.

Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Trotzdem gelingt es den Angreifern, in ein Fluchtauto zu steigen. Dieser Polizeiwagen kommt ihnen entgegen. Sie feuern auf die Windschutzscheibe, verletzen aber keinen der darin sitzenden Polizisten.

Forensiker untersuchen das mutmaßliche Fluchtauto

Mit diesem Citroën C3 rasen sie zum hundert Meter entfernten Boulevard Richard Lenoir und rammen einen Polizisten, der auf dem Boden liegen bleibt. Die Männer steigen aus dem Wagen und schießen ihm in den Kopf. Als sie zum Auto zurücklaufen rufen sie erneut: "Wir haben den Propheten Mohammed gerächt! Wir haben 'Charlie Hebdo' getötet!" Mit dem Wagen rammen sie ein anderes Auto, die Fahrerin wird leicht verletzt. Dann fahren sie weiter bis zur Porte de Pantin im Nordosten der Stadt, überfallen einen Autofahrer und setzen ihre Flucht in seinem Wagen fort. Die Polizei verliert ihre Spur.

Anschlag auf "Charlie Hebdo" in Paris

Der französische Präsident François Hollande eilt unterdessen zum Tatort. Er spricht von einem "Terroranschlag". Frankreich stehe heute unter Schock. Ziel des Attentats sei eine Zeitung gewesen, die schon mehrfach bedroht worden sei. Die Täter dieser "außergewöhnlich barbarischen Tat" würden verfolgt und vor Gericht gestellt, versprach er. Sein Innenminister Bernard Cazeneuve spricht von drei Verbrechern, die in den Angriff verwickelt seien. Welche Rolle der dritte Täter gehabt haben soll, erläutert er nicht.

Der Vorsitzende des französischen Rates der Muslime (CFCM) Dalil Boubakeur (5. von rechts) kommt bei den Redaktionsräumen von Charlie Hebdo an

Am frühen Nachmittag kommen die ersten Reaktionen: Nicht nur Politiker in aller Welt verurteilen den Angriff. Der Vorsitzende des französischen Rates der Muslime, Dalil Boubakeur (5. von rechts), kommt zum Tatort, zeigt sich entsetzt über den "barbarischen" Akt "gegen Demokratie und Pressefreiheit". Auch viele andere islamische Organisationen in Frankreich und anderswo verurteilen den Anschlag.

Anschlag in Paris

Die Auswirkungen des Anschlags sind in der Stadt nur kurze Zeit später spürbar: Für den Großraum Paris wird die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. In einer Krisensitzung berät die französische Regierung am Nachmittag weitere Schritte.

Sicherheitsmaßnahmen vor dem gebäude von Radio France

So wird der Anti-Terror-Plan" Vigipirate" auf die höchste Stufe "Anschlagsalarm" angehoben. Konkret heißt das: Für große Kaufhäuser, Kirchen und den öffentlichen Nahverkehr wird der Schutz verstärkt. Auch Mediengebäude wie die Zentrale des öffentlich-rechtlichen "Radio France" werden nun von der Polizei bewacht.

Kundgebung in Paris

"Je suis Charlie" ("Ich bin Charlie") wird binnen weniger Stunden zum Schlagwort, das die Menschen in ihrem Entsetzen vereint.

Journalisten solidarisieren sich bei der AFP

Im Internet solidarisieren sich tausende Twitter-Nutzer mit den Opfern des Anschlags. Unter dem Hashtag #JeSuisCharlie ("Ich bin Charlie") verurteilten sie in dem Kurzbotschaftendienst die Attacke. Auch Journalistenkollegen wie die der französischen Nachrichtenagentur AFP verbreiten die Solidaritätsbotschaft.

Kundgebung in Paris

Gegen Abend versammeln sich unter dem gleichen Motto mehr als 35.000 Menschen auf dem Pariser Platz der Republik. In der Menge halten manche Schilder hoch mit der Aufschrift "Ich bin Charlie", andere bringen Kerzen mit.

Kundgebung in Nantes

Die Solidaritätsbewegung geht durch das ganze Land: In fast allen Städten kommen die Menschen zu spontanen Kundgebungen zusammen. Insgesamt sollen es mehr als 100.000 sein. Hier auf dem Place Royale im westfranzösischen Nantes versammeln sich etwa 5000 Menschen, unter ihnen Ex-Premierminister Jean-Marc Ayrault.

"Je suis Charlie"-Schild vor der französischen Botschaft in Berlin

Auch in mehreren europäischen Hauptstädten - wie hier vor der französischen Botschaft in Berlin - solidarisieren sich die Menschen auf den Straßen. Sie alle trauern nicht nur um die Opfer des Anschlags, sondern auch um die Zeitschrift "Charlie Hebdo" und die Freiheit, die sie für Frankreich symbolisierte.

Sondereinheiten der französischen Polizei fahnden in Reims nach den Attentätern.

In der Nacht sind Kräfte der Sondereinheit Raid unter anderem in Croix-Rouge, einem Vorort von Reims, im Einsatz.

Sondereinheiten der französischen Polizei fahnden in Reims nach den Attentätern.

Schwerbewaffnet suchen sie nach den mutmaßlichen Attentätern von Paris und schirmen die Wohngebäude ab.

Forensiker der französischen Polizei untersuchen in Reims eine Wohnung.

Forensiker untersuchen eine Wohnung auf Spuren der Täter. Nach Angaben der Polizei soll es sich bei ihnen um zwei Brüder handeln.

Fahndungsfotos der mutmaßlichen Terroristen (Quelle: Französische Polizei)

Die französische Polizei veröffentlicht Fahndungsfotos der mutmaßlichen Terroristen. Sie zeigen Cherif Kouachi, 32 Jahre alt ,und seinen Bruder, den 34-jährigen Said Kouachi.

Die Flaggen am Elysee Palast in Paris tragen Trauerflor.

Am Tag nach dem Anschlag tragen die Flaggen am Elysee Palast Trauerflor. Staatspräsident François Hollande hat einen Tag der nationalen Trauer angeordnet.

Am südlichen Stadtrand von Paris wird eine Polizistin erschossen

Gegen 08.19 Uhr kommt es erneut zu einer Schießerei am südlichen Stadtrand von Paris. Ein Mann mit einer schusssicheren Weste und einem Schnellfeuergewehr soll das Feuer auf Polizisten eröffnet haben. Eine Polizistin stirbt, ein weiterer Mann wird schwer verletzt. Der Täter ist auf der Flucht.

Mitarbeiter des Elysee Palastes in Paris halten eine Schweigeminute ab.

Um Punkt zwölf Uhr mittags hielten die Menschen landesweit inne, um ihre Trauer um die zwölf am Vortag getöteten Menschen zum Ausdruck zu bringen. A Auch die Mitarbeiter des Elysée-Palastes trauerten.

Anschlag auf Charlie Hebdo: Gedenkminute

Auf vielen Balkons und Plätzen hielten Menschen als Zeichen der Solidarität Schilder mit der Aufschrift "Je suis Charlie" ("Ich bin Charlie") in die Höhe. Hunderttausende Menschen versammeln sich zur Gedenkminute um 12 Uhr mittags, wie hier in Toulouse.

Stifte, Kerzen und Blumen als Zeichen der Trauer

Stifte sind neben Kerzen und Blumen ein Zeichen der Trauer um die getöteten Mitarbeiter von "Charlie Hebdo". In Paris ...

Trauerkundgebung in Helsinki

... und in vielen anderen Orten, wo Menschen ihre Trauer ausdrücken, wie hier in der finnischen Hauptstadt Helsinki.

Charlie Hebdo - solidarität

"Ich bin Moslem - Ich bin Jude - Ich bin Christ - Ich bin Charlie" - Transparent einen Tag nach dem Anschlag auf dem Place de La Republique in Paris

Karikatur von Kash

Eine Karikatur von Muhindo Kashauri (Pseudonym: Kash) aus Kinshasa / DR Kongo. Wie viele Karikaturisten zeigt er seine Solidarität mit einem Cartoon. Auf den Stiften stehen die Namen der ermordeten Karikaturisten. "Die Meinungsfreiheit stirbt nie", schreibt Kash.

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