Bildergalerie: Wer ist wer in Ägypten?

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Wer ist wer in Ägypten?

Mohamed Tantawi

Feldmarschall Mohamed Tantawi - neuer starker Mann Ägyptens

Tantawi ist seit 20 Jahren Verteidigungsminister und Oberkommandierender der ägyptischen Streitkräfte. Er steht an der Spitze des mächtigen Militärrats, der nun die ägyptische Politik dominiert. Tantawi wurde 1936 geboren, studierte Wehrwissenschaft und diente in der Infanterie. Außerdem war er Militärattaché in Pakistan und Kommandeur der Präsidentengarde. Seine Karriere gilt als eng mit der Herrschaft Mubaraks verknüpft. Die ägyptische Armee ist weitgehend von massiven US-Hilfen abhängig - möglicherweise ist damit auch der US-Einfluss auf Tantawi groß.

Mohamed Tantawi

Feldmarschall Mohamed Tantawi - neuer starker Mann Ägyptens

Tantawi ist seit 20 Jahren Verteidigungsminister und Oberkommandierender der ägyptischen Streitkräfte. Er steht an der Spitze des mächtigen Militärrats, der nun die ägyptische Politik dominiert. Tantawi wurde 1936 geboren, studierte Wehrwissenschaft und diente in der Infanterie. Außerdem war er Militärattaché in Pakistan und Kommandeur der Präsidentengarde. Seine Karriere gilt als eng mit der Herrschaft Mubaraks verknüpft. Die ägyptische Armee ist weitgehend von massiven US-Hilfen abhängig - möglicherweise ist damit auch der US-Einfluss auf Tantawi groß.

Omar Suleiman

Omar Suleiman - Vizepräsident plötzlich ohne Macht?

Suleiman war vor seiner Ernennung zum Vizepräsidenten ägyptischer Geheimdienstchef. Am Tag vor seinem Rücktritt hatte ihm Hosni Mubarak noch weitreichende Kompetenzen übertragen - doch jetzt hat vor allem das Militär die Macht übernommen. Suleiman wurde 1935 oder 1936 geboren und wurde nach einer Militärkarriere 1993 Chef des Allgemeinen Sicherheitsdienstes. Er gilt als enger Mubarak-Vertrauter.

Ägyptens Ministerpräsident Ahmed Schafik

Ahmed Schafik - dank Effizienz ins Ministerpräsidentenamt

Mubarak ernannte seinen inzwischen 69-jährigen Vertrauten Schafik am 29. Januar zum Ministerpräsidenten. Dieser war zuvor seit 2002 Luftfahrtminister gewesen. In dieser Zeit erwarb er sich den Ruf, effizient und kompetent zu sein: Er gilt als Verantwortlicher für die Modernisierung der staatlichen Fluglinie EgyptAir und der Flughäfen des Landes. Von 1996 bis 2002 war der frühere Kampfpilot Kommandeur der ägyptischen Luftstreitkräfte. Am 3. Maärz 2011 gab er dem Druck der Demokratiebewegung nach und trat zurück.

Amr Mussa

Amr Mussa – Diplomat mit Ambitionen

Der 74-Jährige blickt auf eine langjährige Karriere zurück: Er hat Ägypten als Botschafter in Indien und bei den UN vertreten, war zehn Jahre lang Außenminister unter Präsident Mubarak, bis er 2001 zum Generalsekretär der Arabischen Liga ernannt wurde.

Unter anderem auch, weil er in dieser Funktion immer wieder deutlich für die Palästinenser Partei ergriff, ist Mussa in Ägypten populärer als Mohammed ElBaradei: Schon vor den Wahlen 2005 hatten Anhänger ihn bewegen wollen, gegen Mubarak anzutreten. Aber erst jetzt schließt Mussa eine Kandidatur nicht mehr aus.

Mohammed ElBaradei

Mohammed ElBaradei – der Hoffnungsträger

Der Friedensnobelpreisträger und ehemalige Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde gilt national wie international als Schlüsselfigur, wenn über die Nachfolge von Präsident Mubarak spekuliert wird. Seit seiner ersten Rückkehr nach Ägypten hat sich ElBaradei bemüht, die zersplitterten Oppositionskräfte zu sammeln - in der "Nationalen Vereinigung für den Wechsel". Dabei hat er auch das Gespräch mit der islamistisch orientierten Muslimbruderschaft gesucht. Der 68-Jährige plädiert dafür, den Machtwechsel friedlich zu vollziehen - und das autoritäre Mubarak-Regime durch eine echte Demokratie zu ersetzen.

Wael Ghonim

Wael Ghonim

Der 30-jährige Aktivist ist Google-Marketingdirektor für die Nahost-Region. Er startete die populäre Facebook-Kampagne "We are all Khaled Said" in Erinnerung an einen Blogger, den Sicherheitskräfte in der Stadt Alexandria totgeprügelt hatten. Ghonim wurde Ende Januar von Zivilpolizisten verschleppt und zwei Wochen lang festgehalten. Er wurde endgültig zu einer der Symbolfiguren des Widerstands, als er nach seinem Freilassung in einem TV-Interview in Tränen ausbrach.

Aiman Nur

Aiman Nur - Dissident im System Mubarak

Den Juristen, 1964 geboren, hat seine konsequente Opposition gegen das Regime des Präsidenten schon ins Gefängnis gebracht. Er ist Vorsitzender der Al-Gahd-Partei, die als liberal gilt. Bei den von Manipulationsvorwürfen überschatteten Wahlen 2005 schnitt Nur gegen Mubarak am besten ab. Nur wenig später wurde er in einem auch international heftig kritisierten Verfahren zu fünf Jahren Haft verurteilt und kam 2009 frei. Aus dem Umfeld der Gahd-Partei stammen einige Aktivisten, die die aktuellen Proteste über das Internet koordiniert hatten. Nur hatte sich vehement dafür eingesetzt, erst nach einem Rücktritt des Präsidenten über einen Machtwechsel zu verhandeln.

Ahmed Zuweil

Ahmed Zuweil – noch ein Nobelpreisträger für die Opposition

Als dritter Ägypter überhaupt erhielt der Chemiker 1999 die begehrte Auszeichung. Zuweil lebt und lehrt in den USA und ist dort von Präsident Obama schon als Berater berufen worden. In Ägypten ziert der Kopf des prominenten Wissenschaftlers eine Briefmarke. Noch letztes Jahr bestritt Zuweil jegliche politischen Ambitionen. Dennoch kehrt der 64-Jährige jetzt in seine Heimat zurück, um mit anderen Oppositionspolitikern an einer Verfassungsreform zu arbeiten, unter ihnen mit Aiman Nur. In einem Zeitungsinterview sprach er von einem "Rat der Weisen".

Wahlplakate der ägyptischen Muslimbruderschaft

Muslimbruderschaft – einflussreich im Hintergrund

Sie ist gut organisiert – obwohl schon lang verboten: Ägyptens größte Oppositionsgruppe hatte sich zunächst aber nicht als treibende Kraft in die Proteste eingeschaltet. 1928 gegründet, pendeln die Moslembrüder zwischen gewalttätiger Opposition und Unterstützung für den Staat. Zum Repertoire gehören Forderungen nach einer islamischen Ordnung ebenso wie Bekenntnisse zur Demokratie. Für das Mubarak-Regime war die Bruderschaft der gefürchtetste Gegner. Hunderte Anhänger wurden inhaftiert – auch jetzt wieder gab es Festnahmen. An der Spitze steht seit vergangenem Jahr Mohammed Badie, 67, ein Professor der Tiermedizin. Von der Moslembruderschaft kommt der Vorschlag, Mohammed ElBaradei solle über einen Machtwechsel verhandeln - aber erst nach dem Rücktritt Mubaraks.

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