Frachtcontainer in der Nordsee | Bildquelle: REUTERS

Nach Frachter-Havarie Fischer fangen Flachbildschirme

Stand: 04.01.2019 15:17 Uhr

Flachbildschirme und Sandalen - diesen ungewöhnlichen Fang machten Fischer nach der Havarie der "MSC Zoe". Für die Boote stellen die ins Meer gestürzten Container und ihr Inhalt eine Gefahr dar.

Nach der Havarie des Frachters "MSC Zoe" treibt immer noch einige Fracht im Meer - und stellt eine Gefahr für Fischer und andere dar. 270 Container waren beim Sturm in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar über Bord der "Zoe" gegangen.

Fischer aus holländischen Zoutkamp fingen nun Flachbildschirme oder Sandalen, aber auch Handdampfreiniger und Kompressoren.

Menschen mit Strandgut von der "MSC Zoe" in der Nordsee | Bildquelle: REUTERS
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Nicht für alle Grund zur Freude - Flachbildschirme, die als Strandgut angelandet sind.

"Die Fischer sehen als Erste, wie es draußen unter Wasser tatsächlich aussieht", sagte ein Sprecher des Deutsche Fischerei-Verbandes. Was zunächst harmlos aussehe, sei eine große Gefahr für die Fischerei. Die Gegenstände treiben zum Teil knapp unter der Wasseroberfläche und werden vom Radar nicht erfasst. Das könne bei stürmischer See zu einem erheblichen Kollisionsrisiko für Schifffahrt und Fischerei führen.

Wenn die Inhalte der Container endgültig untergegangen sind, entstehen "Hakstellen" für die Netze am Meeresboden. Durch sie würden die Netze zerrissen. Es könne aber auch zu schweren Unfällen und zum Kentern der Kutter führen. Die Reedereien der Fangflotten wollen versuchen, die verlorengegangene Ladung zu bergen. Zu bezweifeln sei, dass dabei alle 270 Container aufgespürt und entfernt werden können.

Soldaten sammeln das Strandgut an, das nach der Havarie der MSC Zoe an Land gespült wurde. | Bildquelle: AFP
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Soldaten sammeln das Strandgut an, das nach der Havarie der MSC Zoe an Land gespült wurde.

Strandgut auch auf Borkum

Inzwischen ist auch Fracht der "MSC Zoe" auf Borkum angespült worden. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies geht davon aus, dass auch in Juist und Norderney Strandgut des Frachters anlanden könnte. Es gelte nun, neben Umweltschäden auch Gefahren der Anwohner und Urlauber zu verhindern und künftig mit angemessenen technischen Möglichkeiten solche Fälle zu verhindern. Für die Kosten habe der Verursacher - die Reederei - letztlich die Kosten zu tragen.

Auf den niederländischen Wattenmeerinseln werden Soldaten zu Räumarbeiten eingesetzt. In der Nacht zum Freitag war auf Schiermonnikoog ein zweiter Sack mit Peroxid-Belastung gefunden worden. Die Strände und Küsten der friesischen Inseln sind übersät mit Objekten und Verpackungsmüll aus den Containern.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. Januar 2019 um 14:45 Uhr.

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