Freispruch im Magnitski-Prozess

"Angeklagter tat alles zur Rettung des Anwalts"

Freispruch im Magnitski-Prozess

Dimitri Kratow (Bildquelle: AFP)
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Freigesprochen: Der ehemalige Vize-Gefängnisdirektor Dimitri Kratow habe alles zur Rettung des Anwalts Magnitski unternommen, so ein Moskauer Gericht.

Ein Gericht in Moskau hat im Prozess um den Tod des russischen Anwalts Sergej Magnitski den einzigen Angeklagten freigesprochen. Der damalige stellvertretende Direktor des Gefängnisses, Dmitri Kratow, sei unschuldig und habe "alles in seiner Macht Stehende getan", um Magnitski zu retten, sagte die Vorsitzende Richterin Tatjana Newerowa. Der Freispruch war erwartet worden.

Magnitski hatte einen millionenschweren Korruptionsfall aufgedeckt und war 2008 wegen Betrugsvorwürfen festgenommen worden. Er starb 2009 in der Untersuchungshaft - dort wurde er mutmaßlich gefoltert, schwere Krankheiten sollen nicht behandelt worden sein. Seither stellten nicht nur der Europäische Menschengerichtshof, sondern auch der eigene Menschrechtsrat des Kreml schwerste Verstöße fest.

Magnitskis Schicksal hatte den US-Kongress zu Sanktionen gegen russische Funktionäre veranlasst. Das russische Parlament billigte als Reaktion ein Gesetz zum Verbot von Adoptionen russischer Kinder durch US-Bürger.

Stand: 28.12.2012 10:38 Uhr

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