Zahlen des Statistischen Bundesamtes Jeder Elfte braucht Geld vom Staat

Stand: 20.01.2010 16:37 Uhr

Rund 7,6 Millionen Menschen in Deutschland konnten zum Endes des vergangenen Jahres aus eigener Kraft nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten. Damit war jeder Elfte auf finanzielle Hilfe des Staates angewiesen. Wie aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes weiter hervorgeht, gab der Staat 2008 für diese Leistungen rund 40,5 Milliarden Euro aus. Das sind umgerechnet auf jeden Einwohner 494 Euro.

Rückgang um fünf Prozent - konjunkturbedingt

Die Zahl der Leistungsempfänger ging aber insgesamt zurück. Im Vergleich zum Vorjahr brauchten fünf Prozent weniger Menschen Hilfen des Staates. Damit sanken auch die Kosten um gut eine Milliarde Euro. Nach Ansicht der Statistiker ist der Rückgang vor allem konjunkturbedingt. Als weiterer Grund wurde zudem der neue Kinderzuschlag genannt - eine Zahlung, die Kindern die Abhängigkeit von Hartz-IV-Leistungen ersparen soll.

Agentur für Arbeit | Bildquelle: picture-alliance/ dpa/dpaweb
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6,6 Millionen Menschen brauchten 2008 Hartz IV - also Arbeitslosengeld oder Sozialgeld.

Der größte Teil der Ausgaben entfiel nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf das Arbeitslosengeld II und das Sozialgeld. Diese beiden Leistungen werden umgangssprachlich auch als "Hartz-IV" bezeichnet. Von den insgesamt 7,6 Millionen Leistungsempfängern bezogen laut Statistischem Bundesamt die meisten - nämlich 6,6 Millionen zum Jahresende 2008 - als Erwerbsfähige Arbeitslosengeld II. Etwas mehr als ein Viertel (27 Prozent) war nicht erwerbsfähig und erhielt Sozialgeld.

Sozialhilfe nach SGB XII bezogen am Jahresende 2008 etwa 860.000 Menschen. Zu ihnen gehörten vor allem bedürftige Rentner und Menschen, die chronisch krank oder dauerhaft erwerbsunfähig sind, sowie die Kinder dieser Empfänger.

Zahlen für das vergangene Jahr kommen erst Ende 2010

In dieser Rechnung der Statistiker sind nur die wichtigsten Kosten für die Sicherung des grundlegenden Lebensunterhaltes aufgeführt. Neben Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe zählen dazu beispielsweise die Grundsicherung im Alter, Unterstützungen für Asylbewerber oder die Kriegsopferfürsorge. Es fehlen staatliche Finanzhilfen wie beispielsweise die Unterstützung für Menschen mit Behinderung.

Die Statistiker stellen die Berechnung immer mit rund einem Jahr Verzögerung auf. Die Zahlen für 2009 werden frühestens Ende 2010 bekanntgegeben.

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