Wilhelm Wieben | Bildquelle: picture alliance / dpa

Trauer um tagesschau-Sprecher Wilhelm Wieben ist tot

Stand: 13.06.2019 16:08 Uhr

25 Jahre war Wilhelm Wieben eines der Gesichter der tagesschau. Korrekt und stilsicher präsentierte er sich auch später - etwa bei Auftritten auf der Bühne. Im Alter von 84 Jahren ist Wieben nun gestorben.

Der ehemalige tagesschau-Sprecher Wilhelm Wieben ist tot. Er starb am 13. Juni - wenige Tage nach seinem 84. Geburtstag. Wieben arbeitete bereits seit 1966 in der Redaktion der tagesschau, seinen ersten Einsatz als Sprecher vor der Kamera hatte er 1972. Über viele Jahre las er auch die 20-Uhr-Ausgabe - zum ersten Mal am 5. Mai 1974, zum letzten Mal am 24. Juni 1998. Er verließ die Sendung damals auf eigenen Wunsch.

Verwaltung, Schauspiel, Fernsehen

Geboren wurde Wieben 1935 in Hennstedt in Schleswig-Holstein. Nach einer Verwaltungslehre ging er zur Schauspielausbildung nach Berlin. Anfang der 1960er-Jahre wurde er Fernsehansager beim damaligen Sender Freies Berlin.

Er kündigte unter anderem den "Beat Club" an, eine Musiksendung für Jugendliche - damals ungewöhnlich. "In wenigen Sekunden beginnt die erste Show im Deutschen Fernsehen, die nur für Euch gemacht ist", sagte Wieben - und bat ältere Zuschauer in seiner Anmoderation "um Ihr Verständnis".

Trauer um tagesschau-Legende Wilhelm Wieben
tagesthemen 22:15 Uhr, 13.06.2019, Jan Liebold, NDR

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"Erinnerung an eine sehr schöne Zeit"

Später der Wechsel zur tagesschau. Gut 25 Jahre prägte Wieben die Sendung. Seinen Abschied nahm er ohne großes Aufsehen: "Wir melden uns wieder um 22:30 Uhr mit den tagesthemen". Später sagte er, er nehme die "Erinnerung an eine sehr schöne Zeit" mit. "Kein Bedauern, dass es nicht mehr ist, wie es nun so viele Jahre gewesen ist."

"Wir werden ihn vermissen", sagte NDR-Intendant Lutz Marmor. Wieben sei "immer freundlich, zugewandt und nah bei den Zuschauerinnen und Zuschauern" gewesen. Darüber hinaus habe er durch Lesungen, als Moderator und Schauspieler beeindruckt - und durch seinen persönlichen Einsatz für hilfsbedürftige Menschen, so Marmor. Wieben engagierte sich unter anderem für die Hospizarbeit und gegen die Vereinsamung älterer Menschen.

Wilhelm Wieben
galerie

Wieben zu Beginn seiner TV-Karriere als Ansager. "Sie, meine Damen und Herren, die Sie Beatmusik vielleicht nicht mögen, bitten wir um Ihr Verständnis", sagte er damals bei der Anmoderation des "Beat Clubs".

Auch als Kaiser Franz Joseph zu sehen

Wieben war auch nach seiner Karriere bei der tagesschau noch oft in den Medien und auf Bühnen präsent. Er sprach Hörbücher ein und schrieb Bücher auf Plattdeutsch - was er als seine Muttersprache bezeichnete. Gelegentlich war er auch noch im Fernsehen zu sehen, vor allem aber auf der Bühne. Mitte der 1990er-Jahre stand er etwa mehr als 70 Mal als Kaiser Franz Joseph im "Weißen Rössl" im Hamburger "Tivoli"-Theater auf der Bühne.

Mit seinen ehemaligen tagesschau-Kollegen Dagmar Berghoff und Jo Brauner analysierte er aber auch moderne Redensarten. Die Aussage "geht gar nicht" beschrieb er in einem Auftritt etwa als "kürzlich aufgekommene, entrüstete Bekundung, dass ein modisches Kleidungsstück nicht akzeptabel" sei.

Wieben selbst war immer "akzeptabel" gekleidet. 1983 wurde er deshalb vom Deutschen Mode-Institut zum "Krawattenmann des Jahres" gekürt. Und so behalten ihn viele auch in Erinnerung: Korrekt, sachlich, stilsicher.

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Bilder aus dem Leben von Wilhelm Wieben

Wilhelm Wieben

Am 2. Juni 1935 wurde Wilhelm Wieben in Hennstedt, Schleswig-Holstein, geboren. Er war Nachrichtensprecher, Fernsehmoderator, Schauspieler und Autor. | Bildquelle: picture alliance / Christian Cha

Mit Informationen von Carl-Georg Salzwedel, NDR

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 13. Juni 2019 um 12:00 Uhr.

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